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Klimawandel und Klimaschutz

Klimawandel und Klimaschutz    

Ein Beitrag zu Theorie, Praxis und Handlungsmöglichkeiten im Kontext mit Politischer Bildung    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Klimawandel und Klimaschutz   
Ein Beitrag zu Theorie, Praxis und Handlungsmöglichkeiten im Kontext mit Politischer Bildung   
Einleitung   
1 Vorhersehbarkeit des Klimawandels   
2 Folgen des Klimawandels   
3 Handlungsfelder des Klimawandels   
4 Online-Kurs Klima MOOC - 2017   
Kapitel 1: Organisatorisches   
Kapitel 2: Klimasystem und Klimawandel   
Kapitel 3: Modelle und Szenarien   
Kapitel 4: Klima der Vergangenheit   
Kapitel 5: Folgen des Klimawandels   
Kapitel 6: Klimawandel und Gesellschaft   
Reflexion   
Literaturverzeichnis   
IT-Autorenbeiträge   
Zum Autor   

Einleitung    

Das zunehmende Interesse einer Veränderung des Klimas(Klimawandel)und der daraus entstehenden Folgen ist für eine zeitgemäße Politische Bildung von Bedeutung, weil es Konsequenzen für

  • die Natur und Gesellschaft,
  • Handlungsmöglichkeiten,
  • die wissenschaftliche Klimaforschung und
  • daraus entstehende Folgen für politisches Handeln besitzt(vgl. DICHATSCHEK 2017a).
Der Klimawandel ist da, Veränderungen in Form von extremen Wetterbedingungen rund um den Globus sind wahrnehmbar. Den Temperatur-und Luftfeuchtigkeitsanstieg bekommt der Mensch, die Tier- und Pflanzenwelt zu spüren.

  • Diese und andere Phänomene werden sich verstärken und die Lebensbedingungen verändern.
  • Sie beeinflussen die Zukunft und werfen grundlegende Fragen auf, die eine Politische Bildung aufzugreifen hat(vgl. die schulische Fachbezogenheit bzw. den Fächerverbund mit Geographie und Wirtschaftskunde, Biologie und Umweltkunde, Geschichte-Sozialkunde-Politischen Bildung, Religion, Ethik und Gesundheitsbildung; die Aktualität in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung-vgl. DICHATSCHEK, 2017c) .
    • Kann man sich auf die Veränderungen einstellen?
    • Wie kann man die Beobachtungen einordnen?
    • Welche Ursachen kann man den Veränderungen zuschreiben?
    • Sind Prognosen möglich?
    • Gibt es Möglichkeiten eines persönlichen Handelns?
Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen sind

  • die schulischen Lehrpläne der angesprochenen Fächer,
  • der Studienplan in der Lehramtsausbildung für Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung und
  • die Notwendigkeit einer Gestaltung einer zeitgemäßen Erwachsenenbildung.
Für den Autor ergibt sich die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit der Thematik aus der

  • Absolvierung des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/Universität Salzburg-Klagenfurt,
  • Absolvierung des 7. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/Universität Salzburg,
  • Lehrtätigkeit in Didaktik der Politischen Bildung/Lehramt Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung/Universität Salzburg,
  • Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung,
  • Absolvierung des Online-Kurses "Klima MOOC"/Oktober-November 2017 > http://mooin.oncampus.de > Klima MOOC und
  • Auseinandersetzung mit der Fachliteratur.
1 Vorhersehbarkeit des Klimawandels    

Das Klima als komplexes Gebilde kann nicht einfach prognostiziert werden. Die Wissenschaft benötigt besonders als Werkzeug etwa Computermodelle zur Annahme von Klimaentwicklungen und Prognosen. Die Annahmen werden als Szenarien zusammengefasst. Sie enthalten mögliche Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte(vgl. Bevölkerungszahl, technologischen Fortschritt, Begrenzung des Treibhausgases)(vgl. MADRY-FISCHER 2014, 1-2/4; PLÖGER-BÖTTCHER 2016).

  • Ein menschengemachter Klimawandel wird durch Messungen seit den fünfziger Jahren nachgewiesen. Wesentlich ist die Annahme von drei Szenarien mit physikalischen, naturwissenschaftlichen und menschlichen Daten.
  • Die Treibhausgase spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Gase beinhalten Stoffe in der Atmosphäre, die den Treibhauseffekt auf der Erde bewirken.
    • Kurzwellige Strahlung der Sonne wird an der Erdoberfläche in langwellige Strahlung umgewandelt und in das Weltall zurückgestrahlt.
    • Treibhausgase wirken wie eine Barriere in der Erdatmosphäre, die die Strahlung zurück reflektiert und daher zu einer Speicherung der Energie und Wärme auf der Erde beiträgt.
    • Der Treibhauseffekt ist an sich für das Leben auf der Erde wesentlich. Ohne diesen Einfluss läge die mittlere Lufttemperatur bei -18 Grad. Der natürliche Treibhauseffekt führt zur Erwärmung auf rund 15 Grad Celsius.
    • Inzwischen ist der Effekt so ausgeprägt, dass von einer menschengemachten Überwärmung durch die vermehrte Konzentration von Treibhausgasen zu sprechen ist. Das Besondere ist die Geschwindigkeit, mit der die Erwärmung seit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts stattfindet.
2 Folgen des Klimawandels    

Österreich ist weniger vom Klimawandel betroffen(vgl. MADRY-FISCHER 2014, 2/4).

  • Zu beachten sind die alpinen Regionen(Unwettergefahr-Hangrutschungen, Überflutungen durch Gebirgsbäche; Schmelzen des Eises) und die Wasserknappheit in der ariden Klimazone.
  • In den letzten 100 Jahren ist die Jahresdurchschnittstemperatur um rund 1 Grad Celsius gestiegen, erwartet wird in den nächsten 100 Jahren eine Zunahme von 3 Grad Celsius.
  • Die Niederschläge im Frühjahr und Winter haben zugenommen, im Sommer und Herbst fällt weniger Regen. Die Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und den Menschen sind erheblich.
  • Zu unterscheiden sind mikroklimatische, regionale, allgemein wetterkundliche und makroklimatische Phänomene.
Der Temperaturanstieg in südlichen Weltregionen führt zu Wasserknappheit, starken Unwettern(Tornados, Hurricans, Taifune, Zyklone, massiven Monsunphänomene)und an den Polen zum Abschmelzen des Eises(vgl. PLÖGER-BÖTTCHER 2016, 153-157). Eine Veränderung der Meerestemperaturen ist zu beobachten.

Das "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPPC/Weltklimarat)erwartet für unsere Klimazone eine Zunahme und Intensitätssteigerung von Hitzeereignissen und extremen Unwettern.

  • Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich die Zahl der Sommertage mit > 25 Grad Celsius verdoppeln, die Anzahl der heißen Tage mit > 30 Grad Celsius verdreifachen.
  • Regional kann sich der Trend verschärfen.
    • Hier stellen sich Probleme in urbanen Zentren(Wasserversorgung, Gesundheitsbelastungen durch Hitze).
    • Auf dem Land kommt es vermehrt zu Ernteausfällen(Unwetter, Wasserversorgung-Hitzewellen-Hungerkatastrophen bzw. Fehlernährungen).
  • Im Tourismus ist in den Mittelgebirgslagen eine Verkürzung der Schneetage erheblich. Wärmere und längere Sommer besonders an den Küstenregionen bieten die Chance auf mehr Gäste und damit bessere Einnahmequellen.
  • In der Natur ist auf einen Wandel der Artenvielfalt zu achten. Einwanderung von Arten aus wärmeren Gebieten, Abwanderung in höhere Regionen sind Kennzeichen einer Veränderung.
Für den mitteleuropäischen Raum ist zu beachten, dass

  • die Kosten des Klimawandels eine Zukunftsinvestition sein werden(vgl. PLÖGER-BÖTTCHER 2016, 62-68),
  • die Energiewende eine Notwendigkeit darstellt(vgl. PLÖGER-BÖTTCHER 2016, 74-83),
  • unsere Großstädte eine Brutstätte der Hitze sein werden(vgl. PLÖGER-BÖTTCHER 2016, 115-118)und
  • der Klimawandel das Artensterben beschleunigt(vgl. PLÖGER-BÖTTCHER 2016, 129-133).
3 Handlungsfelder des Klimawandels    

Betroffen sind die folgenden Handlungsfelder vom regionalen Klimawandel(vgl. MADRY-FISCHER 2014, 3/4).

  • Gebäude - Gefährdung durch Extremwetter, Anforderung an Gebäudekühlung
  • Wasserwirtschaft - Zuordnung der Kapazitätsgrenzen, Wasserverschmutzung
  • Gesundheit - Ausbreitung neuer Infektionskrankheiten und Überträger, Hitzebelastung, Belastung der Gewässerqualität, Hunger-Fehlernährung(vgl. WEINGÄRTNER 2014)
  • Finanzwirtschaft - Kostenerhöhung bei Versicherungen und Krankenkassen, Risiken für Investitionen(vgl. Gewässerschutz, Schutzbauten)
  • Verkehr - Verkehrsinfrastruktur bei Wetterereignissen
  • Energie - Steigerung der Nachfrage(vgl. Kühlungsgeräte, Kühlungswasser, Ausfall von Energie)
  • Regional- und Raumplanung - Raumnutzungskonflikte, neue Anforderungen in der Raumplanung
4 Online-Kurs Klima MOOC - 2017    

Dieser MOOC gibt einen umfassenden Überblick über Klimawandel und Klimaschutz. In dem Online-Videokurs mit Zertifizierung werden in sechs Kapiteln/Modulen die folgenden Themenbereiche behandelt:

  • Organisatorisches
  • Was ist Klima?
  • Was sind Klimamodelle?
  • Klima der Vergangenheit
  • Folgen des Klimawandels
  • Klimawandel und Gesellschaft
Kapitel 1: Organisatorisches    

> http://mooin.oncampus.de > Klima MOOC (17.9.17)

Kapitel 2: Klimasystem und Klimawandel    

1. Was ist Klima?

Das Klimasystem besteht aus den Teilsystemen Land, Ozean, Atmosphäre, Biosphäre und Eissphäre, die unterschiedlich auf äußere Einflüsse reagieren. Das Klima wird durch Mittelwerte, Extremwerte und Häufigkeiten der Wetterparameter wie Temperatur und Niederschlag über mehrere Jahrzehnte beschrieben.

2. Was ist der natürliche Treibhauseffekt?

Natürliche Treibhausgase in der Atmosphäre sind u.a. der Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Lachgas, die einen Teil der Wärmeausstrahlung der Erde zurückhalten. Dies führt zur Erwärmung und erst zu lebensfreundlichen Bedingungen auf der Erde.

3. Was ist der anthropogene Treibhauseffekt?

Menschliche Aktivitäten bewirken einen zusätzlichen Ausstoß von Treibhausgasen, etwa die Verbrennung von fossilen Energieträgern in den Bereichen Stromerzeugung, Wärme und Verkehr, ebenso auch durch die Veränderung der Landoberfläche, etwa durch Abholzung, Landwirtschaft und Viehhaltung. Dies verstärkt den Treibhauseffekt und ist Hauptursache der Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte.

4. Was bedeutet Klimawandel?

Externe und interne Schwankungen ergeben einen Treibhauseffekt, der Klimaveränderungen außerhalb der natürlichen Schwankungen ergibt. Gestiegen ist die globale Mitteltemperatur um 0,8 Grad Celsius und die Eisschmelze bzw.der Meeresspiegel um 20 cm. Regionale Unterschiede sind vorhanden.

5. Was kann man tun?

Eine Abmilderung erfordert erneuerbare Energien und Energie-Effizienzsteigerungen.

Kapitel 3: Modelle und Szenarien    

1. Was sind Klimamodelle?

Klimamodelle bilden die wichtigsten Elemente, Prozesse und Wechselwirkungen im Klimasystem durch mathematische Gleichungen ab, basierend auf physikalischen Grundgesetzen.

2. Was sind Klimaszenarien?

Dies sind keine Prognosen, vielmehr stellen sie in sich schlüssige und plausible Zukunftsbilder dar. Si beschreiben zukünftige Entwicklungen der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Klima. Szenarien sind Mittel, die in Politik und Wirtschaft angewendet werden, wenn Entscheidungen anstehen. Für die Klimaszenarien lautet die Entscheidungsfrage, ob es der Menschheit gelingt, die Treibhaus-Emissionen zu senken, um die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu begrenzen oder nicht.

3. Wovon hängen Vorhersagen über die Entwicklungen im 21. Jahrhundert ab?

Von gewählten Klimamodell, vom gewählten Klimaszenario unter Beachtung des Verhaltens der Gesellschaft und von der Entscheidung der Menschheit für den Klimaschutz.

4. Welche Klimaveränderungen erwarten wir im 21. Jahrhundert?

Zu erwarten sind eine erhöhte Mitteltemperatur bis zu 5 Grad Celsius(Vergleich zu 1850) und die Notwendigkeit einer Begrenzung auf unter 2 Grad Celsius.

5. Vertrauen in Klimamodelle und Ergebnisse

Diese beruhen auf physikalischen Grundgesetzen, der Richtigkeit der Messungen und anthropogenen Treibhaus-Emissionen.

Kapitel 4: Klima der Vergangenheit    

1. Warum ist es wichtig, sich mit der Entwicklung des Klimas in den letzten 600 000 Jahren zu beschäftigen?

Durch die Untersuchung des Klimas der Vergangenheit, vor allem der Abfolge von Eiszeiten und Warmzeiten, können wir unser Verständnis des Klimasystems weiter ausbauen - und damit auch das Vertrauen in Klimamodelle und Prognosen für die Entwicklung des Klimas in der Zukunft.

2. Wie können wir wissen, wie sich das Klima in der Vergangenheit entwickelt hat?

Aus verschiedenen Klimaarchiven können wir Informationen gewinnen. Aus Aus Sediment- und Eisbohrkernen können Temperatur, Eisvolumen und CO2-Gehalt im Zeitverlauf rekonstruiert werden. der C02-Gehalt in der Atmosphäre war in Eiszeiten niedriger und in Warmzeiten höher. Heute liegt der CO2-Gehalt deutlich über diesen natürlichen Schwankungen.

3. Wie funktioniert die Abfolge von Eis- und Warmzeiten?

Der Abstand zwischen des Eiszeiten beträgt etwa 100 000 Jahre. Die Abfolge von Eis- und Warmzeiten wird durch Schwankungen in der Geometrie der Erdbahn verursacht. Die C02-Konzentration in der Atmosphäre beeinflusst die Dynamik des Wechsels von kalt zu warm.

Am Übergang von Eis- zu Warmzeiten kann es zu plötzlichen extremen Veränderungen im Klimasystem kommen. Der Abbruch von Eisschilden kann das globale System der Ozeanströmungen stören und damit das Klima global beeinflussen.

4. Hinweise auf die Menschheit durch Klimaschwankungen

Seit 100 000 Jahren gibt es wieder eine Warmzeit, trotz Klimaschwankungen. Zusammenbrüche von Hochkulturen gibt es im Zusammenhang mit Klimaveränderungen.

5. Außergewöhnliches seit 1850 in der Klimaentwicklung

Die Temperatur-Zunahme liegt außerhalb der natürlichen Schwankungen. Die letzte Eiszeit hatte ungefähr 3-5 Grad Celsius niedrigere Temperatur als im Holozän. Ohne Klimaschutz könnte die Temperatur um 3-5 Grad Celsius ansteigen.

Kapitel 5: Folgen des Klimawandels    

1. Welches Gesamtbild der Folgen des Klimawandels zeichnet sich ab?

Mit jeder Erhöhung der globalen Mitteltemperatur steigen die durch den Klimawandel verursachten Risiken für die Menschen. Es steigt zudem das Risiko zu großräumigen Veränderungen(Kipp-Punkte im Klimasystem/z.B. Gletscher- und Polschmelze).

Die Auswirkungen des Klimawandels wirken sich an einzelnen Orten der Welt und in einzelnen Lebensbereichen sehr unterschiedlich aus. Unterschieden werden Änderungen in Mittelwerten(z.B. Temperatur) und in Extremereignissen(z.B. stärkere und häufigere Überschwemmungen oder Dürren).

2. Was bedeutet Risiko?

Das Risiko des Klimawandels setzt sich aus drei Faktoren zusammen.

  • Welche klimatischen Änderungen geschehen?
  • Sind Menschen direkt oder indirekt betroffen?
  • Wie verwundbar sind Gesellschaften und welche Möglichkeiten der Anpassung haben sie?
3. Welche Auswirkungen zeigen sich in den Ozeanen?

Ozeane nehmen etwa ein Viertel der anthropogenen C02-Emissionen auf. Dadurch sinkt ihr ph-Wert. Diese Veränderung geschieht deutlich schneller als in den letzten 300 Millionen Jahren. Viele kalkbildenden Meeresorganismen werden dadurch geschädigt, mit steigendem Risiko für negative Auswirkungen auf Artenvielfalt, Fischerei(Ernährungssicherheit) und Tourismus.

4. Folgen für die Landwirtschaft

Zu beobachten sind Wasserknappheit und Bodenerosion durch Starkregen und Überschwemmungen sowie Gefährdung der Erträge in tropischen Regionen.

5. Klimawandel bei uns

Wir liegen in einem klimatischen Übergangsbereich.

Der Regen verschiebt sich vom Sommer auf den Winter. Es gibt einerseits Trockenzeiten und andererseits Überschwemmungen, Erdrutsche und Felsstürze. Durch die Hitzetage gibt es vermehrt Gesundheitsrisiken.

6. Städte im Klimawandel

Städte bzw. urbane Großräume haben eine hohe Vulnerabilität durch eine hohe Bevölkerungs- und Wertedichte. Zudem gibt es lokale Auswirkungen wir Windabschwächungen und Wärmeabstrahlung. Damit verbunden gibt es politische und wirtschaftliche Folgen. Notwendig sind in jedem Fall Anpassungsmaßnahmen für Menschen.

Kapitel 6: Klimawandel und Gesellschaft    

1. Was bedeutet Klimawandel für die Gesellschaft?

Klimawandel ist nur eines von vielen Themen, die menschen im Alltag beschäftigen. Menschen, Regionen und Staaten sind unterschiedlich vom Klimawandel betroffen. Sie haben nicht alle die gleichen Interessen beim Klimaschutz. Der Klimawandel betrifft aber mittel- und langfristig alle, daher muss sich die Staatengemeinschaft mit einer Lösung beschäftigen.

2. Wie kann man sich an die Folgen des Klimawandels anpassen?

Anpassen kann man sich durch Technologien(z.B. Deichbau, Schutzbauten), Verhaltensänderungen(z.B. Gesundheitsverhalten bei Hitze), politische und wirtschaftliche Entscheidungen(z.B. Retention). Durch Anpassung soll die Vulnerabilität verringert werden. Bei fortschreitendem Klimawechsel stößt man bei der Anpassung jedoch an seine Grenzen.

3. Beeinflusst der Klimawechsel Konflikte und Migration?

Regionale Konflikte und Migration aus Krisengebieten haben ganz unterschiedliche Ursachen. der Klimawechsel kann Konflikte indirekt verstärken, etwa durch Dürren, Wasserknappheit, Ernteausfälle und Erhöhung in der Folge der Lebensmittelpreise. Damit können Migrationsströme mitbbeeinflusst werden.

4. Ziele der internationalen Klimapolitik

Ziel der internationalen Klimaverhandlungen("Klimarahmenkonvention") ist es, die globalen Treibhaus-Emissionen(Mitigation) zu reduzieren, durch Anpassungsmaßnahmen(Adaption) den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel zu bewältigen.

Seit 1992 wird über ein Klimaschutz-Abkommen verhandelt. Bisher gab es keinen Rückgang der Treibhaus-Emissionen. Regionale und national-staatliche Abkommen ergänzen die Bemühungen. 2010 wurde beschlossen, die Erhöhung der globalen Mitteltemperatur solle nicht 2 Grad Celsius überschreiten. 2 Grad Celsius ist eine politische Zielsetzung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

5. Was bedeutet Mitigation?

Darunter versteht man Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels(Reduzierung der Emissionen). Um die Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, müssen die Treibhaus-Gase bis 2050 um 80-95 Prozent sinken.

Ökonomen schlagen daher vor, ein globales System handelbarer Emissionsrechte einzurichten sowie Maßnahmen zur Förderung neuer Technologien bzw. Effizienz-Standards für Gebäude. Eine Absenkung der Emissionen auf den 2 Grad-Pfad ist durchaus mit weiterem Zuwachs an wirtschaftlichem Wohlstand möglich bzw. vereinbar.

Reflexion    

Der Klimawandel ist gegenwärtig. Instrumente zur Bestimmung sind vorhanden.

  • Es bedarf zunächst wirksamer Vorgangsweisen in Politik, Bildung und Medienarbeit zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
  • Der Entwurf von Szenarien wird nicht einfach sein, zumal Regionalität bestimmend ist.
  • Klimawandel hat Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Schäden sind zunehmend deutlich zu beobachten.
  • Politikinstrumente können Veränderungen fördern, etwa nachhaltige Entwicklungen, die Energiewende und bauliche Maßnahmen.
  • Die Reduktion einer Verwundbarkeit von urbanen Zentren und gefährdeten ländlichen Regionen ist einzuleiten.

Politische Bildung in ihrer Breitenwirkung im Kontext mit Umweltpädagogik kann ihren Beitrag leisten(vgl. DICHATSCHEK 2017a; ÖSTERREICHER 2008).

Literaturverzeichnis    

Angeführt sind jene Titel, die für den Beitrag verwendet und/oder direkt zitiert werden.


Amery C.-Scheer H.(2001): Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur, München

Dichatschek G.(2017a): Didaktik der Politischen Bildung, Saarbrücken

Dichatschek G.(2017b): Interkulturalität, Saarbrücken

Dichatschek G.(2017c): Erwachsenen- Weiterbildung, Saarbrücken

Eichhorst U.-Madry Th.(2013): Die Kehrseite der Medaille-Anpassung an den Klimawandel, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn > http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/38484/anpassung-an-den-klimawandel (Stand 25.9.2013)

Grefe Chr.(2016): Global Gardening. Bioökonomie - Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe 1737, Bonn

Madry Th.-Fischer J.(2014): Vorhersagbarkeit und Auswirkungen des Klimawandels, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn > http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/183026/auswirkungen-des-klimawandels (Stand 17.4.2014)

Österreicher H.(2008): Natur- und Umweltpädagogik - Für sozialpädagogische Berufe, Köln

Plöger S.-Böttcher Fr.(2016): Klimafakten, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe 1734, Bonn

Stern N.(2007): The Economics of Climate Change. The Stern Review, Cambridge University Press

WBGU(2007): Welt im Wandel: Sicherheitsrisiko Klimawandel. Hauptgutachten 2006 - Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, Berlin-Heidelberg

Weingärtner L.(2014): Hunger und Fehlernährung, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn > http://www.bpb.de/internationales/welternaehrung/178484/hunger-und-fehlernaehrung (Stand 12.6.2014)

IT-Autorenbeiträge    

Die Autorenbeiträge dienen der Ergänzung der Thematik.


Netzwerk gegen Gewalt

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Politische Bildung

Globales Lernen

Gesundheitsbildung

Interkulturelle Kompetenz

Erwachsenenbildung

Migration in Österreich

Medienarbeit


Der Beitrag wird laufend aktualisiert.


Zum Autor    

APS-Lehramt/VS-HS-PL, APS-Lehrer, Schülerberater, Schulentwicklungsberater, Lehrerbildner/PI des Landes Tirol(1994-2003), Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol(1994-2003)

Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/Doktorat(1985), des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/ Universität Salzburg-Klagenfurt/Master(2008), der Weiterbildungsakademie Österreich/Diplome(2010), des 7. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/Diplom(2012), der Personalentwicklung der Universitäten Wien/Bildungsmanagement/Zertifizierung(2010)und Salzburg/4.Interner Lehrgang für Hochschuldidaktik/Zertifizierung(2015/2016)

Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften der Universität Wien/Berufspädagogik/Vorberufliche Bildung(1990/1991-2010/2011), Lehrbeauftragter am Sprachförderungszentrum des Stadtschulrates Wien/Interkulturelle Kommunikation(2012), Lehrbeauftragter am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg/Lehramt für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung/Didaktik der Politischen Bildung(ab 2015/2016)

Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche in Österreich(2000-2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks in Tirol(2004-2009), Kursleiter an den VHSn Zell/See, Saalfelden und Stadt Salzburg(ab 2011), Teammitglied des Bildungsvereins Wien(ab 2016)

Aufnahme in die Liste der sachverständigen Personen für den Nationalen Qualifikationsrahmen/NQR, Koordinierungsstelle für den NQR/Wien(2016)


MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 20. September 2017