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Aspekte Antisemitismus In Europa

Aspekte eines Antisemitismus - Diskriminierung und Verfolgung in Europa und Österreich    

Ein Beitrag zur Politischen Bildung anlässlich der Aktionstage 2004 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Aspekte eines Antisemitismus - Diskriminierung und Verfolgung in Europa und Österreich   
Ein Beitrag zur Politischen Bildung anlässlich der Aktionstage 2004 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur   
Einführung   
1 Antisemitismus in Europa   
2 Nationalsozialismus in Österreich   
2.1 Juden in Österreich unter NS-Herrschaft   
2.2 Flucht in die Schweiz   
2.3 Die Rolle der Evangelischen Kirche in Österreich 1938-1945   
3 Erziehung nach Auschwitz   
3.1 Beispiel in deutscher Literaturgeschichte: Max FRISCH "Andorra" (1961)   
3.2 Unterrichtskonzepte zum Lebensraum und zur Menschenwürde/Sekundarstufe I   
3.2.1 Thema "Du und Dein Lebensraum" / Sekundarstufe I - 1. Klasse   
3.2.2 Thema "Menschenrechte - Menschenwürde"   
Literaturhinweise   
Internethinweise/Auswahl   

Einführung    

Der Umgang mit Antisemitismus und der Periode nationalsozialistischer Herrschaft ist durch Verdrängung und selektive Wahrnehmung gekennzeichnet.

Ausgehend von der heutigen europäischen Situation wird die NS-Zeit in Österreich und die Rolle der Evangelischen Kirche in Österreich (EKiÖ) beleuchtet.

Der Beitrag versucht durch Analysen und zwei Unterrichtskonzepte Aspekte einer Politischen Bildung erkennbar zu machen.

In Verbindung mit einem Fächerbündel aus Geschichte und Sozialkunde(GS), Geographie und Wirtschaftskunde(GW), deutscher Literatur(D), Religion/evR(Kirchengeschichte) und als Bezugswissenschaft Schulpädagogik soll Politische Bildung Verständnis für die Hintergründe dieser Entwicklung wecken und pädagogische Maßnahmen setzen, die eine "Erziehung nach Auschwitz" verbessert.

1 Antisemitismus in Europa    

Die "Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" (EUMC)hat eine Studie über Antisemitismus in Europa verfasst, deren Ergebnisse so beunruhigend sind, dass sich die Institution zunächst entschloss, die Studie noch nicht zu veröffentlichen. Seit dem 4. Dezember 2003 ist der Inhalt der Untersuchung im Internet verfügbar. Neben dem dänischen Sender TV2, der Kopenhagener Zeitung "Politiken", dem Grün-Europa-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit ist die Studie nunmehr auch von der EUMC in das Internet gestellt worden(vgl. http://www.eumc.eu.int/eumc/FT.htm > mit Stand 2013 nicht mehr verfügbar)).

Auffallend ist demnach, dass heute in vielen Fällen bei antisemitische Ausschreitungen die Täter um Anonymität bemüht sind. Auf Grund der Erfolge in der Strafverfolgung weiß man von der Verbreitung der Täter in der rechtsradikalen Szene bzw. bei radikalen Islamisten.

Auffallend sind antisemitische Äußerungen - vor allem in Frankreich und Belgien - von Einwanderern aus Nordafrika. Anfällig sind offensichtlich Politiker, die diese Grundstimmung in Wählerzustimmung umsetzen wollen, wie jüngste Beispiele 2003 in Deutschland zeigten.

Ausdruck dieser Bewegung sind Schändungen von Friedhöfen und Gräbern, Hakenkreuzschmierereien, Briefe und e-Mails mit Bedrohungen und Beleidigungen sowie die Leugnung des Holocaust.

Physische Attacken gegen Juden ereignen sich heute häufig im Umfeld von pro-palästinensischen Demonstrationen moslemischer Europäer.

Es gibt auch Fälle, in denen unpolitische und nicht-antisemitische Jugendliche judenfeindliche Parolen aus Spaß rufen, ohne den Inhalt dieser Parolen und ihren historischen Hintergrund zu verstehen(vgl. Salzburger Nachrichten v. 4. Dezember 2003, "Europas Antisemitismus", 10).

Die Anzahl judenfeindlicher Angriffe hat in Europa seit dem Ausbruch der zweiten Intifada im September 2000 zugenommen. Allein in Deutschland wurden im Halbjahr 2003 1 400 Vorfälle registriert.

Nach einer US-Studie der "Anti Defamation League/ADL" halten noch 30 Prozent der Europäer an klassischen antisemitischen Stereotypen fest. So glaubten etwa 30 Prozent der 2 500 Befragten, dass Juden zu viel Macht in der Geschäftswelt hätten. 19 Prozent denken, dass Juden sich nur um Juden kümmern. 16 Prozent stimmen dem Vorurteil zu, dass Juden eher als andere dunkle Praktiken anwenden, um zu ihrem Ziel zu kommen. 45 Prozent glauben immerhin, dass Juden mehr Loyalität zu Israel empfinden als zu dem Land, das ihre Heimat ist. So werden die Juden der Diaspora als geschlossene Clique gesehen und zu Vertretern Israels umfunktioniert, womit sie die Verantwortung für die Politik Israels tragen.

Eine bislang unveröffentlichte Studie des "Zentrums für Antisemitismusforschung" der Technischen Universität Berlin(ZfA), die im Auftrag des EUMC ausgeführt wurde, stellt ebenso fest, dass in Europa eine steigende Tendenz zum Antisemitismus und militanten Anti-Israelismus besteht(vgl. http://www.eumc.eu.int/eumc./FT.htm).

Die ZfA-Studie versucht, vier Kriterien aufzustellen, die legitime Israel-Kritik von verhülltem Antisemimitismus unterscheiden:

  • Vergleiche zwischen Israel und dem Dritten Reich,
  • Verallgemeinerungen über "die Juden",
  • die Verwendung von Stereotypen und
  • die Erwartungen an Israel, die nicht an andere Staaten gestellt werden.
Das Profil der Antisemiten ist so verschiedenartig wie ihre Vorurteile: Einerseits spielt das Weltjudentum mit Globalisierung und Kapitalismus eine Rolle, andererseits beschuldigt man das Judentum als Urheber des Kommunismus und Bolschewismus.

BERGMANN(2004) weist in der ZfA-Studie nach, dass die Zahl der Überfälle durch militante Islamisten anwachse. In jenen EU-Ländern, die eine starke Minderheit an Moslems durch Einwanderung aus Nordafrika haben, mache sich dies deutlich bemerkbar: Frankreich und Belgien. Während die übrige antisemitische Szene sich eher mit verbalen und symbolischen Taten begnüge - wie Grabschändungen und Schmierereien - greifen junge Moslems immer öfter zu Gewalt. Zertrümmerte Fensterscheiben und Brandstiftungen sind als Folgen zu beobachten.


Dokumentation

TELETEXT ORF1/2: 4.1.2004, P123 Fördert EU-Kommission Antisemitismus?

Die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses(WJC), Bronfman, und des Europäischen Jüdischen Kongresses(EJC), Benatoff, werfen der EU-Kommission vor, Antisemitismus zu fördern.

Zur Begründung verweisen die beiden Autoren auf die Veröffentlichung einer Umfrage durch die EU-Kommission, in der 59 Prozent der Befragten Israel als größte Gefahr für den Weltfrieden genannt hatten, und auf einen Rückzug einer EU-Studie zur Beteiligung von Moslems an antisemitischen Vorfällen.

Der gesamte Text des Präsidentenschreibens wird Montag veröffentlicht.


www.orf.at - NEWS ORF.at, 6. 1. 2004 EU-Kommission weist Antisemitismus-Vorwurf zurück

Die EU-Kommission hat die Antisemitismus-Vorwürfe jüdischer Verbände zurückgewiesen und Konsequenzen angedroht. "Wir sind schockiert über die Vorwürfe", sagte der Sprecher von Kommissionspräsident Romano Prodi, Reijo Kempinnen der "Finacial Times Deutschland". Der Vorwurf des Antisemitismus sei "völlig ungerechtfertigt". Aus Unmut erwäge die Kommission, ein für Februar geplantes Antisemitismus-Seminar abzusagen. "Wir müssen prüfen, wir wir auf die Vorwürfe reagieren", sagte Kempinnen. "Es ist noch nicht sicher, dass die Konferenz stattfinden wird."

Die Präsidenten des World Jewish Congress(WJC), Edgar Bronfman und Cobi Benatoff, hatten der EU in einem Beitrag für die "Financial Times" und die "Financial Times Deutschland" vorgeworfen, durch Untätigkeit sowie "durch direkte Schritte gegen Juden" den Antisemitismus in Europa gefördert zu haben. "Die Kritik ist nicht nachvollziehbar", sagte Kempinnen. Die Kommission habe niemals die Veröffentlichung einer europäischen Antisemitismus-Studie verboten. Sie versuche auch nicht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Es sei fraglich, "ob Antisemitismus in Europa wachse", so Kempinnen.

"Financial Times Deutschland": http://www.ftd.de/pw/eu/107323075667.html?nv=Inen


www.orf.at - NEWS ORF.at, 8.1.2004 > EU und Jüdischer Weltkongress legen Streit bei

Die EU-Kommmission und der Jüdische Weltkongress(WJC) haben den Streit um Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Brüssler Behörde beigelegt. Kommissionspräsident Romano Prodi sagte nach einem Treffen mit WJC-Generalsekretär Israel Singer heute in Brüssel, die Kommission nehme die Vorbereitungen für ein einstweilig abgesagtes Seminar mit jüdischen Organisationen zur Bekämpfung des Antsemitismus wieder auf.

In den nächsten zwei Wochen soll Prodi mit den Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses(WJC) und des Europäischen Jüdischen Kongresses(EJC), Edgar Bronfman und Cobi Benatoff, zusammentreffen, sagte Kommissionssprecher Reijo Kempinnen. Bronfman und Benatoff hatten der EU-Kommission in einem Beitrag für die "Financial Times" Antisemitismus vorgeworfen.

Nach den Vorwürfen hatte die EU-Kommission die Vorbereitungen für das Seminar auf Eis gelegt.


taz Nr. 7272 vom 31. Jänner 2004, 4 "Antisemitische Gewalt in Europa"

Ob der Antisemitismus in den Ländern Europas steigt oder sinkt - diese scheinbar leichte Frage hat erstmals eine EU-Institution, die EUMC in Wien, untersucht. Sie kam zu Ergebnissen, die offenbar so brisant waren, dass die Expertise zunächst in der Schublade verschwand. Erst nach vehementen Protesten , unter anderem von jüdischen Organisationen, wurde sie öffentlich. "Der Report und unsere eigenen Untersuchungen", so fasst die Studie zusammen, "zeigen, dass viele EU-Mitgliedsstaaten im Frühling 2002 eien Welle antisemitischer Vorfälle erfahren haben." Für die auf der Berliner Antisemitismus-Konferenz vorgestellten Staaten gab es folgende Ergebnisse: In Frankreich sei zwischen September 2000 und Ende Januar 2002 ein Drittel aller weltweit registrierten antisemitischen Attacken registriert worden. In Großbritannien wurden für das Jahr 2002 insgesamt 70 Überfälle gezählt, von denen einige damit endeten, dass attackierte Personen mit schweren Verletzungen im Kranlenhaus behandelt wurden. Es wurden "20 Vorfälle extremer Gewalt" erfasst - Gewalt, die lebensgefährlich hätte werden können, so der Report. Für Deutschland kommt die Studie auf 4 gewälttätige Angriffe im Frühjahr 2002. Davon waren 3 Anschläge auf Gebäude. Ein Fall betraf am 14. April 2002 in Berlin zwei Jüdinnen, die Kettchen mit Davidstern um den Hals trugen.


2 Nationalsozialismus in Österreich    

Im Folgenden soll der historische Hintergrund des Nationalsozialismus in Österreich näher beleuchtet werden.

Dazu wird ausführlich (1) die Judenverfolgung während des Nationalsozialismus in Österreich - mit Schwerpunkt in Wien - und (2) die Rolle der Evangelischen Kirche während der NS-Zeit näher beschrieben.


Österreichchronik

25. Juli 1934NS-Putschversuch: Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß wird ermordet, sein Nachfolger wird Dr. Kurt Schuschnigg
11. Juli 1936Das Abkommen zwischen Österreich und dem Deutschen Reich legt die Rolle Österreichs als "deutscher Staat" fest.
11. März 1938Die Regierung Schuschnigg tritt zurück, weil die für den 13. März in Aussicht genommene Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Österreichs abgesagt wurde. Bundespräsident Wilhelm Miklas ernennt - unter Androhung von Gewalt - den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum Bundeskanzler.
12. März 1938Deutsche Truppen überschreiten die Grenze nach Österreich.
13. März 1938Adolf Hitler verfügt in Linz die "Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich".
1. April 1938Erster Transport von politischen Gegnern und Repräsentanten des österreichischen Judentums in das KZ Dachau.
27. April 1945Vertreter der drei demokratischen Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ proklamieren die "Wiederherstellung der Republik Österreich" und die Unabhängigkeitserklärung.
8. Mai 1945Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa

Insgesamt wurden 65.459 österreichische Juden während der NS-Herrschaft umgebracht(vgl. MOSER 1988, 197).


2.1 Juden in Österreich unter NS-Herrschaft    

"Der 'Anschluss' überraschte alle, am meisten jedoch die Juden Österreichs, die trotz vieler und schwerer antisemitischer Anfeindungen bis zuletzt immer an Österreich glaubten, für Österreich eintraten, mit Österreich ihr persönliches Schicksal verbunden hatten. Der Antisemitismus war für die Juden Österreichs ein eigenartiges, ein österreichisches Phänomen, mit dem man lebte, gegen das man ankämpfte und das, wenn man hier leben wollte, hinzunehmen hatte. Seit jeher bestand in Wien und in Österreich eine gewisse Aversion gegen Juden. Seit Generationen gab es Antisemitismus, dessen Wurzeln in religiöser Diffamierung, wirtschaftlicher Intoleranz und Konkurrenzneid, in eingebildeter rassischer Überheblichkeit zu suchen sind"(TALOS-HANISCH-NEUGEBAUER 1988, 185).

Aus den damaligen politischen Lagern der Christlichsozialen, Katholisch-Konservativen und Deutschnationalen entstand 1919 der "Antisemitenbund", der die Juden auf allen Gebieten als Ziel bekämpfen und aus allen Positionen und Stellungen verdrängen wollte. Als Hort vieler rechtsextremer Vereine ging er letztlich 1938 ganz in das Lager der NSDAP über(vgl. Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandes/DÖW, Dokument 6895). Die Judenhetze fiel in breiten Bevölkerungskreisen auf fruchtbaren Boden: Antisemitismus wurde in Versammlungen, in der Presse und aus Deutschland importierte Antisemitica betrieben. Von den Nationalsozialisten wurde dieser Judenhass durch Übergriffe, Anschläge und Attentate auf jüdische Personen und Eigentum umgesetzt(vgl. Das Braunbuch, Hakenkreuz gegen Österreich, Wien 1933).

Beispiele für antisemitische Äußerungen waren etwa der Hirtenbrief von Bischof Johannes Gföllner("Brechung des schädlichen Einflusses des Judentums" als "strenge Gewissenspflicht"; vgl. Linzer Diözesanblatt, Jänner 1933), die Publikation des österreichischen Unterrichtsministers Emmerich Czermak(1932) zur Ordnung in der Judenfrage(vgl. E. CZERMAK-O.KARBACH, Ordnung in der Judenfrage, Wien 1934), der stille Boykott Wiener Handelskreise unter Führung von Vizebürgermeister Josef Kresse gegen jüdische Kaufleute(vgl. Jüdische Front v. 1.12.1936 und 20.12. 1937) und Leopold Kunschaks Aussage: "Entweder löst man 'die Judenfrage' rechtzeitig nach den Eingebungen der Vernunft und Menschlichkeit oder sie wird gelöst werden in der Form des vernunftlosen Tieres, in der es seinen Feind angeht, in Formen wildgewordenen und ungebändigten Instinktes"(Mitteilungen des Freiheitsbundes, Sonderausgabe, März 1936). Dieser jahrzehntelange Judenhass kam nach dem "Anschluss" 1938 und während der "Reichskristallnacht" in erschreckender Form zum Ausbruck, wobei viele antisemitisch gesinnte Österreicher während dieser progromartigen Ausschreitungen gemeinsam mit SA und HJ die Judenhatz mitmachten(vgl. MOSER 1988, 186).

Von der überraschenden Bekanntgabe des einsamen Entschlusses einer Volksabstimmung durch Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg am 9. März 1938 wurden auch die Juden überrascht. Der Urnengang am 13. März sollte dann auch ein wahres Bild von einem Volk geben, dass den Nazismus ablehne(MOSER 1988, 187). "Wir bejahen Österreich! Alles an die Urnen!" druckten jüdische Zeitungen am 11. März (vgl. Die Stimme, 11.3.1938, 1).

In der Folge begannen die oft beschriebenen Privatraubzüge österreichischer Nationalsozialisten, Plünderungen von jüdischen Geschäften, illegale Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Persönliche Bereicherungen erschreckten selbst den damaligen Gauleiter Joseph Bürckel, der in öffentlichen Aufrufen vor solchen ungesetzlichen Requirierungen warnen ließ(vgl. Wiener Neueste Nachrichten, 15.3.1938, 7 und 18.3.1938, 11). Durch die Straßen Wiens wurden Gruppen von Juden getrieben, ausgestattet mit einem Farbtopf und Pinsel, um jüdische Betriebe und Geschäftslokale mit einem Judenstern oder der Aufschrift "Jude" zu beschmieren.

Heinrich Himmlers Ankunft in Wien am 12. März 1938 löste eine beispiellose Verhaftungswelle unter den Repräsentanten jüdischen Lebens aus, die mit dem ersten Transport am 1. April 1938 nach Dachau verschickt wurden(unter 151 Personen waren 63 Juden; vgl. DÖW, Dokument 1792).

Die späterer Karriere Adolf Eichmanns wurde bei der Durchsuchung der Räume der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens am 18. März 1938 eingeleitet, wobei Spendenbelege für die Volksbefragung unter Kurt Schuschnigg gefunden wurden. Dies wurde von ihm auf Grund des herrschenden Chaos in der Kultusgemeinde ausgenützt, um von den Juden nochmals dieselbe Summe abzuverlangen, nun jedoch für die Volksabstimmung am 10. April 1938(vgl. MOSER 1988, 188; Das schwarze Korps, 30.3.1938, 10). Eichmann hatte damit seinen Vorgesetzten demonstriert, wie man das Judenreferat des SD-Hauptamtes mit dem Geld der Juden finanzieren kann.

1938 wurde eine "Lösung der Judenfrage" durch die Gestapo und das SD-Hauptamtes durch Vertreibung und Auswanderung betrieben. Insbesondere sollten Schikanen, Drohungen und Verhaftungsaktionen gegen "unliebsame, insbesondere kriminell vorbestrafte Juden" eine Auswanderungswilligkeit anregen(Verhaftung von 1 898 Juden mit Abtransport nach Dachau; vgl. MOSER 1966,6). Die Auswanderung in den ersten Wochen nach dem "Anschluss" glich eher einer Flucht, zumal Ausreisen in die benachbarte Tschechoslowakei udn Ungarn den Grenzübertritt mit österreichischem Reisepaß verwehrten. Bis Ende März 1938 konnte man legal die Schweiz einreisen. Ab April führte auch die Schweiz die Visumspflicht ein. Im Laufe des Sommers 1938 kam es zu einer Vereinbarung zwischen den Schweizer Polizeibehörden und dem Chef der Sicherheitspolizei des Sicherheitsdienstes, Heinrich Himmler, wonach eine Kennzeichnung der Reisepässe von Juden mit einem "J" vorgenommen wurde. Dies war eine logische Folgerung der Bestimmungen der Ende Mai 1938 auch in Österreich geltenden "Nürnberger Rassengesetze", die ab Jahresbeginn 1939 für Juden den Zusatznamen "Sara" bzw. "Israel" vorsahen. Bei jeder Vorsprache bei Behörden hatten nun Juden unaufgefordert eine mit "J" versehene Kennkarte vorzuweisen. Damit verschob sich auch der Trend der Auswanderungströme in die USA, nach China(Shanghai) und Palästina - hier unter Umgehung der Bestimmungen des englischen Weißbuches von 1937(vgl. Reichsgesetzblatt/RGBL I, S. 1579).

Tausende Juden versuchten, die Grenzen westeuropäischer Staaten illegal zu überschreiten(vgl. Kap. 2.2). Erschütternd waren in diesen Tagen Selbstmorde, deren Anstieg auf Ängste möglicher Verhaftung, die Verzweiflung über den Verlust des Arbeitsplatzes, das beschlagnahmte Geschäftslokal und das Berufsverbot zurückzuführen war. Die Zahl der jüdischen Selbstmorde entsprach jedoch keinesfalls der veröffentlichten Meldungen in der westlichen Presse: März 1937: 9, März 1938: 78; November 1937: 7, November 1938: 41(vgl. MOSER 1988, 189).

Der Anschlag von Herschel Grynspan auf den Dritten Sekretär an der Deutschen Botschaft in Paris war der Vorwand für ein Progrom am 10. November 1938. Durch die auf den Straßen liegenden Glasscherben, in denen sich das Licht der Straßenlampen widerspiegelte, erhielt dieses Progrom die Bezeichnung "Reichskristallnacht". In Wien wurden allein 4 038 Geschäfte geschlossen; im I., VI., VII. und IX. Wiener Gemeindebezirk wurden rund 1 950 jüdische Wohnungen beschlagnahmt. In Innsbruck wurden bei diesem Progrom drei Personen getötet(vgl. FRIEDMANN 1972, Dok. 16).

Endgültig ausgeschaltet wurden Juden aus dem Wirtschaftsleben durch die "Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens" vom 3. Dezember 1938(vgl. Reichsgesetzblatt/RGBL I. S. 1709). Damit konnten jüdische Unternehmen und Betriebe liquidiert bzw. veräußert werden. Die damit entstehenden Gewinne wurden auf Sperrkonten deponiert. Bankanleihen und Wertpapiere mussten in ein Bankdepot gelegt werden.

Die wirtschaftliche Diskriminierung ging weiter mit Streichungen von steuerlichen Vergünstigungen, Ausschluss von Universitäten und Berufsverboten, in der "Dritten Verordnung zur Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden" vom 21. Februar 1939 mussten Juwelen, Gold, Silber und Platin bei den öffentlichen Anlaufstellen binnen zwei Wochen abgeliefert werden. Eheringe durften jedoch behalten werden(vgl. RGBL I. S. 282).

Durch den Verlust von Mietwohnungen und damit des Mieterschutzes begann eine Konzentration der Juden in bestimmten Stadtteilen und die Trennung von der nichtjüdischen Bevölkerung. Mit der Übertragung, "die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechenden möglichen günstigen Lösung zuzuführen", übertrug Hitler Reinhard Heydrich die "Lösung der Judenfrage" im Dritten Reich, der diese Aufgabe auch konsequent - bis zur physischen Vernichtung - durchführte.

Mit Kriegsbeginn 1939 wurde die "Sühneabgabe" um weitere 25 Prozent erhöht, weil man Mittel für den Ausbau der Rüstungsindustrie benötigte(vgl. RGBL I., S. 2059).

Anfang 1939 wurde in Wien Eichmanns Plan bekannt, in Polen ein jüdisches Reservat einzurichten. Allerdings zwang Hitlers Disposition, die Rückkehr Volks- und Reichsdeutscher aus dem Baltikum sofort einzuleiten, diese Planung zu verwerfen. Die Umsiedlung jüdischer Männer aus Wien nach Polen wurde aus Prestigegründen aufrechterhalten. Als diese Männer in Polen eintrafen, wurden die Transportleitung und einige Baufachleute zurückbehalten, die restlichen wurden von der SS über die sowjetische Demarkationslinie gejagt. Diese Vertriebenen fielen 1941 zum Teil den SS-Einsatzgruppen zum Opfer oder wurden von den Russen nach Sibirien verschickt.

Auf Drängen der Wiener Gemeindeverwaltung kam es im Frühjahr 1941 zu neuerlichen Deportationen von Wiener Juden nach Polen, weil die Stadt Wien deren Wohnungen dringend benötigte. Einen Wohnungsbau - wie in der Ersten Republik - gab es zur NS-Zeit nicht in Wien.

Im harten Winter 1942 wurden die Deportationen unterbrochen, weil man die Eisenbahnwaggons für den Nachschub an die Front benötigte. Die antijüdische Verordnungswelle ging jedoch weiter: Verbot der Straßenbahnbenützung und öffentlicher Büchereien; Ablieferung von Pelzsachen und Wintersportgeräten, Fotoapparaten, Schallplatten, Fahrrädern, Schreib- und Rechenmaschinen. Zudem durften keine vom Staat verliehenen Titel mehr getragen werden, akademische Titel dagegen wurden gestattet(vgl. TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 196).

Ab Dezember 1941 waren Juden auch der "Polenstrafrechtsverordnung" unterworfen(vgl. RGBL I. S 759). Damit waren bei geringsten Vergehen und Übertretungen Sondergerichte - mit drakonischen Urteilen - zuständig.

Ende 1942 war Wien praktisch "judenfrei".

2.2 Flucht in die Schweiz    

Zwölf Zöllner hatte das NS-Regime ab dem Jahr 1938 in das Jamtal und auf die grenznahen Berge der Silvretta mit der Aufgabe geschickt, eine Flucht in die Schweiz zu verhindern. Galtür war für Dutzende Juden das Tor zur Freiheit. Galtürer Bergführer brachten Juden in das benachbarte Engadin, die Flucht über das Joch war riskant und abenteuerlich.

Franz Lorenz ist Zeitzeuge. Mit dem Einmarsch Hitlers in Österreich 1938 wollten jüdische Frauen nicht länger in Galtür bleiben. Sie hatten ihre Flucht in die USA vorbereitet. Der Fußmarsch führte durch das Jamtal über den Futschölpass(2 768 m)und dann hinab in das Tal nach Ardez im Engadin. Im Laufe des Krieges trafen immer mehr Fluchtwillige in Galtür ein. Eingeweihte Bergführer waren auch Fluchthelfer, mitunter schickt man sogar einen Sohn mit einer Ziegenherde in Richtung Futschölpass, unauffällig ging dann ein Jude mit. Das Risiko ließ man sich mit 1 000 Reichsmark abgelten. Die Summe entsprach dem Wert von drei Kühen.

Die Zöllner verlangten, dass jede geplante Tour mit allen beteiligten Personen in ein Buch eingetragen werden müsse. Führte eine Tour in die Nähe der Grenze, begleitete ein Zöllner die Gruppe, um sicherzustellen, dass niemand in das Engadin flüchtete. Der Hüttenwirt kann sich nicht erinnern, dass eine Flucht misslungen wäre.


Die Jamtalhütte ist heute mit 206 Schlafplätzen eine der größten und wichtigsten Schutzhütten des deutschen Alpenvereins. Während des Zweiten Weltkrieges waren Gebirgsjäger der deutschen Wehrmacht(großdeutsche Zöllner) in der Hütte stationiert. Hüttenwirt Albert Lorenz, der Vater von Franz Lorenz, hielt sie bei guter Laune - auch mit dem Ziel, von der Fluchthilfe für die Juden anzulenken.

Quelle: Tiroler Tageszeitung, 30. Dezember 2003, 13

2.3 Die Rolle der Evangelischen Kirche in Österreich 1938-1945    

In den zwanziger Jahren knüpften bereits evangelische Geistliche nachweisbare Verbindungen zur NSDAP, so vollzieht der Gosauer Pfarrer(und spätere Bischof) Hans Eder seinen Parteieintritt(vgl. MECENSEFFY 1970, 33).

Ähnlich verlaufen die Entwicklungen in Gemeinden des Salzgammerguts, in Linz, in Salzburg und Innsbruck. Die illegale NSDAP propagiert den Kircheneintritt aus politischen Gründen, Teile deutscher staatlicher und kirchlicher Institutionen unterstützen den Prozess einer kirchlichen Unterwanderung. Am NS-Putschversuch 1934 sind zahlreiche evangelische Glaubensgenossen beteiligt(vgl. TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 519). Nach SCHWARZ stellt die Gegnerschaft zum Ständestaat eine nicht unerhebliche Motivation in diesem vielschichtigen Phänomen einer Übertrittsbewegung dar. Zwischen 1932 und 1937 steigt die Mitgliederzahl von 280 049 auf 331 871(vgl. SCHWARZ 1982, 264-285).

Ganze Sektoren der Evangelischen Kirche in Österreich(EKiÖ) fungieren vor 1938 als Tarnorganisation der Nationalsozialisten. Zwei Drittel aller evangelischen Geistlichen rühmten sich einer illegalen Parteimitgliedschaft. Viele von ihnen und ein hoher Prozentsatz evangelischer Lehrer treten nach dem "Anschluss" aus der Kirche sofort aus und zum Teil direkt in die Dienste der NSDAP ein(vgl. UNTERKÖFLER 1985, 8; 1986, 34).

In der EKiÖ wurde die ausgeprägte Katholizität des Ständestaates als Bedrohung der verfassungsgemäß garantierten Glaubensfreiheit angesehen(vgl. UNTERKÖFLER 1985, 5-9; 1986, 29-34). "1936 veröffentlicht der wegen Hochverrats amtsenthobene österreichische Staatsanwalt und NSDAP-Parteirichter Robert Kauer in Zürich seine Kampfschrift 'Die Gegenreformation in Neu-Österreich', die Österreich als ein Regime der Glaubensverfolgung zeichnet und die Hoffnung auf eine 'Befreiung' durch das deutsche Reich ausdrückt"(TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 519).

Unmittelbare Folge des Umbruchs 1938 ist dann auch ein politischer Umsturz innerhalb der EKiÖ. Am 12. März fordern die Superintendenten die Kirchenleitung zum Rücktritt auf. Von der Regierung Seyß-Inquart wird ein neuer Oberkirchenrat ernannt, der mit Ausnahme des Wiener Pfarrers Erich Stöckl aus lauter illegalen Parteigenossen besteht. Analoge Auswechselungen folgen in den Gemeinden(vgl. UNTERKÖFLER 1985, 8 und 1986, 34).

In offensichtlicher Übereinstimmung mit seiner Kirche sendet der neue Präsident des Oberkirchenrates Robert Kauer am 13. März 1938 Hitler erste Glückwünsche:".....Gott segne ihren Weg durch dieses deutsche Land, Ihre Heimat!"(vgl. UNTERKÖFLER 1986, 31; LEEB-LIEBMANN-SCHEIBELREITER-TROPPER 2003, 435). Ähnlich wird Hitler in einer wenige Tage später veröffentlichten Erklärung des Oberkirchenrates und in Predigten und Kirchenblättern als Erlöser gefeiert. Die EKiÖ feiert enthusiastisch die Anerkennung des neuen Regimes, die Idee der "Befreiung" und den nun folgenden "religiösen Frühling". Präsident Robert Kauer ordnete die Vereidigung der Pfarrer auf den Führer und das Absingen des Horst-Wessel-Liedes in Festgottesdiensten zur Volksabstimmung am 10. April 1938 an(vgl. SCHWARZ 1994/1995, 235).

Der begrüßte Nationalsozialismus fühlte sich in der Folge zum Verzicht auf ein Bündnis mit der Kirche stark genug und betreibt eine "Politik der Entkonfessionalisierung"(vgl. REHMANN 1986, 70). Mit dem Begriff einer Entkonfessionalisierung wird ein Instrument zum Erhalt der Machtbasis verstanden. Der NS appelliert nicht an die religiöse Loyalität der Bevölkerung, sondern macht sich einen traditionell verwurzelten Antiklerikalismus zunutze, der in verschiedenen Varianten zum Ausdruck kommt. Als Vollstrecker eines Liberalismus beginnt man mit einer Neuordnung des Eherechtes - von der EKiÖ sehr begrüßt - und des Schulwesens(vgl. TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 217-242).

Von Anfang an wird die Kirchenfrage vom NS auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen. Die Maßnahmen gegen eine wirtschaftliche Basis der Kirchen in Österreich sind auch als Mittel der weltanschaulichen Auseinandersetzung gedacht, im Falle der EKiÖ angesichts der akuten Finanzkrise kommen sie teilweise zum Tragen(vgl. die Änderung der Einhebung des Kirchenbeitrages durch die Kirchen am 1. Mai 1939 und die Aufhebung evangelischer Vereine und Beschlagnahme des Vermögens in der Höhe von ca. zehn Millionen Reichsmark). "Der radikale Abbau kirchlicher Positionen in der Gesellschaft hat Kritik, jedoch nicht Entzug der Loyalität der Kirchen(zumindest ihrer führenden Kreise) zur Folge"(TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 529).

Angesichts dessen wird es verständlich, warum christliche Aktivisten im politischen Widerstand der Kirche wenig Widerhall finden konnten, weshalb im evangelischen Bereich die Theologen Zsigmund Varga oder Erwin Kock auch nur Einzelfälle bleiben(vgl. STEIN 1981, 124-132; GRÖSSING 1986, 17-28).

"1945 schweigen die Kirchen auf kritische Fragen nach ihrem Anteil an der Zerschlagung der Selbständigkeit Österreichs, ihrem institutionellem Vorbeisehen an faschistischem Terror und Völkermord, ihrer bis zuletzt aufrechterhaltenen Rechtfertigung des Krieges gegen den bolschewistischen Erzfeind"(TALOS-PELINKA-NEUGEBAUER 1988, 517).

Immerhin spricht Bischof Gerhard May in seinem Hirtenbrief vom 26. November 1945 davon, dass auch die Kirche nicht schuldlos durch die große Versuchung gegangen sei, Menschenworten mehr als Gottes Worten zu glauben(vgl. DANTINE 1985, 10-15).


Dokumentation

Ökumenische Erklärung gegen Antisemitismus

Der Eisenstädter Diözesanbischof Paul Ilby und der evangelische Superintendent Manfred Koch wenden sich in ihrem ersten gemeinsamen Brief gegen jede Form von Antisemitismus und sprechen sich gemäß der "Charta Oecumenica" dafür aus, "den Dialog mit unseren jüdischen Geschwistern zu suchen und zu intensivieren". Den Anlass für das erste ökumenische Pastoralschreiben bietet der "Tag des Judentums", der am 17. Jänner auf Anregung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich begangen wird. Die beiden kirchlichen Würdenträger rufen darin die große Bedeutung und den geistlichen Reichtum der jüdischen Gemeinden des burgenländisch-westungarischen Raumes in Erinnerung, die von den Nationalsozialisten "mit einem Schlag" ausgelöscht wurden.

Quelle: Salzburger Nachrichten, 8. Jänner 2004, 4


3 Erziehung nach Auschwitz    

Die Frage eines Rückfalles in eine Barbarei, wie sie sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern ereignet hat, lastet bis heute traumatisch auf allen Arbeitsansätzen politischer Bildung/Erziehung.


"Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen"(ADORNO 1977, 88).

3.1 Beispiel in deutscher Literaturgeschichte: Max FRISCH "Andorra" (1961)    

Die Auseinandersetzung darüber, ob es sich um ein Stück über den Anstisemitismus handle, hält bis heute an. Zunächst scheint alles einfach. Der "andorranische Jude" ist eine Gestalt, mit der sich Max Frisch immer wieder auseinandergesetzt hat. Er wird angefeindet, weil er Jude ist oder für einen solchen gehalten wird. Aus dem gleichen Grund trauen sich die, die sich daran nicht stören, nicht, ihm beizustehen; und schließlich ist seine Hinrichtung die logische Folge.

Das Stück entstand zu einer Zeit, in der die ersten zaghaften Versuche erfolgten, die Vergangenheit aufzuarbeiten. So liegt die Interpretation nahe, es handle sich bei dem Staat Andorra um ein Abbild Hitlerdeutschlands. Die Figuren, die es bevölkern, würden auch in dieses Bild passen. Doch wäre das von Seiten des Schweizers Max Frisch wohl zu billig gewesen. Er selbst prangert in diesem Stück das sogenannte Pharisäertum an. Tatsächlich weist er selbst darauf hin, dass er den Namen Andorra gewählt hat, um ein winzig kleines Land darzustellen, und dass dieses eine Miniaturausgabe der Schweiz darstellen soll. Das wäre an sich kein Widerspruch, denn der Antisemitismus hatte zwar nur in Deutschland so fatale Folgen, gehörte aber auch in der Schweiz zu dieser Zeit durchaus zum Alltag.

Dennoch kann man dieses Stück wohl nicht als Mahnung an die Schweizer oder als einen Versuch auffassen, die Schweizer Vergangenheit zu bewältigen. In der Zeit, als es entstand, wäre dies wohl auf sehr wenig Verständnis gestoßen. In Deutschland konnte man hier eher eine solche Betrachtungsweise erwarten. Die Wirkung blieb hingegen aus, die Schicksale der Juden wurden bekannt und die Wirklichkeit übertraf jede Theaterdichtung. Da half es wenig, dass auf deutschen Bühnen die Handlung von der Schweiz nach Deutschland verlegt wurde.

Gerade von jüdischer Seite her kommen die wenigen negativen Beurteilungen. "So billig geben's weder die Juden noch die Antisemiten. So einfach, so geheimnislos, so flach und physisch greifbar geht's da zu"(vgl. TORBERG, Kritik in Das Forum, in: M. FRISCH, Andorra, Berlin 2001, 147). Es zeigt sich auch hier, dass es nicht leicht ist, dieses Stück real auf den Antisemitismus zu beziehen.

Selbstverständlich hat Max Frisch auf historische Tatsachen zurück gegriffen. Die schwarzen Uniformen sprechen für sich. Dass der Judenbeschauer in Wirklichkeit nicht die Füße kontrolliert, sondern die Verdächtigen darauf hin überprüft, ob sie beschnitten sind, ist auch offensichtlich. Die Einzelschicksale stehen mit der Frage im Vordergrund, ob das Geschehen über sie hinwegrollt, man machtlos ist oder ob das passive Verhalten der Beteiligten von Bedeutung wird. Aus der Geschichte und den Vorstellungen des Autors heraus scheint sich die zweite Antwort als die richtige herauszustellen. In der Zeit, in der die Idee zu dem Stück geboren wurde, schien es klar zu sein, dass die Geschehnisse verhindert hätten werden können, wenn sich die Menschen dagegen gestellt hätten. Inzwischen wird diese Geschichtsauffassung als zu einfach betrachtet.

Die Handelnden selbst können nicht wissen, ob es Sinn macht, sich gegen ein verhasstes System zu stellen. Da die Frage nicht gestellt wird, ist es eine Selbstverständlichkeit, sich neutral zu verhalten, wobei erst nachträglich Zweifel und Schuldgefühle auftreten. Und gerade das ist es, was dieses Stück pädagogisch wesentlich macht.

3.2 Unterrichtskonzepte zum Lebensraum und zur Menschenwürde/Sekundarstufe I    

3.2.1 Thema "Du und Dein Lebensraum" / Sekundarstufe I - 1. Klasse    

Vorbemerkungen

altersmäßige Zusammensetzung: durchschnittlich 11 Jahre
Vorbildung: 4 Jahre Grundschule

Vorher behandelt: Gemeinschaften wie Familie, Arbeitsgemeinschaften, Vereine, Organisationen und Bedeutung der Gemeinde

nachher geplant: Veröffentlichung der Ergebnisse der Arbeiten in der Lokalpresse und auf der Schul-Homepage

Unterrichtsmittel: Arbeitsblätter, Zeitungsausschnitte/Kopien, Overhead-Folien - Zeitzeugen

Unterrichszeit: 5 Unterrichtseinheiten zu je 50 Minuten

Kernziele

Zielvorstellungen:

  • Einsicht in die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Lebensraum i.e.S und den kulturell-zivilisatorischen, historischen und soziologischen Komponenten
  • intensive Beschäftigung mit den Massenmedien und
  • Förderung der kritischen Auseinandersetzung mit der näheren Umwelt und der Fähigkeit, selbst an der Gestaltung und Formung einer lebenswerten Umwelt mitzuwirken.
Feinziele:

Bedrohungsformen

  • Verbauung/Raumordnung
  • Lärm
  • Massenveranstaltungen
  • Landschaftsverlust
Wandzeitungen
  • Was gefällt mir an meinem Wohnort?
  • Was missfällt mir?
  • Was kann man in meinem Wohnort verbessern?
  • Was meinen Eltern und Bekannte zu den Problemen meines Wohnortes?
Interviews der SchülerInnen mit Straßenpassanten

Diskussionen: Ergänzend dazu werden Diskussionen mit GemeindemandatarenInnen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens veranstaltet.

Abschluß: Als Abschluß wird eine Autobusfahrt durch den Wohnort mit einem Verantwortlichen - Bürgermeister, Vizebürgermeister, Stadtrat, Gemeinderat - veranstaltet.

Die Ergebnisse der einzelnen Arbeiten werden in Form von Aufsätzen festgehalten und nach Möglichkeit veröffentlicht: Schülerzeitung, Lokalpresse und Schulhomepage.

Stoffliche Überlegungen

Politische Bildung ist als wesentlicher Teil jenes Bildungsbemühens anzusehen, das die Aufgabe hat, dem Schüler bei seinem Zurechtfinden Hifestellung zu leisten. Der Rahmenlehrplan der Sekundarstufe I (AHS bzw. Hauptschule) und der geltende Erlaß für Politische Bildung sehen es als Aufgabe des Unterrichtes an, den Schülern die Voraussetzung für politisch vernünftiges Handeln zu vermitteln (vgl. Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Erlaß "Politische Bildung in den Schulen", Zl. 33.464/6-19a/1978 - Wiederverlautbarung mit GZ 33.466/103-V/4a/94).

Ein wichtiges Ziel, das in den Zielvorstellungen angesprochen wird, ist die Einsicht, dass der Mensch in und mit seiner Umwelt zu leben hat. Darauf ist von der Gesellschaft und Politik Rücksicht zu nehmen. Der Lebensraum ermöglicht erst die Ausübung jener Rechte und Pflichten, die einem mündigen Staatsbürger auferlegt werden. Insofern erscheint dieser erste thematische Schritt wesentliche Voraussetzung für das angestrebte zweite Unterrichtskonzept zu sein (vgl. 3.2.2).

Auf eine Darlegung von Sachkenntnissen kann nicht verzichtet werden, da sonst die Gefahr bestünde, dass notwendige Einsichten nicht gewonnen würden. Die Eigenart des Lehrstoffes bestimmt das didaktische Konzept. Kennzeichnend für das Thema sind Beispiele und Vorschläge, die die SchülerInnen handlungsbereit machen. Damit haben sie die Möglichkeit, auf die Gestaltung des Unterrichts einzuwirken. Das Thema beruht auf einem solchen Vorschlag.

Methodische Überlegungen

Von der Altersstufe her erscheint es sinnvoll, den Stoff praxisnahe und anschaulich zu gestalten. Schwerpunkt ist die fragenentwickelnde Unterrichtsform. Aus Gründen des Sachbezuges erscheint es sinnvoll, am Beispiel einer Großstadt mit den Problemen des Lebensraumes zu beginnen. Damit kann ein guter Unterschied zu den eigenen Problemen - Kleinstadt in Österreich - gefunden werden. Das Thema Wandzeitungen ist bereits Gegenstand in anderen Fächern gewesen (Bildnerische Erziehung, Religion). Ein Plakat des Jugendrotkreuzes verstärkt die Aktualität des Themas.

3.2.2 Thema "Menschenrechte - Menschenwürde"    

Der zitierte Erlaß "Politische Bildung in den Schulen", das Wirken des US-Bürgerrechtskämpfers Martin Luther King und die laufende Debatte um Antisemitismus in Europa mit der österreichischen Situation sind aktueller Bezug für eine Unterrichtsbetrachtung des Themas "Menschenrechte und Menschenwürde".

Bei dieser Thematik ist sorgfältig zu prüfen, welcher Unterricht, welche Reflexionen und welches Handeln vom Auftrag der Schule her geboten und möglich sind. Schule existiert nicht in einem luftleeren Raum. Das Eintreten für Menschenrechte - in weiterem Sinn für Menschenwürde - bedarf für SchülerInnen bestimmter Vorweg-Orientierungen, ehe man sich auch engagieren kann (vgl. dazu die hinführende Thematik zur Gestaltung des Lebensraumes/"Du und dein Lebensraum" Kap.3.2.1). Das ist allerdings nicht mit Einschränkungen, Vorbehalten oder bestimmten Interpretationen zu verwechseln. Von Interesse ist hier ein Rückblick auf die Arbeit der 1976 tagenden Schulreformkommission mit einer grundsätzlichen Aussage zur PoBi: "Wenn Politische Bildung zu verantwortungsbewußtem Handeln führen soll, darf sie sich nicht in einer Institutionenkunde erschöpfen, sondern muss tiefere Einsichten in das Wesen unserer Gesellschaft geben, über das Spiel der Kräfte und Interessen im politischen Prozess, über Normen und Wertvorstellungen, über Normen, mit denen man sich identifizieren kann oder von denen man sich distanziert. Politische Erziehung verlangt in der Schule einen demokratisch-partnerschaftlichen Führungs- und Erziehungsstil" (Protokoll der 25. Sitzung der Schulreformkommission vom 16. 11.1976,4).

Die täglichen Erfahrungen mit dem Problemkreis "Menschenrechte - Menschenwürde" zwingen, Widersprüche und Unzulänglichkeiten zu ertragen. Dies ist für den schulischen Raum wenig hilfreich. Wenn es um Grundrechte des Menschen geht, bedarf es mehr Mut zur Erziehung.

Menschenrechte sind kein Thema, mit dem man sich einfach "befasst". Mit diesem Stichwort ist ein Erziehungsauftrag gegeben (vgl. Erlaß "Politische Bildung in den Schulen", Punkt II/5).

Die wesentliche Frage, in welcher Art und in welchem Umfang Wertsysteme in der Sekundarstufe I zu behandeln sind, beginnt im Grunde genommen mit der Information über gesellschaftlich relevante Werthaltungen. Es muss als sinnvoll erachtet werden, wenn diese Infomationen in altersgemäßer Art und ohne Absicht des Werbens für diese Wertsysteme erklärt werden(ebda. Punkt III).


Unterrichtsentwurf für die Sekundarstufe I/4. Klasse

Themenblock 1: Vorstellungen über Menschenrechte

Lernziel:

Die SchülerInnen sollen erkennen, dass die Vorstellungen und Wünsche, die mit dem Begriff "Menschenrechte" verbunden werden, eine wesentliche Basis der menschlichen Grundrechte bilden.

Die SchülerInnen sollen wahrnehmen, in welchem Ausmaß die Rechte der Menschen eingeschränkt und unterdrückt werden.

Methodisch-didaktische Hinweise:

Ausgangspunkt für die Behandlung des Themas sind die Vorstellungen, die SchülerInnen mit dem Begriff "Menschenrechte" verbinden. Jede/-r SchülerIn hat die Möglichkeit, Assoziationen auszudrücken. Diese wird man durch künstlerischen Ausdruck - etwa durch Malen und Rollenspiel - darstellen können, man wird sie ebenso aufschreiben mögen. Diese Freiheit gehört inhaltlich zur Thematik, sollte deshalb vom Unterrichtenden entsprechend beachtet werden.

Nach dieser Phase stellt jede/-r SchülerIn seine Einfälle vor. Ein Festhalten auf einer Wandzeitung erscheint als Dokumentation sinnvoll. Rollenspiele können durch Merksätze festgehalten werden. Es bietet sich an, behutsam den Zusammenhang von eigenen Vorstellungen und Wünschen und denen der Menschennrechte zu bedenken.

Arbeitsmittel: Schreibpapier, Bleistifte, Mal- und Filzstifte; Wandzeitungspapier, Scheren, Zeitschriften - Plakate zum Thema(z.B. amnesty international/ai); UN-Menschenrechtserklärung

Zeit: 2 Stunden


Themenblock 2: Klärung des Begriffes und Definitionsversuch

Lernziel:

Die SchülerInnen halten fest, dass Menschenrechtsverletzungen durch Radio, TV, Internet und Zeitungen bekanntgemacht und kritisiert werden, angemessene Handlungen/Reaktionen aber oftmals ausbleiben.

Methodisch-didaktische Hinweise:

Es ist notwendig, die SchülerInnen-Beiträge zu ordnen, um zusammenfassende Kategorien bilden zu können.
Dieser Unterrichtsabschnitt wird mit der Frage nach den Wirkungen der Materialien abgeschlossen.

Informationen über Menschenrechtsverletzungen reichen nicht aus, um Menschen anzuspornen, sich für andere Mitmenschen einzusetzen. Diese Einsicht sollten die SchülerInnen gewinnen.

Nach Abklärung der Ergebnisse wird versucht, eine vorläufige Definition zu fixieren. Für die Zusammenfassung(Schlussbesprechung) kann nach Möglichkeit eine Wandzeitung, ein Plakat oder eine Tonband- bzw. Videoaufnahme zu Hilfe genommen werden.

Arbeitsmittel:

Radio, TV, Zeitungen, Tonband, Video, Wandtafel

Zeit: 1-2 Stunden


Themenblock 3: Beispiele für Menschenrechtsverletzungen

Lernziel:

Erkennen des Grades/der Stärke der Menschenrechtsverletzungen und deren Konsequenzen für den Einzelnen und die Gesellschaft

Methodisch-didaktische Hinweise:

Eine Erzählung bietet für die SchülerInnen die Möglichkeit, an Hand einer verständlichen Geschichte Formen von dramatischen Menschenrechtsverletzungen kennenzulernen.

Im folgenden Unterrichtsgespräch gilt es, deutlich zu machen, dass die einzelnen Formen der Verletzungen nicht vom Willen des Einzelnen abhängig sind, sondern eingebunden sind in die Strukturen des jeweiligen Systems.

Als Themen bieten sich die Judenverfolgung in der NS-Zeit, ggf. das Problem der Wanderarbeiter in Südafrika/Kalifornien und/oder ausländische Arbeitskräfte in Österreich an.

Arbeitsmittel:

Eine Bibliotheks- oder/und Filmarbeit verstärkt den Themenbereich mit einem reichhaltigen aktuellen Angebot/ Plakat von ai.

Literarische Hinweise(Auswahl):

  • Abram I.-Heyl M., Thema Holocaust. Ein Buch für die Schule, Rowohlt(1996)
  • Holocaust-Literatur/Auschwitz: Arbeitstexte für den Unterricht, Reclam UB 15047(2000)
  • Lyrik nach Auschwitz? Adorno und die Dichter, Reclam UB 9363(1995)
  • Wiesel E., Die Nacht. Erinnerungen und Zeugnis, Herder-Verlag (1996)
  • Levi P., Ist das ein Mensch? dtv (1992)
  • Antelme R., Das Menschengeschlecht, Fischer TB 14875(2001)
  • Menasse R., Die Vertreibung aus der Hölle, Suhrkamp(2001)
  • Borowski T., Bei uns in Auschwitz. Erzählungen, Piper(1999)
  • Fénelon F., Das Mädchenorchester in Auschwitz, dtv(1995)
  • Elias R., Die Hoffnung erhielt mich am Leben. Mein Weg von Theresienstadt und Auschwitz nach Israel, Piper(1998)
  • Geschichte lernen, Heft 69/1999: Themenheft: Holocaust
Filme(Auswahl):

  • Holocaust/TV-Serie (1978)
  • Schindlers Liste (1993)
  • Das Leben ist schön (2000)
Zeit: 1-2 Stunden


Themenblock 4: Beispiel für Menschenrechtsengagement

Lernziel:

Die SchülerInnen sollen erkennen, dass es realisierbare Möglichkeiten gibt, sich für die Durchsetzung der Menschenrechte einzusetzen.

Als Einstieg kann der Antisemitismus und seine Folgen oder eine Erzählung der Gastarbeiterproblematik gewählt werden. ReferentenInnen über den Kulturservice des zuständigen Landes- bzw. Stadtschulrates bzw. der Israelitischen Kultusgemeinde oder Islamischen Glaubensgemeinschaft stehen zu Verfügung("oral history"). Ein Gedenkstättenbesuch bietet sich ebenso zur Thematik an(vgl. EHMANN-KAISER-LUTZ u.a. Opladen 1995). Zugleich wird erkannt, welche Wissenslücken vorhanden sind.

Neben dem Suchen ähnlicher Probleme in der eigenen Umgebung kann es sinnvoll sein, die Einstellungen der Bevölkerung zu Minderheiten mittels Fragebogen kennenzulernen.

Als Konsequenz aus der Beschäftigung mit der Thematik kann sich ein Mal- und/oder Aufsatz- und/oder Fotowettbewerb zum Leben von Minderheiten bei uns ergeben.

SchülerInnen ethnischer und religiöser Minderheiten können in der Klasse von ihren Festen und Bräuchen hier und in ihrer Heimat berichten.

Arbeitsmittel:

Jugendlektüre aus Schülerbücherei, Fragebogen, Zeitungen, Zeitschriften - Besuche in den jeweiligen Glaubensgemeinden

Zeit: 3-4 Stunden


Literaturhinweise    

Adorno Th.(1977): Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt/M.

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Internethinweise/Auswahl    

http://www.aktionstage.politische-bildung.at

http://www.tu-berlin.de/fakultaet_i/zentrum_fuer_antisemitismusforschung/


IT-Autorenbeiträge - Schule - Erziehung: Politische Bildung-Interkulturelle Kompetenz/Gewalt-Fremdenhass-Diskriminierungen

Die IT-Autorenbeiträge verstehen sich als Ergänzung zu den Ausführungen.

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Gewalt und Religion

Gewalt in der Schule

Menschenrechte in Europa

Interkulturelle Kompetenz

Theorieansätze der Politischen Bildung

Erwachsenenbildung

Schule

Erziehung


http://hagalil.com

Museum - Gedenkstätten:

http://www.ushmm.org

http://www.yad-vashem.org.il


Mit Unterstützung der Europäischen Union


Zum Autor

APS-Lehrämter/Volksschule-Hauptschule(D-GS-GW)-Polytechnischer Lehrgang(D-SWZ-Bk); Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften/Universität Wien/Aus- und Weiterbildung/Vorberufliche Bildung(1990-2011); Schüler- und Schulentwicklungsberater; Gründungsteilnehmer der "LehrerInnen-Plattform für Politische Bildung und Menschenrechtsbildung" des bm:bwk(2004); Mitglied der Bildungskommission der Generalssynode der Evangelischen Kirche in Österreich A. und H.B.(2000-2011); Lehrender an der VHS Zell/See/"Freude an Bildung" - Lehrgang Politische Bildung(2011-2013); Arbeitsgruppenmitglied der "Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bildungswerke Österreich"/AEBW(ab 2013)

Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/Universität? Innsbruck/Dokorat(19985); des 10. Universitätslehrgangs "Politische Bildung"/Universität Salzburg bzw. Klagenfurt/Masterlehrgang(2008); des 6. Lehrganges Interkulturelles Konfliktmanagement/Integrationsfonds-BM.I.(2010); des 7. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/Universität Salzburg/Diplom(20102); der Weiterbildungskademie Österreich/Diplome(2010)



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© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 23. April 2017