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Alpen

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* Obwohl der alpine Raum nur zwei Prozent der Fläche Europas bedeckt, beherbergt er rund 40 Prozent der europäischen Pflanzenwelt mir und 400 Pflanzenarten(vgl. BÄTZING 2018, 62-65).
* Obwohl der alpine Raum nur zwei Prozent der Fläche Europas bedeckt, beherbergt er rund 40 Prozent der europäischen Pflanzenwelt mit rund 400 Pflanzenarten(vgl. BÄTZING 2018, 62-65).


Alpen    

Entwicklungen und Aspekte eines europäischen Kulturraumes im Kontext Politischer Bildung    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Alpen   
Entwicklungen und Aspekte eines europäischen Kulturraumes im Kontext Politischer Bildung   
Einleitung   
1 Alpine Erdgeschichte   
2 Besiedelung und Nutzung des alpinen Raumes   
2.1 Bäuerliche Kulturlandschaft   
2.2 Almwirtschaft   
2.3 Alpenraum als Rohstoffquellen   
2.4 Industrielle Revolution   
3 Massentourismus vs. Sanfter Tourismus   
3.1 Erschließung des alpinen Raumes   
3.2 Freizeitverhalten   
3.3 Alpine Vereine   
4 Alpenkonvention 1989   
4.1 Präambel   
4.2 14 Artikel   
5 Reflexion   
5.1 Zukunft des alpinen Raumes   
5.2 Zielsetzungen   
5.3 Aufgabenfelder einer Politische Bildung   
Literaturverzeichnis   
IT-Autorenbeiträge   
Zum Autor   

Einleitung    

Ein uralter Kulturraum, besiedelt von rund 14 Millionen Menschen, verändert sich durch Klimawandel und Tourismus(vgl. KASTLER 2018, 19). Für die Politische Bildung bedeutet die Veränderung eines Kulturraumes eine Herausforderung, sich mit Aspekten und Entwicklungen der alpinen Region interdisziplinär auseinanderzusetzen(vgl. DICHATSCHEK 2018).


Werbung, Ansichtskarten, Zeitschriften, Filme und Bildbände zeigen den Alpenraum als unberührte Landschaft, liebliche Almregion mit Hüttenromantik, Felsen und Gipfel im Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang, schneebedeckte Pisten im Winter und eine eindrucksvolle Seilbahntechnik zur Erschließung der Bergwelt.

  • Die Menschen in der Alpenregion werden als gut gelaunt dargestellt und haben immer Zeit für die Gäste, die sich erholen und braungebrannt sind.
  • Bergwandern, Schipisten in das Tal und Training für viele Sportarten in der Berglandschaft ergänzen ein Bild, das durch Klimawandel und Tourismus gekennzeichnet ist.
  • Konkurrenz in der Darstellung von Urlaubsträumen gibt es nur in der Trias Sandstrand, Meer und Palmen.
Es gibt aber auch Ausschnitte, die mehr zeigen als Idylle und Informationen liefern, wie sich ein jahrtausendealter Kultur- und Lebensraum erhalten lässt(vgl. BÄTZING 2018).

  • Als eine der größten Bergketten der Welt erstreckt sich die alpine Landschaft über 1200 Kilometer von Nizza bis Wien.
  • Kennzeichnend sind der Mont Blanc mit 4807 Metern als höchster Berg, ein Lebensraum von rund 14 Millionen Menschen und einem Anteil von acht Staaten an den Alpen mit Monaco, Frankreich, Italien, der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich und Slowenien.
  • Menschen haben im Laufe der Geschichte zur Lebenssicherung tiefgreifend die Landschaft ökologisch verändert und umgestaltet, kulturell beeinflusst und sozioökonomisch erschlossen.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die

  • Absolvierung des Studiums am Institut für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck,
  • Absolvierung der Universitätslehrgänge für Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg,
  • Absolvierung der Weiterbildungsakademie Österreich und des Fernstudiums für Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Erwachsenenbildung/ Comenius-Institut Münster sowie
  • Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und den konkreten Veränderungen in der Alpenregion vor Ort.
  • Interdisziplinarität ist Kennzeichen einer thematischen Auseinandersetzung - Kulturgeographie, Volkskunde, Politische Bildung und Kulturwissenschaften(vgl. HAID 2005/2008, BÄTZING 2015/2018, LUGER-REST 2018, MATHIEU 2018, DICHATSCHEK 2018).

Der Beitrag gliedert sich in vier Themenbereiche im Kontext einer Politischen Bildung.

  • Alpine Erdgeschichte,
  • Besiedelung und Nutzung,
  • Massentourismus und
  • Alpenkonvention.
  • Eine Reflexion beschließt den Beitrag mit Zukunftsfragen.
1 Alpine Erdgeschichte    

Der Alpenraum erzeugt in seiner geographischen Unterschiedlichkeit der Landschaften, Räume bzw. Regionen und kulturellen Vielfalt jene Sehnsüchte, die in der Werbung angesprochen und in der Nutzung von Freizeit, wirtschaftlicher Nutzung und persönlichem Lebensraum sich ergeben.

Bevor auf die kulturgeographischen Gegebenheiten näher eingegangen wird, sollen einleitend der Alpenraum erd- und siedlungsgeschichtlich betrachtet werden.

Die Alpen sind erdgeschichtlich ein junges Gebirge(vgl. BÄTZING 2018, 32-35). Entstanden sind sie durch das Zusammenprallen von Afrika und Europa vor etwa 25 Millionen Jahren.

  • Die Adriatische Platte - heute Teile Italiens, des Balkans, des Alpenraumes und der Adria - war noch ein Teil Afrikas und wurde in Jahrmillionen wie ein Keil in die europäische Südküste getrieben.
  • Durch den Zusammenprall falteten sich die Ränder der Afrikanischen und Europäischen Platte dort auf, wo heute die Alpen sich befinden. Die Gesteinsmassen türmten sich übereinander, sie wachsen heute noch.
  • Die Afrikanische Platte bewegt sich heute mit fünf Zentimeter pro Jahr nach Norden.
  • Die Alpen wachsen daher jedes Jahr um einige Millimeter.
  • Schnee, Wasser, Wind und Eis tragen die die Gebirgskette wieder ab und formen sie um.
2 Besiedelung und Nutzung des alpinen Raumes    

Durch die Besiedelung kam es zu kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen, die zum Zwecke der Lebensraumgestaltung und Lebenssicherung tiefgreifende ökologische und sozioökonomische Veränderungen und Umgestaltungen ergaben.

  • Rodungen und Bannwälder ergaben kleinräumige Siedlungen und Wirtschaftsräume mit bäuerlichen Familienstrukturen, die in Generationen dachten und planten(vgl. die Landwirtschaft im Alpenraum BÄTZING 2018, 140-145).
  • Heute wird ein solches Denken und Handeln gegen die Zerstörung wertvoller Lebensräume empfohlen.
  • Oft übersehen wird das Gewerbe und die Industrie, wobei der Übergang europaweit und im gesamten Alpenraum zur Dienstleistungsgesellschaft geht(vgl. BÄTZING 2018, 146-149).
2.1 Bäuerliche Kulturlandschaft    

Die Umwandlung in eine bäuerliche Kulturlandschaft hat neben einer sozioökonomischen Bedeutung für die Bergbauern eine biologische in der die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt(vgl. HAID 2005, VIDEK o.J.). Der alpine Raum stellt eines der Biodiversitätszentren Europas dar.

  • Obwohl der alpine Raum nur zwei Prozent der Fläche Europas bedeckt, beherbergt er rund 40 Prozent der europäischen Pflanzenwelt mit rund 400 Pflanzenarten(vgl. BÄTZING 2018, 62-65).
  • Von besonderer Bedeutung ist der Wald in den Alpen(vgl. geschlossene Waldflächen, Bannwald, Waldweide).
  • Ebenso gilt der alpine Raum als eine Zone für Wasserreserven(vgl. BÄTZING 2018, 58-61, 164-167).
  • In den Alpen gibt es mindestens 30 000 Tierarten.
  • Der Klimawandel setzt dieser Vielfalt besonders zu.
2.2 Almwirtschaft    

Der alpine Raum gilt als ideale Fläche für die Almwirtschaft (vgl. MAIR 2019, 5; Klimawandel wirkt sich auf Almen aus > https://tirol.orf.at/news/stories/2976847 [20.4.209]).

  • Die unterschiedliche Nutzung von Nieder-, Mittel- und Hochalmen ist für die bergbäuerliche Bewirtschaftung wesentlich.
  • Ebenso bedeutend sind die unterschiedlichen Formen von Rinder-, Stier-, Pferde-, Schaf- und Ziegenalmen.
  • Wesentlich sind die Besitzverhältnisse wie Privat-, Genossenschafts-, Servituts- und Gemeindealmen.
  • Die Bauweisen unterscheiden Almhütten als Stein- und Holzbauten.
  • Für das Almpersonal ist Kost(Ernährung), Kleidung, Tracht, Entlohnung und Almleben wesentlich.
  • Die Almen gelten seit ihrer wirtschaftlichen Nutzung auch als Kulturraum(vgl. Feste, Lieder und Almsagen - Erholungsraum).
Die Universität Innsbruck erforscht im Projekt Stella hydrologische Verhältnisse im Brixental im Almbereich(vgl. https://www.uibk.ac.at/geographie/stella/stella-executive-summary.pdf > Version 2/6.11.2017 [21.12.2018]).

Unterschiedliche Aspekte bei Nutzung ergeben aus dem Interessenskonflikt von Ökonomie und Ökologie.

2.3 Alpenraum als Rohstoffquellen    

Der alpine Raum war schon früh ein Gebiet für begehrte Rohstoffquellen, etwa Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Salz(vgl. BÄTZING 2015).

  • Die Bergbaugebiete wurden zu Handelsknotenpunkten und entwickelten sich in der Folge zu Märkten und Städten(vgl. BÄTZING 2018, 116-123).
  • Mit der zunehmenden Besiedelung kam es zu Entwicklungen von
    • Wanderbewegungen notwendiger Arbeitskräfte und
    • kulturell und religiöser Vielfalt(man denke an die Reformationszeit mit der Verbreitung des Evangelischen Glaubens durch Zuwanderung in den Bergbauregionen/Beispiel Schwaz; vgl. BÄTZING 2018, 124-127).
    • Wirtschaftliche Konzentration und in der Folge damit verbunden politische Macht ergaben sich aus den Gewinnen der Nutzung der Bergbauproduktion.
2.4 Industrielle Revolution    

Mit Beginn der industriellen Revolution begannen die Städte das Land bzw. den alpinen Raum zu beherrschen.

  • Kleinbetriebe verloren an Bedeutung.
  • Es begann die Nutzung der große Alpentäler.
  • Das Auto, der Lastkraftwagen und die neuen Eisenbahnlinien, mit Tunnelbauten im Gebirge, gewannen in der Folge an Bedeutung und wurden zunehmend notwendig.
Heute führen die großen Transversalen von Nord nach Süd durch den Alpenraum und verursachen ökologische Probleme, deren Folgen den Lebensraum und die Lebensbedingungen der Bevölkerung belasten(vgl. die Verkehrserschließung des alpinen Raumes BÄTZING 2018, 132-139).

3 Massentourismus vs. Sanfter Tourismus    

3.1 Erschließung des alpinen Raumes    

Die Erschließung des alpinen Raumes war die Grundlage für einen Massentourismus, der zu Beginn des von vorigen Jahrhunderts sich entwickelte(vgl. BÄTZING 2018, 150-159).

  • In vielen Tälern war der Tourismus die Grundlage für eine Besiedelung und einen wirtschaftlichen Nutzen.
  • Alpine urbane Zentren und Tourismuszentren wurden bzw. werden in diesem Entwicklungsstadium intensiv genützt(vgl. BÄTZING 2018, 160-163).
  • Problembereiche gibt es, wenn der Tourismus in Gebiete vorstößt, die für keine Besiedelung geeignet sind.
  • Fragen treten bei der Gestaltung des Tourismus mit Millionen Gästen auf, wenn Erlebnislandschaften in einem sensiblen Raum verlangt und geplant werden.
  • Der Nutzen für einen Großteil der Bevölkerung ist fraglich(vgl. überdimensionale Infrastrukturen, hoher Strom- und Wasserverbrauch, hohe Müllkapazitäten, teure Baugründe, Verkehrschaos).
Gefordert sind Steuerungsmechanismen, um Raumordnungspläne und regionale Entwicklungen abstimmen zu können.

3.2 Freizeitverhalten    

In diesem Zusammenhang ist etwa das zunehmende Freizeitverhalten der Bevölkerung im alpinen Raum zu sehen(vgl. BÄTZING 2018, 24-27).

  • Der Drang, die alpine Landschaft zu genießen, bringt für das Wild - man denke allein in Tirol gibt es rund einen Bestand von 200 000 Tieren - in Unruhe, damit können die notwendigen Abschusszahlen jährlich nicht erfüllt werden. Es bedarf funktionierender Steuerungsmachanismen zwischen der Jägerschaft und den Tourismusverbänden (vgl. https://tirol.orf.at/news/stories/2953841/ [18.12.2018]).
  • Im Wintertourismus steigt der Druck durch den Klimawandel.
  • Gebiete sollen erschlossen werden, die bis jetzt Rückzugsräume waren(vgl. Freizeitparks im Hochgebirge BÄTZING 2018, 194-205).
Heute bildet der alpine Raum das Ziel von rund 120 Millionen Gästen.

Zu beachten sind Bemühungen um einen Naturschutz als Erhaltung der Realität im alpinen Raum(vgl. BÄTZING 2018, 168-169). Die Erhaltung und Förderung von Nationalparks mit Naturbeobachtungen, Vermehrung des biologischen Wissens und einer Erhaltung von geschützten Großräumen verdient vermehrt Beachtung.

3.3 Alpine Vereine    

Die nationalen und internationalen alpinen Vereine mit rund 2 Millionen Mitgliedern erhalten den größten Teil der Wege und Hütten.

  • Sie sind abhängig von Subventionen der öffentlichen Hand und eines freiwilligen Engagements("Ehrenamtlichkeit").
  • Dies bedeutet die Basis für einen alpinen Tourismus, der einen sanften Tourismus bildet.
  • Zudem gilt das Engagement als ein der großen Gemeinwesen-Projekte.
  • Zu beachten sind überlaufende Berghütten der Mitglieder, Gefahren im Hochgebirge werden oftmals unterschätzt.

Verband Alpiner Vereine Österreichs(VAVÖ)

Alpenverein Südtirol(AVS)

Alpine Association of Slovenia

Club 4000

Club Alpin francais

Club Alpino Italiano(CAI)

Deutscher Alpenverein(DAV)

Österreichischer Alpenverein(ÖAV)

Naturfreunde Deutschland

Naturfreunde Österreich

Naturfreunde Schweiz

Österreichischer Bergführerverband

Österreichischer Touristenclub

Schweizer Alpenclub

4 Alpenkonvention 1989    

Die völkerrechtlich verbindliche Konvention - geschlossen 1989 in Berchtesgaden von den Umweltministern von Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Europäischen Gemeinschaft - umfasst eine Präambel und 14 Artikel.

4.1 Präambel    

Die Präambel betont die Bedeutung der Alpen als großen zusammenhängenden Naturraum in Europa,

  • die spezifische und vielfältige Natur, Kultur und Geschichte als ausgezeichneten Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Erholungsraum im Herzen Europas, an dem zahlreiche Völker und Länder teilhaben.
  • Die Bedeutung für außeralpine Gebiete, unter anderem als Träger bedeutender Verkehrswege, wird anerkannt.
  • Ebenso wird der alpine Raum als Rückzugs- und Lebensraum für gefährdete Pflanzen- und Tierarten betont.
  • Festgehalten werden die Unterschiede
    • der einzelnen Rechtsordnungen,
    • der naturräumlichen Gegebenheiten und Besiedelungen,
    • der Land- und Forstwirtschaft und Entwicklung der Wirtschaft,
    • der Verkehrsbelastung und
    • die Art und Intensität der touristischen Nutzung.
  • Anerkannt wird die wachsende Beanspruchung des Alpenraumes, die Gefährdung ökologischer Funktionen und deren hoher Aufwand, verbunden mit beträchtlichen Kosten zur Behebung in der Regel nur in großen Zeiträumen.
  • Ausgedrückt wird die Überzeugung, dass wirtschaftliche Interessen mit den ökologischen Erfordernissen in Einklang gebracht werden müssen.
4.2 14 Artikel    

Artikel 1 umfasst den Anwendungsbereich.

Artikel 2 betrifft die allgemeinen Verpflichtungen wie die Achtung, Erhaltung und Förderung der Bevölkerung und Kultur, die Raumplanung, Luftreinhaltung, der Bodenschutz, Wasserhaushalt, Naturschutz und die Landschaftspflege, Berglandwirtschaft, der Bergwald, der Einklang von Tourismus und Freizeitaktivitäten, die Belastung von Verkehr, die Erzeugung von Energie und Abfallvermeidung.

Artikel 3 beschreibt die Forschungsaktivitäten und systematische Beobachtung der in Artikel 2 genannten Gebiete.

Artikel 4 dokumentiert die Zusammenarbeit im rechtlichen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Bereich.

Artikel 5 umfasst die Organisation der Konferenz der Vertragsparteien(Alpenkonferenz).

Artikel 6 umfasst den Aufgabenbereich der Alpenkonferenz.

Artikel 7 behandelt die Beschlussfassung in der Alpenkonferenz.

Artikel 8 bezieht sich auf die Bestimmungen des Artikel 7 mit den Aufgaben des Ständigen Ausschusses.

Artikel 9 bezieht sich auf das Sekretariat der Alpenkonferenz.

Artikel 10 betrifft Änderungen des Übereinkommens.

Artikel 11 bezieht sich auf Protokolle und ihre Änderung.

Artikel 12 regelt die Unterzeichnung und Ratifizierung des Übereinkommens.

Artikel 13 regelt eine Kündigung des Vertragswerkes.

Artikel 14 regelt die Notifikationen.

5 Reflexion    

5.1 Zukunft des alpinen Raumes    

Für die Politische Bildung ist die Frage nach der Zukunft des alpinen Raumes eine wesentliche Fragestellung.

"Wenn die Entwicklung der Alpen so weitergeht wie bisher, dann werden die letzten noch erhaltenden Kulturlandschaften in absehbarer Zeit allmählich verschwinden, und die Alpen werden ausschließlich aus verwaldeten und verstädterten Regionen bestehen"(BÄTZING 2018, 210).

5.2 Zielsetzungen    

Zielsetzungen wären in Anlehnung an HAID(2005)und BÄTZING(2018)

  • eine Aufwertung als dezentraler Lebens- und Wirtschaftsraum,
  • in Anbindung an eine Modernisierung Europas die Erhaltung des alpinen Raumes als Freiraums mit eigenständiger Entwicklung,
  • dies bedeutet die Nutzung der wertvollen Ressourcen(etwa regionstypischer Qualitätsprodukte/Viehwirtschaft, Acker- und Obstbau, Holz, Energienutzung),
  • Umbau des Tourismus zur Nutzung der Regionalwirtschaft(vgl. Alpintourismus/Bewertung und Wandel > http://m.bpb.de/apuz/25886/alpentourismus-bewertung-und-wandel?p=all [2.2.2019]),
  • schnelleres Internet mit dezentralen Arbeitsplätzen,
  • neue Kulturlandschaften mit Schutz des Lebensraumes. Dazu bedarf es einer spezifischen Infrastruktur und Stützung, Betreuung und Beratung von Gemeinwesenprojekten.
    • Ausbau von schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen,
    • Versorgung mit Medizineinrichtungen und Krankenbetreuung,
    • Sozialbetreuung für Jugend und Senioren,
    • ausreichender Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr und einen tauglichen Verkehrsverbund,
    • ausreichende Verwaltungseinheiten,
    • Möglichkeiten von Arbeitsräumen,
    • Stützung und Förderung Berglandwirtschaft,
    • Schaffung von Freizeiträumen.
  • Die vermehrte Beachtung der Bedeutung der Alpenkonvention zur Wahrung europäischer Interessen an den Alpen ist einzumahnen(vgl. Transitverkehr, Wassernutzung, Erholungsraum/Schutzräume-Naturschutz-Nationalparks).
5.3 Aufgabenfelder einer Politische Bildung    

Als Aufgabenfelder stellen sich

  • eine Agrarpolitik mit dem Aspekt der Erhaltung einer Berglandwirtschaft - ökonomisch, ökologisch, sozial und kulturell,
  • der Klimawandel und Klimaschutz als komplexes Anliegen einer Umweltpolitik und
  • der vermehrten Beachtung des sensiblen alpinen Raumes, im Rahmen globaler Überlegungen bzw. Globalen Lernens.
Ein Interessenskonflikt ergibt sich aus der Bipolarität von Ökonomie und Ökologie.

Politische Bildung zeigt die Kontroverse auf und sucht nach konsensualen Lösungswegen im Einzelfall.

Vermehrt sollte die Schönheit der alpinen Landschaft und ihre Einmaligkeit - schulisch und außerschulisch - im Kontext Politischer Bildung in

  • Projekten,
  • Exkursionen,
  • Erkundungen,
  • Bildmaterial und
  • praktischen Erfahrungen anschaulich demonstriert werden(vgl. als Impuls die Dissertation zur Kultur des Bergführerberufs [Schweiz]von HUNGERBÜHLER 2014).
Zunehmend sind zu beobachten die Folgen eines Klimawandels mit einer

  • Erwärmung im Hochgebirge(vgl. Ansteigen der Schneegrenze, Gletscherschmelze, geringere Wasserabflüsse, Permafrostschmelze, Unwetter- und Naturgefahren [Starkregen, Murenabgang und Steinlawinen] sowie zunehmender Dürreflächen),
  • Verschieben der Pflanzen- und Tierwelt sowie
  • Auftreten neuer Schädlinge.
Literaturverzeichnis    

Angeführt sind jene Titel, die für den Beitrag verwendet und/oder direkt zitiert werden.


Alpenkonvention(2013): Nachhaltiger Tourismus in den Alpen, 4. Alpenzustandsbericht, Innsbruck

Bätzing W.(2015): Die Alpen - Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft, München

Bätzing W.(2018): Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft, Darmstadt

Dichatschek G.(2018): Didaktik der Politischen Bildung. Theorie, Praxis und Handlungsfelder der Fachdidaktik der Politischen Bildung, Saarbrücken

Haid H.(1986): Vom alten Leben. Vergehende Existenz-und Arbeitsformen im Alpenbereich, Rosenheim

Haid H.(2005): Neues Leben in den Alpen. Initiativen, Modelle und Projekte der Bio-Landwirtschaft, Wien-Köln-Weimar

Heinich-Böll-Stiftung/Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland/Le Monde Diplomatique(2019): Agrar-Atlas 2019. Daten und Fakten zur EU-Landwirtschaft, Berlin

Hungerbühler A.(2014): Könige der Alpen. Zur Kultur des Bergführerberufs, Bielefeld

Kastler U.(2018): In den Alpen gibt es keine heile Welt, in: Salzburger Nachrichten, 13. Dezember 2018, 19

Luger K.-Rest Fr.(Hrsg.)(2018): Alpenreisen. Erlebnis, Raumtransformation, Imigation, Innsbruck-Wien-Bozen

Mair B.(2019): Zwischen Heimat und Erholung, in: Tiroler Tageszeitung, 15. 4.2019, 5

Mathieu J.(2015): Die Alpen. Raum-Kultur-Geschichte, Stuttgart

Pfeiffenberger A.(2019): Das Risiko auf dem Berg wird unterschätzt, in: Salzburger Nachrichten, 8. Jänner 2019, 1

Vitek E.(o.J.): Die Pflanzenwelt der österreichischen Alpen, Naturhistorisches Museum, Wien

IT-Autorenbeiträge    

Die Autorenbeiträge dienen der Ergänzung der Thematik.


Netzwerk gegen Gewalt

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Politische Bildung

Globales Lernen

Klimawandel und Klimaschutz

Agrarpolitik

Ethik/ Pkt. 14

Zum Autor    

APS-Lehramt(VS-HS-PL), zertifizierter Schüler- und Schulentwicklungsberater(1975, 1999), Lehrbeauftragter am PI des Landes Tirol/Berufsorientierung bzw. Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol(1993-2002)

Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/Doktorat(1985), des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/ Universität Salzburg-Klagenfurt/MSc(2008), der Weiterbildungsakademie Österreich/Wien/Diplome(2010), des 6. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/Diplom(2012), des 4. Internen Lehrganges für Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/Zertifizierung(2016), des Online-Kurses "Digitale Werkzeuge für Erwachsenenbildner_innen"/ TU Graz-CONEDU-Werde Digital.at-Bundesministerium für Bildung/Wien/Zertifizierung(2017), des Fernstudiums Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium/ Comenius-Institut Münster/Zertifizierung(2018)

Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften/ Universität Wien-Berufspädagogik-Vorberufliche Bildung(1990/10091-2010/2011), am Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt-Didaktik der Politischen Bildung(ab 2015/2016) - Kursleiter/Lehrender an den VHSn des Landes Salzburg Zell/See, Saalfelden, Mittersill und Stadt Salzburg(ab 2012), stv. Leiter/Vorstandsmitglied des Evangelischen Bildungswerkes in Tirol(2000-2009, ab 2017) bzw. Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche in Österreich(2000-2011)

Aufnahme in die Liste der sachverständigen Personen für den Nationalen Qualifikationsrahmen/NQR/Koordinierungsstelle für den NQR/Wien(2016)


MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 11. Mai 2019