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Weltfrauentag

Weltfrauentag 2020    

Aspekte einer Frauenpolitik und Gleichberechtigung im Kontext Politischer Bildung    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Weltfrauentag 2020   
Aspekte einer Frauenpolitik und Gleichberechtigung im Kontext Politischer Bildung   
Vorbemerkung   
1 Statistische Daten/Auswahl   
1.1 Höchster Bildungsabschluss der Frauen zwischen 25 und 64   
1.2 Erwerbstätigenquote der Frauen zwischen 15 und 64   
1.3 Berufstätige Mütter im Haupterwerbsalter zwischen 20 und 54   
1.4 Scheidungsrate Frauen   
1.5 Durchschnittliches Bruttoeinkommen Unselbständige   
2 Aspekte einer Kopftuchdebatte   
3 Finnland als Frauenland   
4 Literaturverzeichnis   
IT-Autorenbeiträge   
Zum Autor   

Vorbemerkung    

Als der Autor vor Jahrzehnten als APS-Lehrer im städtischen Bereich begann, war die Schule nach Geschlechtern getrennt. Erst nach Jahren kam es zur Koedukation und damit zu ersten verhaltenen Schritten zur Gleichberechtigung nicht nur bei Lernenden, vielmehr bei Lehrenden(vgl. HUFER 2001).

  • Damit wurde in den Bildungsbereichen ein Ungleichgewicht der Geschlechter bildungspolitisch behandelt.
  • Im Kern geht es um fachliche und soziale Kompetenz.
In der Folge kam es zu beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten. In der Weiterbildung Lehrender ergaben sich neue Möglichkeiten und damit Karrieresprünge. Zu beseitigen waren und sind noch Weiterbildungswiderstände(vgl. HOLZER 2017).


Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen sind die

  • Absolvierung des Studiums der Erziehungswissenschaft(Universität Innsbruck) und der beiden Universitätslehrgänge Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz(Universität Salzburg),
  • Absolvierung von Lehrgängen der internen Personalentwicklung an den Universitäten Wien(Bildungsmanagement) und Salzburg(Hochschuldidaktik),
  • Absolvierung von Lehrgängen einer Erwachsenenbildung an der Weiterbildungsakademie Österreich und am Comenius-Institut Münster,
  • Lehraufträgen an der Universität Wien, Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/Vorberufliche Bildung und Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte/Lehramt-Didaktik der Politischen Bildung und die
  • Auseinandersetzung mit der Fachliteratur(vgl. HUFER 2001; NICKLAS-MÜLLER-KORDES 2006; SANDER 2007; HOLZER 2017).
1 Statistische Daten/Auswahl    

1.1 Höchster Bildungsabschluss der Frauen zwischen 25 und 64    

Pflichtschule 1971 70,4 Prozent, 20,9 Prozent 2018

Reifeprüfung 4,8 Prozent 1971, 16,1 Prozent 2018

Hochschulstudium 1,3 Prozent 1971, 15,6 Prozent 2018

1.2 Erwerbstätigenquote der Frauen zwischen 15 und 64    

48 Prozent 1971

68,6 Prozent 2018

1.3 Berufstätige Mütter im Haupterwerbsalter zwischen 20 und 54    

54,7 Prozent 1971

83,7 Prozent 2018

1.4 Scheidungsrate Frauen    

17,68 Prozent 1971

40,99 Prozent 2018

1.5 Durchschnittliches Bruttoeinkommen Unselbständige    

1971: 241 € Frauen, € 370 Männer

2018: € 2 139 Frauen, € 3 059 Männer


Quelle

Statistik Austria - SN 7.3.2090, 2-3

2 Aspekte einer Kopftuchdebatte    

Als störend wird gesehen, dass die Geschlechtszugehörigkeit ein gewisses Verhalten nach sich ziehen soll. Das fängt bei der Bekleidung an, wenn eine Normierung vorhanden ist.

Es wird der Zugang der Religionen zu Frauenfragen als kritikwürdig gesehen.

  • Wer sich am Christentum abgearbeitet hat, steht dem Frauenbild des Islam ebenso kritisch gegenüber.
  • Reduziert wird der Bereich auf eine religiöse Debatte und ständig Toleranz gefordert. Zur Debatte steht in der Folge ein säkularer Staat(vgl. den Diskurs zur Trennung von Staat-Kirchen/Religionsgemeinschaften; IT-Autorbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Religion).
  • Mitunter wird das Kopftuch nicht als religiöses Symbol, sondern als Ungleichstellungsmerkmal gesehen. Zu verstehen sind junger Muslimas, die ausdrücken, das will ich mir nicht vorschreiben lassen. Es ist ein schichtenspezifisches Problem. Zudem müssen Sozialisationsphänomene vermehrt beachtet werden(vgl. die Bedeutung der Biographien und Lebenswelten; so der Bildungsgang und -stand, die Herkunft und das soziale Umfeld).
  • Ein Diskurs ergibt sich besonders, wenn jemand die Staatshoheit repräsentiert, etwa als Richterin-Lehrerin-Polizistin(vgl. amtliche Bekleidungen in Canada oder im UK).
  • Das Argument sich für Emanzipation einzusetzen, das Kopftuch aber zu verbieten, ergibt konsequenterweise die Frage nach einem zeitgemäßen Frauenbild 2020.
  • Es geht letztlich um gesellschaftliche Strukturen und Rahmenbedingungen. Die Diversität der Gesellschaft ergibt Folgerungen in einer trans - bzw. interkulturellen Gesellschaft, wobei vielfältige Integrationsbemühungen vermehrt zu beachten sind(vgl. NICKLAS-MÜLLER-KORDES 2006).
3 Finnland als Frauenland    

Für die Politische Bildung ist das Land von Interesse, da seit den letzten Wahlen weltweit die jüngste amtierende Regierungschefin(Sanna Marin) mit 34 Jahren und die vier Koalitionsparteien auch von Frauen geführt werden und die politische Verantwortung im Land haben. Die Politik ist mit Stand 2020 in Frauenhand. Zu erwähnen sind noch die Bildungsministerin Li Andersson, Innenministerin Maria Ohisalo und Finanzministerin Katri Kulmuni.

Natürlich gib es noch vieles über den politischen Bereich hinaus zu tun, etwa die Problembereiche häusliche Gewalt und Arbeitsmarkt-Wirtschaft. Die Auswirkungen auf den geteilten Wirtschaftsraum bleiben ein Problembereich. Vorbildlich sind in diesem Kontext Karenzzeiten und die Kinderbetreuung.

Schulische Betreuung in der weiträumigen Bildungslandschaft und die Ausbildung der Lehrenden sowie ihr gesellschaftlicher Status gelten im EU-Raum als positiv.

Besonders früh wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt. In Finnland dürfen Frauen seit 1906 wählen, zwölf Jahre früher als in Österreich. Im Jahre 2000 wurde mit Tarja Halonen zudem eine Frau zur Staatspräsidentin gewählt.

4 Literaturverzeichnis    

Holzer D.(2017): Weiterbildungs-Widerstand. Eine kritische Theorie der Verweigerung, Bielefeld

Hufer Kl.-P.(2001): Für eine emanzipatorische politische Bildung. Konturen einer Theorie für die Praxis, Schwalbach/Ts.

Nicklas H.-Müller B.-Kordes H.((Hrsg.)(2006): Interkulturell denken und handeln. Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 595, Bonn

Sander W.(Hrsg.)(2007): Handbuch politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 476, Bonn

IT-Autorenbeiträge    

Die Autorenbeiträge dienen der Ergänzung der Thematik.


Netzwerk gegen Gewalt

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Politische Bildung

Interkulturelle Kompetenz

Frauenwahlrecht

Religion

Vorberufliche Bildung in Österreich

Migration in Österreich

Zum Autor    

APS-Lehramt, Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/Doktorat, der Universitätslehrgänge Politische Bildung/ Universität Salzburg bzw. Klagenfurt/MSc, Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/Diplom, der Weiterbildungsakademie Österreich/Wien/Diplome, des Internen Lehrganges für Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/Zertifizierung, des Fernstudiums Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius-Institut Münster/Zertifizierung - Lehrbeauftragter, Erwachsenenbildner


MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 8. März 2020