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Politische Oekonomie

Politische Ökonomie    

Ein Beitrag zur Theorie und Praxis politischer Ökonomie im 20. Jahrhundert im Kontext Politischer Bildung    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Politische Ökonomie   
Ein Beitrag zur Theorie und Praxis politischer Ökonomie im 20. Jahrhundert im Kontext Politischer Bildung   
Einleitung   
1 Politische Ökonomie des 20. Jahrhunderts   
1.1 Fordismus   
1.2 Keynesianismus   
1.3 Subprime-Krise der USA - weltweite Krisen   
2 Digitale Ökonomie   
2.1 Solutionismus   
2.2 Disruption   
2.2.1 Disruptive Innovation   
2.2.2 Disruptionstheorem   
2.3 Anti-Institutionalismus   
2.4 Risiken soziotechnischer Ökonomie   
2.5 Start-ups   
3 Robotik - Automatisierung   
Reflexion   
Literaturverzeichnis   
IT-Autorenbeiträge   
Zum Autor   

Einleitung    

Wer sich mit der Zukunft der Arbeit im Rahmen der Politischer Bildung beschäftigt, hat sich zwangsläufig mit der Themenbereich der politischen Ökonomie und in der Folge der digitalen Ökonomie auseinanderzusetzen.

  • Dies beginnt mit einem Überblick über die Geschichte der politischen Ökonomie des 20. Jahrhunderts und einem Einblick in die digitale Ökonomie. Die Perspektive der Robotik und Automatisierung ist zunehmend von Interesse. Eine persönliche Reflexion beschließt den Beitrag.
  • Folgerungen einer solchen Entwicklung, soweit sie heute erkennbar sind, wecken das Interesse der Politischen Bildung.

Ausgangspunkt für die Thematik ist die/der

  • Absolvierung der Universitätslehrgänge Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg-Klagenfurt(2008 bzw. 2012),
  • Absolvierung des Online-Kurses "Digitale Werkzeuge für Erwachsenenbildner_innen"/ TU-Graz-CONEDU-Werde Digital.at-Bundesminsterium für Bildung/Wien(2017),
  • Lehrauftrag Vorberufliche Bildung/Universität Wien und Didaktik der Politischen Bildung/ Universität Salzburg(1990-2011 bzw. ab 2016) sowie
  • Lehrtätigkeit an den Volkshochschulen des Landes Salzburg in Zell/See, Saalfelden, Bischofshofen und Stadt Salzburg(ab 2012).
Wesentlicher Bestandteil ist die Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und dem Folge-Onlinekurs der TU Graz-CONEDU 2020.

1 Politische Ökonomie des 20. Jahrhunderts    

Der Beginn der Epoche ist mit dem legendären Gründer der Fordwerke in Detroit, Henri Ford I, eng verbunden(vgl. KOCKA 2014; STAAB 2017, 21-33).

  • Das Modell des ersten Automobils für eine breite Bevölkerung verbindet eine Produktion standardisierter Güter mit der Erzeugung kaufkräftiger Nachfrage durch hohe Löhne der Beschäftigten(vgl. STAAB 2017, 21).
  • 1914 wurde nicht nur der 8 Stunden-Tag eingeführt, damit wird ein Privatleben mit Konsum und Freizeit ermöglicht.
  • Löhne und Gehälter lagen über dem Durchschnitt.
1.1 Fordismus    

  • Die ökonomische Basis des Fordismus als Kombination von Massenproduktion und Massenkonsum bildet enorme ökonomische Zuwächse in einer industriellen Produktionsphase, technisch hochgradig reguliert und als Fließbandverfahren bezeichnet.
  • Nach einer Phase des Angebots auf ungesättigten Verbrauchermärkten erlahmten 15 Jahre später die Wachstumsraten des Fordismus in den USA.
  • Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es in den sechziger Jahren zu einem Ende der hohen Wirtschaftswachstumsraten. Der Fordismus und mit ihm der soziale Kompromiss geriet in eine Krise(vgl. die Bezeichnung "demokratischer Kapitalismus").
  • Mit dem Erdöl-Preisschock und einer Sättigung des Marktes der vielen Produkte des fordistischen Zeitalters - Radio, Automobil. Kühlschrank, TV-Geräte und Waschmaschine - kommt es zu einem Absinken der Wirtschaftswachstumsraten.
  • Es kommt in der Folge zu fiskalischen Krisen, die bis in die Gegenwart reichen.
  • Zu Beginn der siebziger Jahre kommt es zu Lohneinbußen, höheren Arbeitslosenraten und einer Geldpolitik mit einer Erhöhung der Geldmenge. Das Konsumtionsmodell des Fordimus wird so aufrechterhalten.
  • Mit dem Ende der risikoreichen Inflationspolitik Ende der siebziger Jahre stieg die Arbeitslosigkeit. Die steigenden Ausgaben des Wohlfahrtsstaates bringen öffentliche Schulden.
  • Maßnahmen zur Abwendung einer Krise führen etwa in Frankreich und Italien weiterhin zur staatlichen Kontrolle in vielen Schlüsselindustrien, damit es zu keinen Nachfrageeinbrüchen kommen soll. Staatliche Subventionierung von Löhnen und damit des Konsums trägt allerdings zu höherer Staatsverschuldung bei.
1.2 Keynesianismus    

  • Die Stimulierung von Nachfrage durch keynesianische Wirtschaftspolitik in Skandinavien, Großbritannien, Österreich und etwas schwächer in den USA erzeugt hohe Schulden, um durch Investitionen in verschiedenen Bereichen Arbeitslosigkeit abzuwenden und Nachfragen anzuregen. Gleichzeitig kommt es durch eine Expansion wohlfahrtsstaatlicher Sicherungssysteme zu einer neuerlichen Belastung öffentlicher Haushalte.
  • Länder wie Deutschland und Japan hatten dagegen auf exportorientiertes Wachstum gesetzt. Später entwickelten sich Absatzmärkte auch für heimische Produkte. Mit Verspätung kommt es auch hier zur Belastung der Sozialsysteme und öffentlicher Schulden.
  • Weiterhin stellten sich Sättigungstendenzen in der Nachfrage in den siebziger Jahren ein. Der Spätfordismus wird allmählich abgelehnt, es kommt eine Epoche der Neuausrichtung des Produktionsmodells, eine Reorganisation des Massenkonsums. Nunmehr übernehmen die Konsumenten eine Verhinderung des Kaufkraftverlustes. Man spricht von einem "privatisierten Keynesianismus" mit dem Markenzeichen einer Zunahme von Privatschulden und Konsumkrediten.
1.3 Subprime-Krise der USA - weltweite Krisen    

Vor allem der Immobiliemarkt der USA führt zur inflationären Vergabe von Immobilienkrediten mit schlechten Bonitätsdaten und einer Überbewertung der Preise. Im Sommer 2007 kommt es zur "Subprime-Krise" in den USA, in der Folge zur Bankenkrise und über Umwege zur Krise des Euro-Währungsraumes.

Nunmehr dominieren durch die Krisenanfälligkeit drei unterschiedliche Strategien zur Steigerung der wirtschaftlichen Rentabilität.

  • Mit dem Erschließen von neuen Arbeitskraftmärkten mit steigenden Raten weiblicher Erwerbsbeteiligung, einer Internationalisierung der Produktionsprozesse und transnationaler Wertschöpfungsketten mit geringen Löhnen kommt es zu Problemen der Organisation der Nachfrage. Niedrige Löhne ergeben eine geringe Kaufkraft, weshalb es zu einer Abhängigkeit der Unternehmen von ihren Heimatmärkten kommt.
  • In der Folge kam es immer öfter in der Produktion zu Teil- und Vollautomatisierungen. In der Folge stiegen am unteren Rand der Qualifikationsstruktur die Arbeitslosenzahlen. Zeitgleich stieg die weibliche Erwerbsbeteiligung mit einem relativen Kaufkraftgewinn, neue Tätigkeiten entwickelten sich mit besseren Arbeitsbedingungen und steigenden Einkommen, andererseits expandierten einfache Dienstleistungen in nationalen Arbeitsmärkten, vor allem bei Frauen und Migranten_innen. Ein neues Dienstleistungsproletariat entstand(vgl. STAAB 2017, 31). In den achtziger Jahren kommt es zu einer Polarisierung am Arbeitsmarkt mit Anteilsgewinnen in hochqualifizierter Arbeit und Anteilsverlusten bei Geringqualifizierten. Bessere Kundenmärkte sollen erschlossen werden.
  • Die dritte entscheidende Veränderung betrifft die Finanzierung der Ökonomie. Mit teilweisen Überkapazitäten in der Produktion und in der Folge einer verschärften Konkurrenzsituation unter den transnationalen Unternehmen in den neunziger Jahren kommt es zur Flucht in verschiedene Finanzanlageformen. Die Folgen waren eine Stagnation der Nachfrage, Sinken der Löhne, einer Reduktion der Wachstumsdividenden und Gewinnorientierung in den Finanzbereich. Effekte waren ein Anwachsen von Privatschulden und eine Expansion des Finanzsektors.
2 Digitale Ökonomie    

Grundlagen aller materiellen und ideologischen Wurzeln einer digitalen Ökonomie bzw. eines digitalen Kapitalismus liegen an der Westküste der USA, Zentrale nunmehr der Internet-Ökonomie ist Silicon Valley(vgl. BARBROOK-CAMERON 1997; MOROZOV 2013; KOCKA 2014; STAAB 2017, 39-55).

Die Verbindung von experimentellem Individualismus und technischer Intelligenz im Kontext einer hochwertigen Industrie ließ eine Kombination entstehen, die von Richard BARBROOK und Andy CAMERON Ende der neunziger Jahre als "kalifornische Ideologie" bezeichnet wurde.

2.1 Solutionismus    

Evgeny MOROZOV(2013) hat dieser materiellen und ideologischen Weltsicht kritische Ausführungen entgegengesetzt.So hat sich in den letzte 20 Jahren eine Geist des Solutionismus entwickelt, dessen Idee es sei, die Probleme der Menschheit in Form von Geschäftsmodellen in technischen Lösungen zuzuführen. Die Beispiele für diese Thesen zeigen sich in mobilen Geräten wir Laptop oder Smartphone, womit Beschäftigte mehr Autonomie in ihrer Arbeit vorfinden und Tätigkeiten vermehrt automatisiert übernommen werden.

Dieser Technologieoptimismus, Geschäftssinn und Weltverbesserungsdrang zeigt sich in der Materialisierung der Internet-Ökonomie(vgl. MOROZOV 2013, 19).

Mit Karl MANNHEIM(1995) als Klassiker der Wissenssoziologie wird der Begriff der Ideologie eingebracht.

  • Im Solutionismus nach Morozov wird hier alternativlos die Lösung globaler Probleme technologisch als absolute Norm gesetzt.
  • Sämtliche sozialen Sachverhalte seien technologisch zu lösen(vgl. MOROZOV 2013, 25). Dynamik erhält diese Ideologie durch ein volkswirtschaftliches Theorem, die Lehre vom disruptiven Charakter digitaler Innovationen.
2.2 Disruption    

Im High Tech-Bereich herrscht ein Denken über wirtschaftliche Zusammenhänge in speziellen ökonomischen Prozessen vor. Dazu gehört das Geschäftsmodell der Disruption, das auf eine Verbesserungen mit technischen und organisatorischen Innovationen zielt.

  • Beispielsweise wird in der Arbeitsteilung einer Fabrik in den einzelnen Arbeitsschritten der Bereiche Produktion, Distribution und Konsumtion automatisiert. Gleichzeitig geschieht etwa eine Einsetzung digitaler Technologien der Kommunikation in den Abschnitten der Lieferkette. Informations- und Kommunikationstechnologien helfen die Koordination zwischen Standorten zu verbessern.
  • Im Handel wird etwa das Organisationsprinzip der Selbstbedienung online zur Verbesserung der Infrastruktur des Geschäftsprozesses - Lager, Filiale und Kunde - praktiziert.
2.2.1 Disruptive Innovation    

Mit disruptiven Innovationen zielt man auf das Zerstören etablierter Märkte durch das Einführen neuer Produkte und Prozesse. Erfolgreiche Disruptoren sind aktuell etwa Unternehmen wir Uber, Airbnb oder Produkte wie das iPhone(vgl. STAAB 2017, 43-45).

Disruptive Innovation als Begriff geht auf Clayton CHRISTENSEN(!1997)zurück. Unterschieden wird zwischen erhaltenden und disruptiven Innovationen.

  • Erhaltende Innovationen orientieren sich an den gegenwärtigen Wünschen von Kunden, verlieren aber Wünsche zukünftiger Nutzerbedürfnisse.
  • Disruptive Innovationen, etwa der Internetbereich, werden ständig durch Innovationen optimiert, erschließen neue Märkte und erzeugen in der Folge größere Wachstumsimpulse. Das Dilemma nach Christensen kann naturgemäß auch eine Fehlentscheidung sein, wenn neue Produkte ganze Geschäftsmodelle in Frage stellen.
2.2.2 Disruptionstheorem    

Hier kann man mehr als eine wirtschaftliche Entwicklung durch Innovation sehen. Es wird wohl ein starkes Signum der Gegenwart sein, um eine Theorie der Beschleunigung und auch der Geschichtslosigkeit(vgl. ROSA 2005).

  • Disruption sieht in der Idee einer Erneuerung einen überwältigenden Prozess, der in Brüchen, Störungen und Unterbrechungen etablierte Standards verwirft.
  • Damit wird Disruption als ideengeschichtliche Perspektive in einer Welt ständiger Nervosität vor Finanzkrisen, Ängsten aller Art und globaler Verwüstung zu einem Zeichen der Gegenwart, weit mehr als auf eine Technologiebranche.
2.3 Anti-Institutionalismus    

Abseits einer Annahme einer ideengeschichtlichen Neuentwicklung gibt es eine ideologische und ökonomische Dynamik. Vermehrt wird die Technophilie der Solutionisten durch eine Abneigung gegenüber etablierten Instiutionen.

  • Nationale Datenschutzgesetze behindern eine angestrebte technische Entwicklung.
  • Steuern behindern etwa das Geschäftsklima, das vermeintlich benötigt wird.
Konsequenterweise arbeiten die großen internationalen Konzerne an Projekten jenseits nationaler Reglementierungen(vgl. STAAB 2017, 47-48).

  • Radikale Pläne wie autonome Inselstaaten oder schwimmende Serverfarmen sollten eine Entfaltung des ganzen Potenzials ermöglichen.
  • Gängige Geschäftsmodelle sollten aufgesprengt werden, damit die technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können.
2.4 Risiken soziotechnischer Ökonomie    

Der eigene Erfolg in der Disruption besteht in der Gefahr des schnellen Aufstiegs und Positionserhalts der Geschäftsmodelle.

  • Kennzeichen digitaler Produkte sind die Grenzkosten, also hoher Entwicklungskosten und niedriger Reproduktionskosten.
  • Digitalunternehmen bestehen hauptsächlich aus Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die die Konkurrenz und Geschwindigkeit der innovativen Produkte anheizt. Eine ständige Erweiterung der Marktprodukte ist die Folge.
  • Diese Volutalität digitaler Monopole ergibt ökonomische Konsequenzen. Es kommt immer stärker zu einem Ausbau geschlossener soziotechnischer Ökosysteme mit starker Variation der Produkte und hohem VBerbnetzuingsgrad(vgl. DOLATA 2005, 505-529).
  • Ziel der Unternehmen sind geschlossene Systeme mit exklusivem Angebot, etwa Technik in Eigenheimen, Robotik-Firmen, vernetzten Automobilen, Musik, interaktiven Diensten und letztlich einer Stabilisierung von Monopolen und Oligopolen.
2.5 Start-ups    

Start-ups werden in der Entwicklung disruptiver Innovationen zumeist gelobt. Enorme Summen sind in die Digitalwirtschaft als enormes Risikokapital geflossen(vgl. STAAB 2017, 52). Stefan KÜHL hat in seiner Analyse die Strategien beschrieben(vgl. KÜHL 2002; 195-219).

  • Risikokapital wird in der Regel für ein schnelles Gewinnen an Profiten mit hoher Streuung verwendet.
  • Die hohen Verluste sollten mit höchsten Gewinnen den in wenigen erfolgreichen Firmen ausgeglichen werden.
  • Dies setzt eine erfolgreiche Vermarktung des disruptiven Potenzials voraus.
Das Geschäftsmodell basiert auf einem Gewinn eines Unternehmens, um die eigenen Anteile im richtigen Moment - zumeist mit Börsengang - mit hohen Gewinnen abzugeben. Die Denkweise ergibt eine Strategie eines Handelns vom Ende her, also des gewinnbringenden Verkaufs der eigenen Firmenanteile zum richtigen Zeitpunkt. Es gilt, den Exit zu schaffen. Disruption dient hier vornehmlich als Werbeslogan.

Disruptive Geschäftsmodelle versprechen neue Märkte aufzubauen, damit den Konsum zu beleben bzw. anzuheizen. Es zeigt aber, das langfristige Wachstumsprobleme nicht gelöst wurden, demnach löst Schnelligkeit und Kurzfristigkeit nicht Wirtschaftsprobleme.

3 Robotik - Automatisierung    

Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Digitalisierungs- und Mechaninisierungsschub neuer Qualität (vgl. STAAB 2017, 108-115). Entwicklungen in der Robotik sind besonders betroffen.

  • Neue Bereiche wie führerlose Automobile, autonome Laufroboter oder motorisch sensible Roboterarme erschließen neue Möglichkeiten.
  • Neue Roboter sind räumlich mobil, autonom bzw. semi-autonom in flexiblen Tätigkeiten, lernfähig und vielseitig einsetzbar.
  • Viele Roboter kommen aus der militärischen Forschung der USA.
  • Situationen sollen bewältigt werden, die Gesundheitsgefährdung simulieren(vgl. etwa Räumarbeiten in verseuchten Gebieten, Assistenz bei der Evakuierung von Menschen).
  • Natürlich kommt es zur Übernahme von Aufgaben in der Arbeitswelt, die Folgerungen in der Umstellung des Arbeitsmarktes haben wird(vgl. die Notwendigkeiten in der Berufsausbildung bzw. Fortbildung).
Vier Faktoren spielen im Zusammenspiel innerhalb der Technikwissenschaften eine Rolle(vgl. FREY-OSBORNE 2013).

  • Die Erhebung, Speicherung und Nutzung großer Datenmengen ermöglicht eine neue Qualität algorithmus-gesteuerten Maschinenlernens(vgl. etwa Speicherung von Daten bei autonomen Fahrzeugen zur Verkehrslage und Straßenverhältnissen).
  • Moderne Maschinen sind in der Lage, schnell und genau die Abläufe ihrer Umgebung zu erfassen und auszuwerten.
  • Damit wird eine Programmierung vieler anderer Maschinen möglich. Es wird eine bessere Interaktion bei menschlicher Arbeit und ein flexibler Einsatz von Multi-Use-Robotern ermöglicht.
  • Der Preisverfall von rund zehn Prozent, so die Annahme beider Oxford-Autoren, bedeutet letztlich günstigere Arbeitskosten.
Reflexion    

Wer sich der Thematik politischer Ökonomie mit ihren Konsequenzen aus der Perspektive Politischer Bildung nähert, hat sich mit Grundparamenter wirtschaftlicher Entwicklung zu beschäftigen. Die politische Verteilung der Güter, das Angebot und die Nachfrage gehören in diesen Zusammenhang.

  • Das Potential der Wertschöpfung im digitalen Zeitalter wird offenkundig.
  • Verändert wird die Produktivität, der Charakter der Güter in Form von Waren und Dienstleistungen, die Verteilung und die Arbeitswelt.
Aus der Perspektive der Akteure der Digitalisierung stagniert der Konsum, jedenfalls erhofft man eine Steigerung. In der Folge versucht man durch kundenbezogene Daten, großen Finanzaufwand und weltweiten Märkten einen digitalen Konsum mit neuen Bedürfnissen und Abhängigkeiten anzuregen.

Fragen der Konsequenzen ergeben sich aus der Sicht Politischer Bildung etwa im Bereich einer Wertschätzung menschlicher Arbeit, ihrer Bedeutung und einer sozialen Ungleichheit.

Für den Bildungssektor ergeben sich Notwendigkeiten einer Vermittlung von Lerninhalten unter Beachtung eines zeitgemäßen Bildungsmanagements und digitalen Didaktik(vgl. SEUFERT 2013; Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn > https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/204746/digitale-didaktik [15.7.2019]).

Literaturverzeichnis    

Angeführt sind jene Titel, die für den Beitrag verwendet und/oder direkt zitiert werden.


Barbrook R.-Cameron A.(1997): Die kalifornische Ideologie. Wiedergeburt der Moderne?, in: Telepolis 1997 > http://www.heise.de/tp/artikel/1/1007//1.html (13.7.2019)

Dichatschek G.(2017): Didaktik der Politischen Bildung. Theorie, Praxis und Handlungsfelder der Fachdidaktik der Politischen Bildung, Saarbrücken

Dolata U.(2005): Volatile Monopole. Konzentration, Konkurrenz und Innovationsstrategien der Internetkonzerne, in: Berliner Journal für Soziologie 24/2005, H. 4, 505-529

Frey C.B.-Osborne M.A.(2013): The Future of Employment. How Susceptible are Jobs to Computerisation? Oxford

Gadrey J.(2019): Fließband, adieu!, in: Le Monde diplomatique, Juli 2019, 12-13

Kocka J.(2014): Geschichte des Kapitalismus, München

Kühl St.(2002): Konturen des Exitkapitalismus. Wie Risikokapital die Art des Wirtschaftens verändert, in: Leviathan 30/2002, H. 2, 195-219

Mannheim K.(1995): Ideologie und Utopie, Frankfurt

Morozov E.(2013): Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen, München

Rosa H.(2005): Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne, Frankfurt/M.

Seufert S.(2013): Bildungsmanagement. Einführung für Studium und Praxis, Stuttgart

Staab Ph.(2017): Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 10018, Bonn

Streck W.(2013): Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Berlin

IT-Autorenbeiträge    

Die Autorenbeiträge dienen der Ergänzung der Thematik. '


Netzwerk gegen Gewalt

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Politische Bildung

Globales Lernen

Internationale Politik

Interkulturelle Kompetenz

Wirtschaftserziehung

Zum Autor    

APS-Lehramt (VS-HS-PL/1970-1975-1976), zertifizierter Schüler- und Schulentwicklungsberater(1975, 1999), Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol(1993-2002)

Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/Doktorat(1985), des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/ Universität Salzburg-Klagenfurt/MSc(2008), der Weiterbildungsakademie Österreich/Wien/Diplome(2010), des 6. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/Diplom(2012), des 4. Internen Lehrganges für Hochschuldidaktik/Universität Salzburg/Zertifizierung(2016), des Online-Kurses "Digitale Werkzeuge für Erwachsenenbildner_innen"/TU Graz-CONEDU-Werde Digital.at-Bundesministerium für Bildung/Zertifizierung(2017), des Fernstudiums Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium/Erwachsenenbildung/Comenius?-Institut Münster(2018)

Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften/ Universität Wien/ Berufspädagogik-Vorberufliche Bildung(1990/1991-2010/2011), am Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/Lehramt-Didaktik der Politischen Bildung(ab 2015/2016), am Kirchlichen Lehrgang der Superintendenz Salzburg-Tirol/Basislehrgang für Religionslehrkräfte in der APS/Pädagogische Impulse für den Unterricht, Interkulturalität(2018-2020)

Lehrender/Kursleiter an den VHSn des Landes Salzburg Zell/See, Saalfelden, Bischofshofen und Stadt Salzburg(ab 2012), stv. Leiter/Vorstandsmitglied des Evangelischen Bildungswerks in Tirol(2004-2009, 2017-2019)

Aufnahme in die Liste der sachverständigen Personen für den Nationalen Qualifikationsrahmen/NQR/Koordinierungsstelle für den NQR/Wien(2016)


MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 23. Juli 2019