|
Osterzeit
Veränderung (letzte Korrektur)
(Autor, Normalansicht)
Hinzugefügt: 1171a1172,1173
Auf der Maur H. (2003): Die Osterfeier in der alten Kirche, Liturgica Oenipontana 2, Münster
|
Verändert: 1174c1176
Auf der Maur H. (2003): Die Osterfeier in der alten Kirche, Liturgica Oenipontana 2, Münster
|
Trummer P.(2023): Auferstehung jetzt - Ostern als Aufstand. Theologische Provokation, Freiburg - Basel - Wien
|
Herbert Jenewein
Günther Dichatschek
 | | Inhaltsverzeichnis dieser Seite | |
|
|
Vorbemerkung |  |
Die Studie der beiden Autoren mit ihrer Ausbildungsbiographie findet ihre Begründung in den verschiedenen Aspekten einer Feiertagskultur.
Die Brauchtumspflege, der religiöse Hintergrund, das Bemühen um Frieden und seiner Bedeutung in Verbindung mit Bildung als Grundlage im Alltag sollen dargestellt werden.
Die interessierte Leserschaft ist eingeladen, die Wechselwirkung der vier Aspekte in ihre Betrachtung einzubeziehen.
Ostern mit seiner Bedeutung im Festtagskalender sollte ausgehend von der Vielfalt der Brauchtumspflege in Verbindung mit zentralen Glaubenselementen im Christentum in Folgerungen mit der Sehnsucht nach Frieden betrachtet werden.
Dem Aspekt der Bildung in seinen Herausforderungen in den einzelnen Bereichen kommt die Bedeutung der Umsetzung volkskundlicher, glaubenskundlicher und friedenspädagogischer Bemühungen zu.
Einleitung |  |
2026 fällt der Ostersonntag auf den 05. April, Ostermontag ist am 06. April 2026.
Zusammen mit dem Karfreitag - unterschiedlich in deutschen Bundesländern - in Österreich nicht - sind diese Tage gesetzliche Feiertage. Der Karfreitag ist in Österreich seit 2019 für evangelische, methodistische und altkatholische Christen kein Feiertag mehr - es sei denn, man macht ihn zum "persönlichen Feiertag". Dann hat man einen Anspruch auf Urlaub an diesem Tag, so er drei Monate davor beim Arbeitgeber angemeldet wurde. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür allerdings nicht.
Diese Regel wurde eingeführt, nachdem der Europäische Gerichtshof die unterschiedliche Behandlung der Konfessionen am Karfreitag für unzulässig erklärt hatte. Ginge es nach der Evangelischen Kirche, bestünde die Lösung nicht darin, den Feiertag zu streichen, sondern ihn allen Religionen zugänglich zu machen.
Der Karfreitag sei auch insofern von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, als er an die Verletzlichkeit und Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens erinnere. Angesichts der vielen aktuellen Krisen brauche es einen Tag, wo diese Zerbrechlichkeit des Lebens nicht verdrängt werde.
In sozio - kultureller und ökumenischer Verbundenheit wäre ein runder Tisch mit Vertretern der Politik, Kultur, Sozialpartnerschaft und Kirchen eine Möglichkeit, einen Bereich kulturell – religiöser europäischer Tradition gesamtgesellschaftlich einer Diskussion und möglichen Lösung zuzuführen.
Die Christen nennen die Woche vor Ostern auch "Karwoche". Das Wort ist abgeleitet vom althochdeutschen Wort "kara" = Trauer, Klage. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag und endet am Karsamstag.
Die Christen denken in dieser Zeit an Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu.
Die Osterzeit dauert fünfzig Tage bis zum Pfingstfest.
Teil I - Brauchtum |  |
1 Brauchtum in Österreich |  |
Osterbräuche in Österreich sind traditionelle Rituale rund um das Osterfest.
Zu den bekanntesten gehören das Ratschen in der Karwoche, das Osterfeuer, das Färben von Ostereiern und die gemeinsame Osterjause mit Schinken und Kren.
1.1 Palmweihe |  |
Die Palmweihe ist ein kirchlicher Osterbrauch, den man überall in Österreich begeht. Dabei werden am Palmsonntag Palmbuschen oder Palmkätzchen mit Weihwasser gesegnet.
1.2 Osterbrauch aus Niederösterreich |  |
Im Mostviertel bringen die Taufpaten ihren Schützlingen um die Osterfeiertage das Godnküpfi vorbei aus Hefeteig, geflochten in Form eines Kipferls und mit einer Münze gespickt – so will es die Tradition.
1.3 Karfreitagsratschen als immaterielles Weltkulturerbe |  |
Karfreitag und Karsamstag wird vielerorts geratscht, was das Zeug hält. Das geschieht, um das Schweigen der Kirchenglocken auszugleichen, die der Überlieferung nach gen Rom geflogen sind.
Dieser beliebte Osterbrauch Österreichs zählt übrigens mittlerweile zum immateriellen Weltkulturerbe.
1.4 Grawirlacheier färben |  |
Im Salzbauer Lungau färbt man die Eier auf ganz besondere Weise. Kerbelkraut, Krokus und Zwiebelschalen kommen auf ein Leintuch. Darauf wird ein gekochtes Ei gelegt, das Ganze fest eingewickelt und zugebunden.
Nach einigen Minuten in Farbe entstehen besonders schöne Muster.
Als Ostertradition werden Ostereier mit Zwiebelschalen gefärbt. So färbt man Ostereier natürlich.
1.5 Osterbrauch Verstecken |  |
Wunderbar skurril mutet ein beliebter Osterbrauch Oberösterreichs an. Zu Ostern wird alles versteckt, was Räder hat. Ob Fahrrad, Scheibtruhe oder Moped – nichts ist sicher.
1.6 Eierpecken |  |
Eierpecken gehört zu jenen Osterbräuchen Österreichs, die Jung und Alt erfreuen. Erst werden Ostereier gesucht, danach in alter Wettkampfmanier gegeneinander geschlagen. Wessen Ei ganz bleibt, der gewinnt.
1.7 Gonesrennen |  |
Fangenspielen für Erwachsen als Osterbrauch aus dem Lungau macht es möglich. Pärchen laufen Seite an Seite, während der "Gones" (Gänserich) versucht, sie auseinander zu bringen, um die Frau für sich zu gewinnen.
1.8 Ostern mit der Familie |  |
Ostermenü, Osterjause, Osteressen, Ostereier, Kren, geweihtes Osterfleisch und Osterfleisch in einer "guten Küche".
1.9 Osterjause |  |
Zu Ostern kommen Familie und Freunde zusammen. Dabei darf ein Festtagsessen mit Schinken im Brot oder dem süßen Osterlamm nicht fehlen.
Zur Osterjause reicht man in Kärnten traditionell den Reindling: ein mit Zucker, Zimt, Rosinen und Nüssen gefüllter Kuchen aus Germteig.
1.10 Schinken im Brotteig |  |
Schinken, knusprig im Brotteig gebacken, ist ein traditionelles Gericht, das in weiten Teilen Österreichs zu Ostern aufgetischt wird. Der saftige Schinken symbolisiert das Ende der Fastenzeit.
1.11 Osterfeuer |  |
In vielen Gemeinden Österreichs entzündet man jedes Jahr das traditionelle Osterfeuer.
Es symbolisiert die Sonne, vertreibt den Winter und soll Fruchtbarkeit und reiche Ernte bringen.
1.12 Osterbrauch Oberösterreich |  |
In Ebensee wird am Aschermittwoch der Fasching stilecht in Form einer Fetzenpuppe verbrannt. Das läutet die vierzigtägige Fastenzeit ein.
1.13 Kunstvolles Eierfärben im Burgenland |  |
Osterbräuche in Österreich haben oftmals mit Eiern zu tun – so auch im burgenländischen Stinatz, das für seine Kratzkunst bekannt ist. Gefärbte Eier erhalten auf diese Weise ganz wunderbare Verzierungen.
IT - Hinweis
https://www.servus.com/a/b/osterbraeuche-aus-oesterreich (2.4.2026)
Wenn wir in Tirol über den Palmesel lachen, lange Latten durchs Dorf schleppen und Bretzeln backen, dann kann das nur eines bedeuten. Es ist Osterzeit.
Im Folgenden wird auf die wichtigsten Osterbräuche eingegangen.
2.1 Kochkunst |  |
Um innere Reinigung und eine Pause vom Überfluss geht es vielen in der Fastenzeit. Die 40 Tage ohne Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten beginnen mit einer Fastensuppe am Aschermittwoch. Vereine laden gerne zu solchen einfachen Gerichten, um Spenden zu sammeln.
Gegen Ende der Fastenzeit steht am Gründonnerstag dann alles Grüne auf dem Speiseplan wie Salat, junges Gemüse und Kräuter. Alles was im Frühling wieder zu sprießen beginnt, kommt auf den Tisch.
Mit Schnittlauch angerichtete Brennsuppe auf gedecktem Tisch und Brennsuppe mit Graukäse und Kartoffeln ist in Teilen Tirols eine beliebte Fastenspeise.
Zwei Tage darauf speist man dann wieder üppiger. Denn je nach Ortschaft darf am Abend des Karsamstags oder am Morgen des Ostersonntags endlich wieder nach Herzenslust zugegriffen werden. Osterschinken mit frischem Kren, Würste, Osterzöpfe und natürlich Ostereier schmecken dann umso besser.
2.2 Palmesel |  |
Der Palmsonntag ist Auftakt zu den Feierlichkeiten rund um Ostern, und Aufgeweckte genießen gleich in der Früh einen fröhlichen Brauch. Sie dürfen den, der als letzter aufwacht, „Palmesel“ nennen. Die Pflanzerei – wie man in Tirol sagt – ist aber meist gleich wieder vergessen, weil die Vorfreude auf die Prozession überwiegt.
Mädchen tragen bei den Prozessionen traditionell einen Palmbuschen, Buben eine Palmlatte, die aus Ölzweigen und Palmkätzchen gebunden und mit bunten Bändern und süßen Bretzeln geschmückt sind.
In Thaur wird ganz vorne der hölzerne Christus auf dem Esel über die Feldwege gezogen, in Imst wird ein Wettbewerb um die längste Palmlatte ausgetragen. Die Stangen können schon einmal 35 Meter lang werden und müssen deshalb von bis zu 30 Burschen getragen werden. Palmbuschen und -latten werden geweiht und danach sorgfältig aufbewahrt. Sie sollen Haus und Hof nämlich das ganze Jahr vor Blitzschlag und Feuer schützen.
2.3 UNESCO - Kulturerbe |  |
Wer in der Karwoche schon einmal in Tirol war, hat vielleicht Kinder mit hölzernen „Ratschen“ gesehen und sich über den knarrenden Lärm dieser Instrumente gewundert. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die während der Messen am Gründonnerstag und Karfreitag nicht geläutet werden dürfen.
Erst die Auferstehungsfeier am Karsamstag beendet die Ruhepause, dann werden auch das Feuer, das Taufwasser und heilige Öle geweiht. Seit 2015 darf sich der Lärmbrauch offiziell "immaterielles Kulturerbe" der UNESCO nennen.
Das Instrument "Ratschen" macht einen knarrenden Lärm. Ratschen statt Glockenläuten heißt es in der Karwoche.
2.4 Osterlamm und Osterzopf |  |
Ostern und Allerheiligen sind in Tirol die Daten, an denen die Paten – je nach Region Get und Goti, Teít und Touta oder God und Godn genannt – ihre Patenkinder beschenken.
Oft gehört zu diesen Gaben auch ein Osterzopf aus Germteig oder ein Osterlamm aus Rührteig, die am Karsamstag gebacken werden und das Sonntagsfrühstück versüßen. Ihre Formen haben religiöse Bedeutung.
2.5 Osternester und kleine Geschenke |  |
Ostereier sind bunt. Der Grund liegt in der Haltbarkeit. Die Eier, die man in der Fastenzeit nicht essen durfte, wurden hartgekocht und – zeitlich gestaffelt – gefärbt. So wusste man, welche zuerst gegessen werden mussten.
Künstlerische Freiheit beim Eierfärben hielt erst mit der Erfindung des Kühlschranks Einzug. Tiroler Familien sammeln sich um Herd und Küchentisch, tauchen Eier ins Farbbad oder bemalen sie mit Pinsel und Wasserfarbe. In der Nacht zum Ostersonntag werden die kleinen Kunstwerke dann in Haus und Garten für die Kinder versteckt – gemeinsam mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken.
2.6 Eierpecken |  |
Beim „Eierpecken“ werden im direkten Duell zwei Ostereier an der Spitze mit einem kurzen, festen Stoß aufeinandergeschlagen. Das kaputt gegangene Ei muss dem Sieger übergeben werden. Es gibt wahre Könner auf dem Gebiet, und wenn man eine Chance haben will, muss man drei Grundregeln beachten.
- Kleine Eier sind besser als große.
- Spitze Eier sind besser als runde.
- Auf die richtige Haltung kommt es an.
Wer die bessere Technik und die robustere Schale hat, gewinnt das Eierduell.
2.7 Osterfeuer und Osterputz |  |
Als Symbol für die Auferstehung Christi entzündet man in manchen Gegenden Tirols am Abend des Karsamstags große Osterfeuer. Eine Theorie ist, dass der Brauch auf die heidnischen Frühlingsfeuer zurückgeht. Vor allem im Zillertal sind die Feuer aus Baum- und Strauchschnitt ein fixer Bestandteil des Osterfestes - solange es das Wetter zulässt. Bei Trockenheit sind die Feuer wegen der Brandgefahr verboten.
Nach einem langen Winter wird das Haus von oben bis unten durchgeputzt, damit pünktlich zu Ostern alles in der Frühlingssonne blitzt.
2.8 Bunte Ostergräber |  |
Die Menschen in Tirol haben eindeutig einen Hang zum Ausschmücken. Der Brauch stammt aus dem 17. Jahrhundert und sollte dem Kirchenvolk - welches oft nicht lesen und schreiben konnte - den Tod und die Auferstehung Christi veranschaulichen. Geschmückt werden die Gräber meist mit bunten, mit Wasser gefüllten und beleuchteten Glaskugeln.
In Breitenwang, Lienz, Nauders oder Patsch werden traditionell Heilige Gräber aufgebaut, bestehend aus Kulissen, Vorhängen und Figuren. In anderen Orten sind die Tücher zum Verhängen des Altars mit Szenen aus der Passion bemalt und wieder andere stellen Fastenkrippen auf, eine österliche Variante der Weihnachtskrippe. Besonders hübsch ist die mechanische Krippe in Telfs - Moritzen, die in das Heilige Grab integriert ist.
Bunte Glaskugeln sind typisch für die Tiroler Ostergräber, etwa in in der Wallfahrtsbasilika Mariathal.
2.9 Emmausgang |  |
Nach dem Essen sollst du ruh‘n oder tausend Schritte tun. In Tirol hat man sogar dafür einen eigenen Brauch, den Emmausgang am Morgen des Ostermontags. Er erinnert an den Weg der Jünger nach Emmaus, auf dem sich ihnen Jesus nach der Auferstehung unerkannt anschloss.
Mitunter wird dabei gebetet und gesungen, viele genießen aber einfach einen ausgedehnten Spaziergang in der Frühlingssonne.
IT - Quelle:
https://www.tirol.at/aktivitaeten/brauchtum-traditionen/osterbraeuche (2.4.2026)
3 Osterbrauchtum Deutschland |  |
3.1 Osterwasser |  |
Der Ursprung des Osterwassers liegt in heidnischer Zeit. Das Wasser gilt als Ursymbol des Lebens und der Fruchtbarkeit und wurde bei den Germanen zum Gedenken an die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera verehrt. In den Jahrhunderten nach Christus wurde es als Symbol für das Leben mit Ostern in Zusammenhang gebracht. So wurde schon seit dem zweiten Jahrhundert das Taufwasser nur zwei Mal im Jahr geweiht, nämlich in den Nachtfeiern von Ostern und Pfingsten.
Nach dem Volksbrauch muss das Osterwasser in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang aus einem Bach geschöpft und schweigend nach Hause getragen werden. Es soll ein ganzes Jahr lang Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten heilen, für ewige Jugend und Schönheit sorgen. Da es ein Symbol der Fruchtbarkeit ist, schöpfen die jungen Mädchen schweigend Wasser gegen den fließenden Strom. Das Schweigen darf nicht gebrochen werden, damit das Wasser seine Segens- und Heilskraft behält. Es darf auch kein Wassertropfen verloren gehen oder im Heim des Mädchen auslaufen. Das Vieh soll vor Krankheiten geschützt werden, wenn es am Ostermorgen in die Bäche getrieben wird. Nach dem Volksglauben werden Kinder, die mit Osterwasser getauft wurden, besonders intelligent. Das heilige Wasser soll nun ein ganzes Jahr vor Krankheiten, Unglücken oder ähnlichen Ereignissen bewahren.
In verschiedenen Regionen Deutschlands wird aus Dankbarkeit zum lebensspendenden Wasser noch heute der Brunnen im Dorf geschmückt und mit Osterschmuck verziert.
3.2 Osterfeuer |  |
Auch die Tradition des Osterfeuers reicht in die vorchristliche Zeit zurück. Das Feuer ist schon im Altertum den Menschen und Göttern heilig gewesen. Die sechs Vestalinnen (altrömische Priesterinnen der Vesta) hatten dafür zu sorgen, dass niemals das heilige Feuer ausging. Bereits im Altertum war das Feuer heilig. Mit Frühlingsfeuern wurde in heidnischer Zeit die Sonne begrüßt, die als Mittelpunkt des Lebens galt. Dieser Kult sollte Fruchtbarkeit, Wachstum und die Ernte sichern. Die Bedeutung der Frühlingsfeuer wurde im 8. Jahrhundert in Frankreich auf den christlichen Glauben übertragen. Der Sieg über den Winter und das Erwachen nach einer langen kalten Zeit wurden auf die Auferstehung Jesu umgedeutet, der als Licht der Welt die Finsternis erhellt.
Die Entzündung des heiligen Osterfeuers ist ein zentrales Ereignis für die Christen. Das Feuer wird am Samstag vor Ostern vor der Kirche entfacht und geweiht. Daran wird die Osterkerze entzündet, die dann in feierlicher Prozession mit dreimaligem Singen des «Lumen Christi» (Licht Christi) in die noch dunkle Kirche getragen wird.
In der Osterkerze, die im 4. Jahrhundert nach Christus Eingang in den christlichen Glauben fand, vereinigen sich griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Als Symbol des Lebens steht das Licht bei den Christen für den auferstandenen Jesus und damit für das ewige Leben. Das Feuer wird am Samstag vor Ostern, am Beginn der Liturgie in der Osternacht vor der Kirche entzündet und geweiht. An der Osterkerze werden deshalb auch die Taufkerzen entzündet. In zahlreichen Gemeinden werden am Abend des Ostersonntags große Osterfeuer abgebrannt, die wiederum mit der Osterkerze entzündet werden.
Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet, die dann in feierlicher Prozession mit dreimaligem Singen des "Lumen Christi" (Licht Christi) in das noch dunkle Gotteshaus getragen wird. Als altes Brauchtum wird heute noch in zahlreichen Städten und Gemeinden in Deutschland von Jungen Holz, Reisig oder ähnliches Brennbares gesammelt und zum großen Osterfeuer aufgeschichtet.
3.3 Osterkerze |  |
In der Osterkerze vereinigen sich die griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Das Licht gilt als Zeichen des Lebens. Die Osterkerze und die Lichtfeier zu Beginn der Liturgie haben ihre frühesten Wurzeln in der Sitte der alten Kirche, die Osternacht mit zahlreichen Kerzen zu erhellen. Zusätzlich gab es in der Stadt Rom den Brauch, die Osternachtsfeier mit zwei mannshohen Kerzen zu erleuchten.
Im christlichen Glauben ist die Osterkerze im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden. In Piacenza wurde eine Osterkerze aus dem Jahre 384 gefunden. Alle Titelkirchen Roms verwandten die Osterkerze ab dem 7. Jahrhundert. Bis zum 10. Jahrhundert hat sie sich in den verschiedenen Regionen der westlichen Welt verbreitet.
Die Osterkerze symbolisiert den über Tod und Sterben siegenden auferstandenen Jesus Christus. Der Brauch, die Osterkerze an alle Kirchenbesucher weiterzugeben ist in Jerusalem als uralt bezeugt.
3.4 Ostereier |  |
Der Brauch, zu Ostern Eier zu verschenken, hat verschiedene Ursprünge. Das Ei galt bereits früh in der Kulturgeschichte als Ursprungsort des Menschen oder gar des Universums. Bereits in der Urchristenzeit war es Sinnbild des Lebens und der Auferstehung, so dass in das Grab von Toten ein Ei mitgegeben wurde. Das Ei hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab. Aus einem scheinbar toten Körper schlüpft schließlich etwas Lebendiges. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich.
Auch die Frage nach der Ewigkeit kann durch die Form des Eies - ohne Anfang und Ende - und die Frage, ob zuerst Ei oder Huhn war, gedeutet werden. Daneben war das Ei im Mittelalter eine Berechnungseinheit für Pacht und Zins. An Ostern als feststehendem Zahlungstermin wurden als Gegenleistung für gepachtetes Land den Grundherren Eier überreicht. Zudem war während der Fastenzeit auch der Genuss von Eiern untersagt. Bis zum Osterfest, das die Fastenzeit beendet, sammelten sich somit viele Eier an.
In Ägypten sind seit mehr als 1.000 Jahren farbige Eier bekannt. In der westlichen Welt ist seit dem 13. Jahrhundert Rot die traditionelle Farbe für das Ei. Es ist die Farbe des Blutes Christi, des Lebens, des Sieges und der Lebensfreude. In Osteuropa findet man eher goldfarbene Eier, als Zeichen der Kostbarkeit. Bis heute gibt es regional viele verschiedene Grundfarben für das Osterei, die aus verschiedenen Bedeutungen heraus erwachsen sind. Der Fund eines bemalten Eies aus dem vierten Jahrhundert nach Christus lässt auf eine alte Tradition des Eierbemalens schließen.
3.5 Osterhase |  |
Die Verbindung des Hasen mit Ostern hat verschiedene Ursachen: So ist in der byzantinischen Tiersymbolik der Hase ein Symbol für Christus, der im Tod das Leben gebracht hat: Da er keine Augenlider hat, schläft er mit »offenen Augen«. Zum anderen gilt der Hase wegen seiner starken Vermehrung mit bis zu 20 Jungen im Jahr als Symbol der Fruchtbarkeit und der Zeugungskraft, was zum Fest der Auferstehung und des Lebens passt. Das Bild des Hasen wurde dem Osterbrot aufgeprägt, in das ein Ei eingebacken war. So entstand die Vorstellung vom Hasen, der Eier legt.
Der Hase war im Volksglauben allerdings nicht der einzige Überbringer der Ostereier. In Westfalen oder Hannover fiel diese Aufgabe lange dem Fuchs zu, in der Schweiz dem Kuckuck, in Schleswig - Holstein, Oberbayern und Österreich dem Hahn, in Thüringen dem Storch.
Der Osterhasenbrauch entstand vor mehr als 300 Jahren in der Pfalz, dem Elsass und am Oberrhein. Erste Belege aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg, überliefert. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Glaube an den Osterhasen generell durch. Dies gelang allerdings früher bei den Stadtkindern, denn bei der Landbevölkerung war wegen besserer Kenntnisse über die Hasen mehr Überzeugungskraft nötig, um an den Osterhasen zu glauben.
Aus weltlicher Sicht, galt der Gründonnerstag als Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an die Gläubiger. Einerseits ist überliefert, dass die Gläubiger in Eiern oder Hasen bezahlt wurden, siehe das Haushaltsbuch eines Speyrer Domherrn. Eine zweite Überlieferung sagt aus, dass der Schuldner bei Bezahlung seiner Schulden ein freier Mann ist, der mit einem Hasen verglichen wurde, der nicht vom Hund gehetzt wird.
Auch die Terminierung des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu. Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und der Hase gilt als Mondtier.
Auch die christliche Deutung aus dem Psalm 104, 18 ist möglich. In der Übersetzung wird von Klippdachsen gesprochen, jedoch findet man in alten Übersetzungen auch die Wörter Hase oder Kaninchen. In Byzanz war der Hase in der Tiersymbolik ein Symbol für Christus.
3.6 Osterlamm |  |
Zum christlichen Osterfest gehört auch das Osterlamm. Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen.
Dabei wird das Lamm zum Gedenken an Gott geschlachtet. Im Christentum wurde das Tier symbolisch zum Lamm Gottes und wird, versehen mit der Fahne als Zeichen des Sieges, als Symbol des Lebens verstanden. Mit seinem weißem Fell ist es daneben auch ein Symbol für Reinheit und friedliche Lebensweise und soll damit als Zeichen des Friedens dienen und eine friedliche Lebensweise anmahnen. In der Gegenwart findet es sich aber meistens als Osterlamm auf der Speisekarte. Als Backwerk aus Rührteig bildet es außerdem reich verziert oft den Mittelpunkt des Ostertisches.
3.7 Osterlachen |  |
Die Osterpredigt hatte früher auch das Ziel die Hörer nach der Zeit des Leidens und des Gedächtnisses des Leidens zum Lachen zu bringen ("risus paschalis").
Das Osterlachen ist eine faszinierende und etwas in Vergessenheit geratene Tradition, die ihren Ursprung im Christentum hat und besonders in der Zeit vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert in vielen europäischen Ländern verbreitet war. Diese einzigartige Praxis fand während der Ostermesse statt und zielte darauf ab, die Freude über die Auferstehung Jesu Christi auf eine lebhafte und unkonventionelle Weise zum Ausdruck zu bringen.
Der Kern des Osterlachens bestand darin, dass der Priester oder Prediger während der Predigt am Ostersonntag humorvolle Anekdoten, Witze oder sogar satirische Kommentare einfließen ließ, um die Gemeinde zum Lachen zu bringen. Das Lachen war nicht trivial oder respektlos gemeint, sondern sollte die überwältigende Freude und das Glück über den Sieg Jesu über den Tod symbolisieren. Es war ein Lachen, das die Befreiung von Sünde und Tod und die Erneuerung des Lebens feierte.
Die Praxis des Osterlachens spiegelte eine tiefe theologische Überzeugung wider, dass durch die Auferstehung Jesu der Tod besiegt wurde und die Christenheit Grund zur Freude hat. Dieser freudige Aspekt des Osterglaubens wurde durch das gemeinsame Lachen in der Gemeinschaft verstärkt und machte die Botschaft von der Hoffnung und Erneuerung, die Ostern bietet, auf eine sehr menschliche und zugängliche Weise erlebbar.
Mit der Zeit geriet die Tradition des Osterlachens jedoch in Vergessenheit und wurde von der Kirche zunehmend weniger gefördert. Gründe dafür waren unter anderem die Sorge um die Würde des Gottesdienstes und die Befürchtung, dass die humorvollen Elemente die heilige Ernsthaftigkeit des Anlasses untergraben könnten. Trotz dieser Entwicklungen bleibt das Osterlachen ein faszinierender Aspekt der christlichen Kulturgeschichte, der uns daran erinnert, dass Freude und Humor essentielle Bestandteile der menschlichen Erfahrung sind – selbst in der Feier der tiefsten Mysterien des Glaubens.
Heute erlebt das Osterlachen in einigen Gemeinden eine Art Renaissance, da die Kirchen nach Wegen suchen, die Botschaft von Ostern auf frische und lebensbejahende Weise zu vermitteln. Das Osterlachen erinnert uns daran, dass im Herzen des christlichen Glaubens nicht nur Hoffnung und Erneuerung stehen, sondern auch eine tiefe, befreiende Freude, die es wert ist, geteilt und gefeiert zu werden.
IT - Quelle:
https://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/osterbraeucheindeutschland.html (2.4.2026)
Teil II Ostern - Kirchengeschichtlich |  |
Ostern ist anfangs in der christlichen Kirche an jedem Sonntag gefeiert worden. Schon 1Kor 16, 2 und Apg 20, 7 heben den "ersten Tag der Woche" heraus. Die erstmalig Apk 1, 10; Ign Magn 9, 1; Did 14, 1 begegnende Bezeichnung "Herrentag" zeigt, dass der Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu gefeiert wurde.
Wie es zu einer Jahresfeier von Ostern kam, ist bis heute in vielem dunkel. Gleichwohl dürften die neueren Forschungen gezeigt haben, dass das Passafest der Quartadezimaner sehr viel älteren Datums ist als Ostern und in manchem für die Ausgestaltung des Osterfestes bestimmend geworden ist.
Alle wesentlichen Momente des quartadezimanischen Passafestes begegnen auch beim Osterfest, freilich z. T. unter Umgestaltung oder neuer Sinngebung. Über die Einführung des Osterfestes darf daher folgende Vermutung gewagt werden. Nach Irenäus (Euseb, h. e. V, 24, 14) ist Ostern seit der Zeit Sixtus I. (um 115) in Rom gefeiert worden. Es gibt kein Zeugnis, dass Ostern anderswo früher gefeiert wäre.
Demnach ist das Osterfest wahrscheinlich Anfang des 2. Jh. in Rom geschaffen worden. Der Grund dafür dürfte gewesen sein, dass man sich stärker, als die Quartadezimaner es taten, von der Verbindung mit dem Judentum lösen und ein rein heidenchristliches Fest feiern wollte, zumal es in Rom selbst eine Gemeinde der Quartadezimaner gab.
Wegen der verschiedenen Praxis des Passa- bzw. Osterfestes kam es bald zu Streitigkeiten. Erstmalig verhandelten Anicet von Rom und Polykarp von Smyrna um 155 darüber, doch ohne Ergebnis. Beide Seiten blieben bei ihrer Praxis. Viktor von Rom (189-198) versuchte, einen einheitlichen Brauch herzustellen. Zwar hat er nicht die kleinasiatischen Quartadezimaner exkommuniziert (gegen Euseb), wohl aber wollte er die römische Gemeinde der Quartadezimaner seiner Autorität unterstellen. Trotz einiger Proteste, auch von Irenäus, konnte Viktor sich in Rom durchsetzen. Die Folge war, dass das quartadezimanische Passafest mehr und mehr zurückging und das heidenchristliche Ostern weiter vordrang.
Gleichwohl mussten sich noch die Synoden von Arles 314 und Nicäa 325 mit der Frage des Osterfestes befassen. Nunmehr wurden die Quartadezimaner exkommuniziert und dem Osterfest zur alleinigen Anerkennung innerhalb des Römischen Reiches verholfen. Freilich war damit noch kein einheitlicher Ostertermin erreicht. Während die Quartadezimaner wie die Juden den 14. Nisan einhielten, beobachtete man bei dem heidenchristlichen O. den auf diesen folgenden Sonntag.
Da jedoch Rom und Alexandrien einen verschiedenen Osterzyklus zugrunde legten, kam es auch nach Nicäa wiederholt zu Differenzen wegen des Datums für Ostern. Sie wurden erst durch Dionysius Exiguus ( ca. 545) beigelegt, der dem 19jährigen alexandrinischen Zyklus in Rom Eingang verschaffte, wodurch der 84jährige röm. Zyklus verdrängt wurde. Im 7. Jh. kam es noch zwischen Rom und Irland zu einem Osterstreit. Die Iren, die ursprünglich wohl Quartadezimaner gewesen waren, später aber einem älteren röm. Zyklus folgten, unterwarfen sich auf der Synode zu Whitby 664 dem römischen Ritus.
Was den Festinhalt betrifft, so bedeutete Ostern eine neue Sinngebung des urchristlichen Passa. Während bei den Quartadezimanern stellvertretendes Fasten für die Juden und die Erwartung der Parusie im Mittelpunkt ihres Festes standen, galt Ostern dem Gedächtnis der Auferstehung. Schon im 2. Jh. ging ein allerdings verschieden langes Fasten Ostern vorauf. Es wurde durch die nächtliche Feier der Eucharistie beendigt.
IT - Quelle:
https://www.theology.de/ (2.4.2026)
4 Bedeutung der Feiertage |  |
Wir feiern Ostern im März, wir feiern im April. Die Kirche legte im 4. Jahrhundert fest, dass Ostern auf einen bestimmten Sonntag fällt, nämlich den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Der 22. März ist damit der früheste Termin und der 25. April der späteste. Weil Christi Himmelfahrt und Pfingsten vom Termin des Osterfestes abhängen, gehören auch sie zu den beweglichen Feiertagen.
2026 fällt der Karfreitag auf den 3. April und der Ostersonntag auf den 5. April. Die Osterzeit dauert laut christlicher Lehre bis Pfingsten.
Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Mit ihm beginnt die Karwoche. Das Neue Testament berichtet, dass Jesus Christus an diesem Tag auf einem Esel in Jerusalem einritt. Die Bevölkerung, die in ihm den erwarteten Messias (Gesalbten) sah, begrüßte ihn jubelnd und legte Kleidung, Palm- und Ölbaumzweige auf die Straße, gewissermaßen als "roten Teppich" für Jesus.
Am Gründonnerstag feierte Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern. Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zwölf Jüngern gefeiert hat. Auf dieses Ereignis geht das Heilige Abendmahl zurück, das in der Kirche begangen wird. Leornado da Vinci hat das Abendmahl Jesu in seinem berühmten Fresko im Mailänder Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie dargestellt. Am Gründonnerstag wird noch weiterer Ereignisse gedacht: Jesus wusch seinen Jüngern die Füße und zeigte ihnen so, dass er ihnen diente. Später am Abend, im Garten Gethsemane, fiel er seinen Verfolgern in die Hände, weil sein Jünger Judas ihn für 30 Silberlinge und durch einen Kuss, den Judaskuss, verraten hatte. Außerdem endet am Gründonnerstag die Fastenzeit. Der Ursprung des Namens Gründonnerstag ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich geht er auf die alt- und mittelhochdeutschen Wörter "grunen" und "grinan" zurückgehen, die "greinen", "wehklagen" oder "weinen" bedeuten.
Karfreitag leitet sich in der Vorsilbe Kar aus dem althochdeutschen Wort "kara" ab, das so viel wie Klage, Elend oder Trauer bedeutet. An diesem Tag wurde Jesus dem römischen Statthalter in Judäa, Pontius Pilatus, gegenübergestellt, zum Tode verurteilt und - von seinen Folterknechten verhöhnt und mit einer Dornenkrone "bekrönt" - auf dem Hügel Golgatha an das Kreuz genagelt. Die Hinrichtungsform der Kreuzigung war in der Antike sehr verbreitet und entsprach römischem Recht. Laut den Evangelien starben auch andere zum Tode Verurteilte denselben Tod wie Jesus.
Die 15. Stunde des Tages gilt als seine Todesstunde, daher werden am Karfreitag um 15 Uhr Gottesdienste abgehalten. Der ''Karsamstag##, auch Ostersamstag genannt, ist der Tag der Grabesruhe. Es findet in der Regel kein Gottesdienst statt und die Altäre in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen. In der Nacht zum Sonntag jedoch wird die Osternacht gefeiert. Osterkerzen bringen wieder Licht in die zuvor dunklen Kirchen.
Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu und den Sieg des Lebens über den Tod. Nach dem Matthäus -Evangelium kamen Maria Magdalena und je nach Überlieferung zwei oder auch drei weitere Frauen zum Grab Jesu, als ein Engel den Stein, mit dem das Grab verschlossen war, zur Seite wälzte. Der Engel verkündete, dass Jesus nicht hier, sondern auferstanden sei. Als die Frauen sich auf den Weg machten, um den Jüngern davon zu berichten, begegneten sie Jesus, der zu ihnen sprach.
Laut Lukas - Evangelium trafen am Ostermontag auch zwei der Jünger auf Jesus. Sie hatten bis dahin an seiner Auferstehung gezweifelt, verbreiteten die Nachricht nun aber mit Freude. Da die Auferstehung Jesu den Glauben an ein Leben nach dem Tod begründet, ist Ostern das höchste Fest der Christen und das zentrale Ereignis der christlichen Religion.
Quelle: IT - Hinweis:
https://www.ndr.de/ratgeber/Ostern-Die-Bedeutung-der-Feiertage,osterfeiertage2.html (2.4.2026)
4.1 Karwoche - Palmsonntag |  |
Mit dem Palmsonntag (lateinisch dies florum, dies palmarum), danach volkstümlich im evangelischen Bereich Palmarum, auch Palmtag genannt, beginnt die Karwoche. An diesem Sonntag wird besonders des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht: Palmen (in unseren Breiten in der Regel Buchsbaum) werden gesegnet. In einer feierlichen Prozession wird das Kreuz (Jesus) in die Kirche hineingetragen, begleitet von Messdienern (und oft auch Kindern), die in ihren Händen die frisch geweihten Buchsbaumwedel tragen. Im Anschluss an den Gottesdienst nehmen die Gläubigen "Palmzweige" mit nach Hause und stecken sie hinter die im Haus befindlichen Kreuze oder auch Weihwasserkessel.
Das Neue Testament berichtet davon, dass Jesus auf einem Esel in die Stadt eingezogen ist. Die Bevölkerung sah in ihm den gekommenen Messias, den Wundertäter, den Retter. Sie jubeln ihm zu, breiten ihre Umhänge über die Straße und winken Jesus jubelnd ("Hosanna!") zu. Es sind die gleichen, die wenig später schreiend von Pilatus verlangen werden, diesen Verräter zu kreuzigen und statt seiner lieber den politischen Terroristen Barrabas freizulassen. Nachzulesen bei Matthäus 21,1 ff, bei Markus 11,1 ff, bei Lukas 19,28 ff oder Johannes 12,12 ff.
Auf diese Begebenheit geht unser Palmsonntag zurück. Er ist untrennbar mit der darauffolgenden Passionswoche verbunden, welche für den christlichen Glauben eine zentrale Bedeutung hat, weil sie an den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus erinnert.
Das alte Frühlingsbrauchtum mit wachstumsfördernden und unheilabwendenden Motiven, hat sich durch eine Verchristlichung mit solchen des österlichen Sieges Christi am Palmsonntag verbunden.
Seit dem 4. Jahrhundert wird im byzantinischen Liturgiebereich des Einzugs Jesu in Jerusalem in Form einer Prozession gedacht. Durch ein irdisches Missale ist die Palmweihe am Palmsonntag im 7. Jahrhundert bezeugt. In Deutschland verbreitete sich die Palmsonntags - Prozession erst im 11. und 12. Jahrhundert. Die Palmen stehen dabei als Symbol für den Einzug Jesu und dessen Huldigung. Der Umzug mit einem Palmesel war weit verbreitet. Der zelebrierende Priester erhielt bei der Kreuzverehrung vor der Kirche zum dreimaligen Gesang des " percutiam pastorem" drei Streiche mit einer speziellen Palmrute, worauf die Chorsänger die Antiphon "pueri Hebraeorum" anstimmten.
Da in Deutschland und Österreich keine echten Palmen zur Verfügung stehen, verwendet man am Palmsonntag stattdessen hiesige Grünzweige: Buchsbaum, Weidenkätzchenbüschel oder auch Wacholder.
Am Palmsonntag beginnt die hl. Messe mit einer Palmweihe. Im Gedenken an Jesu wird in einer feierlichen Palmprozession das Kreuz in die Kirche getragen, begleitet von Messdienern, Kindern und der Gemeinde, die in ihren Händen Buchsbaumzweige halten.
Erstmals in der Karwoche wird am Palmsonntag die Passion Jesu, das Leiden und Sterben des Herrn, verkündigt. Die Liturgie dieses Sonntags führt die Christen vom Jubel beim Einzug Jesu in Jerusalem bis zum "Kreuzige Ihn" und zum Tod.
Nach dem Gottesdienst werden die geweihten Zweige am Palmsonntag wieder mit nach Hause genommen und als segenbringende Zeichen hinter die im Haus befindlichen Kreuze oder Weihkessel gesteckt. Man glaubt, dass sie das Unglück vom Haus fernhalten.
Der Palmsonntag heißt seit der Kalenderreform im Jahr 1969 Dominica in palmis de passione domini (Palmsonntag vom Leiden des Herren).
Der Palmsonntag ist in den deutschen evangelischen Landeskirchen meist noch Konfirmationssonntag.
4.2 Karwoche - Gründonnerstag |  |
Der Gründonnerstag ist seit dem 12. Jahrhundert volkstümliche Bezeichnung für den kirchlichen Gedenktag der Einsetzung des Abendmahls (de coena domini), wurde schon in der alten Kirche als solcher begangen (Bericht der Ätheria aus Jerusalem, 4. Jahrhundert).
Die verschiedenen Deutungen des deutschen Namens (die lateinischen Bezeichnungen sind sehr vielfältig) befriedigen nicht (etwa vom Gebrauch grüner Paramente, von »Grinen« [ahd.] = »Klagen«, vom Essen grüner Kräuter sowie von der nicht sicher erklärten lateinischen Bezeichnung »dies viridium«). Ob sich das Klagen dabei auf die Fastenzeit mit dem Leiden, auf die darauffolgende Nacht, die Jesus in Todesangst verbrachte oder das Weinen auf die bevorstehende Kreuzigung Jesu bezieht ist nicht geklärt.
Auch das Erwachen der Natur in dieser Jahreszeit, das Grünwerden der Pflanzen verbindet uns mit dem Gründonnerstag und dem Osterfest. Darüber hinaus gibt es die Verbindungen zum Osterhasen, Osterlamm, Osterfeuer, Osterblumen, usw., die alle mit dem Erwachen und der Hoffnung im Zusammenhang stehen.
Unabhängig vom christlichen Glauben wird die Farbe Grün als Zeichen / Farbe der Hoffnung verstanden. Vom grün abgeleitet ist es heute in vielen christlichen Familien an Gründonnerstag üblich, grünes Gemüse zu essen, etwa Spinat oder Brunnenkresse.
Der Gründonnerstag erinnert an den Tag des Abendmahls vor dem Todestag Jesu. Dieses Abendmahl am Vorabend des Karfreitag nahm Jesus mit seinen engsten Vertrauten, den zwölf Jüngern ein.
Das Abendmahl bedeutet Abschied von Jesus nehmen, gleichzeitig aber auch ein Anfang für den christlichen Glauben. Denn in Form von Brot und Wein wurde Jesus selbst angenommen und um Vergebung der Schuld gebeten.
Gleichzeitig wird schon auf die Auferstehung und das Weiterleben Jesu hingedeutet. Trotz des Verrates durch Judas und das Leugnen der Jünger, nimmt Jesus die Schuld allein auf sich und gibt Hoffnung für ein neues besseres Leben nach seinem Tod.
Jesus forderte seine Jünger auf, fortan gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Wohl deshalb ist der Ursprung aller Abendmahlsfeiern der Gründonnerstag.
Der Gründonnerstag ist in der orthodoxen und römisch - katholischen Kirche liturgisch ausgezeichnet durch die Wiederannahme der Büßer (Absolution), durch die Weihe des hl. Öles (Chrisma, Myron) sowie durch die Fußwaschung.
Seit etwa 1500 Jahren feiern die Christen den Gründonnerstag, den fünften Tag der Karwoche, zur Erinnerung an die Einsetzung der heiligen Eucharistie.
Nach dem Gloria - Gesang verstummen in den Gottesdiensten die Orgeln und auch die Glocken werden bis zum Osterfest nicht geläutet.
Bei Beendigung des Gottesdienstes trägt der Priester den Hostienkelch in einer Prozession in einigen Gemeinden zu einem Seitenaltar oder in eine Kapelle.
Nach der Messfeier werden Blumenschmuck und Kerzen beiseite geschafft. Dies symbolisiert die Trauer über den Tod Jesu. Wegen des nahen Todes Jesu ist der Gründonnerstag ein Tag der Trauer.
Die Gläubigen werden in vielen Gemeinden von den Messdienern mit Holzklappern und Ratschen zum Gottesdienst gerufen.
Die evangelischen Kirchen begehen den Gründonnerstag mit einem Abendmahlsgottesdienst. Dieser Gottesdienst wird in vielen Gemeinden besonders gefeiert. Ausgehend von der heutigen liturgischen Erneuerungsbewegung wird oft versucht, ihn im Rahmen der Karwoche als den ersten Tag des Triduum Sacrum besonders zu begehen.
Die Liturgie der Altkatholischen Kirche am Gründonnerstag entspricht in weiten Teilen dem Römischen Ritus. Die Rubriken des Eucharistiebuchs sehen folgendes vor. Nach dem Gloria schweigen Orgel und Glocken. Zur Fußwaschung kann das Taizélied Ubi caritas gesungen werden. In den Fürbitten sollte der Gemeinden des eigenen Bistums und der ökumenischen Nachbargemeinden gedacht werden. Die Eucharistiefeier endet mit dem Gebet nach der Kommunion. Der Segen wird erst wieder als Feierlicher Schlusssegen in der Osternacht gespendet. Wo es möglich ist, wird zu stillem Gebet, zur Meditation und zur Lesung der Abschiedsreden Jesu aus dem Johannesevangelium Gelegenheit gegeben.
4.3 Karwoche - Karfreitag |  |
Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. An diesem Tag werden verschiedene Brauchtümer gepflegt. Für viele evangelische Christen ist es der höchste Feiertag im Jahr.
Begrifflich abgeleitet ist der Karfreitag, von althochdeutsch "kara" = Wehklage, Kummer, Trauer, bildete im 2. Jh. mit Karsamstag ein »biduum« des Fastens.
Die adoratio crucis (Kreuzesfeste), seit dem 4. Jh. (Jerusalem), änderte das nicht, die dabei im Westen gesungenen Improperien tauchen im 7. Jh. auf.
Die Karfreitagsfeier (ältere Gestalt, größere Zahl der Lesungen; Fürbittengebete; keine eigentliche Messe) geht in der Anlage auf den griechische Werktagsgottesdienst zurück.
Die ostkirchliche Praesanktifikatenmesse hat der Westen seit dem 7. Jh. Hier war der Karfreitag im Mittelalter Kommuniontag aller, später (seit 1570) nur des Zelebranten; heute erstrebt man wieder den früheren Brauch.
In der Reformation ist der Karfreitag (Luthers »guter Freitag«) halber Feiertag mit Lesen und Predigen der Leidensgeschichte (Passionsharmonie Bugenhagens); später wird er Bußtag, in Preußen zeitweilig Konfirmationstag. Das Lesen oder Singen der Passion (Johannispassion - wie schon seit dem 4. Jh., meist nachmittags) wurde in verschiedener Weise von Aufklärung und Pietismus kritisiert.
Unter Lutheranern wird heute die Rückkehr zu katholischen Karfreitagsbräuchen vorgeschlagen (etwa kein Orgelspiel, Abräumen des Altars).
Der am Karfreitag begangene Kreuzweg beschreibt die wichtigen Stationen dieses Tages.
1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt
In vielen Gemeinden finden sich Kreuzwege, auch die vom Christentum inspirierte Kunst hat vielfältige Kunstwerke erschaffen, die im Zusammenhang mit diesen Ereignissen stehen.
Das Kreuz wurde ab dem dritten Jahrhundert ein Zeichen der Christenheit.
Am Karfreitag werden heute noch verschiedene Brauchtümer gepflegt. Christen essen am Karfreitag Fisch, weil der Fisch eines der ältesten Symbole ist, mit dem sie sich zu erkennen geben. Das Wort "Fisch" heißt auf griechisch "Ichthys". Das sind die Anfangsbuchstaben von "Iesos Christos Theou Yios Soter". Auf deutsch: "Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter".
Darüber hinaus ist es christliche Tradition, dass an Fasttagen generell auf Fleisch "der Tiere des Himmels und der Erde" verzichtet wird. Nach christlicher Tradition verzichtet man an Freitagen - in Erinnerung an den Karfreitag - auf teueres Fleisch und isst stattdessen Fisch, der nicht zu Fleisch zählt und früher billiger war. Christen gedenken am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu. Dieser Tag dient der Besinnung auf die Leiden Christi am Kreuz.
Für manche ist der Karfreitag ein strenger Fastentag. Der Karfreitag wird mindestens seit dem zweiten Jahrhundert gefeiert. Bis heute gilt er in der katholischen Kirche als strenger Fasttag. Gläubige, die älter als 14 Jahre sind, dürfen/ sollen an diesem Tag kein Fleisch zu sich nehmen, Katholiken zwischen 18 und 60 ist am Karfreitag nur eine einmalige Sättigung erlaubt. Ursprünglich durfte man an diesem Tag überhaupt nichts essen oder trinken. Selbst Glocken schweigen.
In Frankreich heißt der Karfreitag "vendredi saint", was heiliger Freitag heißt.
In England wird er "Good Friday" oder "Black Friday" genannt, was übersetzt guter Freitag oder schwarzer Freitag heißt.
4.4 Karwoche - Karsamstag |  |
Der Karsamstag (fälschlicherweise manchmal Ostersamstag genannt), ist der erste Tag nach Jesu Tod und der Tag der Grabesruhe. Es findet kein Gottesdienst statt und die Altäre in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen.
Biblischer Hintergrund ist der Sabbat ist der jüdische Ruhetag. An diesem Tag darf nicht gearbeitet werden. Deswegen musste Jesus noch am Freitag beerdigt werden. Am Karsamstag wurden Wachen vor dem Grab von Jesus positioniert. Sie sollten darauf achten, dass der Leichnam nicht gestohlen wird und so die Aussage im Land verkündet werden kann, dass Jesu auferstanden sei.
Am Karsamstag wurde aber nicht nur Jesus für tot erklärt, sondern auch die Hoffnung auf einen Retter begraben. Denn am Karsamstag versteckten sich die Jünger aus Angst selbst am Kreuz hingerichtet zu werden.
Dieser Tag der Depression besiegelte bei vielen Menschen den Glauben an einen neuen Anfang. Symbolisch kann man für den Karsamstag sagen, dass trotz der hoffnungslosen Lage das Leben weitergeht und bessere Tage folgen, wie die Auferstehung Jesu deutlich macht.
Erst in der Nacht zum ersten Ostertag oder sogar in der Frühe des Ostermorgens kommen die Christen zur Feier der Auferstehung zusammen, verbunden mit der Weihung des Osterwasser, des Osterfeuer und der Osterkerze.
Die Glocken, die sich am Gründonnerstag mit vollem Geläute nach dem Abendmahls- Gottesdienst verabschiedet hatten, kehren am Karsamstag beim Gloria in der hl. Osternacht wieder mit vollem Klang zurück. Der Ostersamstag ist der Samstag nach Ostern.
4.5 Osternacht Geschichte und Feier |  |
Ostern ist als das älteste Fest der Christenheit in seiner Bedeutung hinter das Weihnachtsfest zurückgetreten (nicht umsonst spricht Matthias Morgenroth vom „Weihnachts - Christentum“). Doch die Feiern in der Osternacht spielen im gottesdienstlichen Leben der Gemeinden eine immer größere Rolle.
Der Blick auf die Geschichte erklärt die Anziehungskraft dieser Gottesdienste.
Sabine Bäuerle erklärt "Auf der Schwelle vom Tod ins Leben" die Geschichte und Feier der Osternacht.
IT - Hinweis
https://www.zentrum-verkuendigung.de/ (2.4.2026)
5 Frankreich |  |
In Frankreich bleiben die Glocken von Gründonnerstag bis Karsamstag im ganzen Lande stumm, um den Tod Jesu zu betrauern. Erst am Ostersonntag läuten die Glocken wieder aus Freude über die Auferstehung Christi. Wenn die Franzosen die Glocken am Ostersonntag hören, umarmen und küssen sie sich.
Man erzählt sich, dass das Glockenläuten nach Rom geht, um den Papst zu besuchen. Bei seiner Rückkehr bringt es dann die Ostereier mit. Diese werden von den Kindern in die Luft geworfen. Das erste, das auf den Boden fällt, verliert. In manchen Gegenden Frankreichs halten die Kinder auch nach einer Kutsche Ausschau, die, gezogen von vier weißen Pferden, gefüllt mit Eiern ist.
Sie hat so viele Oster - Traditionen wie Kantone, deshalb hier nur die wichtigsten Beispiele.
Im Westen des Landes tragen "Les Pleureuses" (Klageweiber) am Karfreitag die Marterwerkzeuge Christi und das Schweißtuch der Heiligen Veronika durch die Straßen. Die Städte hallen von Gebeten und Gesängen wieder.
Im Wallis dagegen wird in den Dörfern Brot, Käse und Wein verteilt. Man durfte früher am Karfreitag nur barfuss auf die Straße gehen, um die Erde nicht zu stören. Heutzutage ziehen die Waliser kurz vor Sonnenaufgang am Ostermontag in kleinen Prozessionen auf die nahe gelegenen Hügel. Sie begrüßen die Sonne, Symbol für die Auferstehung Christi, mit einem Tanz. Gelenkige Landsleute machen drei Purzelbäume. In einigen Gegenden versucht man, mit einem Wasserbassin, die Reflexion der tanzenden Sonnenstrahlen einzufangen.
In Bern kommen Jung und Alt am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz in der Altstadt zum "Eiertütscha" zusammen. In dem Wettstreit werden die Ostereier aneinander geschlagen - das standhafteste gewinnt.
7 Spanien |  |
In Spanien geht man am Ostersonntag in die Ostermesse. Dabei tragen die Jungen einfache Palmwedel und die Mädchen mit Süßigkeiten und anderem Zierrat geschmückte Palmwedel. Die Palmwedelträger werden dann vom Priester gesegnet.
Außerdem gibt es im gesamten Land Osterprozessionen, die bekannteste findet in Sevilla statt. Vor der Kirche im Palma de Mallorca wird am Ostersonntag die Passionsgeschichte nachgespielt.
Jedes Jahr am Gründonnerstag um 22.00 Uhr finden auf der Plaça Major in Verges die Passionsspiele statt. Dort tanzen Männer als Skelette verkleidet. Anschließend bewegt sich der spektakulär berühmte Totentanz als Prozession durch die Gassen des Örtchens.
8 Italien |  |
In Italien isst man traditionell eine „Ostertorte“, einen salzigen Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, oder "Ostertaube" ("Paloma di Pasqua"). Dieser Kuchen ähneln dem Gugelhupf. In vielen Orten gibt es Karfreitags eine Prozession, bei der das Kirchenkreuz durch die Straßen getragen wird. Die dunkel gekleideten Teilnehmer schreiten langsam durch die Gassen, die Straßenlaternen sind ausgeschaltet, überall brennen Kerzen. Menschen und Kirchenglocken schweigen. Die Auferstehung wird am zweiten Osterfeiertag bei einem Ausflug mit Freunden oder der Familie gefeiert: "Pasquetta".
9 Griechenland |  |
Das griechisch - orthodoxe Osterfest wird meist eine Woche nach unserer Feier begangen (ab Donnerstag). Die Ostereier bemalt man rot und bewahrt sie bis Samstagabend auf. Zur Samstagabendmesse bringen die Gläubigen brennende weiße Kerzen mit. Um Mitternacht werden alle Kerzen - bis auf eine - gelöscht. Die noch brennende Kerze symbolisiert die Auferstehung Christi. Das brennende Licht, das Leben, wird dann von dieser Kerze an die anderen weitergegeben.
10 England |  |
In England werden zu Ostern Weidenkätzchenzweige gesammelt und die Menschen tätscheln sich damit gegenseitig. Dies soll Glück für das nächste Jahr bringen.
In dem Örtchen Olney gibt es zu Ostern einen besonderen Brauch. Am Gründonnerstag, dem 'Pancake Thursday', findet seit 500 Jahren ein Pfannkuchenrennen statt.
11 Schottland |  |
In Schottland werden überall auf den Hügeln der Highlands Osterfeuer entzündet. Dieser Brauch stammt noch aus der keltischen Zeit, als man zu dieser Zeit Frühlingsfeste feierte.
12 Wales |  |
In Wales findet am Palmsonntag traditionell das 'Gymansa Ganu' statt. Zu diesem Gesangswettstreit treffen sich Kirchenchöre aus ganz Wales und es werden Gastdirigenten eingeladen.
13 Irland |  |
In Irland ist der Karfreitag ein sehr ruhiger Tag. Viele Menschen essen nichts bis zum Mittag und früher war es Brauch, nur barfuß auf die Straße zu gehen. Es wurde auch kein Tier geschlachtet, kein Holz verbrannt oder verarbeitet und auch kein Nagel eingeschlagen. Am Ostersamstag werden hunderte Kerzen an der vom Priester gesegneten großen Kerze entzündet. Ostersonntag wird ein ruhiges Mahl, meistens bestehend aus Lauchsuppe und Lamm, zu hause gegessen.
Dort werden an Ostern – nach dem Ende der Fastenzeit - traditionell Tanzwettbewerbe auf den Straßen ausgetragen. Der Sieger bekommt einen Kuchen.
Auch ein skurriler Osterbrauch findet am Ostersonntag an manchen Orten Irlands statt. Es finden symbolische Heringsbegräbnisse statt. Die Heringe werden zu Grabe getragen als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit, an der Heringe eine Hauptmahlzeit sind, nun zu Ende ist. Nicht selten werden diese Heringsbegräbnisse vom örtlichen Metzger initiiert. Wahrscheinlich sind sie froh, dass wieder Wurst und Fleisch gekauft wird.
In Schweden wird Påsk (Ostern) sehr ruhig und besinnlich gefeiert. Bis vor kurzem galt es als unpassend, Taufen oder Hochzeiten zu feiern. Auch die Kinos hatten bis vor wenigen Jahren am Karfreitag geschlossen. Die Wohnungen werden mit Birkenzweigen und bunten Federbüschen geschmückt.
Am Gründonnerstag ziehen Mädchen und Jungen mit Kopftüchern und mit langen Röcken als 'Osterweiber' ("Påskäring") verkleidet von Haus zu Haus und hinterlassen so genannte 'Osterbriefe' und erhoffen sich als Gegenleistung Süßigkeiten oder Geld. Durch die langen Kleider hat der Ostersamstag auch den Namen „langer Samstag“.
Die Großen schmücken ihre Wohnungen mit Birkenreisig und knallig-bunten Federpuscheln.
Die Osterfarbe ansonsten ist gelb und so bringen in Schweden die Osterküken - nicht der Osterhase - die Ostereier.
Mit Feuerwerkskörpern (Westschweden), Lärm und Osterfeuer werden die "bösen" Osterhexen verjagt. Die treffen sich von Gründonnerstag bis zum Ostersamstag am Blåkulla, dem schwedischen Brocken, mit dem Teufel.
15 Finnland |  |
In Finnland schlägt man Freunde und Bekannte am Palmsonntag leicht mit der Birkenrute ("Virpovitsa")auf den Rücken. Diese Ruten sollen an die Palmwedel erinnern, mit denen Jesus bei seinem Einzug nach Jerusalem begrüßt wurde und Glück bringen.
Am Ostersonntag ziehen die finnischen Kinder laut lärmend und mit allem, was zum Krach machen taugt, durch die Straßen Finnlands und verscheuchen den Winter und beenden so die dunkle Jahreszeit.
16 Polen |  |
Im katholischen Polen nimmt Ostern eine besondere Stellung ein. Am Ostersamstag wird ein Korb mit bemalten Eiern, Brot, Kuchen, Salz, Papier und weißen Würsten gefüllt und am Ostersonntag in die Kirche gebracht und dort gesegnet. Die Fastenzeit ist erst vorbei, wenn dieser Korb gesegnet ist.
Eine weitere Ostertradition in Polen ist am Ostermontag der Brauch des gegenseitigen Bespritzens mit Wasser, "Smingus - Dyngus" genannt. Dieser Brauch, vor dem niemand sicher ist, soll an die Taufe des Prinzen Mieszko I. im Jahre 966 erinnern, der den Polen das Christentum brachte.
17 Bulgarien |  |
In Bulgarien werden die Ostereier nicht versteckt, sondern man bewirft sich gegenseitig mit ihnen. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, ist der Sieger und soll das erfolgreichste Familienmitglied des kommenden Jahres werden. Eine Variante davon ist es, vor dem Ostermahl die Eier gegeneinander zu schlagen. Ein weiterer Brauch ist es, die Eier nach der Mitternachtsmesse an der Wand der Kirche aufzuschlagen.
Ein anderer weit verbreiteter Osterbrauch in Bulgarien ist es, dass die älteste Frau im Haushalt mit dem ersten rot gefärbten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht streicht. Dies soll Gesundheit und Stärke verleihen.
Der am weitesten verbreitetste Osterbrauch in Bulgarien ist das Osterbrot. Es wird von unverheirateten Mädchen gebacken und besteht aus Eiern, Zucker und Früchten.
18 Rumänien |  |
In Rumänien werden an Ostern die Häuser geputzt, sich gebadet und neue Kleider angelegt. Dann trifft sich alles in der Nacht mit entzündeten Kerzen in der Kirche. Überall auf den Hügeln und den Feldern werden Osterfeuer entzündet. Nach der Ostermesse strömen die Menschen mit ihren entzündeten Kerzen in die Nacht hinaus.
Im Folgenden wird auf das Brauchtum in Siebenbürgen eingegangen. Ostern ist wie Pfingsten und Weihnachten ein dreitägiges Fest. In den Gemeinden gibt es heute nicht mehr an allen drei Tagen einen Gottesdienst, so wie es früher üblich war. Die Pfarrer haben heute meist mehrere Diaspora - Gemeinden zu betreuen und können dies zeitlich nicht bewältigen. Dafür gibt es aber zum Beispiel in der Gemeinde Bartholomae bei Kronstadt seit einigen Jahren wieder einen Oster - Mitternachtsgottesdienst, den Jugendliche gestalten.
Am Karfreitag wird in Petersdorf bei Mühlbach seit zwei Jahren ein „Kreuzgang“ mit Stationen, an denen der Leidensweg Jesu bedacht wird, abgegangen. Der Weg führt vom Pfarrhof zur Kirche, etwa 20 Jugendliche aus dem Ort nehmen daran teil. Der „Kreuzgang“ hat keine alte Tradition, sondern ist neu von Dechant Wünsch eingeführt worden.
Im Hauptgottesdienst am Ostersonntag ist es in vielen Gemeinden üblich, dass der Pfarrer, gefolgt von der Gemeinde, im Uhrzeigersinn um den Altar schreitet, in Michelsberg gehen erst die Männer, dem Alter nach (zu dem Lied "Bis hierher hat mich Gott gebracht"), dann die Frauen (zu dem Lied "Nun danket alle Gott"). Ebenso wird es an Pfingsten und Weihnachten gemacht.
Obwohl das Osterfest der Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi gedenkt, ranken sich um das Fest viele heidnische Brauchelemente , die an Fruchtbarkeits- und Frühlingsbegrüßungsriten erinnern.
In einigen Orten hat sich am Ostersonntag der Brauch des "Osterbegleits" erhalten. Wie früher in vielen Ortschaften üblich, wird heute der Pfarrer in Stolzenburg, Alzen, Neudorf bei Schäßburg und in Michelsberg noch von der Gemeinde nach dem Gottesdienst von der Kirche zum Pfarrhaus begleitet. Früher war der Zug geordnet nach Alter und Geschlecht, bei heute nur noch 15 bis 50 Menschen anstelle von früher 300 bis 600 damals wird das aber nicht mehr so strenggenommen. Im Pfarrhof halten der Pfarrer und Kurator eine Rede an die Gemeinde. Früher liefen die Kinder voraus und begrüßten die ankommenden kirchlichen Vertreter auf dem Pfarrhof mit einem „Vivat“. Heute mangelt es an den Kindern, trotzdem wird zum Beispiel in Neudorf immer noch das traditionelle Himmelbrot gebacken, eine längliche Oblate, die früher nur an die Kinder, und heute an alle Gemeindeglieder ausgeteilt wird. Dieser Brauch geht auf die Osterprozession zurück, wie sie vor der Reformation abgehalten wurde.
Das Basteln und Verstecken von Osternestern am Ostersonntag ist ebenfalls heute noch geläufig, zum Beispiel in Alzen, wo die Kuratorin und Lehrerin Rosi Müller mit ihren Schülern Osternester bastelt.
Am Ostermontag gab es früher mehrere Traditionen, das „Bespritzen“, das Eier - Wettlaufen und das Hahnenschießen. Das „Bespritzen“ ist das einzige, was sich davon heute noch in vielen Gemeinden erhalten hat. Es ist keine ausgemacht sächsische Tradition, sondern auch in Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Polen bekannt. In Siebenbürgen folgen auch Ungarn, Rumänen und Roma diesem Brauch, der hauptsächlich in ländlichen Gemeinden, aber auch in der Stadt noch ausgeübt wird. Traditionell gehen die Jungen und Männer die Mädchen/ Frauen bespritzen, (bei Kindern gehen auch Mädchen die Jungen oder Mädchen die Mädchen bespritzen). Man ging und geht auch heute noch in Altersgruppen. In einigen Orten gehen auch die älteren Sachsen dieser Tradition noch nach, auch in den Städten, aber hier geht man meist nur zu Freunden und Bekannten. Vielerorts wird, in allen Sprachen, vor dem „Bespritzen“ noch in Abwandlung dieser Spruch gesagt: Ich habe gehört, in diesem Haus wohnt eine Rose, darf man sie bespritzen, damit sie nicht welke?
IT - Quelle:
https://www.theology.de/ (2.4.2026)
http://traditionen.evang.ro/fe/tradition/view/135 (4.4.2026)
Teil IV - Frieden |  |
19 "Ostermärsche" – Rückblick |  |
Den Anfang machen an Ostern 1958 rund 10.000 Menschen in Großbritannien, die mit einem Viertagesmarsch gegen den Einsatz von Atomwaffen demonstrieren.
Die Proteste werden schnell zum Vorbild in ganz Europa. 1960 findet in Norddeutschland der erste Ostermarsch statt.
Kuba - Krise, Vietnamkrieg und die Angst vor einem atomaren Weltkrieg lassen die Märsche bis Ende der sechziger Jahre zu einer Massenbewegung werden.
Auch in der DDR stoßen die Lieder der Bewegung auf Anklang, wurden von der DDR -Führung aber für eigene Zwecke vereinnahmt.
Was als Ablehnung von Atomwaffen begonnen hat, entwickelt sich zu einem breiten Appell, abzurüsten und Konflikte friedlich zu lösen.
IT - Quelle:
IT - Hinweis:
https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/507293/ostermaersche/ (2.4.2026)
20 Friedenserziehung |  |
Friedenslernen in seiner pädagogischen Einschätzung geht von gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen aus, in denen Heranwachsende und Erwachsene aufwachsen und leben.
Stephan GILL war in seiner Analyse von GRIMSCI noch von der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre, dem Zusammenbruch der liberalen Demokratie, dem Aufstieg des Faschismus und dem sowjet - kommunistischen System beeinflusst. Aktuell ist der neoliberale Kapitalismus mächtig und vorherrschend. Von Interesse ist das Fehlen bzw. eine mangelhafte Organisationskraft alternativer Programme von linksgerichteten politischen Strömungen (vgl. GILL 2011, 265).
Gill beschreibt die weltpolitische Lage in ihrer derzeitigen Art und Weise beispielhaft mit der Ausbeutung von Menschen und der Natur, massiven globalen Problemen wie ein rapides Bevölkerungswachstum, die Zerstörung der Biosphäre, dem Klimawandel, hochentwickelten Produktions- und Zerstörungskräften, der Militarisierung des Weltalls, der Blockadepolitik in den Klimaverhandlungen, der Konzerndominanz, der Welternährungskrise und der Privatisierung öffentlicher Güter/Wasser, Boden, natürliche Ressourcen (vgl. GILL 2011, 267).
Wesentlich erscheint bei dieser Analyse die Dominanz ökonomischen Denkens auf das soziopolitische Leben zu sein.
Gefordert ist der Kontext zu Ursprüngen ethisch - moralischer und friedenspädagogischer Lehr- und Lernerfordernisse.
Die beschriebenen Entwicklungen sind Ausgangspunkt von verbesserungswürdigen Perspektiven für eine Friedenspolitik.
Zudem stellt sich die Forderung nach einer einhergehenden Friedenserziehung in Verbindung mit Friedenslernen und einer entsprechenden Politischen Bildung - Ethik, die Wissen und Kompetenzen für die Umsetzung vermittelt (vgl. GRASSE -GRUBER - GUGEL 2008, WULF 2008, WINTERSTEINER 2005/2008/2011).
1 Europäische und internationale Organisationen vermitteln diese Bildungsziele in Programmen und Dekaden für Projekte.
2 Die UNESCO vermittelt eine Kultur des Friedens und der "Global Citizenship Education" (vgl. als Basis WINTERSTEINER/ GROBBAUER/ DIENDORFER/ REITMAIR - JUAREZ 2014). Der Europarat setzt sich vehement seit seiner Gründung für Menschenrechte und Frieden unter Beteiligung der jungen Gesellschaft ein.
3 In der UN - Kinderrechtskonvention ist der Schutz der Kinder, die Beachtung ihrer Meinungen und der Beteiligung in der Gesellschaft festgeschrieben.
4 Im ökumenischen Bereich setzt der Weltkirchenrat Initiativen zur Förderung friedenspolitischer und religiöser Impulse, beispielhaft 2019 in Palästina und Israel.
Aus diesen vier Programmen ergibt sich die Forderung nach einer zeitgemäßen Friedenserziehung und damit einer Friedenskultur. Dies allein wird in einer Welt mit organisierter Friedenslosigkeit wenig nützen.
- Zu beachten sind daher Bedingungen der Sozialisation, inter- und transkulturelle Bedingungen, der Bildung und des alltäglichen Umgangs mit sozialer Gerechtigkeit (vgl. GRUBER 2016, 58-59).
- Friedenserziehung bzw. Friedenslernen ist Lehren und Lernen zu Demokratie und Menschenrechten, demnach gegen Menschenfeindlichkeit, Obrigkeitshörigkeit und Machtmissbrauch.
- Ethisch - moralische Aspekte gehören in sensible Erziehungs- und Lernprozesse, die gesamtgesellschaftlichen Charakter haben.
Im internationalen Kontext erhält das Friedenslernen eine größere Bedeutung. Dies zeigt sich in friedenspädagogischen Interventionen in Nachkriegsregionen in Form eines Rückgangs von Gewalt (vgl. GRASSE - GRUBER - GUGEL 2008).
Damit ergibt sich die Verbindung von Friedenspädagogik und Friedensforschung.
22 Aspekte einer Friedensethik |  |
Die gegenwärtige Rückkehr zu geographischen Kategorien in der internationalen Politik und damit Schwächung internationaler Organisationen erfordert neue Perspektiven der Friedensethik, mit staatlichen Aufgaben, Sicherheit zu garantieren, einem Minimieren von Gewalt, insbesondere im Bildungsbereich Orientierung für politisches Handeln in komplexen Kontexten zu ermöglichen.
Die folgenden Aspekte bedürfen in einem Zeitalter der Unsicherheit einen neuen friedensethischen Kontext, beispielhaft Aspekte militärpolitischer Veränderungen,
- Stärkung des Multilaterismus,
- gewaltfreie Konfliktbearbeitungen und
- Selbst- und Bündnisverteidigung sowie Bündnissolidarität.
Zur Diskussion stehen Präventionsmaßnahmen, zivile Konfliktbearbeitung und militärische Rüstung.
23 Friedenspädagogik |  |
Friedenspädagogik wird im deutschsprachigen Raum zumeist als Theorie der Friedenserziehung verstanden.
- Der Friedenserziehung wird das Praxisfeld zugeordnet. Mitunter wird auch Friedenserziehung als Obergriff von Theorie und Praxis bezeichnet.
- Im angelsächsischen Raum wird die Theorie und Praxis der Friedenserziehung allgemein unter den Begriff "peace education" geführt.
- In jüngster Zeit gibt es weitere Begriffe in der Debatte, um einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden. Dabei werden die Begriffe Friedensbildung und Friedenslernen verwendet.
- Friedensbildung wird aktuell in Deutschland im kirchlichen Bereich verwendet (vgl. DOSCH 2014).
Friedenslernen ("learning peace") als Begriff findet international den Anschluss an peace building - Aktivitäten als Friedenskonsolidierung nach Kampfhandlungen. Damit bezieht man sich auf die Bewältigung der Konsequenzen von Kriegen und Konfliktursachen (vgl. SCHNECKENER 2005, 18-20).
Die Ausweitung des Begriffs als Paradigma einer "Kultur des Friedens" erscheint sinnvoll.
24 Literaturverzeichnis Friedenspädagogik |  |
Aichholzer J. - Friesl Chr. - Hajdinjak S. - Kritzinger S. (Hrsg.) (2109): Quo Vadis Österreich?, Wertewandel zwischen 1990 und 2018, Wien
Anders G: (2003): Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen, München
Baberowski J.(2018): Räume der Gewalt. Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 1570, Bonn
Bohnacker Th. (2011): Forschung für oder Forschung über den Frieden? Zum Selbstverständnis der Friedens- und Konfliktforschung, in: Schlotter P. - Wisotzki S. (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung, Baden - Baden, 46-77
Brand U. - Brunnengräber A. - Schrader L. - Stock Chr. - Wahl P. (Hrsg.) (2000): Global Gouvernance. Alternative zur neoliberalen Globalisierung, Münster
Bubolz G. (1985): Umwelterziehung im Pädagogikunterricht, Frankfurt/ M.
Carson R. (1963/2013): Der stumme Frühling, München
Dichatschek G. (2017a): Didaktik der Politischen Bildung. Theorie, Praxis und Handlungsfelder der Fachdidaktik der Politischen Bildung, Saarbrücken
Dichatschek G.(2017b): Interkulturalität. Ein Beitrag zur Theorie, Bildung und Handlungsfeldern im Kontext von Interkultureller Öffnung und Politischer Bildung, Saarbrücken
Dichatschek G.(2017c): Erwachsenen - Weiterbildung. Ein Beitrag zu Theorie und Praxis von Fort- bzw. Weiterbildung, Saarbrücken
Dichatschek G. (2019a): Lehre an der Hochschule. Ein Beitrag zu Dimensionen der Lehre, Lehrer (innen) bildung, Fort- bzw. Weiterbildung Lehrender und Hochschuldidaktik, Saarbrücken
Dichatschek G. (2019b): Medienarbeit. Aspekte zur Weiterbildung im Kontext der Politischen Bildung/ Medienpädagogik -Medienbildung, Saarbrücken
Dietrich W. (2019): Gerechtigkeit und Frieden. Eine biblische Grundlegung, Friede, in: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens, Ein Friedenstheologisches Lesebuch, Leipzig, 43- 52
Dosch K. - U. (2014): Friedensbildung als pädagogisches Konzept, Bund für Soziale Verteidigung: Hintergrund- und Diskussionspapier Nr. 37/ September 2014
Exo M. (2015): Indigene Methoden als Stachel für die Friedens-und Konfliktforschung. Über Rechenschaftspflicht und das Erlernen dekolonisierender Praxis, in: Bös M. - Schmitt L. - Zimmer K. (Hrsg.): Konflikte vermitteln? Lehren und Lernen in der Friedens- und Konfliktforschung, Wiesbaden, 281-304
Friedensgutachten 2013: Bonn International Centre for Conflict Studies - Leibnitz - Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung - Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg - Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg - Essen, Bielefeld
Frieters - Reermann N./ Lang - Wojtasik Gr. (Hrsg.) (2015): Friedenspädagogik und Gewaltfreiheit. Denkanstöße für eine differenzsensible Kommunikations- und Konfliktkultur, Opladen-Berlin-Toronto?
Galtung J. (1971): Gewalt, Frieden und Friedensforschung, in: Senghaas D. (Hrsg.): Kritische Friedensforschung, Frankfurt/M., 55-104
Galtung J. (1975): Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung, Reinbek
Gill St. (2011): Progressives politisches Handeln und die globale organische Krise, in: Opratko B. - Prausmüller O. (Hrsg.): Gramsci global. Neo - gramscianische Perspektiven in der Internationalen Politischen Ökonomie, Hamburg, 265-285
Grasse R.-Gruber B. - Gugel G. (Hrsg.) (2008): Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven, Reinbek bei Hamburg
Gießmann H.- J. - Rinke B. (Hrsg.) (2011): Handbuch Frieden, Wiesbaden
Graf W.(2014): Interaktive Konflikttransformation. Inoffizielle Diplomatie und zivilgesellschaftliche Intervention in "ethnopolitischen" Konflikten, in: Dressel G. (Hrsg.): Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden, Bielefeld, 231-238
Grobbauer H. (2016): Global Citizenship Education, in: Wintersteiner W. - Wolf L. (Hrsg.): Jahrbuch Friedenskultur, Bd. 10/2015, Friedensforschung in Österreich. Bilanz und Perspektiven, Klagenfurt, 318-332
Gruber B. (2016): Friedenslernen - integraler Bestandteil der (Friedens-) Forschung? Herausforderungen und Perspektiven, in: Wintersteiner W. - Wolf L.(Hrsg.)(2016): Jahrbuch Friedenskultur, Bd. 10/2015, Friedensforschung in Österreich. Bilanz und Perspektiven, Klagenfurt, 54-77
Gruber B. - Wintersteiner W. - Duller G. (Hrsg.) (2009): Friedenserziehung als Gewaltprävention. Regionale und internationale Erfahrungen, Klagenfurt
Gruber B./ Gamauf - Eberhardt U./ Dorfstätter P. (2014): Angewandte Friedens- und Demokratieerziehung - Einschätzung und Perspektiven, Klagenfurt - Schlaining - Wien
Gugel G. (2011): Friedenserziehung, in: Gießmann H.J. - Rinke B. (Hrsg.): Handbuch Frieden, Wiesbaden, 150-15
Gugel G. - Jäger U. (1995): Gewalt muss nicht sein. Eine Einführung in friedenspädagogisches Denken und Handeln, Tübingen
Hamann Br. (2002): Bertha von Suttner - Ein Leben für Frieden, München
Huber W. - Reuter H.R. (1990): Friedensethik, Stuttgart
Hufer Kl.- P. (2016): Politische Erwachsenenbildung. Plädoyer für eine vernachlässigte Disziplin, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 1787, Bonn
Jansen H. - Triebel W. (2000): Gebt dem Frieden im 21. Jahrhundert neue Chancen: Lehren und Erfahrungen der Friedensbewegung im 20. Jahrhundert. Historisches, Politisches, Aktuelles über Pazifismus und Anforderungen an die Friedensbewegung im 21. Jahrhundert, Berlin
Jäger U. (2014): Friedenspädagogik und Konflikttransformation > https://berghof-foundation.org/library/friedenspädagogik-und-konflikttransformation (9.11.2024)
Kirchenamt der EKD (Hrsg.) (2019): Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch, Leipzig
Körtner U. (2019): Evangelische Sozialethik. Grundlagen und Themenfelder, Göttingen
Leitner H. (2007/2016): Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christoph Alexander, Graz
Meisch S. (2014): Bildung für Nahhaltige Entwicklung. Das Konzept und seine Potenziale für traditionelle Volluniversitäten, Tübinger Beiträge zur Hochschuldidaktik, Band 10/1, Tübingen 2014
Morin E. (2015): Penser global. L'humain et son univers, Paris
Münkler H. (2004): Die neuen Kriege, Reinbek
Münkler H. (2015): Kriegssplitter, Berlin
Nicklas H. - Ostermann A. (1973): Überlegungen zur Ableitung friedensrelevanter Lernziele aus dem Stand der kritischen Friedensforschung, in: Zeitschrift für Pädagogik 2/73, 225-233
Nolz B. - Popp W. (Hrsg.) (1999): Miteinander leben, voneinander lernen: Perspektiven für die Entwicklung einer Kultur des Friedens in Europa, Berlin - Münster - London - Wien - Zürich
Schneckener U. (2005): Frieden Machen: Peacebuilding und peacebuilder und Politik, in: Die Friedenswarte 80, Berlin, 1-2, 17-39
Sen A. (2010): Die Idee der Gerechtigkeit, München
Senghaas D. (1971): Kritische Friedensforschung, Frankfurt/ M.
Senghaas D. (Hrsg.) (1995): Den Frieden denken, Frankfurt/ M.
UNESCO (2014): Global Citizenship Education. Preparing leraners für the challenges of the twenty - first century, Paris
Wagerer Cl. (1992): Ökosoziale Erziehung. Voraussetzungen zur Vermittlung ökosozialer Handlungskompetenz auf der Sekundarstufe 2, Europäische Hochschulschriften, Reihe XI Pädagogik, Bd. 512, Frankfurt/ M.- Berlin - Bern - New York - Paris - Wien
Wasmuth U.- C. (Hrsg.) (1991): Friedensforschung. Eine Handlungsorientierung zwischen Politik und Wissenschaft, Darmstadt
Werkner I. - J. Ebeling K. (Hrsg.) (2016): Handbuch Friedensethik, Wiesbaden
Wintersteiner W. (2005): Friedenskompetenz als universitäre Aufgabe. Probleme und Perspektiven, in: Palencsar Fr.-Tischler K. - Wintersteiner W. (Hrsg.): Wissen schafft Frieden. Friedenspädagogik in der Lehrer_innenfortbildung, Klagenfurt, 279-308
Wintersteiner W. (2008): Friedenspädagogik für das 21. Jahrhundert, in: Grasse R. - Gruber B. - Gugel G. (Hrsg.): Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven, Reinbek bei Hamburg, 253-275
Wintersteiner W. (2011): Von der internationalen Verständigung zur Erziehung für eine Kultur des Friedens seit 1945, in: Schlotter P. - Wisotzki S. (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung, Baden - Baden, 345-381
Wintersteiner W./ Grobbauer H./ Diendorfer G./ Reitmair - Juarez S. (2014): Global Citizenship Education. Politische Bildung für die Weltgesellschaft - Österreichische UNESCO - Kommission, Wien
Wintersteiner W. - Wolf L. (2016): Jahrbuch Friedenskultur 2015, Klagenfurt
Wulf Chr. (2008): Friedenskultur und Friedenserziehung in Zeiten der Globalisierung, in: Grasse R. - Gruber B. - Gugel G. (Hrsg.): Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven, Reinbek bei Hamburg, 35-61
Zeitschrift für Pädagogik 2/1973 "Thema Friedenserziehung", Weinheim
25 Buchhinweis |  |
Günther Dichatschek / Helmut Leitner : Christsein in der Moderne 4 Friedenslernen
Dieses schmale Buch greift ein Thema auf, das seit Jahren an Bedeutung gewinnt und zugleich nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat: die Verbindung von Bildung, Nachhaltigkeit und Frieden. Soziokulturelle Aspekte im Kontext kulturell - religiöser Kompetenz widmet sich dem Bildungsansatz „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ und konzentriert sich dabei auf den Bereich Friedenslernen beziehungsweise Friedenserziehung und Friedensforschung. Damit bewegt sich der Band in einem Feld, das pädagogische, politische und religiöse Fragen auf anspruchsvolle Weise zusammenführt.
Bemerkenswert ist vor allem die klare Schwerpunktsetzung. Friedenslernen wird hier nicht isoliert behandelt, sondern im Zusammenhang politischer Bildung, Demokratieerziehung und kulturell-religiöser Kompetenz. Gerade das verleiht dem Buch sein eigenes Profil. Es erinnert daran, dass Frieden nicht nur als politisches Ziel oder moralische Forderung verstanden werden kann, sondern auch als Bildungsaufgabe, die Haltungen, Wahrnehmungsweisen und gesellschaftliche Verantwortung prägt. In dieser Perspektive liegt ein überzeugender Impuls, der gerade für kirchliche Bildungsarbeit und religionspädagogische Zusammenhänge interessant ist.
Hinzu kommt der Gedanke, dass Veränderungen nicht nur durch große politische Vereinbarungen entstehen, sondern bereits im Alltag und im eigenen Umdenken beginnen. Diese Verbindung von globaler Verantwortung und konkreter Lebenspraxis macht das Anliegen des Buches nachvollziehbar und anschlussfähig. Wer sich mit Nachhaltigkeit, Friedenserziehung und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt, dürfte in dieser Veröffentlichung eine kompakte, pointierte Anregung finden.
Auch der Hintergrund der Autoren passt zu dieser Thematik. Das Buch nennt ausdrücklich die Aktivitäten des Autors in der universitären Lehrer(innen)Bildung und in der politischen Erwachsenenbildung als wichtigen Bezugspunkt für die Schwerpunktsetzung. Dadurch gewinnt der Band eine Praxisnähe, die seiner Kürze zugutekommt. So dürfte Christsein in der Moderne 4 Friedenslernen vor allem als konzentrierter Beitrag für alle lesenswert sein, die Bildung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als Friedens- und Zukunftsaufgabe verstehen.
Günther Dichatschek / Helmut Leitner
Christsein in der Moderne 4 Friedenslernen
Soziokulturelle Aspekte im Kontext kulturell - religiöser Kompetenz
52 Seiten
978-3-613-8-37985-0
€ 24.90
Fromm Verlag
IT - Hinweis
https://www.theology.de/service/buecher/buchempfehlungentheologie/ (2.4.2026)
26 Friedensbildung als Lernprozess |  |
Friedensbildung setzt einen ständigen und bewusste Prozess voraus, der als Lernprozess gestaltet werden kann. Ein friedliches Zusammenleben ist erlernbar, gefordert sind alle Institutionen, die einen pädagogischen Auftrag in der Gesellschaft zu erfüllen haben.
Die drei Faktoren Friedenskompetenz, Friedensfähigkeit und Friedenshandeln begründen Friedensbildung.
- Friedenskompetenz - Aneignung von Sachwissen zur Entstehung, Entwicklung und den Konsequenzen von Konflikten, zur Gewalt und den Gefahren
- Friedensfähigkeit - Erlernen der soziale Fähigkeiten, nicht - verletzende Kommunikation, Teamfähigkeit, Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
- Friedenshandeln - Handlungen für mehr Gerechtigkeit, Einhaltung der Menschenwürde und Menschenrechte, Stärkung der Demokratie und Mitbestimmung/Mitverantwortung, Einrichtung gerechter Strukturen
27 Herausforderungen an eine Politische Bildung |  |
Nicht nur weltpolitische Konflikte bedrohen den Frieden.
Neue technologische Entwicklungen
Neue technologische Entwicklungen in neuen Waffensystemen, Formen der Kriegsführung und damit entstehenden Rüstungswettläufen ergeben Phänomene einer Friedensbedrohung (vgl. MÜNKLER 2014).
Zu beachten sind die zunehmende Automatisierung und Autonomisierung unbenannter Waffensysteme, die Digitalisierung der Kriegsführung und neue taktische Nuklearwaffen. Damit entstehen zentrale Herausforderungen und eine ethische Reflexion.
Es sind die folgenden Aspekte anzuführen.
1 Die aktuellen technologischen Entwicklungen bedürfen einer völkerrechtlichen Ächtung und damit einer Aufwertung internationaler Organisationen und Vereinbarungen.
2 Die Dialogfähigkeit gehört damit als Basiskompetenz gepflegt und ausgebaut.
3 Es bedarf einer Stärkung der Defensive im digitalen Bereich durch einen Aufbau resilienter IT - Infrastrukturen (vgl. das Schlagwort "Rüsten ohne Aufzurüsten").
4 Politische Bildung kommt damit eine zunehmende Bedeutung in der Schul- und Erwachsenenpädagogik sowie Wehrpädagogik - tertiärer und quartärer Bildungsbereich - zu.
Weltweite Friedensstiftung ergibt sich im Bestreben einer Gleichberechtigung, verstanden als Beitrag zur fachlichen und sozialen Kompetenz von Frauen und Männern.
1 Der "Weltfrauentag" sollte als solcher verstanden werden.
2 Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Problembereiche Politik, auch die Wirtschaft mit einem geteilten Arbeitsmarkt und einer Ungleichgewichtung, die zunehmende Gewalt an Frauen und offene und subtile Diskriminierung.
3 Das Beispiel der "Kopftuchdebatte" weist auf den notwendigen Diskurs in einer trans- bzw. interkulturellen Gesellschaft, Nachbardiszipline der Politischen Bildung sind gefordert (vgl. den IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org < Index Weltfrauentag, Pkt. 2) .
4 Friedenslernen ist mehr als nur ein Projekt, es ist ein weites Bemühen um Gerechtigkeit geworden.
Für einen Christen ist von Interesse, zentrale Fragen seiner Konfession kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Kontinuum von Taufunterricht, Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht mit Erwachsenenbildung zu schließen gehört zum Bildungsverständnis, das ein Fundament einer Festtagskultur bildet.
In der Folge wird der Online - Kurs der Bodelschwingh - Studienstiftung des Mitautors als Theologie für Ehrenamtliche beispielhaft mit Inhalten behandelt (2025).
1 Das Schriftverständnis von Rudolf Bultmann
Im Zentrum dieses Kurses steht Rudolf Bultmanns theologische Denkweise, insbesondere sein Konzept der „Entmythologisierung“ und seine existentiale Interpretation der Bibel.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie Glaube und kritisches Denken miteinander verbunden werden können, ohne die biblische Botschaft zu entleeren oder ihre intellektuelle Anschlussfähigkeit zu verlieren. Anhand zentraler Texte Bultmanns – insbesondere seines berühmten Aufsatzes „Neues Testament und Mythologie“ – werden seine theologischen Grundannahmen entfaltet: die Ablehnung eines überholten Weltbildes, die existenzielle Auslegung biblischer Texte, die Rückbindung des Glaubens an das persönliche Selbstverständnis und die Forderung nach einer Verkündigung, die den Menschen im Hier und Jetzt anspricht. Dabei wird deutlich: Für Bultmann ist Theologie nicht Rückzug in religiöse Behauptungen, sondern der Versuch, im Licht moderner Weltdeutung glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Gleichzeitig setzt sich der Kurs kritisch mit den Grenzen und Spannungen von Bultmanns Ansatz auseinander. In Auseinandersetzung mit theologischen Gegenspielern wie Karl Barth, sowie im Abgleich mit biblischen Grundmotiven wie Gottes geschichtlichem Handeln, dem Offenbarungsverständnis und dem Verhältnis von Mensch und Gott, wird Bultmanns Position auf ihre Tragfähigkeit geprüft.
Der Kurs fragt, inwiefern Bultmanns modernes Schriftverständnis wirklich die Bibel ernst nimmt – oder ob es sie letztlich dem Maßstab des Menschen unterwirft. Durch die Reflexion über Mythos, Wahrheit und Glaube sollen die Teilnehmenden zu einer reflektierten theologischen Haltung ermutigt werden, die sich der Spannung zwischen biblischer Treue und intellektueller Redlichkeit bewusst stellt. Ziel ist eine Rede von Gott, die zugleich verständlich, verantwortbar und geistlich tragfähig bleibt.
2 Martin Luther: Theologie und Praxis
Dieser Kurs vermittelt einen systematischen Überblick über zentrale Aspekte von Luthers Denken und deren Bedeutung für kirchliches Handeln heute. Ausgehend von Luthers normativem Anspruch für die evangelische Kirche werden theologische Grundbegriffe wie Rechtfertigung, Schriftprinzip und das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung erschlossen. Besonderes Augenmerk liegt auf Luthers existenziell geprägtem Verständnis von Theologie als Lebens- und Glaubenspraxis, wie es sich in seinen Konzepten von oratio, meditatio, tentatio und in der spirituellen Deutung von Taufe und Abendmahl zeigt. Die Einheiten verdeutlichen, wie Luthers Theologie auf individuelle Glaubensgewissheit zielt, ohne den Gemeindebezug aus dem Blick zu verlieren, und fragen nach der Tragfähigkeit dieser Perspektiven in einer zunehmend säkularen Gesellschaft.
Die Lehrveranstaltung kombiniert theologiegeschichtliche Analyse mit praktisch-theologischer Reflexion und schärft das Bewusstsein für Luthers bleibenden Einfluss auf protestantische Spiritualität und kirchliche Praxis. Dabei werden auch aktuelle Herausforderungen thematisiert – etwa die Relevanz der reformatorischen „Soli“, die Weitergabe des Glaubens in pluralen Kontexten oder die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Glaubensräume. Der Kurs richtet sich an Studierende der Theologie, Religionspädagogik und verwandter Fächer, die sich mit Luthers Denken nicht nur historisch, sondern auch im Blick auf Gegenwart und Zukunft des Protestantismus auseinandersetzen möchten.
3 Die Evangelikale Bewegung III: 20. Jahrhundert
Dieser Kurs widmet sich den theologischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts, die maßgeblich zur Herausbildung der evangelikalen Bewegung in Deutschland beigetragen haben. Im Zentrum steht das Entmythologisierungsprogramm Rudolf Bultmanns, dessen Einfluss auf die kirchliche Theologie, die akademische Ausbildung sowie das kirchliche Leben kaum zu überschätzen ist. Anhand zentraler Texte, theologischer Streitfragen und historischer Kontexte wird aufgezeigt, wie sich konservative und pietistische Kreise zunehmend gegen eine als „modern“ empfundene Theologie formierten – mit Folgen, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Die Veranstaltung verfolgt einen historisch - systematischen Zugang: Sie analysiert sowohl Bultmanns intellektuelle Motive und seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als auch die vielfältigen kirchlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Reaktionen auf seine Theologie. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entstehung evangelikaler Parallelstrukturen – von alternativen Ausbildungsstätten bis hin zu kirchenpolitischen Initiativen wie dem Gemeindetag unter dem Wort oder der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Ziel des Kurses ist es, Studierende für die theologiegeschichtliche Tiefenschärfe dieser Konflikte zu sensibilisieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit der Frage zu führen, wie Glauben, Theologie und gesellschaftliche Wirklichkeit in Spannung zueinanderstehen – und produktiv miteinander ins Gespräch gebracht werden können.
Dieser Kurs ist der dritte von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
4 Die Evangelikale Bewegung I: Das protestantische Schriftprinzip
Dieser Kurs bietet eine fundierte Einführung in die historischen und theologischen Wurzeln der evangelikalen Bewegung. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung zwischen Martin Luther und Erasmus, deren gegensätzliche Auffassungen über die Autorität, Klarheit und Interpretation der Heiligen Schrift das protestantische Schriftprinzip „Sola Scriptura“ maßgeblich prägten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der reformatorischen Lehre Luthers zur Klarheit der Bibel. Der Kurs erläutert, wie Luther die Heilige Schrift als für jeden Gläubigen verständlich und verbindlich betrachtet, wobei die innere Erleuchtung durch den Heiligen Geist entscheidend für das Verständnis bleibt. Damit wird die Unterscheidung zwischen äußerer und innerer Klarheit der Schrift vertieft und die Rolle der Gnade Gottes im Erkennen biblischer Wahrheiten herausgestellt.
Darüber hinaus widmet sich der Kurs der Entwicklung der lutherischen Orthodoxie und des Pietismus, insbesondere der Lehre von der Verbalinspiration der Bibel. Es wird erläutert, wie die Heilige Schrift als durch den Heiligen Geist inspiriertes und fehlerloses Wort Gottes angesehen wurde, welches die Grundlage für Glauben und Leben bildet. Abschließend werden die theologischen Herausforderungen der Aufklärung sowie die Differenzierung von Glauben und Theologie behandelt. Der Kurs analysiert die kritischen Perspektiven Gotthold Ephraim Lessings und Semmlers, die eine Trennung von heiliger Schrift, Wort Gottes und wissenschaftlicher Theologie einführten.
Dieser Kurs ist der erste von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
5 Die Evangelikale Bewegung II: Das 19. Jahrhundert
Dieser Kurs bietet eine umfassende und tiefgehende Auseinandersetzung mit den theologischen Konflikten und Entwicklungen des 19. Jahrhunderts, die die Grundlage der heutigen evangelikalen Bewegung maßgeblich geprägt haben. Im Fokus stehen die intensiven Debatten um das Leben Jesu, ausgelöst durch David Friedrich Strauß, sowie der kontroverse Apostolikumstreit, der das Spannungsfeld zwischen konservativer und moderner Theologie exemplarisch widerspiegelt. Anhand zentraler Persönlichkeiten wie Strauß, Adolf von Harnack, Sixt Karl Kapff und weiteren wird dargestellt, wie die Aufklärung und der Rationalismus die traditionelle Glaubenslehre herausforderten und zu einer Neuorientierung führten.
Der Kurs verfolgt zudem die Entwicklung theologischer Schulen, besonders an der Universität Tübingen, und beleuchtet, wie sich konservative und liberale Positionen gegenüberstanden und gegenseitig beeinflussten. Die Rolle von Organisationen wie der Basler Christentumsgesellschaft und die Entstehung theologischer Erweckungsbewegungen werden ebenso behandelt wie die theologische Diskussion um Wunder, historische Wahrheit und die Autorität der Bibel. Teilnehmer erhalten Einblick in die historischen Hintergründe, die intellektuellen Kontroversen und die kirchlichen Reaktionen jener Zeit, die bis heute das Verständnis und die Praxis evangelikaler Theologie prägen.
Dieser Kurs ist der zweite von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
6 Schriftverständnis III
Dieser Kurs ist der dritte in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen. Der Referent befasst sich damit, wie unsere Bemühungen um die Auslegung der Heiligen Schrift scheitern können. Der Referent erinnert uns daran, dass Sünde in der Bibel als Verfehlung des Ziels definiert wird (so wie ein Bogenschütze sein Ziel verfehlen kann), und Sünde kann auch uns davon abhalten, bei unserer Auslegung der Schrift das Ziel zu treffen.
Der Referent führt zunächst 2. Korinther 10,3-5 auf und stellt die Aufforderung, „jeden Gedanken gefangen“ zu nehmen und Christus zu übergeben. Dieser Abschnitt zeigt uns deutlich, dass geistliche Realitäten die Ausübung unserer Vernunft beeinflussen können und dies auch tun. Der Referent bietet auch eine Auslegung der Geschichte des reichen jungen Herrschers aus Markus 10,17-22, in der der Mann, der ihn korrigierte, die Schrift auslegte, aber tragischerweise beschloss, nicht zu gehorchen. Der Referent geht auch auf Johannes 5,1-18 ein, wo wir die bemerkenswerte Frage Jesu an den blind geborenen Mann lesen: „Willst du gesund werden?“ (Johannesevangelium 5,6). Wir müssen über unsere eigenen Wünsche in den Fragen nachdenken, die wir beim Studium der Heiligen Schrift stellen. Der Referent geht auch auf Markus 16,16 ein und erklärt mehrere gängige Fehlinterpretationen dieses Textes in Bezug auf die Taufe.
Der Kurs schließt mit einem Überblick darüber, wie unsere Auslegung der Heiligen Schrift unsere ethischen Schlussfolgerungen beeinflussen sollte.
7 Schriftverständnis IV Vom gelingenden Verstehen der Bibel
Dieser Kurs ist der vierte in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen. In diesem Kurs wird die vielschichtige Beziehung zwischen dem Einzelnen und der Bibel untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Autorität der Bibel als Wort Gottes, ihrem transformativen Potenzial und ihrer Relevanz für das heutige Leben liegt. Der Referent stellt sich mit wichtigen Bibelstellen auseinander und reflektiert darüber, wie der Heilige Geist zum Verständnis beiträgt, während sie gleichzeitig die Risiken einer Fehlinterpretation erkennen. Der Kurs untersucht zentrale Erzählungen, darunter die geistliche Reise des äthiopischen Kämmerers (Apg. 8) und die missionarischen Lehren des Paulus (Apg. 17) und betont die Rolle der Heiligen Schrift bei der Förderung des Glaubens und der Nachfolge.
Der Kurs analysiert die Reaktionen auf die biblische Verkündigung, die von Akzeptanz und Lebenswandel bis hin zu Widerstand reichen, und heben die polarisierende Kraft der Bibel hervor. Besonderes Augenmerk wird auf die vorbildliche Praxis der Beröer bei der Prüfung der Heiligen Schrift gelegt, die einen reflektierten und verantwortungsbewussten Ansatz für den Glauben veranschaulicht, der das Studium des Textes mit der persönlichen Anwendung verbindet.
8 Schriftverständnis II
Dieser Kurs ist der zweite in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen.
Die Bibel präsentiert sich dem Leser als ein vom Heiligen Geist inspiriertes Buch, und wer diesen Anspruch ernst nimmt, muss bereit sein, das Buch als ein vom Heiligen Geist inspiriertes Buch zu lesen und auszulegen. Der Referent erläutert die folgenden Passagen: Johannesevangelium 3 (die Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus), 15 (das Abschiedsreden Jesu), Apostelgeschichte 2 (die Ausgießung des Heiligen Geistes), Epheserbrief 1 (die Wirkung des dreieinigen Gottes an den Gläubigen) und 1. Korintherbrief 1-2 (das Wort vom Kreuz und die geistliche Schriftauslegung). Dieser Kurs schließt mit einer kurzen Reflexion über Martin Luthers Verständnis der Bibelauslegung ab.
9 Hebräisches Denken
Was ist Hebräisches Denken? Kann eine bestimmte Art des Denkens analysiert und als hebräisches Denken klassifiziert werden? Bringt uns das Studium dieser spezifischen Art des Denkens bei unseren Versuchen, die Geschichten und Lehren der Bibel zu verstehen, weiter? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Roland Hees, der seit 35 Jahren als Sprachlehrer beim GRZ - Krelingen tätig ist, in diesem Kurs.
Hees beginnt diesen Kurs mit einem Überblick über das hebräische Verständnis von Gottes eigenem Namen. Gott offenbarte sich den Hebräern als der Schöpfer, der lebendig und bei seiner Schöpfung gegenwärtig ist, sich aber der Kontrolle seiner Schöpfung entzieht. Er vergleicht das griechische Verständnis des Mythos mit dem biblischen Konzept des Wissens und stellt fest, dass der biblische Begriff des Wissens nicht streng zwischen objektivem und subjektivem Wissen unterscheidet, sondern die Beziehung des Wissenden zu dem Gewussten betont. Der Referent erörtert auch die Unterschiede zwischen der Geschichte in der klassischen und der semitischen Welt des Altertums.
10 Schriftverständnis I: Die Bibel richtig verstehen
Dieser Kurs ist der erste in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen. Spätestens seit der Reformation steht die Frage, wie die Bibel auszulegen ist, im Mittelpunkt der theologischen Diskussion.
In diesem Kurs legt der Referent die Themen Autorität und Inspiration der Bibel dar und betont, dass die Bibel maßgebend ist. Das bedeutet, dass die Bibel auf unser tägliches Leben angewendet werden sollte, dass die Bibel etwas über unsere praktisches leben sagt. Jesus selbst betrachtete das Alte Testament als die maßgebliche Quelle.
Der Referent erklärt, dass wir die Heilige Schrift nicht ohne den Heiligen Geist interpretieren können. Der Kurs schließt mit einer Reflexion über die Lehre von der Inspiration der Bibel anhand von 2 Petrus 1,16-21.
11 Zum Glauben einladen: Evangelisch Predigen
Der erfahrene Evangelist Matthias Clausen geht in dieser lebendigen Lektion auf die Grundlagen der Vorbereitung und Durchführung einer evangelistischen Predigt ein.
Nach einer Einführung in die Definition von Evangelisation und einer Klärung gängiger Missverständnisse des Begriffs gibt Clausen einen knappen Überblick über deren Geschichte. Die Geschichte der Evangelisierung lässt sich von den Anfängen des Christentums bis in die Gegenwart zurückverfolgen. Clausen liefert dann eine Rechtfertigung für den weiteren Gebrauch der Evangelisierung, auch wenn sich ihre Formen weiter verändern können.
Clausen gibt dann hilfreiche Einblicke in die Mechanik des Predigens, indem er die vier Redeformen evangelistischer Predigten erörtert (assertorische Rede, apologetische Rede, zeugnishafte Rede und narrative Rede). Er gibt auch praktische Ratschläge, wie man evangelistische Botschaften gestaltet, die zum jeweiligen Kontext passen. Clausen erörtert auch eingehend das Verhältnis von Evangelium und Gesetz in der evangelistischen Verkündigung. Abschließend gibt er praktische Ratschläge für eine Predigt, die die Vorstellungskraft der Zuhörer anregt.
12 Evangelisation
Der Kurs beginnt mit einer Klärung der Begriffe Mission und Evangelisation an Hand biblischer Texte. Mission und Evangelisation sollen theologisch unterschieden, dürfen aber im Leben der Gemeinden nicht getrennt werden. Die Haupt- und Nebenwirkung der Evangelisation zu unterscheiden, hilft die Zielsetzung und Argumentation in der Evangelisation zu klären. Die Frage, wer der Adressat der Evangelisation ist, wird einerseits grundsätzlich von der biblischen Offenbarung her beantwortet, anderseits ist die aufmerksame Wahrnehmung der konkreten Gesprächspartner wichtige Voraussetzung für die persönliche Vermittlung des Evangeliums.
Es gibt evangelistisch begabte Mitglieder in jeder Gemeinde. Sie müssen entdeckt werden und ihre Gaben müssen eingesetzt und gefördert werden. Evangelisation trifft nicht nur auf offene Türen bei den Menschen, sondern auch auf Ablehnung. Motivation und Anfechtung, Auftrag, Verheißung und Widerstand erzeugen ein spannungsreiches Leben für Gemeinden und Evangelisten.
Weil die Verkündigung nach evangelischem Verständnis nicht nur den hauptberuflichen Mitarbeitern der Gemeinden zusteht, bietet der Kurs auch eine kurze homiletische Unterweisung für Gemeindeglieder mit entsprechender Begabung an. Ulrich Parzany berichtet auch über seine Berufung zur Evangelisation.
13 1. Johannes - Brief
Der erste Johannesbrief gehört zu den kürzesten Büchern der Bibel, und doch enthält er einige der tiefgründigsten und inspirierendsten Lehren der gesamten christlichen Tradition. Im ersten Teil dieses Kurses erörtert Dorothea Bernick die Autorenschaft und den historischen Hintergrund dieses Briefes. Sie stimmt mit konservativen Bibelforschern darin überein, dass dieses Buch vom Apostel Johannes geschrieben wurde und um das Ende des ersten Jahrhunderts datiert.
Im zweiten Teil dieser Vorlesungsreihe arbeitet die Referentin textnah und legt die vier Hauptbotschaften des Buches aus: (I) Wandelt im Licht, (II) wandelt in der Liebe, (III) wandelt in der reinen Lehre und (IV) wandelt in der Gotteskindschaft. Die Referentin spricht auch das schwierige Thema des Umgangs mit falscher Lehre im Kontext einer Gemeinde an.
Dieser Kurs ist ideal für alle, die sich darauf vorbereiten, über den 1. Johannesbrief zu lehren oder zu predigen, und die eine klare Einführung in dieses Buch suchen.
14 Jesus und die Religionen
Jesus ist einzigartig. Seine Nachfolger wissen das erfahrungsgemäß. Jesus hat dies in seiner berühmten Aussage bestätigt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh. 14,6). Jedoch ist die moderne Welt von religiösem Pluralismus tief geprägt. Wie kommen wir zurecht mit dem Glauben an Jesus als der einzige Erlöser dieser Welt?
Rolf Hille, Rektor am Albrecht - Bengel - Haus in Tübingen von 1995 bis 2009, stellt die Hauptfrage des Kurses folgendermaßen dar: „Wie soll ich mich als Christ gegenüber Menschen mit einer nicht christlichen Religion verhalten?“
Im Gegensatz zu dem, was wir oft hören, sind die verschiedenen Religionen der Welt nicht alle gleich. Im ersten Teil des Kurses konzentriert sich Hille auf die Person Jesu Christi und was es bedeutet, dass Gott in ihm sich offenbart. Im zweiten Teil des Kurses untersucht Hille die Frage, wie verhalten sich die Weltreligionen zur Person Jesus Christi? Wie Hille zeigt, bedeutet Erlösung in den Weltreligionen etwas wesentlich anderes, als was Jesus anbietet. Der Kurs schließt mit einer Reflexion über Toleranz und wie Jesus seinen Nachfolgern Toleranz vorlebt.
15 Die deutsche Reformation
Die protestantische Reformation ist das wohl bedeutendste Ereignis der Kirchengeschichte der letzten fünfhundert Jahre. In diesem Kurs werden wir die Ereignisse und theologischen Entdeckungen erforschen, die die Reformation auslösten, wobei wir dem Leben und den Schriften Martin Luthers besondere Aufmerksamkeit widmen.
Die groben Züge von Luthers Leben sind den meisten Christen bekannt: dass er die Bibel ins Deutsche übersetzte, während er sich auf der Wartburg versteckte, und dass er als Mönch eine Nonne heiratete. Aber was ist es, das die gesamte Theologie Luthers beseelt, und wie hat die Umsetzung dieser Ideen einen solchen Wandel in der Kirche und in der Gesellschaft insgesamt bewirkt? Durch eine genaue Untersuchung von Luthers bahnbrechenden Schriften und der Chronologie von Luthers Leben werden wir ein vollständiges Bild vom Charakter der frühen Reformation gewinnen.
Dieser Kurs soll den Teilnehmenden ein klares Verständnis für einige der einzigartigen Elemente der lutherischen Tradition vermitteln. Durch das Verständnis der frühen Reformation werden die Teilnehmer die Fähigkeit entwickeln, zwischen der lutherischen Tradition und anderen historischen christlichen Kirchen (z. B. der anglikanischen Kirche, den östlichen orthodoxen Kirchen oder der römisch-katholischen Kirche) zu unterscheiden. Dieser Kurs wird auch eine Grundlage für weitere Studien innerhalb der lutherischen theologischen Tradition bieten.
16 Wie legt man die Bibel aus?
Selbst eine Bibelarbeit zu halten ― vielleicht fordert dieser Gedanke heraus, vielleicht hat man darin auch schon einige Erfahrungen gesammelt und will die Kenntnisse vertiefen. In diesem Kurs wird Harm Bernick Ihnen vorstellen, wie man Schritt für Schritt vom Bibeltext zur Bibelarbeit gelangen.
Dabei macht er Mut: Auslegen ist nicht schwer. Man muss die Auslegung nicht machen. Sie müssen den Text nicht aufladen oder erst relevant machen. Gottes Wort ist wirksam. Gott ist derjenige, der die Menschen anspricht. Und im Text steht schon alles drin, was man sagen muss.
Zugleich betont Harm Bernick auch die Bedeutung von Informationen über den historischen Hintergrund. Dies steht in keiner Weise im Widerspruch dazu, dass es sich beim Bibeltext um Gottes Wort handelt, denn Gott spricht in eine bestimmte geschichtliche Situation hinein. Und so ist es zum Verstehen des Textes durchaus hilfreich, etwas über diese Situation zu wissen.
In diesem Kurs werden konkrete Schritte für die Auslegung, das Vorbereiten und das Halten der Bibelarbeit vorgestellt. Ziel des Kurses ist es, einen zur eigenständigen Erarbeitung von Texten für das persönliche Bibelstudium, sowie zur Vorbereitung von Bibelarbeiten in der Gemeinde auszurüsten.
17 Grundzüge biblischer Rede von Gott
Wer ist Gott? Wie handelt er? Und was können wir von ihm wissen? In diesem Kurs führt Dr. Erhard Berneburg Sie ein in die Gotteslehre. Dieser Bereich beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, damit, was wir allgemein über Gott bzw. insbesondere über Gott den Vater sagen können.
Nach einer Einleitung thematisiert der Referent, wie wir Gott überhaupt erkennen können. Dabei betont er die Selbstmitteilung Gottes durch seine Offenbarung als Ausgangspunkt dessen, was wir über Gott wissen können.
Hier finden wir den Gottesnamen JHWH und die Kennzeichnung Gottes als den Gott, der sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten geführt hat. Er ist also maßgeblich der Gott, der rettet.
Wie verhält sich nun Gott der Schöpfer zu Jesus dem Messias? Dabei fällt auf, wie das Wort Herr, das im Alten Testament für den Gottesnamen verwendet wird, im Neuen Testament für Jesus verwendet wird. Wir lernen Gott als Vater kennen. Und wir sehen, welch große Kontinuität aus den Verheißungen des Alten Testamentes zu Jesus besteht.
Es werden im Weiteren Gottes Eigenschaften genauer betrachtet. Seine Heiligkeit und ebenso seine Allmacht, Allgegenwart, Ewigkeit und Herrlichkeit. Er ist der verzehrende Gott, der die Sünde straft und der schenkende Gott, der gnädig und barmherzig ist. In einem Durchgang durch die Kirchengeschichte werden schließlich wichtige theologische Klärungen und Positionen erläutert und weitere Fragekreise benannt.
18 Was heißt "wahrhaftig auferstanden" ?
„Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (LÜ 2017). Die Auferstehung von Jesus Christus ist das bedeutendste Ereignis. Wenn sie nicht wahr wäre, so wäre unser Glaube vergeblich. Doch was heißt es nun, dass Jesus wahrhaftig auferstanden ist?
In diesem Kurs führt Pfr. Johannes Reinhardt Sie in einige Überlegungen zur Auferstehung von Jesus ein. Dabei thematisiert er zunächst, warum wir an die Auferstehung glauben. Worauf beruht unser Glaube und wie bekommen wir Gewissheit?
Die Auferstehung ist dabei zentrales Ereignis der Gottesoffenbarung. Sie bildet die Grundlage für das ganze neue Testament. Der Referent führt weiter aus, was hier offenbart wird: Jesus ist der HERR. Ja, er ist Gott selbst. Und er ist für unsere Sünden gestorben. Sein Tod ist für uns, zu unserem Heil. Dann thematisiert der Referent die Realität der Auferstehung. Was heißt es nun, dass Jesus auferstanden ist? Was kennzeichnet dieses Ereignis? Dabei betont er auch die Leiblichkeit der Auferstehung. Der Körper wurde wieder auferweckt und umgestaltet.
Schließlich lädt Johannes Reinhardt Sie ein, mit ihm zu bedenken, welche Bedeutung die Auferstehung hat. Wie hat sich die Welt verändert, nachdem Jesus die Macht des Todes gebrochen hat?
19 Einführung in das Alte Testament III
Dieser Kurs gibt Ihnen eine Einführung in die Geschichte Israels von Samuel bis Salomo. Behandelt wird also der Beginn des Königtums in Israel, vom Ende der Richterzeit über Saul und David bis hin zu Salomo. Dies ist zugleich die Zeit, in der Israel unter einem König vereint ist, bevor sich das Reich dann kurz nach Salomo unter Jerobeam in Nord- und Südreich teilt. Dieser Zeitraum umfasst etwa die Jahre von 1050 – 926 v. Chr.
Pfr. Andreas Spingler geht dabei zunächst auf das Scheitern von Eli und seinen Söhnen ein. Die Söhne Elis missbrauchen das Priesteramt um sich selbst zu bereichern. Ihr Vater Eli tut nichts dagegen. Schließlich kommt es zur ersten großen Katastrophe in der Geschichte Israels und die Bundeslade wird im Kampf mit den Philistern an diese verloren.
Die entscheidende Person im Übergang zur Königszeit ist Samuel. Das Volk bittet um einen König und Gott gibt dieser Bitte schließlich nach und beauftragt Samuel, Saul zum König zu salben. Doch Saul wird dem HERRN ungehorsam, sodass dieser ihn verwirft. Der HERR erwählt sich David, einen Mann nach seinem Herzen.
Nach David wird sein Sohn Salomo König. Dieser ist bekannt für seine Weisheit und seinen Reichtum. Unter ihm wird auch der Tempel erbaut. Doch zugleich ist Salomo auch der König, der tief gefallen ist und sich zum Götzendienst verführen lassen hat.
20 Einführung in das Alte Testament II
Dieser Kurs behandelt die Zeit der Landnahme und die Richterzeit. Es geht hier also um die Zeit zwischen der Ankunft des Volkes Israel im verheißenen Land und dem ersten König. Zeitlich davor liegen die Geschichten von Abraham, Isaak und Jakob, von den 12 Söhnen Jakos, darunter Joseph, die nach Ägypten ziehen und dort 400 Jahre leben. Während dieser Zeit werden sie schließlich versklavt. Doch Gott befreit das Volk aus Ägypten. Dazu beruft er Mose und führt nach den 10 Plagen das Volk aus Ägypten und durchs Schilfmeer. Das Volk wandert 40 Jahre durch die Wüste. Schließlich steht der Einzug ins verheißene Land bevor und Mose übergibt die Leitung an Josua. Hier beginnt der Abschnitt, der in diesem Kurs behandelt wird.
Die Richterzeit ist die vorstaatliche Zeit Israels im Land Kanaan. Das Volk hat die große Aufgabe, das Zusammenleben unter Gottes Bund einzuüben. Israel hat zu dieser Zeit keinen König, sondern die Zeit ist geprägt, durch verschiedene Richter. Das Buch Richter beschreibt, wie das Volk immer wieder von Gott abfällt, schließlich umkehrt und Gott einen Richter beruft, um das Volk Israel aus der Unterdrückung zu befreien. Dies werden sie in dem Kurs ebenfalls genauer betrachten und dazu ein wiederkehrendes Schema kennenlernen. Zudem werden die verschiedenen Richter vorgestellt und beschrieben, gegen wen diese kämpften.
21 Einführung in das Alte Testament I
In diesem Kurs beleuchtet Karsten Vehrs verschieden Aspekte als Hinführung für die Beschäftigung mit dem Alten Testament. Anhand der Namen Bibel, Wort Gottes und Heilige Schrift erläutert Karsten Vehrs in Teil I, wie das Altes Testament in manchen Dingen ein Buch wie jedes andere ist.
In Teil II geht er auf die Verschiedenartigkeit und Einheit ein. Es wird die große ― und manchmal verwirrende ― Vielfalt von Texten und Inhalten vorgestellt, aber auch sieben Grundgedanken, die sich wie ein roter Faden durchs Altes Testament ziehen. Für die einzelnen Bücher des Alten Testamentes und deren Reihenfolge bekommen Sie in Teil III Lernhilfen an die Hand. In Teil IV wirft der Kurs einen Blick auf die Überlieferung des Textes des Alten Testaments. Einerseits fällt auf, dass die meisten Handschriften, die uns vorliegen, recht jung sind. Es liegt also ein recht großer Abstand zwischen der Abfassung der Bücher und diesen Handschriften. Wie ein sensationeller Handschriftenfund die Zuverlässigkeit der Überlieferung gezeigt hat, wird hier berichtet.
Schließlich erhalten sei im letzten Teil sowohl einen groben Überblick über die Geografie, als auch über die wichtigsten Etappen der Geschichte Israels. So können Sie Ereignisse besser einordnen und später weitere Details mit den erlernten Eckpunkten der Geschichte Israels verknüpfen.
22 Einführung in Gottesdienste
Gottesdienste gelten als das zentrale Element von Kirche und christlicher Gemeinschaft. Hier versammelt sich die Gemeinde. Wir hören gemeinsam auf Gottes Wort und beten ihn an.
Sicherlich haben Sie schon viele Gottesdienste mitgefeiert, vielleicht auch ganz unterschiedliche. Doch wie genau ist ein Gottesdienst aufgebaut? Was sind die zentralen Elemente und was bedeuten die einzelnen liturgischen Stücke?
Dr. Wolfgang Becker erklärt dies am "Normalprogramm" des lutherischen Gottesdienstes, also einem klassischen liturgischen Gottesdienst. Denn an diesem Aufbau orientieren sich auch modernere Gottesdienstformate und andere Formen. Auch falls Sie gewöhnlich Gottesdienste mit weniger liturgischen Stücken feiern, werden Sie deren Aufbau hier wiederentdecken. Und wenn Sie den klassischen Aufbau verstehen, werden Sie sich auch in freieren Formen zurechtfinden.
Dr. Wolfgang Becker nimmt Sie damit zunächst mit auf einen gedanklichen Rundgang durch ein Kirchengebäude. An den einzelnen baulichen Elementen erklärt er, was es hier inhaltlich für den Gottesdienst zu entdecken gibt. Anschließend wird der Aufbau des Gottesdienstes mit dessen Elementen erläutert. Der Gottesdienst besteht aus vier großen Teilen: 1. Eröffnung und Anrufung; 2. Verkündigung und Bekenntnis; 3. Abendmahl; 4. Sendung und Segen. Diese Teile haben jeweils wieder einzelne Elemente.
In diesem Kurs lernen Sie mehr über den Gottesdienst, seinen Aufbau und die Bedeutung der einzelnen Elemente.
23 Argumente für die Existenz Gottes
„Warum sollte ich glauben, dass es einen Gott gibt?“ Vielleicht ist man im Gespräch mit jemandem, der nicht an Gott glaubt, schonmal auf diese oder ähnliche Fragen zu sprechen gekommen. Was kann man hier antworten? Wie können wir als Christen im Gespräch mithilfe rationaler Argumente plausibel machen, warum es sinnvoll ist, zu glauben, dass es einen Gott gibt? In diesem Kurs stellt Thomas Jeromin einige rationale Argumente für die Existenz Gottes vor. Oft werden diese auch Gottesbeweise genannt. Doch wir sprechen hier von Argumenten, denn Glaube bleibt ein Geschenk. Man kann ihn nicht durch Beweise herbeizwingen. Aber was wir können ist, Menschen die nach Gott suchen und fragen auch in ihrem intellektuellen Suchen beizustehen und zu helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Doch bevor der Kurs auf die einzelnen Argumente eingeht ist zunächst grundsätzlicher nach der Erkennbarkeit Gottes in der Natur zu fragen: Ist es überhaupt berechtigt und angemessen, aus der Natur Argumente für Gottes Existenz abzuleiten? So zeigt Thomas Jeromin auf, was in der Bibel über die Erkennbarkeit Gottes in seiner Schöpfung gesagt wird. Ebenso zeigt er aber auch die Grenzen natürlicher Gotteserkenntnis auf. Er verweist darauf, dass die Notwendigkeit der Umkehr zu Jesus Christus nicht nur in der Natur erkannt werden kann.
24 Die Hochzeit zu Kana
Jesus macht Wasser zu Wein. Für viele ist das die erste Assoziation zur Perikope von der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1‒11). Ein beeindruckendes Wunder. Pfr. Harm Bernick lädt ein, tiefer in diesen Text einzutauchen. Es wird genauer betrachtet, wie die Ereignisse aufeinanderfolgen und wie viel Wasser eigentlich zu Wein wurde.
Doch es geht in diesem Text um viel mehr als um das naturwissenschaftliche Wunder. Dies passiert real. Und zugleich wird damit etwas ausgesagt. Der Evangelist Johannes beschreibt dies als ein Zeichen, an dem Jesus deutlich wird.
Zugleich erklärt Harm Bernick an diesem Text wichtiges zur Auslegung biblischer Texte und leitet an, auch selbst Bibeltexte auszulegen.
Mit der Osterzeit steht in Verbindung eine Nutzung von Ressourcen der Natur, die vielfältige Wirkungen wie Abfälle, Abgase, Abwässer, Staub, Strahlen und Lärm/ "Emissionen" hinterlässt (vgl. Verkehrsaufkommen, Mobilität, Tourismus).
Beeinträchtigungen in Lebensbedingungen und Gesundheit, in der Verringerung nutzbarer Rohstoffe, in der Bedrohung der Tier- und Pflanzenwelt, im Verlust landschaftlicher Schönheit, mittel- und langfristiger Klimaänderungen mit Folgen einer Versorgung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser und der Besiedelbarkeit werden hervorgerufen (vgl. Globale Schäden wie Ozonschwund und zusätzlicher Treibhauseffekt werden in Prognosen erfasst.
Umweltschutz wird zu einer Daseinsvorsorge.
Unterschiedliche Interessen, Risikowahrnehmungen, Einschätzungen von Kosten - Nutzen - Faktoren mit Konsequenzen ergeben ein Aufgabenfeld der Politik, ergeben einen Bildungsauftrag.
"Nachhaltige Entwicklung" für eine Zukunftsgestaltung wird zum Leitbild. Nebe der Schule steht in der Bildungsverantwortung die Erwachsenenbildung.
30 Literaturhinweise - Auswahl |  |
31 Theologie |  |
Auf der Maur H. (2003): Die Osterfeier in der alten Kirche, Liturgica Oenipontana 2, Münster
Herzer J. (2000): Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Weihnachten. Was wissen wir über die Ursprünge des Christentums?, Brennpunkt: Die Bibel, Band 4, Evangelische Haupt - Bibelgesellschaft und von Cansteinsche Bibelanstalt, Berlin
Trummer P.(2023): Auferstehung jetzt - Ostern als Aufstand. Theologische Provokation, Freiburg - Basel - Wien
32 Brauchtum |  |
Beinstingl T. - Muigg P. (Hrsg.) (2006): Echt Tirol - Osterbräuche, Gebundene Ausgabe, Innsbruck
Kirchhoff H. (1995): Christliches Brauchtum - Feste und Bräuche im Jahreskreis, München
Luthardt E. - O. (Hrsg.) (2000): Frühlings- und Osterbräuche, Würzburg
Stobbe - Rosenstock Fr. (1999): Osterschmuck und Osterbräuche, Stuttgart
Zu den Autoren |  |
Herbert Jenewein
Absolvent Höhere Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft Raumberg (Reifeprüfung), Maturantenlehrgang Lehrerbildungsanstalt Innsbruck (Reifeprüfung)
APS - Lehramt VS - HS - PL ( 1970 - 1975 - 1976), Lehrer an der APS
Absolvent des Studiums für Volkskunde und Europäische Ethnologie/ Universität Innsbruck/ Mag. phil. (2005)
Günther Dichatschek
Absolvent Höhere Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft Ursprung (Reifeprüfung), Maturantenlehrgang Lehrerbildungsanstalt Innsbruck (Reifeprüfung)
APS - Lehramt VS - HS - PL ( 1970 - 1975 - 1976), Lehrer an der APS
Absolvent des Studiums für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Dr. phil.(1985)
Absolvent 10. Universitätslehrgang Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc (2008)
Absolvent 6. Universitätslehrgang Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012)
Absolvent 4. Interner Lehrgang Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/ Zertifizierung (2016)
|