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Ehrenamtlichkeit
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Eine Initiative, um Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, sei die Freiwilligenwoche. Diese niederschwellige Mitmachaktion habe Ende April stattgefunden und mit 170 Projekten rund 2.400 Personen erreicht und viele davon neu für Freiwilligentätigkeit gewinnen können. Tirol habe heuer ein "Jahr des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements" mit der Vorstellung der Ehrenamtscharta gestartet. Eine wichtige Rolle spiele die Hebung der Wertschätzung der Freiwilligenarbeit. Dazu sei eine umfassende Medienarbeit gestartet worden. Eine neue Möglichkeit für Austausch biete ein Whatsapp-Kanal?, der sehr gut angenommen werde. Besonders wichtig seien gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt. Tirol schaffe diese etwa mit Angeboten wie Versicherung und Rechtsberatung. Digitale Anwendungen für den Bereich der Förderungen, sowie Angebote zu Gewaltschutz und gegen Mobbing seien ebenfalls Schwerpunkte. Wichtig sei, dass dieses Maßnahmenpaket nicht 2026 – im Jahr des Ehrenamtes – ende, sondern abgesichert und weiterentwickelt werden solle.
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Eine Initiative, um Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, sei die Freiwilligenwoche. Diese niederschwellige Mitmachaktion habe Ende April stattgefunden und mit 170 Projekten rund 2.400 Personen erreicht und viele davon neu für Freiwilligentätigkeit gewinnen können. Tirol habe heuer ein "Jahr des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements" mit der Vorstellung der Ehrenamtscharta gestartet. Eine wichtige Rolle spiele die Hebung der Wertschätzung der Freiwilligenarbeit. Dazu sei eine umfassende Medienarbeit gestartet worden. Eine neue Möglichkeit für Austausch biete ein Whatsapp - Kanal, der sehr gut angenommen werde. Besonders wichtig seien gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt. Tirol schaffe diese etwa mit Angeboten wie Versicherung und Rechtsberatung. Digitale Anwendungen für den Bereich der Förderungen, sowie Angebote zu Gewaltschutz und gegen Mobbing seien ebenfalls Schwerpunkte. Wichtig sei, dass dieses Maßnahmenpaket nicht 2026 – im Jahr des Ehrenamtes – ende, sondern abgesichert und weiterentwickelt werden solle.
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André Meißner vom hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation referierte darüber, wie digitale Werkzeuge das Ehrenamt stärken können. Die Digitalisierung unterstütze, schaffe aber auch Herausforderungen. So würden die Anforderungen an digitale Kenntnisse immer weiter ansteigen. Auch spezielle Vereinssoftware setze entsprechende Kompetenzen voraus. Die Bedienung von Social-Media-Plattformen? oder Vereinswebseiten verlange Medienkompetenzen. Das bedeute, dass digitale Kenntnisse weiter gefördert und gefestigt werden müssten, um auf neue Anforderungen, wie etwa die künstliche Intelligenz, reagieren zu können.
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André Meißner vom hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation referierte darüber, wie digitale Werkzeuge das Ehrenamt stärken können. Die Digitalisierung unterstütze, schaffe aber auch Herausforderungen. So würden die Anforderungen an digitale Kenntnisse immer weiter ansteigen. Auch spezielle Vereinssoftware setze entsprechende Kompetenzen voraus. Die Bedienung von Social - Media - Plattformen oder Vereinswebseiten verlange Medienkompetenzen. Das bedeute, dass digitale Kenntnisse weiter gefördert und gefestigt werden müssten, um auf neue Anforderungen, wie etwa die künstliche Intelligenz, reagieren zu können.
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Im Mittelpunkt des dritten Panels der Enquete stand die Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse, die die Regionen betreffen. Moritz Mittermann vom Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung sagte, es sei eine wichtiger Teil des Erlernens von Demokratie, junge Menschen früh an Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. Die Bundesjugendvertretung biete in diesem Zusammenhang partizipative Prozesse und qualitätsvolle Beteiligungsangebote für junge Menschen, zum Beispiel den EU-Jugenddialog?, den Klimajugendrat und regionale Dialoge zur EU - Wahl. Auch der Kinderbeirat und der Inklusionsbeirat würden Inputs für die Arbeit der Bundesjugendvertretung geben.
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Im Mittelpunkt des dritten Panels der Enquete stand die Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse, die die Regionen betreffen. Moritz Mittermann vom Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung sagte, es sei eine wichtiger Teil des Erlernens von Demokratie, junge Menschen früh an Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. Die Bundesjugendvertretung biete in diesem Zusammenhang partizipative Prozesse und qualitätsvolle Beteiligungsangebote für junge Menschen, zum Beispiel den EU - Jugenddialog, den Klimajugendrat und regionale Dialoge zur EU - Wahl. Auch der Kinderbeirat und der Inklusionsbeirat würden Inputs für die Arbeit der Bundesjugendvertretung geben.
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Günther Dichatschek
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Vorbemerkung |  |
Die Auswahl und Anordnung der Themen beruhen auf der Ausbildungs- und Berufsbiographie sowie persönlicher beruflicher Sozialisation und stellen persönliche Schwerpunktbildungen und Interessenslagen des Autors.
Basis der Beiträge und des Erkenntnisstandes ist die Literatur der Erziehungswissenschaft, Organisationsentwicklung ("Organisation und Pädagogik"), Politischen Bildung, Vorberuflichen Bildung, Altersbildung und Evangelischen Erwachsenenbildung/ EEB sowie interdisziplinärer Ansätze, exemplarisch vom Autor in Vorberuflicher- und Politischer Bildung sowie EEB mit eigenen Arbeiten ausgeführt.
Einrichtungen und Organisation der Erwachsenen- bzw. Weiterbildung/ EB - WB müssen in einer sich ständig ändernden Gesellschaft bestehen können, um Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durchführen zu können. Dies bedeutet eine zunehmende nationale (A) und internationale Bedeutung (EU) des quartären Bildungssektors (vgl. WITTPOTH 2006, 107-173).
Der Autor bezieht sich in seinen Ausführungen auf seine postgraduale Ausbildung im 10. Universitätslehrgang "Politische Bildung" / Universität Salzburg bzw. Klagenfurt/ Modul 6 "Die EU und Österreich" - 8 "Normen, Werte, geistige und weltanschauliche Grundlagen der Demokratie"/ Masterstudium (vgl. DICHATSCHEK 2008a, 133-136; FLEIGE 2011, 70), den 6. Universitätslehrgang "Interkulturelle Kompetenz" / Universität Salzburg/ Diplom mit einer Abschlussarbeit zur "Interkulturellen Erwachsenenbildung in der Vorberuflichen Bildung" sowie seine Qualifizierung in der "Weiterbildungsakademie Österreich/ wba" und im Comenius - Institut/ Fernstudium Erwachsenenbildung/ EKD, in Verbindung mit Bildungsmaßnahmen der Personalentwicklung der Universität Wien in "Change Management", "Führung und Management" und "Didaktischen Kompetenzen" und die Absolvierung des 4. Internen Lehrgangs für Hochschuldidaktik der Universität Salzburg/ Zertifizierung.
Ebenso konnte der jahrelange Tätigkeits- bzw. Erfahrungsbereich im Bildungsmanagement als Mitglied der Bildungskommission der Generalsynode der Evangelischen Kirche A. und H.B. (2000-2011) und stv. Leiter des "Evangelischen Bildungswerks in Tirol" (2004 - 2009, 2017 - 2019) bzw. als Bildungsbeirat (2011 - 2017).
Elemente erwachsenenpädagogischer Lehre werden auch im universitären Bereich von Lehrenden verwendet (vgl. WAHL 2006, 6-7). Die Diskussion - insbesondere unter der Prämisse eines "lebensbegleitenden Lernens" - wird hochschuldidaktisch unterschiedlich geführt.
Unterschiedlich wird die Thematik von Parallelstrukturen in der Didaktik von Schule, Hochschule und EB/ WB behandelt (vgl. NOLDA 2008, 15; PFÄFFLI 2005; DUMMANN - JUNG - LEXA - NIEKRENZ 2007; FLEIGE 2011, 53; BOLDER 2011, 53-66; GRUNDSTUDIUM ERWACHSENENBILDUNG/ EKD - COMENIUS INSTITUT, STUDIENBRIEF 3, 2014).
Der Beitrag ist eine persönliche Auseinandersetzung aus der angeführten Motivation.
IT - Hinweis
https://www.ehrenamt.de/ (7.5.2026)
1 Übersicht Österreich |  |
Viele österreichische Hilfsorganisationen bieten Interessierten Möglichkeiten der regelmäßigen freiwilligen oder ehrenamtlichen Mitarbeit. Daneben kann jede/ jeder im Katastrophenfall oder in einer Notsituation ihre/ seine Hilfe spontan zur Verfügung zu stellen.
Nähere Informationen zur Förderung von freiwilligem Engagement finden sich ebenfalls auf oesterreich.gv.at.
Wer sich für eine freiwillige oder ehrenamtliche Mitarbeit entscheidet, sollte etwaige arbeitsrechtliche Konsequenzen beachten.
Nähere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Bezahlte Freistellung für Großschadensereignis- und Bergrettungseinsätze" auf USP.gv.at. Die Kontaktdaten diverser Hilfsorganisationen finden Sie im Kapitel "Weiterführende Informationen". Auf den Seiten des Freiwilligenwebs, Österreichs Portal für freiwilliges Engagement, finden Sie viele Informationen und Projekte zur Freiwilligenarbeit.
Helferinnen/ Helfer, die einen Nachweis über ihr freiwilliges oder ehrenamtliches Engagement wünschen, haben die Möglichkeit, sich den Österreichischen Freiwilligenpass ausstellen zu lassen. In ihm werden nicht nur die geleistete Arbeit, sondern auch die dadurch gewonnenen Kompetenzen und Qualifikationen objektiv dokumentiert.
Das Österreichische Rote Kreuz hat in Kooperation mit dem Radiosender Ö3 das Projekt "Team Österreich" ins Leben gerufen. "Team Österreich" organisiert bei Not- und Katastrophenfällen im Inland freiwillige Nachbarschaftshelferinnen/ Nachbarschaftshelfer und koordiniert deren Einsatz mit der offiziellen Einsatzleitung. Sie können sich auf den Seiten von "Team Österreich" als potenzielle Helferin/ potenzieller Helfer registrieren und werden verständigt, sobald Ihre Hilfe in Österreich gebraucht wird.
Falls Sie über keinen Internet - Zugang verfügen, können Sie kostenlos eine der rund 860 Multimedia Stations der A1 Telekom Austria nutzen und sich online registrieren. Ebenso können Sie Ihre Daten im Nachhinein ändern bzw. im Bedarfsfall die Details zu Ihrem Einsatz abrufen.
Weiterführende Links
freiwillig-engagiert.at ( igfö) – Online - Plattform der Servicestelle für Freiwilliges Engagement in Österreich
Freiwilligenweb ( BMASGPK)
Österreichischer Freiwilligenpass ( BMASGPK)
Engagement für Österreich – Freiwilligenarbeit und Ehrenamt ( ÖIF)
Freiwillig für Wien – Netzwerk für Freiwilligentätigkeiten ( Stadt Wien)
Gruft ( Caritas Wien)
Freiwillige*r werden (Volkshilfe Wien)
Freiwilligenbörse ( Caritas Österreich)
Freiwillig beim Roten Kreuz ( Österreichisches Rotes Kreuz)
Ehrenamtlich helfen ( Malteser)
Ehrenamt ( Arbeiter - Samariter - Bund Österreich)
Freiwilligenbörse ( Diakonie)
Freiwilligenarbeit ( SOS Kinderdorf)
"Team Österreich" ( ORF)
Registrierung "Team Österreich" ( Österreichisches Rotes Kreuz)
Multimedia Stations
Ehrenamtlich helfen bei den Johannitern ( Johanniter - Unfall - Hilfe Österreich)
Letzte Aktualisierung: 19.03.2026
Für den Inhalt verantwortlich:
https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/hilfe_leisten/3/Seite.2980026 (7.5.2026)
2 Parlamentskorrespondenz Nr. 401 vom 06.05.2026 |  |
Bundesratsenquete: Bedeutung von Ehrenamt und Jugendarbeit für die Stärkung der Regionen - Fachleute diskutieren Chancen und Grenzen von digitalen Werkzeugen für politische und gesellschaftliche Teilhabe
Wien (PK) – Die Frage, wie die Digitalisierung die Einbindung in regionale Entscheidungen fördern kann, war ein zentrales Thema der parlamentarischen Enquete des Bundesrats "Starke Regionen: digital.engagiert.zukunftsorientiert". Nach der Behandlung des Themas regionale Sicherheit widmeten sich in zwei weiteren Panels die Expertinnen und Experten der Rolle des Ehrenamts und der Frage der Jugendbeteiligung in den Regionen.
Andrea Fink von der Freiwilligenpartnerschaft Tirol stellte die Bemühungen der Servicestelle um die Stärkung des Ehrenamts vor. André Meißner vom hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation brachte Beispiele, wie digitale Werkzeuge zur Stärkung des Ehrenamts eingesetzt werden können. Moritz Mittermann präsentierte die Arbeit der Bundesjugendvertretung und plädierte für die Beteiligung junger Menschen an regionalen Entscheidungsprozessen. Die Medienwissenschafterin Anna Grebe referierte zudem über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes digitaler Werkzeuge zur Stärkung der Jugendbeteiligung speziell im ländlichen Raum.
Ehrenamt als Fundament regionaler Stärke
Konkret sprach Andrea Fink von der Freiwilligenpartnerschaft Tirol darüber, wie das Land Tirol die Zukunft des Ehrenamts in ländlichen und urbanen Regionen sichern wolle. Eine wichtige Motivation dafür sei, dass ohne Freiwillige vieles im Land nicht funktioniere. Allerdings bestehe die Herausforderung, dass immer mehr Menschen ehrenamtliche Tätigkeit als Einstiegsmöglichkeit in einen Beruf auffassen würden. Damit werde es tendenziell schwieriger, Funktionen in Vereinen zu besetzen. Der Wunsch nach mehr zeitlich begrenzten und projektorientierten Tätigkeiten nehme zu.
Um das freiwillige Engagement zu stärken und zukunftsfit zu gestalten, müsse man auf die Bedürfnisse der Freiwilligen, Vereine, Verbände und Initiativen eingehen und gute Rahmenbedingungen schaffen. Fink stellte die Freiwilligenpartnerschaft Tirol vor, die seit 2015 Schritte zur Stärkung des freiwilligen und ehrenamtlichen Engagements setzt. Sie umfasst laut ihr flächendeckend elf regionale Freiwilligenzentren. Damit sei gelungen, ein Netzwerk von 1.800 Partnern aufzubauen und jährlich rund 800 Freiwillige zu vermitteln.
Eine Initiative, um Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, sei die Freiwilligenwoche. Diese niederschwellige Mitmachaktion habe Ende April stattgefunden und mit 170 Projekten rund 2.400 Personen erreicht und viele davon neu für Freiwilligentätigkeit gewinnen können. Tirol habe heuer ein "Jahr des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements" mit der Vorstellung der Ehrenamtscharta gestartet. Eine wichtige Rolle spiele die Hebung der Wertschätzung der Freiwilligenarbeit. Dazu sei eine umfassende Medienarbeit gestartet worden. Eine neue Möglichkeit für Austausch biete ein Whatsapp - Kanal, der sehr gut angenommen werde. Besonders wichtig seien gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt. Tirol schaffe diese etwa mit Angeboten wie Versicherung und Rechtsberatung. Digitale Anwendungen für den Bereich der Förderungen, sowie Angebote zu Gewaltschutz und gegen Mobbing seien ebenfalls Schwerpunkte. Wichtig sei, dass dieses Maßnahmenpaket nicht 2026 – im Jahr des Ehrenamtes – ende, sondern abgesichert und weiterentwickelt werden solle.
Digitale Werkzeuge für das Ehrenamt – Chancen und Risiken
André Meißner vom hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation referierte darüber, wie digitale Werkzeuge das Ehrenamt stärken können. Die Digitalisierung unterstütze, schaffe aber auch Herausforderungen. So würden die Anforderungen an digitale Kenntnisse immer weiter ansteigen. Auch spezielle Vereinssoftware setze entsprechende Kompetenzen voraus. Die Bedienung von Social - Media - Plattformen oder Vereinswebseiten verlange Medienkompetenzen. Das bedeute, dass digitale Kenntnisse weiter gefördert und gefestigt werden müssten, um auf neue Anforderungen, wie etwa die künstliche Intelligenz, reagieren zu können.
Zu beachten sei dabei, dass das Ehrenamt vielfältig sei. Die Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass "weniger digitale" Menschen ihren Platz darin verlieren. Digitale Angebote müssten das Ehrenamt unterstützen. So könnten Online - Tools den Umgang mit Behörden beschleunigen und Ehrenamtliche damit entlasten. Eine digitale Dokumentation erhöhe auch Transparenz und Nachvollziehbarkeit für beide Seiten. Auch die Vernetzung von Organisationen untereinander und die Fortbildung könnten gefördert werden.
Hier seien allerdings die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten, wie etwa in Bezug auf den Datenschutz. Daten dürften nur für festgelegte Zwecke erhoben und verarbeitet werden. Auch das Urheberrecht sei zu beachten. Ehrenamtliche dürften Inhalte nicht einfach kopieren, sondern müssten eigene Materialien erstellen. Auch Haftungsfragen seien zu beachten, etwa wenn Schäden durch falsche Informationen entstehen. Daher müsse an die entsprechende Absicherung der Ehrenamtlichen gedacht werden. Auch Fragen der IT-Sicherheit? seien zu bedenken. Dazu müssten ehrenamtliche Vereine und Initiativen klare Richtlinien für den Umgang mit digitalen Tools festlegen.
Bundesräte betonen den Mehrwert des Ehrenamts für die Regionen
In der anschließenden Diskussion sagte Bundesrat Franz Ebner (ÖVP/O), dass Österreich ohne Ehrenamt unvorstellbar sei. Angesicht der Zunahme der Projektarbeit könne die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag leisten. Er verstehe, dass Menschen aus dem Ehrenamt einen Mehrwert generieren wollen. Eine Bezahlung würde aber in Widerspruch zur Idee des Ehrenamtes stehen. Ferdinand Tiefnig (ÖVP/O) plädierte dafür, den Vereinen mehr Rechtssicherheit im digitalen Bereich zu bieten. So könnten Klagen zu Urheberrechten das Ehrenamt übermäßig belasten.
Martin Peterl (SPÖ/N) brach eine Lanze für die Blaulichtorganisationen, wie die Freiwilligen Feuerwehren und den Rettungsdienst. Sie hätten eine wichtige Rolle für die Regionen und würden die Digitalisierung nützen, um Tradition und Zukunft verbinden.
Auch Christofer Ranzmaier (FPÖ/V) betonte, dass kein Lebensbereich in Österreich ohne das Ehrenamt funktionieren würde. Er kritisierte, dass die öffentliche Hand die Nutzung des Internets nach wie vor als "Neuland" verstehe und seine Möglichkeiten nicht entsprechend nütze, um das Ehrenamt zu fördern. Hier brauche es noch einen entsprechenden Kraftakt.
Mitbestimmung der Jugend, um Herausforderungen zu bewältigen
Im Mittelpunkt des dritten Panels der Enquete stand die Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse, die die Regionen betreffen. Moritz Mittermann vom Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung sagte, es sei eine wichtiger Teil des Erlernens von Demokratie, junge Menschen früh an Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. Die Bundesjugendvertretung biete in diesem Zusammenhang partizipative Prozesse und qualitätsvolle Beteiligungsangebote für junge Menschen, zum Beispiel den EU - Jugenddialog, den Klimajugendrat und regionale Dialoge zur EU - Wahl. Auch der Kinderbeirat und der Inklusionsbeirat würden Inputs für die Arbeit der Bundesjugendvertretung geben.
Gerade im lokalen und regionalen Umfeld gebe es viele Themen, die junge Menschen ansprechen und zu denen sie sich im Rahmen von freiwilligem Engagement einbringen könnten. Aber auch die klassische Politik sei für sie interessant. Zukunftsfähige Lösungen würden die Einbindung von Jugendlichen erfordern. Eine solche Einbindung stärke auch die Identifikation mit einer Region und das Verantwortungsbewusstsein steige. Allerdings fehle oft das Angebot, um sich politisch einzubringen.
Mittermann hält eine Erneuerung des Generationenvertrags für notwendig. Laut dem Demokratiemonitor des Parlaments waren 2018 noch fast zwei Drittel der Jugendlichen zwischen 16 und 26 überzeugt, dass sie durch die Parlamentsparteien politisch gut vertreten seien. 2021 sei dieser Wert auf ein Drittel gesunken. Der direkte Dialog zwischen jungen Menschen und politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen brauche gute Rahmenbedingungen und einen niederschwelligen, offenen Zugang, thematische Offenheit, Respekt und Wertschätzung. Der Dialog müsse zu klaren Resultaten und zu Verbindlichkeit führen. Dafür sei jugendgerechte Kommunikation eine wichtige Voraussetzung.
Oft scheitere die Beteiligung auch an praktischen Voraussetzungen wie fehlender Mobilität, digitalen Ungleichheiten und dem Fehlen von Räumen und Strukturen, in denen sich Jugendliche treffen und organisieren können. Mittermann plädierte dafür, bestehende Strukturen in den Gemeinden und Regionen bestmöglich zu nutzen und zu fördern. Das bedeute, Digitalisierungsangebote für Jugendliche, Jugendprojekte und Jugendorganisationen zu unterstützen.
Einsatz digitaler Werkzeuge in der Jugendarbeit
Die Medienwissenschafterin und Beraterin für Jugendpolitik und Jugendbeteiligung Anna Grebe sprach über den Einsatz digitaler Werkzeuge zur Stärkung von Jugendbeteiligung. Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen seien von Digitalität geprägt und durchdrungen. Insofern erscheine es jugendgerecht, die Beteiligung junger Menschen mithilfe digitaler Tools voranzubringen. Jugendbeteiligung dürfe aber nicht auf digitale Abstimmungen reduziert werden. Digitale Tools könnten analoge Beteiligungsprozesse, insbesondere auf kommunaler oder regionaler Ebene, nicht ersetzen. Sie seien eine Unterstützung und Ergänzung, um Zugangsbarrieren zu senken und die Vernetzung und den Austausch zu ermöglichen. Wirksame Jugendbeteiligung müsse Verbindlichkeit klären und die notwendigen personellen Ressourcen bereitstellen. Sie sei als Bildungsprozess zu verstehen, der Zeit brauche, um die Teilhabe an einer demokratischen und aushandlungsfähigen Demokratie zu stärken.
Laut Grebe müssten dafür die digitalpolitischen Rahmenbedingungen beachtet werden. Der hohe Preis mobiler Endgeräte und hohe Tarife von Internet- und Mobilfunk-Anbietern? würden oft zu einem Ausschlusskriterium. In ländlichen Regionen fehle oft der Zugang zu einem leistungsfähigen Glasfasernetz, guter Mobilfunknetzabdeckung und datenschutzkonformen und jugendgerechten Angeboten an Software, Apps und Plattformen. Digitale Technologien und Medien ermöglichten mehr Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen, setzten aber auch Medienkompetenz voraus.
Jugendbeteiligung könne grundsätzlich in allen Prozessabschnitten vom gezielten und bewussten Einsatz digitaler Tools profitieren, konstatiert Grebe. Ein niedrigschwelliger Einstieg und Möglichkeiten der Vernetzung würden Lust darauf machen, sich im fortlaufenden Prozess zu engagieren. Tools, die Abstimmungen ermöglichen, könnten an vielen Stellen im Prozess eingesetzt werden. Allerdings sei transparent zu machen, wie mit Umfrage- oder Abstimmungsergebnissen umgegangen werde. Die Tools müssten eine echte Machtabgabe erwachsener Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung an die Jugend bedeuten. Das brauche auch Ressourcen für die personelle Begleitung von Beteiligungsverfahren durch pädagogische Fachkräfte und eine angemessene Ausstattung analoger Angebote. Notwendig seien zudem echte Räume für das, was ein digitales Tool alleine nicht leisten könne, nämlich demokratische Aushandlungsprozesse für eine lebenswerte Gemeinde und Region.
Junge Menschen ernsthaft in die Gestaltung der Regionen einbinden
Die Vizepräsidentin des österreichischen Verbands der Internet Provider (ISPA) Julia Seitlinger betonte, dass die digitale Teilhabe längst Realität sei. Nun gelte es, sie sicher, inklusiv und frei zu gestalten. Die ISPA biete hier Angebote an. Allerdings plädiere sie dafür, Medienbildung strukturell zu verankern. Ein Social-Media-Verbot? müsse europäisch koordiniert und datenschutzkonform organisiert werden.
Das Ehrenamt habe eine wichtige Rolle, um Jugendliche in die Gestaltung der Regionen einzubinden, sagte der ÖVP -Nationalratsabgeordnete Klaus Lindinger. Die Digitalisierung könne die Mitsprache und Partizipation stärken. Wichtig sei, die Jugendlichen auch "machen zu lassen".
Der steirische Landtagsabgeordnete Michael Wagner (FPÖ) wies darauf hin, dass es wichtig sei, Jugendliche in den Regionen anzusprechen. Die Oststeiermark habe hier gute Beispiele anzubieten. Wer starke Regionen wolle, müsse Perspektiven schaffen. Das brauche entsprechende Mobilitätsangebote.
Bundesrätin Amelie Muthsam (SPÖ/N) betonte, dass Jugendbeteiligung dort funktioniere, wo die jungen Menschen ernst genommen und von Anfang an in Projekte eingebunden werden. Beteiligung dürfe kein Feigenblatt sein, wie das oft der Fall sei. Sie brauche Verbindlichkeit, echte Einflussmöglichkeiten und Ernsthaftigkeit. Dann seien junge Menschen auch bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Auch der Wiener Landtagsabgeordnete Lukas Burian (NEOS) betonte, viele junge Menschen würden nicht erst in Zukunft, sondern bereits heute mitbestimmen wollen. Das Ehrenamt sei ein wichtige Säule des Zusammenhalts und stärke damit auch die Sicherheit.
Nationalratsabgeordneter Harald Schuh (FPÖ) wies darauf hin, dass die Digitalisierung ohne massiven Ausbau des Breitbandnetzes nicht gelingen könne. Gerade die Peripherie sei benachteiligt. Hier müsse die öffentliche Hand den Lückenschluss unterstützen. Allerdings müsse auch ein ausreichendes Offline-Angebot? sichergestellt werden.
Bundesrat Sandro Beer (SPÖ/W) sprach sich dafür aus, Kindern und Jugendlichen "echte" Beteiligung von der Gemeinde- bis zur Bundespolitik zu ermöglichen. Mitzureden erfordere auch Wissen. Daher sei politische Bildung eine zentrale Grundlage der Demokratie. Hier habe die Demokratiewerkstatt des Parlaments eine wichtige Funktion. Technologie könne zudem echte Beteiligung nicht ersetzen.
Der Wiener Landtagsabgeordnete Benjamin Schulz (SPÖ) verwies auf die Wiener Kinder- und Jugendstrategie und das Kinder- und Jugendparlament als Beispiele dafür, wie junge Menschen sich einbringen können. Besonders wichtig sei Schulz die Unterstützung der Lehrlingsausbildung.
IT - Hinweis:
https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2026/pk0401 (7.5.2026)
Will man die Ehrenamtlichkeit/ Freiwilligkeit in ihrem Wirkungskreis erhöhen, sollte man die Organisationsstruktur neu ausrichten. Es bedarf eines Freiwilligenmanagements in der Erwachsenenbildung, damit es zu gesellschaftlichen Aktivitäten kommen kann. Ziel ist eine lebendige Zivilgesellschaft mit Motivation und Engagement.
Der Workshop "Ehrenamt - Freiwilligkeit/ Freiwilligenkoordination" der Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt des Rings Österreichischer Bildungswerke (22.-23.4.2013/ Wien) mit der Teilnahme des "Evangelischen Bildungswerks in Tirol" zeigt an, dass in Fortsetzung des "Internationalen Jahres der Freiwilligkeit" (2001), des "Jahres der Ehrenamtlichkeit"(2011/Evangelische Kirche Österreich) und des Workshop - Diskurses anlässlich des Festaktes "40 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreich - 5 Jahre Weiterbildungsakademie"/Strobl (2012) zur Freiwilligkeit/ Ehrenamtlichkeit in der Erwachsenenbildung die Diskussion und Rahmenbedingungen für eine Förderung des freiwilligen Engagements weiterhin zu führen sind.
1 Notwendigkeit von besseren Förderstrukturen |  |
Zwar bestehen gewisse Förderstrukturen - etwa Fortbildungen, Konferenzen, Tagungen, Workshops und Publikationen - trotzdem ist die Thematik noch nicht im Mainstream angekommen (vgl. REIFENHÄUSER - HOFFMANN - KEGEL 2009). Zivilgesellschaftliches Engagement als Ausdruck von Freiwilligkeit/ Ehrenamtlichkeit ist wenig verbreitet. Zwar spricht das Zahlenmaterial von Engagement - man denke an Freiwillige Feuerwehren, Musikkapellen, Sportvereine, Büchereien, Kulturvereine und soziale Hilfsorganisationen - aber im Bereich von Bildungswerken als Organisationen und Systeme mit einem spezifischen Auftrag fehlen Ressourcen/ Interessierte (vgl. DICHATSCHEK 2005b, 126-130).
Erwachsenenbildung als kirchliche Bildungsarbeit mit der Vermittlung eines theologischen Fundaments im Kontext eines erwachsenenpädagogischen Auftrages von Alltags- und Lebensorientierung, Kulturarbeit, Politischer Bildung und zunehmender Bedeutung von Interkultureller Bildung verfügt über wenig Engagierte.
Insbesondere in Diasporagebieten gibt es Nachwuchsprobleme in einem gesellschaftlich wichtigen Lern- und Handlungsfeld, das es auszubauen gilt.
Als Grundlage für Fördermaßnahmen gilt ein Freiwilligenmanagement mit entsprechenden Rahmenbedingungen, Gewinn von Fachlichkeit und Möglichkeiten der Mitgestaltung und Mitbestimmung.
IT - Hinweis:
"Freiwilligenarbeit: Jeder Zweite engagiert sich" > http://oesterreich.orf.at/stories/2586070 (27.5.2013)
Freiwilligenmanagement ist Planung, Organisation, Koordination, Kooperation, Evaluation und Vernetzung von freiwilligem Engagement.
In Bildungswerken als Institutionen einer "Evangelischen Erwachsenenbildung/ EEB" findet dies in organisierter Form statt, auf Grund des staatlichen Vereinsgesetzes, kirchlicher Ordnung und einer gesamtösterreichischen erwachsenenpädagogischen Vernetzung.
Zu vermerken ist die Verbindung von staatlichem Vereinsgesetz und kirchlicher Ordnung, weil hier zwei rechtliche Zuständigkeiten mit erhöhtem verwaltungstechnischen Aufwand auftreten.
Ziel ist eine nach der schulischen und erstberuflichen Ausbildung notwendige Förderung von Wissen, Fertigkeiten, Haltungen, Erfahrungen und Kompetenzen.
Für ehrenamtlich Engagierte bietet sich die Chance,
- ihren Eigeninteressen nachzugehen,
- sich weiter zu qualifizieren,
- Sinn und Wert in einem Engagement zu finden,
- Interessierte kennen zu lernen und sich einbringen zu können.
Damit ergeben sich Anforderungen an Ehrenamtliche/ Freiwillige wie
- eine Abgrenzung von Freiwilligenarbeit von der Tätigkeit Haupt- und Nebenberuflicher,
- der Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen,
- Unterstützungssystemen,
- Qualifizierungsangeboten und
- einer Anerkennungskultur.
All dies ist ausbaufähig, wie dies das Beispiel von Evangelischen Bildungswerken in Verbindung mit der "Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bildungswerke in Österreich" zeigt. Als gesamtösterreichische Dachorganisation mit der Mitgliedschaft im "Ring Österreichischer Bildungswerke" ist eine zeitgemäße Struktur mit Präsenz und Mitarbeit in der Allgemeinen Erwachsenenbildung, Freiwilligenmanagement, Mitarbeiterfort-/ -Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und eine entsprechende Positionierung in der Evangelischen Kirche (vermehrt) anzustreben.
3 Zielvoraussetzungen - Ziele |  |
In der Regel fehlt eine Ausrichtung von Zielvoraussetzungen und Zielen bei diesem Engagement. In diesem Zusammenhang erkennt man einen Strukturwandel des Ehrenamtes bzw. der Freiwilligkeit im Sinne einer Gemeinwohlorientierung (vgl. BEHER - LIEBIG - RAUSCHENBACH 2000).
Leitbilder mit notwendigen Ergänzungen, Förderung von Rahmenbedingungen, Qualitätskriterien und die Zuweisung von Aufgabengebieten zeigen an, dass freiwilliges Engagement weder umsonst noch kostenlos ist.
Engagementförderung bedarf klarer Strukturierung und ist als Prozess und keinesfalls als starres System zu verstehen.
Ein solcher Prozess beginnt mit einer
- Bedarfseinschätzung,
- Aufgabenentwicklung,
- Gewinnung von Interessierten,
- Gesprächen,
- Phasen der Einarbeitung bzw. Ausbildung und
- Begleitung mit Unterstützung.
Evaluation und Wertschätzung vervollständigen ein Freiwilligenengagement/Ehrenamt.
Anzustreben ist ein passendes System von Förderung und Aufstiegsmöglichkeiten sowie Persönlichkeitsentwicklung.
Anregungen, Austausch und Bewertung sind notwendige ergänzende Elemente.
Nationale und EU - Netzwerkbildungen sind anzustreben.
4 Reflexion des Workshops |  |
In einem Workshop arbeiten in der Regel gleichberechtigte und gleichkompetente Fachleute in einer begrenzten Zeitspanne an einer gemeinsamen Fragestellung. In diesem Workshop ging es um die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Freiwilligenmanagement.'''
Unabhängig von der Notwendigkeit zeigen sich Grenzen im Zeitrahmen und einer Ausbildung, besonders für verantwortungsvolle Tätigkeiten. Die Notwendigkeit und Bedeutung einer internen und externen Anerkennung für freiwillige Tätigkeiten wird deutlich, weil es um öffentliche Bildungsarbeit in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext geht.
Kompliziert ist die Aus-, Fort- und ggf. Weiterbildung, weil im Regelfall nur kurzfristige Aktivitäten angenommen werden und entsprechende Bildungsangebote zeitlich und finanziell auf Schwierigkeiten stoßen.
Für die Erwachsenenpädagogik mit den Möglichkeiten an der "Weiterbildungsbildungsakademie Österreich" erscheint eine entsprechende Personal- und Finanzausstattung überlegenswert. An Beispielen einzelner Bundesländer zeigt es sich, dass kostengünstige Lehrgänge auch regional angeboten werden. Dies könnte durchaus auch für eine interne Aus- bzw. Fortbildung Ehrenamtlicher/Freiwilliger nützlich sein und anerkannt werden.
Von Interesse sind die Angebote des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung (Strobl), verschiedene berufsbegleitende Universitätslehrgänge mit dem entsprechenden Lehrgang für Erwachsenenbildung und die Weiterbildungsakademie Österreich/ wba (Wien).
Zum Freiwilligenmanagement gehören bestimmte Aufgaben.
Ziele müssen definiert sein, Leitbilder müssen Aussagen zur Bedeutung von freiwilligem Engagement enthalten.
Das Engagement sollte Entfaltungsmöglichkeiten anbieten können.
Dazu und zu Inhalten - deren Umsetzung und Rahmenbedingungen - bedarf es umfassender Informationen.
Professionelle Regelungen ergänzen ein sinnvolles Engagement.
Fachliche Begleitung und Unterstützung müssen entsprechen.
Eine Verbindung von Arbeit und Lernprozess sollte gefördert werden.
Qualifizierungsangebote sind eine wesentliche Form der Anerkennung.
Plädiert wird für qualifizierte Nachweise, die möglicherweise für ein berufliches Fortkommen genutzt werden können.
Anerkennung von Tätigkeit erkennt man - unabhängig von Zertifikaten, Urkunden, Dankschreiben und dem notwendigen Gemeinschaftserlebnis - auch an einem externen Engagement in kultureller und gesamtgesellschaftlicher Beteiligung. Diese Form einer öffentlichen Aktivität gilt als ideale Form von zivilgesellschaftlichem Engagement und einer gesamtgesellschaftlichen Anerkennung.
Regelmäßige Öffentlichkeitarbeit dokumentiert zudem ein Engagement.
Engagierten sollte ein umfassendes Handlungs- und Lernfeld angeboten werden - für persönliche Entwicklung, den Erwerb von Fachkompetenz und die Einbindung im öffentlichen Engagement (vgl. KNOLL 2003).
Eine Einführung für Interessierte und die Begleitung mit Unterstützungsmaßnahmen sollte Aufgabe eines Freiwilligenkoordinators sein.
Ein so verstandenes Freiwilligenmanagement mit gesamtgesellschaftlichem Engagement stärkt
- evangelische Erwachsenenpädagogik/ -bildung,
- die Zivilgesellschaft und
- kann Interessierten als Vorbild für ein künftiges Engagement dienen.
1 Einleitende Bemerkungen |  |
Erwachsenenbildung EB/ Weiterbildung WB stellt Theorie und Praxis vor besondere und andere Herausforderungen.
1.1 Allgemein |  |
1 Die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden/ Studierenden ist eine Beziehung zwischen Mündigen (vgl. FLEIGE 2011, 65; KRÄMER - KUNZE - KUYPERS 2013, 195-203). Es gibt keine Erziehung, die Adressaten/innen sind Teilnehmer/innen (vgl. SCHRÖER 2004, 9).
2 Zudem gibt es den Unterschied zur schulischen Bildung in der Teilnehmerorientierung im Lehren und Lernen, Erwerb von Wissen ohne Belehrung und der Programmplanung, um das Bildungssystem und die Landeskultur (vgl. MEUELER 2009, 985-986; FLEIGE 2011, 11-12, 64).
3 Es geht um Bildung, Qualifikationen und Erwerb von Kompetenzen. Zu bedenken ist neben einer nationalen auch die internationale (EU-) Perspektive der EB (vgl. LENZ 1998, 329-342; NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, ARNOLD - NUISSL -ROHS 2017).
4 Die Organisation von EB/ WB ist pluralistisch, es geht um ein Bestehen auf dem Bildungsmarkt (vgl. SCHRÖER 2004, 23). Den gesetzlichen Rahmen regelt der Staat (vgl. dazu die Überlegungen zur Weiterbildung als "gouvernementale Machtpraktik" bei NOLDA 2008, 64-66).
1.2 Konfessionelle EB ev |  |
Konfessionsgebundene EB/ WB hat eine andere Aufgabenstellung (vgl. DICHATSCHEK 2005, 126; SCHRÖDER 2012, 503-505):
1 Theologie erfordert Verkündigung/Mission,
2 Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft fordert Mündigkeit und
3 Organisationsentwicklung fordert Konkurrenz.
In dem interdisziplinären Fachbereich des Bildungsmanagements von Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft (EB) und Betriebswirtschaft/ Organisationsentwicklung bzw. Theologie bei konfessioneller EB geht es um
1 Herausforderungen der jeweiligen Situation (Situationsanalyse),
2 die Darstellung veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen (Gesellschaftsanalyse),
3 den sich ändernden Wirtschaftsrahmen (Wirtschaftsanalyse) und
4 um Ziele und Zielkonflikte im angesprochenen Verhältnis der Fachbereiche (Lernzielanalyse).
1.3 Folgerungen |  |
Gefordert ist demnach
1 eine theoretische Abklärung der klassischen und modernen Theorien der Organisation und der Veränderungen auf ihre Brauchbarkeit hin,
2 die Besonderheit einer Bildungsorganisation im quartären Bereich mit ihren spezifischen Merkmalen und
3 Ergebnisse, die zu pragmatischen Entwicklungsperspektiven führen.
In Lehre - Gruppenführung - Training geht es um Bereiche der EB/ WB in der Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft (Lehren und Trainieren in der Fort- und Weiterbildung) im Rahmen des von der EU geforderten "lebensbegleitenden Lernens" in Form der Allgemeinen, Beruflichen EB und Betrieblichen Weiterbildung (vgl. NOLDA 2008, 56, 104; ARNOLD - NUISSL - ROHS 2017, 120-121). Damit sind komplexe Fragen im quartären Bildungssektor für Lehrende und Lernende gestellt.
Im Studium geht es im tertiären Bildungsbereich um eine Hinführung und in der Folge Spezialisierung wissenschaftlichen Denkens mit einer ausgesuchten Zielgruppe mit gesetzlicher Studienberechtigung nach einem intern - kodifizierten Studienplan, hochschuldidaktischen und fachdidaktischen Grundsätzen. Zentral ist die Förderung des Verständnisses für wissenschaftliche Forschungsarbeit. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Studiengegenstandes (VO, SE, PS und Praktikum). Ziel ist ein akademischer Studienabschluss mit einem Vorrat an Wissensbeständen und einer Stärkung wissenschaftlicher Weiterbildung (vgl. KRÄMER - KUNZE - KUYPERS 2013, 202-203; WAHL 2020, 173-197).
2 EB/ WB im nationalen Bereich |  |
EB/ WB ist mit der Allgemeinen EB mit den Volkshochschulen/ VHS, der ARGE Bildungshäuser, dem Büchereiverband und dem Ring Österreichischer Bildungswerke (mit den konfessionsgebundenen Bildungswerken) sowie
der Beruflichen EB mit den großen Bildungsträgern der Sozialpartner wie dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, dem Ländlichen Fortbildungsinstitut/ LFI, dem Wirtschaftsförderungsinstitut/ WIFI und dem Berufsförderungsinstitut/ bfi sowie seinen Bildungsinstitutionen - dem "Bundesinstitut für EB" und der "Weiterbildungsakademie Österreich" - Bestandteil des quartären Bildungssektors (vgl. dazu die verschiedenen Institutionen und Lernorte sowie den Lernort Betrieb bei NOLDA 2008, 104, 109-110; FLEIGE 2011, 53; SCHÄFTER 2007, 355).
Nach ZEUNER (2010) ist es Aufgabe einer EB in einer Demokratie, sachliches Verständnis der Wirklichkeit und wachsame Kritik zu bilden. Verantwortung und Kritik sollen vorgelebt werden. Eine Demokratie lebt aus dem wachsamen Mut ihrer Bürger, aus der Bereitschaft zur Opposition, zur Alternative (vgl. ZEUNER 2010, 59; BORONSKI 1986, 64).
Damit wurde die Hauptaufgabe der EB in einer alltags- und lebensorientierenden und Politischen Bildung gesehen. Erst mit dem Eintritt in die Europäische Union hat sich die Zielsetzung mit einer beruflichen Qualifikation wesentlich erweitert, die politisch-ökonomische Dimension bleibt aktuell.
Mit der theoretischen Diskussion der EB ist die Entwicklung eines spezifischen professionellen Bewusstseins und Handelns der in der Praxis tätigen Personen notwendig. Die verschiedenen Handlungsfelder, die unterschiedliche berufliche Primärsozialisation und die verschiedenen Arbeits- und Beschäftigungsformen erschweren bisher ein theoretisch begründetes professionelles Selbstverständnis und Handeln (vgl. ZEUNER 2010, 62).
Von Interesse sind daher die Bemühungen der Universitäten Graz und Klagenfurt sowie des Bundesinstituts für EB um eine Erwachsenenpädagogik/-bildung. Der Universitätslehrgang Erwachsenenbildung - Weiterbildung der Universität Klagenfurt bzw. des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung Strobl war beispielhaft. Der Aufgabenbereich erwachsenenpädagogischer Kompetenzerfassung und Qualifikation der Weiterbildungsakademie Österreich/wba ist europaweit vorbildlich.
Im Rahmen der Evangelischen EB/ EEB gibt es neben den Bildungswerken/ EBW und der "Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bildungswerke/ AEBW" auch "Evangelische Akademien/ EAK". Ihre Aufgaben sind unterschiedlich.
1 EBW vermitteln neben einem theologischen Basiswissen Alltags- und Lebensorientierung, Kulturarbeit, Politische Bildung und zunehmend Interkulturelle Bildung.
2 EAK verstehen sich als Orte des gesellschaftlichen Diskurses im christlichen Kontext.
3 Die AEBW ist der Dachverband der evangelischen erwachsenenpädagogischen Bildungsinstitutionen mit Ziel einer Verbindung zu staatlichen Institutionen, der Allgemeinen Erwachsenenbildung und zur kirchlichen Institution.
Seit den siebziger Jahren gibt es zwei fundamentale gesellschaftliche Neuerungen mit einer gesamtgesellschaftlichen Bildungsverantwortung,
- zum einen eine weltanschauliche Offenheit und
- zum anderen eine Orientierung an der Lebenswelt/ Beruflichkeit der Adressaten.
Zunehmend wird der Bereich der Beruflichen EB forciert, wobei Änderungen auf dem Arbeitsmarkt, die Nachfrage nach Qualifikationen und einem Weiterbildungsangebot eine Rolle spielen (vgl. NOLDA 2008, 33 und 48). In der Folge kommt es zur Einbeziehung von Qualifikationslernen und Weiterbildung/ Höherqualifizierung mit beruflichen, politischen und lebensweltorientierten Bildungsaspekten, das sich in Berufs- und Persönlichkeitsbildung mit Qualifikationen und Kompetenzen (Personalkompetenz/ Selbst-, Fach- und Methodenkompetenz, Sozial- und Handlungskompetenz) darstellt (vgl. HEYSE - ERPENBECK 2009).
NEGT unterscheidet aus kritischer Perspektive eher bildende Aspekte der EB mit alternativen Kompetenzen/ "gesellschaftliche Schlüsselqualifikationen" wie Identitätskompetenz, ökologische -, technologische -, historische -, Gerechtigkeitskompetenz und ökonomische Kompetenz (vgl. NEGT 1991, 11-15 und 1997, 227; LENZ 1999, 72).
EB/ WB benötigt demnach heute
1 Professionalisierungsprozesse und Weiterbildungsmaßnahmen des Weiterbildungspersonals (vgl. NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 86-93; ARNOLD - NUISSL - ROHS 2017, 179-244; Punkt 5),
2 Profitbildung des Programmangebots und Kenntnisse von Betriebswirtschaft (vgl. BUSSE VON COLBE - COENENBERG -KAJÜTER - LINNHOFF - PELLENS 2011) sowie
3 Verbesserung der Ressourcennutzung mit Qualitätssicherung durch Kooperationen in Form von Erfahrungsaustausch, gemeinsames Marketing, Berücksichtigung der Anforderungen und Wünsche der Gesellschaft und des Trägers, der freien Mitarbeiter/innen und der Adressaten (vgl. NOLDA 2008, 117-118).
2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen |  |
Zu den zentralen Veränderungen der demokratischen Gesellschaft gehört die Veränderung der Arbeitsgesellschaft:
1 Die Bedeutung immaterieller Arbeit wächst. Freiwilligkeit gewinnt an Bedeutung und ist insbesondere im Sozial-, Sport- und Kulturbereich nicht wegzudenken.
2 Die subjektiven Interessen der Arbeitenden gewinnen an Bedeutung.
3 Die Arbeitsverhältnisse werden zunehmend dereguliert, damit die Arbeitskräfte flexibler eingesetzt werden (können).
4 Die klassische Form der Berufstätigkeit löst sich auf, die Bedeutung beruflicher Orientierung i.w.S. nimmt zu. SCHMIDT (2000) fasst diese Entwicklung mit der Formel zusammen: vom Produkt zum Projekt > von der Erledigung zum Erfolg > vom Schweiß zum Adrenalin (vgl. SCHMIDT 2000, 59; SCHRÖER 2004, 23).
Die bisherigen Formen von Arbeit - fixer Arbeitsplatz, Arbeitszeitregelungen, Sozialansprüche, Tariflöhne - verändern sich zu anderen Formen wie Telearbeit, mobiler Arbeitsplatz und virtuelle Büros und damit zu einer verschärften Ökonomisierung mit einer Reihe von wirtschaftlichen und sozialen Unsicherheiten. Es ist davon auszugehen, dass künftige Arbeitnehmer/innen voraussichtlich mehrere Arbeitstätigkeiten in mehreren Berufen auszuüben haben(Berufsausbildung > Startberuf > Folgeberufe > ggf. Umschulungen bzw. Folge- und Weiterbildungsmaßnahmen, geänderte Arbeits- und Berufsbedingungen). Arbeitsunterbrechungen - bei Frauen im hohen Ausmaß bereits lange schon eine gesellschaftliche Realität - werden keine Ausnahme sein(vgl. SCHMIDT 2000, 60; SCHRÖER 2004, 23; BEINKE 2006, 11-16; NOLDA 2008, 32-34). Freiwilligenarbeit und soziales Engagement mit Anerkennung werden zunehmend von Bedeutung werden. Der Wert des generationenübergreifenden Engagements mit Hilfsbereitschaft steigt(vgl. OPASCHOWSKI 2006a, 84-107).
Dies hat auf EB/ WB - Einrichtungen Konsequenzen.
1 Zunächst wird ihre Rolle aufgewertet, weil Bildungsmaßnahmen in Form lebensbegleitendem Lernen künftig verstärkt notwendig sein werden. Dieses Lernen soll, so die EU - Forderung, für unterschiedliche Arbeitsmöglichkeiten fit halten, also in verlängerter erwerbsarbeitszeitfreier Zeit auf neue Beschäftigungsfelder vorbereiten (vgl. NOLDA 2008, 12-14). Dies hat für die Allgemeine EB zunächst kaum Konsequenzen.
2 Bildung wird als Dienstleistung auf einem "Bildungsmarkt" verstanden. Ökonomische, inhaltliche und methodische Konkurrenzsituationen sind vorhanden.
3 Gefragt und gefordert ist durch die Pluralisierung der Arbeitsformen und Berufsbilder, Individualisierung von Arbeitsbedingungen und geringe Halbwertzeiten berufsspezifischen Wissens eine berufliche Grundbildung.
4 Bildungseinrichtungen verändern sich durch neue Arbeitsmodelle sowie flexible Lernstile und Lernformen.
Nach TIETGENS/ WEINBERG (1971) lernt man, was etwas ist, aber nicht, was es bedeutet (TIETGENS - WEINBERG 1971, 86).
KOLB (1984, 77) geht im ""experiential learning" vom
1 divergierendem Stil (Betrachtung konkreter Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln/ konkrete Erfahrung - reflektierendes Beobachten),
2 konvergierendem Stil (Lösen von Problemen und praktische Umsetzung/ abstrakte Begriffsbildung - aktives Experimentieren) und
3 assimilierendem Stil (Entwicklung theoretischer Modelle/abstrakte Begriffsbildung - reflektierende Beobachtung) und akkomodierendem Stil (Handeln und Umsetzen von Plänen/ Bereitschaft neuer Erfahrungen) aus.
Neben diesen Kennzeichen und Notwendigkeiten stellt sich das Problem der Qualitätssicherung (Qualitätsmanagement) (vgl. NOLDA 2008, 108).
1 Anzustreben ist im Hinblick auf die Unterschiedlichkeit der Anbieter in der EB/ WB eine Zertifizierungsmöglichkeit.
2 Probleme bestehen ebenso in den Kompetenzanforderungen, den Tätigkeitsprofilen der Erwachsenenbildner mit unklaren Qualifikationsvoraussetzungen - man denke etwa an die Bezeichnungen Dozent, Coachs, Trainer/innen, Unternehmensberater/innen, Lehrer/innen, Berater/innen und Kursleiter/innen - und den verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen beim Personal(vgl. BEER - CREMER - MASSING 1999, 289-323; WITTPOTH 2006, 175-196; NOLDA 2008, 113; ZEUNER 2013, 82 bzw. 85-87; ARNOLD - NUISSL - ROHS 2017, 193-200).
3 Für Evangelische Bildungswerke etwa besteht das Qualitätsmanagement nach dem geltenden Handbuch für Qualitätsmanagement Evangelischer Erwachsenenbildung (Stand 2017) in der
Darstellung des IST - Zustandes,
Planungen für einen realen SOLL - Zustand und
der daraus resultierenden Voraussetzung für Möglichkeiten von Subventionen (vgl. SCHRÖDER 2012, 503).
2.2 Ziele und Zielkonflikte |  |
Aus dem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang ergibt sich eine Begründung für eine EB/ WB.
1 Schulen haben eine selbstverständliche gesamtgesellschaftliche Legitimation für die Vermittlung von Allgemein- und beruflicher Bildung vorrangig im Rahmen von Schulpädagogik und Lehrerbildung (mit Vergabe eines Lehramtes).
2 In der EB ist die Zielsetzung und Orientierung vorrangig an gesellschaftspolitische und bildungspraktische Belangen ausgerichtet.
3 WB orientiert sich an den weiteren Bildungswegen der Klientel, also an Höherqualifizierung.
Fort- und Weiterbildung sind die Kernaufgabe einer EB/ WB, insbesondere unter EU - Bildungsaspekten geworden (LISSABON 2001).
Bezugswissenschaften sind vorrangig die Erwachsenenpädagogik/ -psychologie (Erwachsenenbildungswissenschaft), Soziologie, Geschichte, Berufspädagogik und Politische Bildung sowie Ökonomie (vgl. WITTPOTH 2006, 36-39; ZEUNER 2010, 55). In der konfessionellen EB spielt die Theologie/ Religionspädagogik eine Rolle.
Betriebswirtschaftliche Überlegungen spielen seit der zunehmenden Ökonomisierung und Kommerzialisierung in den neunziger Jahren eine Rolle. Entsprechend kommen verstärkt Aspekte wie Professionalisierungsstrategien, Organisationsentwicklung und Bildungsmarketing zur Geltung.
2.2.1 Kernauftrag |  |
Kernauftrag - Konsequenzen einer EB/ WB
Trotz der Reichhaltigkeit des inhaltlichen Angebots und ihrer Breite - Individuum, Beruf und Gesellschaft - gibt es einen Kernauftrag.
1 Basis ist die Fortsetzung der Elementarbildung/ Basisqualifikationen mit dem pädagogischen Auftrag einer (besseren) Bewältigung des Lebens- und Berufsalltags und
2 der Hinführung zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, wobei EU-bildungspolitisch berufliche Bildungsmaßnahmen verstärkt werden sollen.
Demnach sind drei pragmatische Konsequenzen zu ziehen.
1 EB/ WB versteht sich als Zugang zu einer fort- und weiterbildungswilligen Klientel, wobei Bildung auch außerhalb tradierter Formen traditioneller Bildungsinstitutionen stattfindet (vgl. den von FLEIGE eingeführten Begriff "Angebote beigeordneter Bildung"/ FLEIGE 2011, 55; die Bemühungen der EU um einen offenen Fernunterricht, formale, non-formale und informelle Bildung; WITTPOTH 2006, 110; NOLDA 2008, 105-106; NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 21, 55-57; ARNOLD -NUISSL - ROHS 2017, 113-167).
2 Andere Methoden und Konzepte bilden eine Herausforderung (Methodenvielfalt).
3 Themen einer EB sind dem Lernmilieu der Klientel entsprechend aufzuarbeiten.
2.2.2 Fragen zur Weiterbildung |  |
Persönliche Fragen zur Weiterbildung
1 Soll ich mich weiterbilden? - Wer eine Höherqualifizierung anstrebt, erweitert sein Wissen und seine Kompetenzen. Weiterbildung bereichert persönlich, das Unternehmen, den Wirtschaftsstandort und die Gesellschaft.
2 Was brauche ich? - Als Folgefrage stellt sich die Brauchbarkeit bzw. Nützlichkeit. Neben der beruflichen Notwendigkeit muss der Umfang, die Intensität und die Breite dieses Lernumfanges bzw. der Lernprozesse hinterfragt werden. Vom kostenlosen Wochenend- bzw. Abendkurs bis zum universitären Masterlehrgang über vier Semester mit entsprechender Teilnehmergebühr und Aufenthaltskosten bedarf es einer persönlichen Analyse und des potentiellen Nutzens. Fragen des Warum, der Ziele, des Fehlens von Wissen bzw. Kompetenzen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Finanzierung sind zu beantworten.
3 Beratung und Hilfestellung? - Wenn der Bedarf und das Ziel festgelegt sind, sollte man den Bildungsmarkt beobachten. Um eine Übersichtlichkeit zu erhalten, sind Einrichtungen wie Berufsinformationszentren(BIZ/ AMS), der Erwachsenenbildung und der Netzwerke von Bildungsberatung hilfreich. Universitäre bzw. hochschulmäßige Einrichtungen sollten über das Internet abgerufen werden. Die Sozialpartner verfügen über eine Bildungsberatung.
4 Welches Angebot ist für mich geeignet? - Die Qualität der Anbieter kann variieren, weshalb zusätzliche Fragen nach dem Ruf, dem Bekanntheitsgrad und den Erfahrungen auftreten können. Das Medienecho und ein Gütesiegel sind ebenso von Bedeutung. Erfahrungsgemäß ist eine persönliche Erkundung wünschenswert.
5 Welches Angebot ist richtig für mich? - Voraussetzungen, das Umfeld und die Kenntnis eigener Stärken bzw. Schwächen sind wichtig. Fragen treten immer noch auf: Welche Faktoren sind für mich wichtig? Stimmt das Preis -Leistungsverhältnis? Wie nahe ist das Angebot an meinem Wohn- bzw. Arbeitsort? Wie ist das Zeitmanagement (abends, Wochenende, Block; Module)? Wie werden die Lerninhalte vermittelt?

2.3.1 Ziele - Konzepte |  |
Für die EEB gehören theologische Ziele zum Selbstverständnis. So wird beispielsweise die Theorie der EEB "[...]innerhalb der Praktischen Theologie (als ein) Teil einer übergreifenden Theorie kirchlicher Bildungsverantwortung, die die Handlungsfelder in Kirche und Gesellschaft umfasst, sich nach leitenden theologischen und pädagogischen Kriterien kohärent und einheitlich unbeschadet innerer Differenzierung begründet, Glaubensinterpretationen und Bildungskriterien grundsätzlich aufeinander bezieht und als wissenschaftliche Theorie hermeneutisch-kritisch einer immer schon theoretischen Praxis aufklärend und handlungsorientiert" beschrieben (NIPKOW 1991, 76).
Konzepte für neue Zugangsmöglichkeiten/ Bildungsangebote sind notwendig geworden (dialogische Formen - Seminare -Erkundungen - Projekte - Workshops - Studientage; Bedürfnisse von Kirchendistanzierten/ Themenwahl, Räumlichkeiten; Orientierung an der Lebenswelt der Adressaten; SCHRÖDER 2012, 500, 504-505).
Zunehmend gibt es differenzierte Erwartungen an Religion und Kirchen. Jedenfalls nimmt der traditionelle "Kirchenchrist" ab. Hier ist anzusetzen. Unterschieden wird bei Kirchenmitgliedern in "Humanisten" (Pflege des kulturellen Erbes), "Alltagschristen" (Übereinstimmung von Wort und Tat), "Anspruchsvollen" (Individualität der Glaubensvorstellung und des Gottesbildes) und "Jugendlichen" (Lust und Spontaneität - Distanz und Kritik).
EEB versteht sich als Zugang für Kirchendistanzierte (vgl. SCHÖER 2004, 38-39).
Die Forderung der EU nach "lebensbegleitendem Lernen" mit Weiterbildung ist in der EEB ausbaufähig.
Inwieweit eine Ehrenamtsausbildung ausreicht, ist klärungsbedürftig, weil es ebenso um die Gruppe der nebenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen als Adressaten/innen geht.
Jedenfalls geht es um die Frage des Nachwuchses und der Verteilung der Tätigkeitsbereiche, um EEB durchführen zu können (vgl. dazu den Beitrag zum Workshop "Ehrenamtlichkeit/Freiwilligkeit in der Erwachsenenbildung"; DICHATSCHEK 2012/2013, 688-692; IT - Autorenhinweise: http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Personalentwicklung).
Im Folgenden wird verkürzt und übersichtlich der "Grundkurs Erwachsenenbildung" der Evangelischen Arbeitsstelle Fernstudium im Comenius - Institut Frankfurt/ M. als eine Form der Fort- bzw. Weiterbildung angesprochen (vgl. http://www.fernstudium-ekd.de [27.3.2018]).
1 Einführungsheft
Fernlernen leicht gemacht
Der Grundkurs Erwachsenenbildung
Einführung in das Thema
Weiterführende Literatur
2 Studienbrief 1 Bildung
Zielsetzung - Einleitung
Bildung im Spannungsfeld von Ich und Gesellschaft
Inhalte, Themen und Ziele
Bildung - Beispiele theoretischer und politischer Konzepte
Zukunftsaufgabe Bildung
Schlussfolgerungen für die Erwachsenenbildung
Literatur
3 Studienbrief 2 Lernen
Zielsetzung - Einleitung
Lernen im Erwachsenenalter
Was passiert im Gehirn? Zur Biologie des Lernens
Theorien des Lernens
Lernen als individuelles Verhalten
Schlussfolgerungen für die Erwachsenenbildung
4 Studienbrief 3 Methodik und Didaktik
Einleitung
Die Rolle des Erwachsenenbildners
Veranstaltungen planen
Veranstaltungen durchführen
Veranstaltungen auswerten
Verwendete Literatur
5 Studienbrief 4 Gesellschaft im Wandel
Einführung
Lebensformen im Wandel
Alltag im Wandel
Globalisierung
Postmoderne Gesellschaft
Reflexiver Kosmopolitismus
Schlussfolgerungen für die Erwachsenenbildung
Literatur
Für jeden Studienbrief sind Angebote für auszuführende Aufgaben zu den verschiedenen Themenbereichen vorhanden.
Am Ende der Bearbeitung der vier Studienbriefe ist eine Hausarbeit im Umfang von rund 20 Seiten zur Zertifizierung abzufassen.
Aus Sicht des Autors wären zusätzliche Studienbriefe zu den Themenbereichen "Bildungsmanagement" und "Evangelische Erwachsenenbildung/ Religionspädagogik" wünschenswert.
Eine Kooperation mit der "Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bildungswerke/ AEBW" wäre ebenso günstig.
Biblische Impulse für Erziehung und Bildung
Die Erziehungsfrage ist sehr wohl mit der Bibel verbunden, gerade der neutestamentliche Text beschreibt einen Erziehungsauftrag, wobei der Ausdruck "Zurechtweisung" als Erziehung heute zu verstehen ist (vgl. 2Tim 3, 16-17). Ziel einer Erziehung ist eine ganzheitliche Erziehung und Ausbildung - verbunden mit Selbständigkeit - in allen Lebensbereichen (vgl. Spr 1,2; Spr 15,33; Jes 26,9; Jes 32,4; Tit 3,14).
Entscheidend sind grundlegende Werte, nicht die Übernahme eines Lebensstils der Eltern. Dies bedeutet für unsere Zeit etwa interkulturelle Kompetenz und die Beachtung des Wertekatalogs der Zehn Gebote. Hier gilt in einem Lernprozess das Verständnis und die Handlungsmöglichkeiten/Umsetzung zu wecken (vgl. Spr 28,7; 5Moses 6, 20-25).
1 Im Alten Testament wird insbesondere die Bedeutung elterlicher Erziehung im 5. Buch Moses deutlich (vgl. 5Moses 6, 5-9). Neben der Wissensvermittlung geht es auch um Lebensvermittlung, also beispielhaftes Zusammenleben nach den Geboten (vgl. 5 Moses 11, 18-21; "soziales Lernen").
2 Neben den Geboten ist das "Buch der Sprüche" das große Erziehungsbuch der Bibel. Thema ist hier eine ganzheitliche Erziehung, die soziales Lernen durch Arbeit, Vorsorge, Frieden stiften und Gerechtigkeit anspricht (vgl. Spr 9,10; ähnlich Spr 1,7; Spr 15,33 - Hiob 28,28 und Ps 111,10). Die angesprochene "Weisheit" bedeutet nicht nur eine intellektuelle Fähigkeit, vielmehr auch die Fähigkeit einer Umsetzung des Wissens durch Erfahrung in die Praxis(vgl. Spr 4,1-9; Handlungskompetenz).
3 Im Alten Testament gibt es keine Hinweise auf ein Schulwesen, vielmehr aber werden Erziehung und Bildung angesprochen. bezogen wird dies hauptsächlich auf die Eltern. Sie sollen Wissen, religiöse und kultische Bildung vermitteln: "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters/und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" (Spr 1,8). Das hohe Bildungsideal zeigt sich in der Kenntnis der Torah (Gesetz, Unterweisung), die mit der erwähnten Weisheit zu verbinden war. Biblische Bildung war untrennbar mit religiösen Aspekten verbunden. Bei Moses erfährt man seine gründliche Ausbildung und seinen daraus folgenden Einfluss in Ägypten.
4 Das Neue Testament kennt "Schulen". So wurde Paulus erzogen, lernte ein Handwerk (Tuchmacher) und wurde nach dem "Gesetz der Väter" ausgebildet. Eine Biographie von Jesus liegt nicht vor, wohl Hinweise auf einen Bildungsprozess (Tempel, Handwerk). Modern ausgedrückt bedeutet dies einen Hinweis auf "duale Ausbildung".
5 Die Bibel kennt überdies für unsere Zeit einen interessanten Ansatz. In Mt 11,29 lädt Jesus alle ein, von ihm zu lernen (etwa Freundlichkeit, Sanftmut und Verzicht auf Gewalt - "soft kills"). Heute spricht man in diesem Zusammenhang von "lebensbegleitendem Lernen".
Daneben enthält die Bibel viele Lebensregeln und ethische Anweisungen für alle Menschen, beispielhaft
die Gewaltvermeidung/ 3. Seligpreisung,
Barmherzigkeit,
Verzeihen - Lernen,
Ehrung der Eltern,
Dankbarkeit,
Ehrfucht und
ökologisches Bewusstsein (gegenüber der Schöpfung).
2.4 Institution, Organisation und Organisationswandel in der EB/ WB |  |
"Der neue betriebswirtschaftliche Blick auf Institutionen der Erwachsenenbildung sieht diese als Organisationen, d.h. als soziale Systeme, die das Verhalten ihrer Mitglieder etwa durch Arbeitsteilung und Hierarchien auf das Verfolgen bestimmter Ziele ausrichten" (NOLDA 2008, 107).
Organisationen der EB sehen sich demnach verändernden Bedingungen ausgesetzt.
Dazu gehören etwa
1 die Faktoren der Umwelt (Infrastruktur, Gebäude),
2 Werte/ Normen (Kundenorientierung),
3 gesetzliche Vorschriften (Subventionen),
4 andere soziale Systeme (Universitäten, Fachhochschulen),
5 Finanzierungsmodelle (Budgetkürzungen),
6 demographische Entwicklungen/Gesellschaftsstrukturen und
7 die Adressaten (veränderte Ansprüche).
Institutionen der EB/WB stehen unter starkem Veränderungsdruck, dies betrifft etwa
eine mögliche oder/ und notwendige Änderung der Rechtsform,
Fusionierung mit Bildungs- und Kultureinrichtung,
einer Neupositionierung auf dem Bildungsmarkt oder/ und
einem Zusammenschluss in Netzwerken (vgl. das Angebot von EPALE; KÜCHLER 2007, 7-29).
Mit der Einführung des Qualitätsmanagements entwickeln sich inzwischen Qualitätskonzepte auf dem Prinzip einer Selbstevaluation oder einer externen Kontrolle.
Von Bedeutung ist das EFQM ("European Foundation for Quality Management") - Modell als Orientierungslinie oder sogar als handlungsanleitende Vorgabe geworden;
ebenso auch die lernorientierte Qualitätstestierung (LQT) mit den Bereichen des Leitbilds, der Bedarfsanalyse, Evaluation der Bildungsprozesse, Qualität des Lehrens und der Lerninfrastruktur, der Führung/ Leitung/ Entscheidung, Personalentwicklung, Controlling, den Geschäftsbedingungen und Kundenkommunikation, der Angebotsinformation und den strategischen Entwicklungszielen.
Das Modell dient weniger einer Lernkontrolle, vielmehr der Organisationsentwicklung, also Lernprozesse selbstgesteuert zu vollziehen (vgl. EHSES/ HEINEN - TENRICH/ ZECH 2001, 32; ZECH 2003; NOLDA 2008, 108).
2.5 Persönliche Arbeiten/ Veranstaltungen in der EB/ WB |  |
Im Folgenden wird beispielhaft auf Arbeiten für Abschlüsse/ Diplome der Weiterbildungsakademie Österreich/ wba und Vortragstätigkeit eingegangen.
2.5.1 Weiterbildungsakademie |  |
Führung von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in der Arbeit des "Evangelischen Bildungwerks in Tirol"(Diplom "Bildungsmanagement"/wba) - Kurzzusammenfassung der schriftlichen Hausarbeit
Im Jahre 2004 wurde der Autor anlässlich der Reaktivierung des Bildungswerks in den Vorstand gewählt und nahm seit diesem Zeitpunkt bis 2009 (2017 -2019) die stellvertretende Leitung eines kirchlichen Bildungswerks ein, welches das Bundesland Tirol mit sieben Evangelischen Pfarrgemeinden umfasst und ausschließlich auf Ehrenamtlichkeit (Freiwilligkeit) beruht
Der 10. Universitätslehrgang Politische Bildung der Universität Salzburg in Verbindung mit den Zusatzseminaren der Universität Klagenfurt/ Masterabschluss (2006-2008), der 1. Lehrgang Ökumene der Kardinal König - Akademie Wien (2006-2007) und die Auseinandersetzung mit Aus- und Weiterbildung im Rahmen des Lehrauftrages "Vorberufliche Bildung" am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien sowie die Angebote der Personalentwicklung der Universität Wien (Change Management - Führung und Management) waren Anlass, sich mit einer ehrenamtlichen Berufsrolle intensiv auseinanderzusetzen.
Ziel der Fallstudie ist es, die persönliche Führungsrolle und den Führungsstil im Vorstand zu hinterfragen. Von Interesse ist die Ehrenamtlichkeit, die im Unterschied zum universitären Lehrauftrag in unterschiedlicher Art und Weise in der EB eines kirchlichen Bildungswerks den Autor beschäftigt.
Die Fallstudie zeigt in verschiedenen Schritten auf, welche Bedürfnisse ehrenamtliche Mitarbeiter/innen haben und wie diese durch Leistungs-, Struktur- und Organisationsmaßnahmen in einem kleinen Bildungswerk mit geringen materiellen Ressourcen angemessen abgedeckt werden sollen.
Die reflexive Auseinandersetzung, insbesondere bezogen auf die eigene Rollengestaltung, bildet den wesentlichen Bestandteil der Fallstudie, wobei die Durchführung und Auswertung von Mitarbeiter/innen-Gesprächen Hinweise auf die professionelle Gestaltung der Führungsrolle von Bildungsmanagern gibt.
Literaturhinweise/ Auswahl |  |
Beher K. - Liebig R. - Rauschenbach Th. (2000): Strukturwandel des Ehrenamts. Gemeinwohlorientierung im Modernisierungsprozess, Weinheim - München
Breit - Keßler S./ Vorländer M. (2008): Ehrenamtliche in der Kirche. Wiederentdeckung - Zusammenarbeit - Begleitung, in: AMT und GEMEINDE, Heft 11/12 2008, 227-237
Dichatschek G. (2005a): Evangelisches Bildungswerk neu organisiert, in: SAAT Nr. 2, 20. Februar 2005, 6
Dichatschek G. (2005b): Theorie und Praxis evangelischer Erwachsenenbildung, in: AMT und GEMEINDE, Heft 7/8 2005, 126-130
Höher F. - Höher P. (1999): Handbuch Führungspraxis Kirche. Entwickeln - Leiten - Moderieren in zukunftsorientierten Gemeinden, Gütersloh
Müller U. - Schweizer G. - Wippermann S. (Hrsg.) (2008): Visionen entwickeln. Bildungsprozesse wirksam steuern. Führung professionell gestalten - Dokumentation zum Masterstudiengang Bildungsmanagement der Landesstiftung Baden -Württemberg, Bielefeld
2.5.2 Politische Bildung - Lehre - Kurs |  |
Ausgehend von der Ausgangssituation der Politischen Bildung/ Erziehung in Österreich erkennt man ein Defizit im pädagogischen Standort.
Politische Bildung/ Erziehung hat keine historischen Wurzeln. Im Gegensatz zu Deutschland wurden nach 1945 keine Maßnahmen für eine "re - education" gesetzt. Dies spielt eine Rolle für die späte Implementierung der Politikwissenschaft. Es fehlt auch eine Parallele zur "Bundeszentrale für politische Bildung" mit den Landeszentralen.
Als eigenständiger Fachbereich mit einer Zwischenstellung von Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft, Kulturwissenschaften, Kultur- und Sozialanthropolgie/ anthropologische Migrationsforschung, Ethnologie, Ökonomie, Ökologie, Medienkunde und Politikwissenschaft wird Politische Bildung - nur bedingt - für eine Stärkung der Demokratie angesehen.
Entsprechend haben in Österreich die politischen Parteien ihre beherrschende Rolle in der politischen Sozialisation übernommen. Eine solche Politische Bildung gerät in den Verdacht der Ideologisierung oder (gar) Indoktrination.
Im Gegensatz dazu gibt es in Deutschland den "Beutelsbacher Konsens" (1976) mit den drei Grundsätzen
- des "Überwältigungsverbotes" (kein Zwang der Meinung durch den/die Lehrenden)
- des "Kontroversitätsgebotes" (kontroverse Sachverhalte müssen kontrovers diskutiert werden können) und
- der "Schülerorientierung" (bzw. Teilnehmer-)"(altersstufengemäß, eigene Interessenslage) (vgl. SANDER 2007, 18, 128; SCHERB 2010, 31-39).
In Österreich gibt es ab 1978/1994 einen Grundsatzerlass zur Politischen Bildung als Unterrichtsprinzip in allen Schulformen (Erlass des Bundesministers für Unterricht und Kunst vom 11.4.1978, Zl.33.464/6-19a/197; vgl. WOLF 1998, 45-48).
Politische Bildung hat sich mit Besonderheiten des Fachbereichs zu beschäftigen.
- Differenzierung von politischem Alltagswissen und politischen Begriffen/Inhalten
- Politische Sozialisation findet etwa in Familie, Schule, peer groups und Medien sowie sozialen Gruppierungen statt. Der Staat besitzt das Machtmonopol.
- Neben dem Monopol der Macht gibt es Konflikte, Mangel an Gütern und Phänomene von Knappheit.
Der Teilbereich Politikwissenschaft hat sich mit den folgenden Dimensionen zu beschäftigen:
- Policy: Inhalte, Wünsche, Bedürfnisse/Gestaltung - Ziele, Programme und Maßnahmen/einzelne Politiken (Gesundheit, Soziales, Verkehr, Landwirtschaft..)
- Politics: Beschreibung der politischen Prozesse, Prozeduren, Willensbildungen und Entscheidungsprozesse - Arten der Konfliktanstrengungen - Konsensbildungen, Kampf um Macht; Schlüsselfrage: Welche Akteure stehen im Mittelpunkt? Welche Mitwirkungschancen, Konfliktlinien und Interessenslagen sind vorhanden?
- Polity: beschreibt die formale Dimension (Verfassung und Institutionen sowie Normen und Werte); Schlüsselfrage: Welche Gesetze und Institutionen mit welchen Kompetenzen spielen eine Rolle?
Fallen von Politischer Bildung sind in der Schule die Kombination des Fachbereiches mit anderen Fächern (etwa Geschichte - Sozialkunde und Geographie - Wirtschaftskunde/ Schulautonomie) sowie die Stellung als Unterrichtsprinzip.
Nur in der Polytechnischen Schule/ APS und Berufsschule/ BBS ist Politische Bildung ein eigenständiges Fach (ohne Lehramt).
An der Universität Wien gibt es ein Department für Politische Bildung (bis 2012) sowie ein Didaktikzentrum sowie in der Unterrichtsverwaltung im Unterrichtsministerium eine Abteilung und das zentrum polis mit der Aufgabe der Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien.
In der Erwachsenenpädagogik wird Politische Bildung als Lehraufgabe benannt, aber unverbindlich praktiziert.
In der Didaktik gibt es die
- Wissensfalle mit der Vermittlung von reinem Wissen, womit der Problemgehalt von Politik verschwindet.
- Moralfalle mit Politischer Bildung als "Schwafelfach", wobei die Gefahr einer moralische Sichtweise mit dem Hang zu Personalisierung und Skandalisierung sowie einem Trend zur Empörung statt Analyse gegeben ist.
- Kontextfalle mit dem Verschwínden des Problemgehaltes. Vorrangig ist eine Beurteilung durch Fachwissen und die
- Parallelisierungsfalle mit Erfahrungen und Deutungen aus dem Alltag und dem Mangel an der Möglichkeit des Hinterfragens.
Kompetenzen der Lehrenden wären demnach eine Urteils- und Handlungsfähigkeit mit Kenntnis von fachspezifischer Methodik/Didaktik sowie der Fach-, Personal-, Sozial-, Handlungs- und Urteilskompetenz.
Fachwissen und Fachdidaktik bedingen sich gegenseitig und benötigen fachwissenschaftliche Elemente, etwa aus der Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Zeitgeschichte, Ökonomie, Umweltkunde, Gesundheitswissenschaft und Bildungswissenschaft (Methodik - Didaktik).
Lehrende müssen ihr Wissen interdisziplinär verbinden können, auf aktuelle Fragestellungen und Problemlagen anwenden können, damit die konkrete Lebensrealität der Lernenden angesprochen werden kann (vgl. SANDER 2007).
Demokratie braucht Politische Bildung. Demokraten werden nicht geboren. Demokratie lebt von Mitbestimmung und Mitverantwortung.
Politische Bildung hat die Aufgabe, entsprechende Kompetenzen zu vermitteln: kognitiv das Fachwissen, affektiv Einstellungen und Einsichten und pragmatisch Verhaltensweisen zu erziehen ("civic education"/EU), um zu einem verantwortungsvollen Handeln zu führen. Ziel ist der/die mündige Bürger/in, pragmatisch wird man wohl von politischem Interesse sprechen müssen.
Literaturhinweis/ Auswahl |  |
Esterl U. - Wintersteiner W. (Hrsg.) (2008): Politische Bildung, Heft 4/2008, 32. Jahrgang, Innsbruck - Wien - Bozen
Sander W. (Hrsg.) (2007): Handbuch politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 476, Bonn
Wolf A. (Hrsg.) (1998): Der lange Anfang. 20 Jahre "Politische Bildung an den Schulen", Wien
2.5.3 Migration - Vortrag - Kurs |  |
Hintergrund einer Bearbeitung der Migrantenproblematik ist
1 die Vermeidung von Gewaltphänomenen,
2 die Förderung einer zeitgemäßen gesellschaftlichen Integration mit einer Bearbeitung kulturell - religiöser Aspekte unter Beachtung migrationspädagogischen Elemente und
3 Hinweise für bildungspolitische Konsequenzen.
Österreich hat eine lange Tradition im Zusammenleben verschiedener Ethnien. Wien ist historisch multikulturell. Benötigt wird ein Einwanderungskonzept auf nationaler und EU - Basis.
Nach 1945 kam es zu bedeutenden Migrationsbewegungen in Österreich mit Flüchtlingen auf Grund des Zweiten Weltkrieges, 1956 den Ungarnflüchtlingen, 1964 der Anwerbung türkischer und 1966 der Anwerbung jugoslawischer Arbeitskräfte, 1968 Flüchtlingen des "Prager Frühlings", 1980 Flüchtlingen der Aufstände in Polen und letztlich dem Versuch einer gesetzlichen Regelung 1976 mit dem Ausländer - Beschäftigungsgesetz und 1989/90 der Einreise - Einzugsregelung/ TU -YU.
Entsprechend spricht man von einer 1. Generation ("Gastarbeiter"), einer 2. Generation, einer "between"-Generation (Kinder/Jugendliche, die während der Schul- bzw. Ausbildungszeit nach Österreich kamen) und einer 3. Generation (Kinder der 2. Generation).
Unter religiös - kulturellen Aspekten entstanden christliche Migrationsgemeinschaften, hauptsächlich in Wien: ca. 30 fremdsprachige katholische Gemeinden und serbisch - orthodoxe, russisch - orthodoxe, koptische, syrisch - orthodoxe sowie äthiopisch - orthodoxe Gemeinden.
Nach Artikel 25 Kirchenverfassung i.d.g.F. kommt es zur Bildung von "Personalgemeinden" in der Evangelischen Kirche (u.a. Koreanische -, Finnische -, Schwedische -, Ungarische -, Ghanaische -, Japanische -, Taiwanesische- und Afrikaans Evangelische Gemeinde).
1912 kam es zu einem eigenen Islamgesetz, 1979 zur Gründung der "Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich" und 1989 zur Anerkennung der Sunnitischen und Schiitischen Rechtsschulen durch den Obersten Gerichtshof. In Österreich gibt es über 150 Moscheen/ Gebetsstätten, zumeist als "Kulturvereine" organisiert. Durch die staatliche Anerkennung gibt es islamische Bildungseinrichtungen mit konfessionellem Status (und staatlicher Schulaufsicht).
Mit der Diskussion um die Aufnahme der Türkei in die EU ist der Islam öffentlich in das Interesse gerückt (vgl. die Kopftuch - Debatte in Österreich, Parallelgesellschaften im EU - Vergleich in Österreich unauffällig). Bezeichnend ist die Unwissenheit über Islam/ Koran auf Seiten der Nicht - Muslims, auf Seiten der Muslims das Desinteresse an der Religion/ Weltanschauung der österreichischen Wohnbevölkerung.
Nur in der Schule gibt es eine geregelte Sprachpolitik in Form von "Deutsch als Zweitsprache", "Muttersprachlichem Unterricht"/ Bikulturalität und dem Unterrichtsprinzip "Interkulturelles Lernen". Eine Sprachförderung für Migrationskinder mit Eltern wurde im Bundesland Vorarlberg begonnen.
Eine spezifische Beratung für Migrantinnen und Migranten gibt es in Wien und den Landeshauptstädten (mit Mädchenberatung). In ländlichen Regionen versucht das Arbeitsmarktservice/ AMS mit gezielter Beratung zu helfen.
Das pädagogische Prinzip der Transkulturalität betont im Gegensatz zur Interkulturalität - mit dem Kennzeichen der Betonung von Differenzen/ Unterscheidungen - Gemeinsamkeiten, Anschlussmöglichkeiten und Fremdverstehen. Der Terminus bezeichnet eine Kulturgrenzen überschreitende Kooperation und Gestaltung von EB/ WB.
Transkulturalität kann demnach sowohl Kennzeichen transnationaler Staatenbünde als auch benachbarter Regionen oder verschiedenster Bevölkerungsgruppen innerhalb einer nationalstaatlichen Gesellschaft/ Minderheit sein. Von Bedeutung ist die heutige Durchmischung von Kulturformen unterschiedlicher Landeskulturen. Ziel ist ein Erreichen einer entsprechenden Handlungskompetenz für das Individuum (vgl. WELSCH 1997, 67-90; DATTA 2005; ROBAK 2009, 138; ESS 2010; FLEIGE 2009, 170 und 2011, 49). Transkulturelle Kompetenz gewinnt angesichts der laufenden Pluralisierungsprozesse an Bedeutung. Kulturelle Vielfalt, unterschiedliche Werte und Normen bedürfen qualifizierter Basiqualifikationen, also eines Fachwissens, einer geordneten Lebens- und Erfahrungswelt, einer Motivation und der Einbeziehung persönlicher Interessen.
Der Wert von Bildung steigt zunehmend in der Gesellschaft, d.h. schulische und berufliche (Aus-) Bildung entscheidet über die Lebensqualität. Vorberufliche Bildung/ Erziehung ("Berufsorientierung") mit Unterricht, Realbegegnungen und Beratung sind Lebenshilfen und Lebensberatung. Die Studie "Analyse der Kunden/innen - Gruppe/ Jugendliche mit Migrationshintergrund am Wiener AMS Jugendliche" (AMS Wien 2007) weist auf ein Überdenken der bisherigen Maßnahmen hin. So stammen 66 Prozent der arbeitslosen Heranwachsenden aus Zuwandererfamilien. Große Nachteile durch Sprachdefizite hat die zweite Generation. Die Deutsch - Noten stimmen nicht mit den tatsächlichen Sprachkenntnissen überein. Äußerliche Merkmale diskriminieren Heranwachsende bei der Kontaktaufnahme mit künftigen Arbeitsgebern. Traditionsbewusste Migrantenvereine hemmen mitunter bei der Laufbahnplanung (Mädchen). Eltern (wie Kinder) haben mitunter ein niedriges Bildungsniveau.
Notwendig ist eine zusätzliche Ausbildung/ Schulung für AMS - Mitarbeiter/ innen.
Vorberufliche Bildung für Migranten benötigt Migranten/innen als Berater/innen, mehrsprachige Folder/Filme und Netzwerke für Migranten. Folgerungen wären etwa eine Stärkung der Ressourcen bei der Ausbildung, im Beruf, in Familien, Nutzung der Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit und Karriereplanung, Aufbau von Jugendaktivitäten mit inter -ethnischen Freundschaften und einer realistischen Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten wie Ethnie - Kultur, Religion und Nationalität. Ebenso notwendig ist ein Abbau von Sprachbarrieren, Erkennen gemeinsamer Interessen/ "Transferstellen", Strategien von Ausgrenzungserfahrungen/Abbau von Rassismus, der Respekt von Unterschieden und letztlich eine Aufwertung der Migrationspädagogik (vgl. PRIEL 2001, 2006; MECHERIL 2004; GÖHLICH 2006).
3 Bildungspolitische Aspekte für eine EB/ WB in der EU |  |
Grundsätzliche bildungspolitische Aktivitäten der EU finden sich
1 im Weißbuch "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung - Herausforderungen der Gegenwart und Wege in das 21. Jahrhundert" (1993) mit der Bezeichnung der Probleme eines Mangels an wissenschaftlichen Qualifikationen, der hohen Zahl junger Menschen ohne Grundbildung, einem unzureichendem Ausbau der Weiterbildung und Zugangs zu der Weiterbildung sowie einem mangelhaften Angebot offenen Unterrichts und der Fernlehre.
2 Im Weißbuch "Lehren und Lernen - auf dem Weg zur kognitiven Gesellschaft" (1995) geht man von den angeführten Problembereichen aus und empfiehlt eine Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit("employability") als zentrales Anliegen einer Bildungs- und Berufsbildungspolitik durch (Weiter-)Bildung zu machen. Stichworte sind hier Schlüsselkompetenzen und Mobilität in der Ausbildung.
1996 kommt es zur Ausrufung des "Europäischen Jahres des lebensbegleitenden Lernens". Auf Grund der bisherigen Analysen und künftigen Zielsetzungen werden Schlussfolgerungen in Form von Entwicklungsfeldern benannt, die Positionen für ein lebensbegleitendes Lernen definieren (allgemeines Schulwesen, wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Relevanz von Bildung, allgemeine und berufliche Fort- und Weiterbildung, Übergänge/Verbindungen zwischen allgemeiner und beruflicher (Aus-) Bildung, Zugang zu Bildung, Anrechenbarkeit von Kompetenzen und Weiterbildung von Lehrenden).
3 als Höhepunkt einer diskursiven EU - Bildungspolitik im "Memorandum über Lebenslanges Lernen" (2000) mit der Benennung potenzieller Partner wie dem Bund, den Bundesländern und Gemeinden, den Betrieben, den Sozialpartnern, Bildungseinrichtungen mit ihren Zusammenschlüssen, den Parteien und Einzelpersonen (vgl. NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 27-29). Ziel ist, Europa zum leistungsfähigsten Wissensraum im globalen Wettbewerb zu machen. Im Memorandum heißt es zudem, dass Bildung im w.S. der Schlüssel sei, um lernen und begreifen zu können, wie mit der kulturellen, ethnischen und sprachlichen Vielfalt umzugehen ist und wie das Individuum den hohen und komplexen Anforderungen des politischen und sozialen Umfelds begegnen kann (vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2000, 6).
Ebenso werden als "gleichermaßen wichtige Ziele" des lebensbegleitenden Lernens die Förderung der aktiven Staatsbürgerschaft ("active citizenship") und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit benannt (vgl. dazu die Ziele der Politischen Bildung). Als zentrale Bildungsfragen gelten demnach ein umfassender und ständiger Zugang zum Lernen als Teilhabe an der "Wissensgesellschaft", eine Erhöhung der Investitionen in Humanressourcen, die Entwicklung effektiver Lehr- und Lernmethoden und Lernkontexte für ein lebensbegleitendes Lernen, bessere Methoden zur Bewertung von Lernbeteiligung und Lernerfolg (vor allem bei non-formalem und informellen Lernen), die Gewährleistung eines besseren Zugangs zu hochwertigem Informations- und Beratungsangebot über Lernmöglichkeiten und eine Schaffung von Möglichkeiten für lebensbegleitendes Lernen in unmittelbarer Nähe mit Nutzung der neuen Techniken (vgl. NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 31-32).
Es versteht sich von selbst, dass es hier um mehr als Erwachsenen- und Weiterbildung geht, erkennt man doch das von der EU eingeforderte formale, non-formale und informelle Lernen und berufliche, allgemeine, politische und kulturelle Elemente.
Unter der Maßgabe der Freiwilligkeit und der Unterschiedlichkeit der Umsetzung durch die Mitgliedsstaaten ("Methode der offenen Koordinierung"/ EU 2000) kommt es zu einer eigenen Dynamik in der EU (Nord- und Westeuropa vs. Osteuropa).
3.1 Förderungspolitische Ebene |  |
In der förderpolitischen Ebene wurden in der dritten Phase ab 2007 die Programme LEONARDO und SOKRATES in einem gemeinsamen Programm für lebenslanges Lernen zusammengefasst (PLL/2007-2012). Das Teilprogramm GRUNDVIG befasst sich demnach mit "EB", Querschnittsprogrammen mit politischer Zusammenarbeit/Innovation, Sprachen, neuen Technologien, Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen europäischer Integration.
Leistungen der Programme sind ein europäischer Mehrwert (EU - Kooperation), Innovationen (neue Möglichkeiten für Zielgruppen, Lehrende/Anbieter, Vernetzung, Nutzung von Potenzialen an Wissen, Erfahrungen und Kapazitäten), Übertragbarkeit (Transfermöglichkeiten) und Nachhaltigkeit (dauerhafte Nutzbarkeit mit Einfluss auf die EU -Erwachsenenbildungsdiskussion). Defizite zeigen sich nach wie vor in der geringen Verbreitung, bei Sprachproblemen und unterschiedlichen Weiterbildungssituationen in den nationalen Bereichen (vgl. NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 36).
3.2 Nachfolgestrategie 2020 |  |
Die bis 2020 reichende Nachfolgestrategie "Europa 2020" mit dem Ziel, die Wirtschafts- und Finanzkrise zu überwinden, besitzt auch einen bildungspolitischen Rahmen. Die vier strategischen Ziele mit breiten Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmen mit der Kurzbezeichnung "ET 2020" ("education and training") bilden das inhaltliche Gerüst einer künftigen EU - Bildungspolitik.
1 Verwirklichung des lebensbegleitenden Lernens (Schaffung - Umsetzung, Europäischer Qualifikationsrahmen, flexible Lernwege und Übergänge zwischen den Bildungsbereichen, Anerkennung von Lernergebnissen, Förderung der EB/ WB und der Beratungssysteme, bessere Gestaltung des Lernens und Ausweitung der Mobilität der Akteure)
2 Verbesserung von Qualität und Effizienz der Allgemeinen und Beruflichen Bildung (Verbesserung der Schlüsselkompetenzen, Sprachkompetenz und Unterrichtsqualität sowie Verwaltung und Leitung von Bildungseinrichtungen, angemessene Grund- und Fortbildung für Lehrkräfte, Steigerung der Attraktivität von Lehrberufen, wirksame Qualitätssicherungssysteme und Förderung der Methodenvielfalt)
3 Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und aktiven Bürgersinns (Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen, gezielte Maßnahmen für Personen mit Benachteiligungen und Migrationshintergrund, Bildungsangebote für Kleinkinder und Förderung von integrativer Bildung, interkultureller Kompetenzerwerb, Achtung der Grundwerte - Umwelt - demokratische Werte/ Normen und Bekämpfung von Diskriminierung)
4 Förderung von Innovation und Kreativität sowie unternehmerischem Denken (Erwerb von bereichsübergreifenden Schlüsselkompetenzen/ IT, Lernkompetenz, Kulturbewusstsein; Funktion des Wissensdreieck/ Trias Bildung - Forschung -Innovation/ Partnerschaften, Ausrichtung des Lernens auf arbeitsmarktförderliche Kompetenzen und Qualifikationen und Erzeugung eines Klimas für bessere berufliche Anforderungen - soziale Bedürfnisse - persönlichem Wohl des Einzelnen/ Lerngemeinschaften mit Interessensgruppierungen).
3.3 Kritische Reflexion |  |
Kritisch vermerkt wird von pädagogischer Seite die starke Ausrichtung der bildungspolitischen Inhalte und Ziele an Wirtschafts- und Arbeitsmarktinteressen. Beklagt wird die Betonung von (Weiter-) Bildung und lebensbegleitendem Lernen mit Blick auf die Entwicklung von "employability", die ökonomische Ausrichtung in Verbindung mit globaler Bildung und der Vernachlässigung anderer Ziele aus gesellschaftlicher und individueller Sicht wie die Ermöglichung von sozialer Teilhabe und persönlicher Entfaltung (vgl. u.a. soziale -, politische - und kulturelle Kompetenz; SCHEMMANN 2007, 159, 226, 233-240).
Allerdings betont fast jedes EU - Dokument auch den sozialen Zusammenhalt, demokratische Werte, allgemeine Bildungsmöglichkeiten/ -ziele und den interkulturellen Dialog sowie "active citizen" (vgl. NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 39-40).
Seit dem Jahr 2000 prägt das Paradigma des "Lebenslangen Lernens" die EU - Bildungspolitik. Die Kommission versteht darunter "[....]alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt" (EUROPÄISCHE KOMMISSION 2001, 9).
Erscheint der Paradigmenwechsel zunächst für die EB/ WB günstig, so haben dennoch die bildungspolitischen Aktivitäten der EU für Schule, Hochschule/ Universität und berufliche Bildung einen höheren Stellenwert als die EB.
Mit der Kommissionsmitteilung "Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus" (2006, 2007) werden Handlungsbereiche definiert wie Auswirkungen anderer Bildungsbereiche auf die EB, Qualitätsverbesserung des Angebots, Erreichen eines nächsthöheren Qualifikationsniveaus für Erwachsene, Anerkennung/Bewertung non-formalen und informellen Lernens und eine Verbesserung der Überwachung des Sektors EB (vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2006; 2007, 8).
Zunehmend gewinnt daher die EB/ WB seit einigen Jahren politische Aufmerksamkeit (vgl. BECHTEL - LATTKE - NUISSL 2005, SCHEMMANN 2007).
Die EU weist in der Mitteilung "Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus" darauf hin, dass unter EB bzw. Weiterbildung nicht immer und überall in der EU dasselbe verstanden wird (vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2006, 2).
Geht man vom Alter aus, so schlägt die UNESCO vor, als Erwachsene jene anzusehen, die "zu Hause" als solche gelten (vgl. verschiedene Volljährigkeit in der EU; UNESCO 2010, 2).
Als Bildungsabschnitt im Verhältnis zu vorausgehenden Bildungsphasen ist allgemein die abgeschlossene Schulbildung zu verstehen. Nachgeholte Schulabschlüsse gehören in der Regel nicht zur EB, auch wenn die Absolventen mitunter Erwachsene sind. Ob die Hochschulbildung zur EB gehört, wird unterschiedlich bewertet. "Der Trend geht dabei in die Richtung, sie einzubeziehen" (NUISSL - LATTKE - PÄTZOLD 2010, 51; vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2006, 2).
Im förderpolitischen Kontext zum "Lebenslangen Lernen" wird EB explizit als nicht - beruflich definiert und steht damit der beruflichen (Aus- und Weiter-) Bildung gegenüber, was wiederum dem Trend der Programme und allgemein ausgerichteter Dokumente der EU - Bildungspolitik entspricht.
Literaturhinweis/ Auswahl |  |
Amt und Gemeinde (2010): Schwerpunktnummer "Migration einst und heute", Heft 3/2010
Aslan E. (Hrsg.) (2009): Islamische Erziehung in Europa, Kap. "Muslime in Österreich und das Modell Österreich", Wien - Köln - Weimar, 325-350
Boss - Nünning U./ Karakasoglu Y. (2005): Viele Welten leben. Zur Lebenssituation von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund, Münster - New York - München - Berlin
Datta A. (Hrsg.) (2005): Transkulturalität und Identität. Bildungsprozesse zwischen Exklusion und Inklusion, Frankfurt/ M.
Eß O. (Hrsg.) (2010): Das Andere lehren. Handbuch zur Lehre Interkultureller Handlungskompetenz, Münster - New York -München - Berlin
Fischer V. - Springer M. (Hrsg.) (2011): Handbuch Migration und Familie. Grundlagen für die Soziale Arbeit mit Familien, Schwalbach/ Ts.
Hempelmann R. (Hrsg.) (2006): Leben zwischen den Welten. Migrationsgemeinschaften in Europa, EZW - Texte Nr. 187/2006, Berlin
Dokumentation - Auswahl |  |
Universität Innsbruck

Universität Wien
Universität Salzburg - Klagenfurt
Universität Salzburg
Kardinal König - Akademie Wien
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Evangelischer Oberkirchenrat
CONEDU - TU Graz
Zum Autor |  |
APS - Lehrer/ Lehramt für Volks- und Hauptschule (D, GS, GW) sowie Polytechnischer Lehrgang (D, SWZ, Bk); zertifizierter Schüler- und Schulentwicklungsberater; Lehrbeauftragter am Pädagogischen Institut des Landes Tirol/ Berufsorientierung bzw. Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für APS - Lehrer/ Landesschulrat für Tirol (1994 - 2003)
Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien/ Aus- und Weiterbildung/ Vorberufliche Bildung (1990/ 1991- 2010/2011); Lehrbeauftragter am Sprachförderzentrum des Stadtschulrates Wien/Interkulturelle Kommunikation (2012); Lehrbeauftragter am Fachbereich für Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt "Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung/ "Didaktik der Politischen Bildung" (2015/ 2016, 2017)
Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche in Österreich A. und H.B. (2000 - 2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks in Tirol (2004 - 2009, 2017 - 2019)
Kursleiter an den VHSn Zell/ See, Saalfelden und Stadt Salzburg - "Freude an Bildung" (2012-2019) und VHS Tirol "Der Wandel der Alpen" - Politische Bildung (2025)
Absolvent des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat (1985), des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ Master (2008), des 6. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012) - des 6. Lehrganges Interkulturelles Konfliktmanagement/ Bundesministerium für Inneres - Österreichischer Integrationsfonds/ Zertifizierung (2010), der Weiterbildungsakademie Österreich/ Diplome (2010), des 1. Lehrganges Ökumene/ Kardinal König - Akademie Wien/ Zertifizierung (2006) - der Personalentwicklung für Mitarbeiter der Universitäten Wien/ Bildungsmanagement/ Zertifizierungen (2008 - 2010) und Salzburg/ 4. Lehrgang für Hochschuldidaktik/ Zertifizierung (2015/2016) - des Online - Kurses "Digitale Werkzeuge für Erwachsenenbildner_innen"/ TU Graz - CONEDU - Werde Digital.at - Bundesministerium für Bildung/ Zertifizierung (2017), des Fernstudiums Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium - Comenius Institut Münster/ Zertifizierung (2018), des Fernstudiums Nachhaltige Entwicklung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium - Comenius Institut Münster/ Zertifizierung (2020)
Aufnahme in die Liste der Sachverständigen für den NQR/ Koordinierungsstelle für dem NQR, Wien (2016)
MAIL dichatschek (AT) kitz.net
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