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Persönlichkeitsbildung

Reihe Evangelische Erwachsenenbildung    

Persönlichkeitsbildung - Ein Beitrag zu Theorie und Praxis    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Reihe Evangelische Erwachsenenbildung   
Persönlichkeitsbildung - Ein Beitrag zu Theorie und Praxis   
Vorbemerkung   
1 Einleitung   
2 Theoretische Perspektiven   
2.1 Verlagerung der Lebenswelten   
2.2 Handlungsfeld Persönlichkeitsbildung   
2.3 Problemlagen   
3 Didaktische Aspekte   
3.1 Didaktische Dimensionen   
3.2 Didaktische Umsetzung   
3.3 Methodische Elemente   
4 Persönlichkeitsbildung in der Politischen Bildung   
4.1 Ziele   
4.2 Soziale Aufgabe   
4.3 Bildungsbereiche und Gesellschaftsordnung   
5 Rolle der Schule   
5.1 Bildung eines Selbstkonzepts   
5.2 Grenzen des Sozialkonzepts   
6 Rolle der Erwachsenenpädagogik   
6.1 Kompetenzbegriffe   
6.2 Teilkompetenzen   
6.3 Laufbahn- und Karrieregestaltung   
6.3.1 Karrieremanagement   
6.3.2 Karriere - Laufbahn   
6.3.3 Laufbahn- und Karrieremodelle   
6.3.4 Prozess der individuellen Karriereplanung   
6.3.5 Motivstrukturen eines Berufslaufbahn   
6 3.6 Modellanforderungen   
6.4 Fortbildung Lehrender   
6.4.1 Aufgreifen von Teilnehmervorstellungen - Weiterentwicklung   
6.4.2 Konzeption, Inhalte, Didaktik und Ablauf eines Fortbildungsprojekts   
7 Reflexion   
Literaturverzeichnis   
IT - Autorenbeiträge   
Dokumentation der Ausbildung   
Zum Autor   

Vorbemerkung    

Die Verlagerung von Lebenswelten von Lernenden in die Bildungssysteme ergibt den pädagogischen Auftrag, neben einer zeitgemäßen fachlichen Bildung auch erzieherische Aufgaben in Form einer Persönlichkeitsbildung wahrzunehmen.

Es kommt zu Spannungen zwischen der institutionellen Logik und Sozialpädagogik.

Politische Bildung und Interkulturalität/ kulturell - religiöse Kompetenz mit ihrem Anspruch von Individualität und Kollektivität in der Gesellschaftsform der Demokratie steht in diesem Spannungsfeld, will sie einen erfolgreichen Beitrag im pädagogischen Selbstverständnis des Bildungssystems zu leisten hat .

Der Beitrag beschäftigt sich mit

Ausgangspunkt für den Autor sind die folgenden Überlegungen

  • die Absolvierung des Instituts für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat,
  • die Absolvierung des 10. Universitätslehrganges für Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc,
  • der Lehrauftrag am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien/ Berufspädagogik -Vorberufliche Bildung,
  • der Lehrauftrag am Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt - Didaktik der Politischen Bildung und
  • die Absolvierung des 4. Internen Lehrganges für Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg.
  • Die Auseinandersetzung mit der Fachliteratur erweist sich wesentlich als eine wichtige ergänzende Erkenntnisquelle.
1 Einleitung    

Persönlichkeitsbildung erweist sich als eine Zielperspektive pädagogischer Bemühungen im gesellschaftlichen und (gesellschaftlich-) politischen Bereich(vgl. BUDDE - WEUSTER 2016, 1 - 15; DICHATSCHEK 2017a, 17-18).

  • Das Bildungssystem bietet nicht nur gute Angebote.
  • Gute Lehre benötigt auch entsprechende sozio - kulturelle Voraussetzungen.
  • Bildungskultur beeinflusst das Lern- und Lehrklima.
  • Damit können ressourcenstärkende und persönlichkeitsbildende Funktionen eingenommen werden.
Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz erweist sich als Themenfeld mit den Teilbereichen Soziales Lernen, Erziehung zur Demokratie und Persönlichkeitsbildung (vgl. BUDDE - WEUSTER 2016, 2).

  • Eine Entfaltung der Persönlichkeit als Ziel von Erziehung zum mündigen Bürger gehört zum Standard für die Aus- und Fortbildung Lehrender.
  • Dies bedarf einer theoretischen Abklärung von Persönlichkeitsbildung (vgl. Kap. 2).
  • Zu beachten ist die Rekonstruktion von Möglichkeitsräumen und die Klärung institutioneller Logiken (vgl. Kap. 5).
2 Theoretische Perspektiven    

Schon Humboldts Bildungskonzeption (1903, 282 - 285) mit dem Bezug zu Vernunft und Emanzipation versteht Bildung weniger als Selbstzweck und oder Wissensvermittlung, vielmehr Bildung der Persönlichkeit und Individualität (vgl. auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Art. 26 > http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf [15.8.2018]).

Damit ist auch das Ziel angesprochen,

  • eine gesellschaftlichen Funktion (vermittelt durch das Bildungssystem) und
  • eine individuelle Funktion (in Form von Mündigkeit durch die Fachdidaktiken) zu erlangen (vgl. FEND 2006, DICHATSCHEK 2017a).
2.1 Verlagerung der Lebenswelten    

In der Folge wird die Umsetzung kaum bearbeitet, vielmehr eine zunehmende Sozial - Pädagogisierung mit neuen Lehr- Lern - Kulturen bearbeitet(man beachte den Paradigmenwechsel von den Geistes- zu den Sozialwissenschaften; vgl. HELSPER - BÖHME - KRAMER - LINGKOST 2001, DEINET 2001).

Zu vermerken ist die zunehmende Notwendigkeit der Kulturwissenschaften in Verbindung mit Interkulturalität/ kulturell - religiöser Kompetenz (vgl. DICHATSCHEK 2017c, 21-32).

  • Es gilt die Vorstellung, dass neben dem Lebensraum auch die Verlagerung der Lebenswelten Lernender mit persönlichkeitsbildenden Entwicklungsprozessen eine wesentliche Bedeutung erhält.
  • Mit der Ganztagsschul - Entwicklung ergibt sich eine Ausweitung der Aufgaben von Schule (vgl. OTTO 2005; HOLTAPPELS 2008, 495 - 512; THIEL 2014). Damit kommt es zu einer Annäherung von Schul- und Sozialpädagogik bzw. der Institution von Schule und Sozialinstitutionen.
  • Neben dem fachlichen Bildungsauftrag nimmt das Verständnis von Allgemeinbildung zu (vgl. Gesundheitsbildung, Medienerziehung, interkulturelle Erziehung, Elternbildung - Erwachsenenbildung/ Beratungskompetenz).
  • Pädagogische Aufgaben und die Vermittlung von Kompetenzen kommen dazu (vgl. Sexualerziehung, Mobilitätserziehung - Soziale Kompetenz, Lernen lernen).
  • Für die Sozialpädagogik und außerschulische Bildungsbereiche etabliert sich eine Verschulung (vgl. die Diskussion um eine Verschulung im universitären Studium; man beachte Tendenzen einer Verschulung in der Weiterbildung). Damit ist Persönlichkeitsbildung betroffen.
  • Gekennzeichnet ist eine Spannung von Bildungspädagogik und Sozialpädagogik.
    • Das Bildungssystem steht für eine Organisation mit gesamtgesellschaftlichen Vorstellungen mit exemplarischer Vermittlung von Gegenständen und Öffentlichkeit im Kontext gesellschaftlicher Funktionen (Reproduktion - Selektion - Partizipation; vgl. FEND 2006).
    • Sozialpädagogik steht für Aspekte einer Einzelfall- und Subjekt - Orientierung, Lebenswelt- und Sozialraumbezug, Freiwilligkeit und Vertrauensbeziehungen (vgl. COELEN 2007, 43 - 72).
    • Damit ist der Bezug zu einer stärkeren Persönlichkeitsbildung gegeben.
2.2 Handlungsfeld Persönlichkeitsbildung    

Übersicht über das Handlungsfeld Persönlichkeitsbildung


  • Bildung - Gegenstände: Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung, Lebenskunde, Berufsorientierung - Sprachgegenstände, Kunstfächer, Ethik, Religion
: Fächerübergreifende Bildungsprinzipien: Soziales Lernen - Demokratieerziehung - Interkulturelle Erziehung

: Beratung: Bildungsberatung, Erziehungsberatung

: Coaching: Kids - Coaching, Lern - Coaching, Konflikt - Coaching, Bewerbungs - Coaching, Gender - Coaching

  • Fachdidaktik - Didaktiken der Politischen und Interkulturellen Bildung, des Sprachunterrichts, der Kunstgegenstände, der Religionspädagogik/ Diakonisches Lernen, des Ethikunterrichts
  • Lehrerausbildung - Lehrerfortbildung - Lehrerweiterbildung
  • Erwachsenenbildung - Erwachsenenpädagogik - Berufspädagogik - Religionspädagogik - Beratungskompetenz
  • Sozialpädagogik - Erlebnispädagogik, Sozialkompetenztraining
  • Soft Skills - Identität - Subjektorientierung
  • Personale Kompetenz - Soziale Kompetenz - Fach-und Methodenkompetenz - Medienkompetenz - Interkulturelle Kompetenz
  • Unterricht/ Lehre
    • Fördermaßnahmen - Anerkennung - Wertschätzung - Beratung (Bildungs-, Erziehungs-, Studienberatung) - Coaching
    • Lernende / Studierende/ Teilnehmende - Lehrende
modifiziert nach BUDDE - WEUSTER 2018, 18; vgl. zum Bereich "Bildung und Kompetenz" GRUNERT 2012, 19 - 78

2.3 Problemlagen    

Es bestehen zwei Problemlagen, die zu beachten sind.

Zwischen Lernenden und Lehrenden gibt es eine Symmetrie- und Machtantinomie.

  • Lernende sehen Partizipation als eine Art Handlungsaufgabe.
  • Lehrende sind im Spannungsfeld der Eröffnung von Partizipationsmöglichkeiten und einer Einschränkung realer Möglichkeiten durch institutionelle Vorgaben, allerdings mit Möglichkeiten einer standortbezogenen Bildungsentwicklung.
Im Folgenden geht es um didaktische Möglichkeitsräume/ Aspekte, um Begrenzungen und Trennlinien.

3 Didaktische Aspekte    

Es empfehlt sich, Persönlichkeitsbildung aus erziehungswissenschaftlicher Sicht als kritisch - reflexiver Prozess zwischen Selbst- und Sozialkonzept zu verstehen (vgl. BUDDE - WEUSTER 2016, 5).

In der folgenden Dimensionen bzw. der Konzeption widerspiegelt sich auch die Grundsätzlichkeit von Politischer Bildung/ Interkulturellen Kompetenz, wobei über

  • ein Selbstkonzept ein Sozialkonzept und
  • durch Analyse- und Urteilsfähigkeit ein persönliches Handlungskonzept entstehen sollte.
3.1 Didaktische Dimensionen    

Aus diesem Verständnis ergeben sich vier Dimensionen, wozu

  • das Selbstkonzept (eigene Wahrnehmung, Bedürfnisse, Interessen, Vorstellungen und Erwartungen),
  • das Sozialkonzept (Strukturierung des Selbstkonzepts),
  • die Urteilsfähigkeit (Verhältnisbildung von Selbst- und Sozialkonzept) und
  • die Partizipationsstruktur (intersubjektiver Erfahrungsraum mit Eigen- und Fremdwahrnehmung) gehören.
Im Zusammenwirken der vier Dimensionen entsteht das Verhältnis zwischen Individuum und Umwelt, wodurch ein Selbst- und Sozialkonzept sich bilden kann (vgl. KANNING 2002, 154-163).

3.2 Didaktische Umsetzung    

Zur didaktischen Umsetzung zur Persönlichkeitsbildung bieten sich an

  • alle pädagogischen Angebote der Fächer bzw. Fachkombinationen Sozialkunde - Politischen Bildung, Berufsorientierung und Lebenskunde, Sprach- und Kunstfächer, Ethik und Religion
  • der Berufs- und Lebensplanung bzw. Vorberufliche Bildung/ Berufsorientierung und
  • Projekte mit (Aspekt-)Erkundungen, Exkursionen und Projektwochen mit Dokumentation und Präsentation an.
  • Anzustreben sind begrenzte Bereiche schulischer Selbstverwaltung, möglicherweise in Form einer standortbezogenen Schulentwicklung(vgl. RIHM 2008) und in Form von Studienprojekten bzw. Erwachsenenbildungsprojekten.
  • Notwendig ist in der Leistungsbeurteilung/ Schule und Studium der Abbau des Notendrucks.
    • Als Elemente erweisen sich etwa Projekte, ein Lerndialog und/ oder die Dokumentation von zunehmendem Lernfortschritt sowie das Anlegen eines Portfolios (vgl. WINTER 2015).
    • Schulrechtlich sind "Verbindliche Übungen " zunehmend von pädagogischem Interesse.
  • Möglichkeiten im Bereich des Coachings für Lernende/ Studierende und ggf. bei Bedarf Eltern - Coaching bzw. Coaching im Studium sind anzubieten (vgl. THIEL 2014).
3.3 Methodische Elemente    

Methodisch für eine Persönlichkeitsbildung sind

  • die teilnehmende Beobachtung,
  • die Feldbeobachtung mit Feldprotokoll,
  • themenzentrierte Interviews (vgl. FRIEBERTSHÄUSER 2010, 371-395) und
  • Selbstauskünfte der Befragten
von Interesse.

4 Persönlichkeitsbildung in der Politischen Bildung    

Für eine Politische Bildung ist die gesellschaftliche und individuelle Dimension von Interesse (vgl. DICHATSCHEK 2017a).

Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen, aufbauend auf der didaktischen Struktur der Politischen und interkulturellen Bildung, ist Bestandteil der Gesamtbildung des Menschen,

  • die sogenannte Allgemeinbildung und in der Folge Berufsbildung,
  • ein Fachmenschentum garantieren noch nicht ein menschenwürdiges Dasein(vgl. FISCHER - HERRMANN -MAHRENHOLZ 1978, 14).
4.1 Ziele    

Ziel einer Politischen und Interkulturellen Bildung ist

  • eine Erziehung zur Mitbestimmung und Teilhabe (vgl. HIMMELSMANN 2007, 42-70; BUDDE - WEUBSTER 2018, 351-355),
  • zu kritischer Urteilsfähigkeit und
  • zum Erkennen der politischen, sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge.
  • Ziele, die auf einen Ausgleich sozialer Unterschiede ausgerichtet sind, geraten in Einzelfällen in Widerspruch zu vorhandenen gesamtgesellschaftlichen Zielvorstellungen.
In der Folge ist davon auszugehen, dass eine kritische Politische und Interkulturelle Bildung ein lang dauernder Prozess der Rationalisierung sozio - ökonomisch - kultureller Fragen ist.

4.2 Soziale Aufgabe    

Es ist eine soziale Aufgabe des Bildungssystems eines Staates und einer Gesellschaft,

  • Heranwachsende/ Erwachsene auf ein Leben in der Gesellschaft vorzubereiten.
  • Dies bedeutet, dass jede Erziehungs- und Bildungsfunktion sozial bedingt ist. Damit ist eine Persönlichkeitsbildung gegeben.
Bildung und das Bildungswesen/ Bildungsbereiche sind von der Gesellschaft abhängig, Bildung wirkt wiederum auf die Gesellschaft.

4.3 Bildungsbereiche und Gesellschaftsordnung    

Die einzelnen Bildungsbereiche sind Repräsentanten der jeweiligen Gesellschaftsordnung, daher reproduziert sie auch diese, wenn auch in einer veränderten Form.

  • Bildung und das Bildungswesen können nicht anders als die Grundstruktur der bestehenden Organisation der Gesellschaft sein.
  • Dies widerspiegelt sich in der Entwicklung der jeweiligen Persönlichkeiten bzw. Persönlichkeitsbildung.
5 Rolle der Schule    

Eine zeitgemäße Bildung beginnt mit der Schule, die sich auch die Bildung der Persönlichkeit ihrer Lernenden zur Aufgabe macht (vgl. BUDDE - WEUSTER 2016, 12-13; 2018, 33-45).

Unterschiedliche Angebote der Schule, auch in der Möglichkeit einer standortbezogenen Schulentwicklung, lassen die Aufgabe, die ihre Begründung im Übergang zur Weiterbildung und in der Folge in das Berufsleben findet, einer zeitgemäßen gesellschaftlichen Transformation erfüllen.

5.1 Bildung eines Selbstkonzepts    

Die Bildung eines Selbstkonzepts der Lernenden gelingt nur in der Gelegenheit zur Perspektivenübernahme.

  • Dazu bedarf es schulischer Angebote im Unterricht und in der Beratung(vgl. BREIDENSTEIN 2010, 869-887).
  • Notwendig ist eine Fort- und Weiterbildung Lehrender(vgl. BREIDENSTEIN - HELSPER - KÖTTERS 2002, 67-86; HELSPER 2011, 149-171; DICHATSCHEK 2017d, 42-49, 50-51) .
5.2 Grenzen des Sozialkonzepts    

Das Sozialkonzept der Schule ist begrenzt, weil Schule und die Schulklasse öffentlich-rechtlich handelt. Partizipationsmöglichkeiten lassen sich anbieten, die allerdings durch schulische Logiken eingeschränkt werden(vgl. PONGRATZ 2008, 243-259).

  • Ganztägige Bildungssysteme können sich ungleich besser einbringen(vgl. OTTO 2005).
  • Zunehmend von Bedeutung sind Wissen und Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Interkulturalität, sowohl bei Lernenden und Lehrenden (vgl. DICHATSCHEK 2017b).
  • Ein notwendiger Freiraum gilt als wünschenswert.
    • Bildungs- und Erziehungspotenziale, die Schule als Institution besitzt, können nur genützt werden, wenn individuelle Entwicklungsprozesse in Form von individuellen Orientierungen, Einstellungen und Handlungen entstehen können(vgl. FUCHS 2001).
    • Es bedarf spezieller Formen einer Subjektivierung, etwa in Projekten unter Einbeziehung externer Lehrender bzw. Berater_innen(Modellernen; vgl. FREY 2007), Projektwochen(vgl. KLIPPERT 1994), Übernahme von leistbaren schulischen Verwaltungsaufgaben und (begrenzte) Mitbestimmung bzw. Mitverantwortung)(vgl. BUDDE 2010, 384-402; unter dem Aspekt der Berufsorientierung und informeller Kontexte BAUER - BITTINGMAYER 2007, 59-79; KAHLERT - MANSEL 2007, 7-16).
    • Nicht zu übersehen ist ein Angebot von Coaching zu Förderung, Unterstützung bzw. Begleitung persönlichkeitsfördernder Maßnahmen (vgl. THIEL 2014).
6 Rolle der Erwachsenenpädagogik    

6.1 Kompetenzbegriffe    

In der Folge sollen zentrale Kompetenzbegriffe angesprochen werden, die zu einem mündigen Umgang mit Ideen, Visionen, Entwürfen und pluralen Bildern im Kontext regionalen Lernens befähigen. "Diese Bildungsprozesse zielen auf eine mündige Teilhabe an Gesellschaft, finden in formellen wie in informellen Lernorten statt und reichen über die gesamte Lebensspanne: So plural wie Welt, Gesellschaft und Individuum sich zeigen, so plural muss darauf bezogene Bildung sein" (POLLAK 2014, 19).

Kompetenzen definieren sich als in lebensbegleitenden Lernprozessen dauerhaft, aber veränderbar erworbene kognitive, emotionale, affektive, volitionale, psychomotorische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen, die zu subjektiver und objektiver Bewertung sachlich und situativ auf ambivalente Anforderungen im Umgang mit Pluralität, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit in der Gestaltung der Biographie mündig agieren lassen (vgl. POLLAK 2014, 20).

Der angesprochene Wandel von Biographien und damit von Bildungsprozessen bringt die Notwendigkeit von Lern- und Qualifikationskompetenzen mit sich, die sich an zukünftig vermehrten Orientierungsmöglichkeiten für die Arbeits- und Berufswelt zeigt. Mit dem Begriff "Vorberufliche Bildung" wird diese Orientierung über berufliche Bildung und die Arbeits- und Berufswelt in der Berufspädagogik beschrieben und mit Berufswahlkompetenz bezeichnet.

Planbare Laufbahnkonzepte mit den Stationen schulische Bildung, berufliche Erstausbildung, Eintritt in das Erwerbsleben, Berufsausübung und Austritt werden schwieriger. Berufslaufbahnen haben sich teilweise in Richtung prekäre und diskontinuierliche Arbeitsverhältnisse angesichts unsicherer Wirtschaftsverhältnisse verändert.

Flexibilität und Mobilität, verbunden mit klaren Qualifikationen und dem Willen nach Fort- bzw. Weiterbildung, sind aktuell einzuplanen(vgl. den IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Vorberufliche Bildung in Österreich).

Beschäftigungsfähigkeit verlangt eine Vermittlung eines kompetenztheoretischen Bildungsbegriffs mit kognitiver und motivationaler Ausrichtung.

Kennzeichnend für einen kompetenztheoretischen Bildungsbegriff sind

  • die Fähigkeit und Bereitschaft zu lebensbegleitendem Lernen und Bilden (vgl. FATKE - MERKENS 2006),
  • das Wechselspiel von Erwerb - Erhalt - Wechsel von Qualifikationen in Form von Hard Skills und Soft Skills sowie
  • Anpassungszwänge zur Sicherung von Beschäftigung und individuellem Lebensentwurf zur Sicherung von Mündigkeit zur Grundlage von privatem und beruflichen Selbstmanagement(vgl. ERPENBECK - HEYSE 2007).
Festzuhalten ist das kritische Verständnis zu Bildung, einmal nur als Anpassungsfähigkeit an Formen des Arbeitsmarkts und damit einer Aufgabe einer erfüllten persönlichen Biographie.

Zum Anderen bedarf es der Befähigung zur Achtsamkeit gegen die Gefährdung(en) des lebensbegleitenden Lernens als "überfordertes Selbst"

6.2 Teilkompetenzen    

Ergänzt werden diese Überlegungen durch Teilkompetenzen wie die Medienkompetenz, politische Lernkompetenz bzw. Politikkompetenz, Urteilskompetenz, Empathiekompetenz, Identitätskompetenz, Sozialkompetenz, Kommunikationskompetenz, Kulturkompetenz und Zukunftskompetenz sowie kompetenzorientierende Impulse für Bildungsarbeit im sozialen Raum (vgl. POLLAK 2014, 22-33).

Die Medienkompetenz bildet die Bereitschaft und Fähigkeit zur kritischen und produktiven Nutzung multimedialer Kommunikations-, Informations-, Lehr- bzw. Lern- und Unterhaltungsmedien und

  • Rezeption, Reflektion und Produktion medialer Inhalte
  • Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik
Groeben N. (2002): Medienkompetenz: Voraussetzungen, Dimensionen, Funktionen, Weinheim: Juventa

Die Politische Lernkompetenz - Politikkompetenz bildet die

  • Bereitschaft und Fähigkeit zum "homo politicus/ ökonomicus"
  • Gestaltung von gesamtgesellschaftlichen Dimensionen im Kontext von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
  • Demokratie als Lebensform
    • persönliche Freiheit, Selbstbestimmung - soziale Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft
    • Civil Society als Person, Gemeinschaft und Gesellschaft
    • Nachhaltigkeit - Generationen, Kultur, Ökologie und Ökonomie
Negt O. (2011): Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform, Göttingen

Sander W. (Hrsg.) (2014): Handbuch Politische Bildung, Schwalbach/ Ts.

Die Urteilskompetenz bildet die Fähigkeit und Bereitschaft zur Differenzierung von Entscheidungen von privaten und öffentlichen Handlungsmöglichkeiten

  • ethisch - moralische Verpflichtungen
  • begründete Urteile und differenzierte Urteilskraft
Frankena W.K. (1981): Analytische Ethik. Eine Einführung, München: dtv

Die Empathiekompetenz bildet die

  • Fähigkeit und Bereitschaft zur Mitmenschlichkeit
  • Sensibilität für das Mensch - Sein
  • angstfreie Nähe und respektvolle Distanz
Pollak G. (2014): Der kompetenztheoretische Bildungsbegriff - theoretische Begründung, empirische Stützung, praktische Vermittlung von Bildung, in: Born D. - Born K.M. - Bombeck H.(Hrsg.): Bildung im Dorf. Was leistet Bildung für ländliche Räume?, Göttingen, 26

Die Identitätskompetenz bildet die

  • Fähigkeit und Bereitschaft einer eigenen Arbeit an Persönlichkeitseigenschaften
  • Wechselspiel von Eigen - Entwurf und Fremdentwurf
  • Erproben bzw. Verwerfen von Pluralität und Verschiedenheit/ "Diversity" im Kontext von Herkunft, Gender, Rolle und Biographie
Keupp H. - Höfer R.(1997): Identitätsarbeit heute. Klassische und aktuelle Perspektiven der Identitätsforschung, Frankfurt/ M., 7-39

Die Sozialkompetenz bildet die Bereitschaft und Fähigkeit zu Sozialität und Solidarität

  • Anerkennung eigener und fremder Identität
  • Eigennutz und Gemeinsinn
Pollak G.(2014): Der kompetenztheoretische Bildungsbegriff-theoretische Begründung, empirische Stützung, praktische Vermittlung von Bildung, in: Schmied D. - Born K.M - Bombeck H.(Hrsg.): Bildung im Dorf. Was leistet Bildung für ländliche Räume?, Göttingen, 28

Die Kommunikationskompetenz bildet die

  • Bereitschaft und Fähigkeit zu symbolischer Kommunikation
  • Sinnverständnis und Sinnschöpfung
  • Mündlichkeit, Schriftlichkeit und Visualität
  • Symbolverwendung eigen- und fremdkulturelle Herkunft("Interkulturalität") im Kontext von Hochkultur, Populärkultur und Subkultur
IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Führungskräfteentwicklung im Bildungssystem, Pkt. 5.9; Interkulturelle Kompetenz

Die Kulturkompetenz bildet die

  • Bereitschaft und Fähigkeit zu eigenkultureller, fremdkultureller und interkultureller Identität
  • Kenntnis und Akzeptanz eigener und fremder Kultur
  • Bewahren (Tradition) und Erneuern (Fortschritt)
Meyer Th. (2002): Identitätspolitik. Vom Missbrauch des kulturellen Unterschieds, Frankfurt/ M.

Fuchs M. (2008): Kulturelle Bildung. Grundlagen - Praxis - Politik, München

Nieke W.(2007): Interkulturelle Erziehung und Bildung. Wertorientierungen im Alltag, Wiesbaden

IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Interkulturelle Kompetenz

Die Zukunftskompetenz bildet die

  • Bereitschaft und Fähigkeit zu einer Verbesserung von Gesellschaft
  • Kenntnis von Geschichtlichkeit (Gewordenem) und Zukunftsentwurf (Möglichem)
Negt O. (2011): Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform, Göttingen

Sander W. (Hrsg.) (2014): Handbuch politische Bildung, Schwalbach/ Ts.

6.3 Laufbahn- und Karrieregestaltung    

Laufbahn- und Karrieregestaltung beinhalten ein Zusammenwirken von Organisation und Individualität.

Es geht um Zielsetzungen, Aufgabenstellungen und betriebliches Karrieremanagement.

Möglichkeiten und Anforderungen einer Laufbahn- und Karrieregestaltung und deren Folgen für eine individuelle Karriere sind zu beachten.

6.3.1 Karrieremanagement    

Betriebliches/ Berufliches Karrieremanagement (KM) ist prozesshafte Planung, Umsetzung und Kontrolle von Laufbahnen und Karrieren in Organisationen (vgl. KASPER - MAYRHOFER 2002, 507). Es geht um Gestaltung von organisatorischer Laufbahn und individueller Karriereentwicklung.

Neue Positionen bzw. Aufgabenfelder sollen vorausschauend für eine Besetzung geplant werden. Es zeugt sich, dass bei der Komplexität weitgehend größere Organisationen eine PE vornehmen.

Zur Realisierung bedarf es einer Gestaltung von Laufbahnsystemen mit einer Definition bzw. Überprüfung von formalen Voraussetzungen (Qualifizierungsmaßnahmen).

Dazu gehören Ausprägungen des Laufbahnsystems, Arbeitsplatzanforderungen, die Bedarfssituation, Einstellungs- und Nachfolgeplanungen, Auswahlverfahren durch eine Leistungs- und Potenzialbewertung.

Ebenso gehört dazu eine Planung eines Durchlaufens verschiedener Positionen als Voraussetzung für eine Besetzung einer Führungsposition.

Interne und externe Laufbahn- und Karriereberatung gehören zur Unterstützung der Mitarbeiter bei der Entwicklung von Vorstellungen für Karriere- und Laufbahnplänen (vgl. Karriereworkshops, Coaching, Outplacementberatung).

Es zeigt sich, dass bei der Komplexität von KM weitgehend größere Organisationen entsprechende Maßnahmen setzen (vgl. SCHOLZ 1994, 894). Um Machtspiele einzuschränken, können Laufbahn- bzw. Karrierevereinbarungen und Vorgaben festgelegt werden, ebenso sind zeitliche Klärungen von Vorteil.

6.3.2 Karriere - Laufbahn    

Bedeutungsinhalte zu beider Begriffe erleichtern realistische Vorstellungen bei der Umsetzung in der Arbeits- bzw. Berufswelt.

Karriere wird mit hierarchischem Aufstieg mit Positionsorientierung/ Positionswechsel und Verhaltensänderung verbunden.

Die Laufbahn besitzt festgelegte, personenbezogene und normierte Positionsrahmen mit formulierten Laufbahnsystemen:

vorgegebenes Aktivitätsniveau,

Bewegungsraum,

Bewegungsrichtung,

Bewegungsprofile (vgl. KASPAR - MAYRHOFER 2002, 511-513).

6.3.3 Laufbahn- und Karrieremodelle    

Unterschieden werden drei Modelle.

Führungslaufbahn - Versetzung innerhalb der Linienorganisation, gezielte Nachwuchsförderung, automatischer Aufstieg,

Fachlaufbahn - Schaffung einer zweiten Hierarchie mit speziellen Aufgaben ("Fachreferenten") und

Projektlaufbahn - Übernahme von Projektfunktionen mit zeitlicher Befristung, Fehlen eindeutiger Positionsbestimmungen, Notwendigkeit genauer Abstimmungen zwischen den Tätigkeitsfeldern und notwendigen Fortbildungsmaßnahmen.

6.3.4 Prozess der individuellen Karriereplanung    

- Definition der Karriereziele

- Entwicklung von Karriereplänen

- Umsetzung der Maßnahmen

- Evaluation der Ziele

6.3.5 Motivstrukturen eines Berufslaufbahn    

- Managementkompetenz

- Technische Kompetenz

- Beständigkeit

- Unabhängigkeit

- Unternehmerische Kreativität

- Dienst/ Hingabe an einer Sache

- Herausforderung

- Integration von Privatleben und Beruf

6 3.6 Modellanforderungen    

- Möglichkeiten zur Beförderung

- Motivation zu erfüllbaren Erwartungen

- Kompensationseffekte zwischen Aufstieg und Arbeitsinhalten - Trennung von früherer Leistungsbeurteilung und zukunftsorientierter Personalförderung

6.4 Fortbildung Lehrender    

Qualitätsmerkmale von Kursen, Blockveranstaltungen, Lehrgängen, Abendveranstaltungen und Diskussionsreihen mit gutem Unterricht und damit Lernerfolgen von Teilnehmer/innen stehen im engen Zusammenhang mit der fachdidaktischen Expertise von Lehrkräften. Entwicklung und Evaluation von theoretisch fundierten und an der Praxis orientierten Fortbildungsmaßnahmen haben daher Bedeutung in der aktuellen Bildungsforschung erlangt (vgl. TERHART 2003, LIPOWSKY 2004).

Vorgestellt wird ein Konzept, in der Phasen des fachbezogenen und fachdidaktischen Wissenserwerbs mit Phasen der Unterrichtsumsetzung abwechseln.

6.4.1 Aufgreifen von Teilnehmervorstellungen - Weiterentwicklung    

In der Erwachsenenbildung/ EB ist Teilnehmerorientierung mit Vorwissen und (Berufs-) Alltagserfahrung Voraussetzung für eine unterrichtliche Konzeption. Erweitert werden solche pädagogischen Muster, wenn es gelingt, den Lernenden Gründe für Lehr- und Lerninhalte zu vermitteln.

Daher gilt ein entsprechender Umgang mit Teilnehmerinteressen und Vorstellungen bei der Planung und Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen als eine Erfolgsbedingung für gelingenden Unterricht/ Lehre. Einzelmaßnahmen wie das Erzeugen eines kognitiven Konfliktes oder das Abfragen von Vorwissen oder das Bilden von Analogien reichen dafür nicht aus.

Auszugehen ist daher in der EB von einer

1 sach-, kontext- und erwachsenenpädagogischen Strukturierung der Lerninhalte,

2 Schaffung problemhaltiger und handlungsintensiver Lerninhalte und

3 einsichtiger und nachvollziehbarer Argumentation für das angestrebte Konzept mit einer praktizierbaren Erfahrbarkeit.

Aus heutigem Wissensstand über Lehrerkompetenzen bedarf dies eines komplexen Zusammenspiels von fachlichen und fachdidaktischen Kenntnissen mit motivationaler Orientierung und selbstregulativen Fähigkeiten (vgl. WAHL 2006).

6.4.2 Konzeption, Inhalte, Didaktik und Ablauf eines Fortbildungsprojekts    

Anspruch eines Fortbildungsprojekts ist es, den Teilnehmer/innen eine unterrichtsorientierte Auseinandersetzung mit Inhalten bieten zu können. Dafür wird in Anlehnung an WAHL (2006) ein Kombinationsmodell mit Lernphasen mit einer Internet - Plattform, Präsenztagen und Lernpartnerschaften bzw. Praxistandems angeboten. Damit wechselt der Lernprozess in/ als Präsenzphasen, Lernpartnerschaften/ Praxistandems, Selbststudium und Arbeit mit der Website.

In den Präsenzterminen erhalten Unterrichtende Angebote zur Erweiterung und Vertiefung ihres fachlichen und didaktischen Wissens über einen von ihnen gewünschten Lernbereich ihrer erwachsenenpädagogischen Praxis.

Inhalte sind demnach

1 die Vertiefung des inhaltsspezifischen Sachwissens und eine

2 Erweiterung des fachspezifisch - pädagogischen Wissens wie etwa ein Verständnis für die Bedeutung der Thematik und Bedeutung der Lernprozesse, Konsequenzen für den Unterricht, die Vermittlung von Forschungsergebnissen, eine kritische Reflexion und Diskussion, Material- bzw. Literaturbeschaffung, der Austausch über unterrichtliche Gestaltungsmöglichkeiten und Einsatz von Analogien/ Modellvorstellungen.

Lernziele zur Stärkung des professionellen Selbstverständnisses sind der Aufbau und die Vertiefung

1 des subjektiven Kompetenzerlebnisses für die Inhalte mit einer handlungs- und reflexionsintensiven Gestaltung der Lehr- und Lernumgebung,

2 für die Einsicht in die Alltagsrelevanz und

3 die Denk- und Arbeitsweise in dem zu behandelnden Fachbereich.

Für die Sicherung der Teilnehmerorientierung sind didaktische Prinzipien zu berücksichtigen, wie sie für eine Gestaltung von situierten Lernumgebungen formuliert werden: Problemorientierung, Authenzität und Situiertheit sowie ein Methodenrepertoire mit aktivem und selbstreguliertem Lernen mit Sozialaustausch ermöglichen Reflexionsprozesse (vgl. WAHL 2006).

Von Bedeutung erscheint dabei die Orientierung an Vorstellungen der Unterrichtenden wie etwa die Rekonstruktion und Ausführung bestehender und im Lernprozess entstehender Vorstellungen, Auseinandersetzung mit alternativen Konzepten und Theorien sowie einer reflexionsintensive Diskussion und Überprüfung.

Beispielhafter Ablauf eines Fortbildungstages

Der Entwurf eines Ablaufes gibt die Inhalte/ Struktur von Wiederholung und Erarbeitung neuer Inhalte wieder und zeigt realisierte Lehr- und Lernmethoden.

Didaktik - ZielLerninhaltSozialform/Methode
Aktivierung - ErfahrungsaustauschKontaktaufnahme
Anknüpfen an die Arbeit
Vorstellen der Inhalte
Wechselnde Kleingruppen
Erprobung von LösungsmöglichkeitenArbeit an der Internet - PlattformPartnerarbeit am PC/ Unterstützung
Aufgreifen der ArbeitsaufträgeUnterrichtskonzept - BearbeitungKleingruppendiskussion - Plenum
Weiterentwicklung des Konzepts Einzelarbeit
FachdidaktikUnterrichtsversuchUnterrichtsimpulse/ Referat

7 Reflexion    

Der Beitrag dokumentiert das Themenfeld Persönlichkeitsbildung im Kontext mit Politischer und Interkultureller Bildung in den Bildungsbereichen/ Schule - Hochschulen/ Universitäten - Erwachsenenbildung, die als vernachlässigte Disziplin zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Kontrovers stellt sich die Frage, wie Bildung oder Erziehung zu vermitteln ist.

Im Selbstverständnis des österreichischen Bildungssystems steht jedenfalls die Vermittlung beider Elemente.

Dass dem nicht immer so ist, zeigt sich am Handlungsfeld der Persönlichkeitsbildung. Die vermehrte Nutzung didaktischer Elemente im Kontext einer standortbezogenen Bildungsentwicklung erscheint wünschenswert.

Zunehmend sind Kompetenzen der Lehrenden und Lernenden erforderlich.

Für Lehrende sollten Angebote in der Fort- und Weiterbildung vorhanden sein.

Für den Unterricht/ Lehre sind etwa Psychologische Aspekte, Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz sowie Fachdidaktik wesentlich.

Für die Beratung sind eine Einführung mit Fortbildungsangeboten in der Bildungs- und Berufsberatung/ Beratungskompetenz sowie für ein Coaching wichtig.

Das Bildungssystem vereint gesellschaftliche und individuelle Funktionen. Hier setzt auch die Begründung der pädagogischen Bedeutung der Persönlichkeitsbildung an.

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IT - Autorenbeiträge    

Die Autorenbeiträge dienen der Ergänzung der Thematik.

Netzwerk gegen Gewalt

http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index:

Schule

Schulische Persönlichkeitsbildung

Aspekte neuer Lernkultur im Rahmen der Schulentwicklung

Psychologische Aspekte in Unterricht und Erziehung

Erziehung

Politische Bildung

Interkulturelle Kompetenz

Lehrerbildung

Ethik

Religionspädagogik

Gender

Dokumentation der Ausbildung    
































Zum Autor    

APS - Lehramt (VS, HS, PL), zertifizierter Schüler- und Schulentwicklungsberater (1975, 1999) - Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol (1993-2002)

Absolvent Institut für Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat (1985), des 10. Universitätslehrganges Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc (2008), der Weiterbildungsakademie Österreich/ Wien/ Diplome (2010), des 6. Universitätslehrganges Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012), des 4. Internen Lehrganges Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/ Zertifizierung (2016), des Fernstudiums Grundkurs Erwachsenenbildung der Evangelischen Arbeitsstelle Fernstudium/ Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2018), des Fernstudiums Nachhaltige Entwicklung der Evangelischen Arbeitsstelle Fernstudium/ Comenius Institut Münster/ Zertifizierung (2020)

Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien - Berufspädagogik - Vorberufliche Bildung/ VO - SE (1990-2011), am Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg - Lehramt Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung/ SE (2016-2017)

Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche in Österreich (2000-2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks in Tirol (2004-2009, 2017-2018)

Kursleiter an den VHSn Salzburg Zell/ See, Saalfelden und Stadt Salzburg (2012-2019)

MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 10. September 2026