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Militärgeschichte

Reihe Grundwissen Historische Bildung 4    

Konfliktregionen - Konfliktmanagement - Friedenslernen    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Reihe Grundwissen Historische Bildung 4   
Konfliktregionen - Konfliktmanagement - Friedenslernen   
Danksagung   
Einführung   
Abschnitt 1 Kriege - Konflikte   
Teil I Österreich   
1 Habsburger Herrschaft   
1.1 Herzogtum Österreich   
1.2 Machtzuwachs   
1.3 Doppelmonarchie   
2 Erste Republik 1918 - 1938   
3 Österreich als Teil des Deutschen Reichs (1938–1945)   
4 Zweite Republik (1945 bis heute)   
4.1 Ungarnkrise 1956   
4.2 Prager Frühling 1968   
4.3 Auslandseinsätze UNO   
5 Wehrpflicht   
5.1 Maria Theresia 1740 - 1780 - Folgen   
5.2 Sardinischer Krieg 1859   
5.3 Schlacht bei Königgrätz 1866 - Folgen   
5.4 Ende der Monarchie 1918   
5.5 Erste Republik 1918 - 1938   
5.6 Zweite Republik 1945 - heute   
6 Literatur Österreich   
Teil II Schützenwesen Tirol   
6 Mittelalter   
7 Landlibell - Ende des Ersten Weltkriegs   
8 Ende der Monarchie 1919   
9 Nachkriegszeit 1945   
10 Schützenwesen heute   
11 Literaturhinweise Schützenwesen   
Teil III Globalgeschichte   
12 Aspekte kriegerischer Gewalt   
12.1 Krieger und Soldaten   
12.2 Militärische Apparate   
12.3 Kriege und Schlachten   
13 Eurasischer Kriegsschauplatz   
14 Amerika - Afrika - Australien/ Ozeanien   
15 Globale Entwicklung - 1800 - Gegenwart   
15.1 Industrielle Revolution   
15.2 Eisenbahn   
15.3 Waffentechnik   
15.4 Koloniale Konflikte   
15.5 Waffensysteme   
15.6 Konflikträume   
15.7 Mobilität der Waffentechnik   
15.8 Kernwaffen   
15.9 Unabhängigkeitsbewegungen   
15.10 Instabilitäten in Afrika   
15.11 Stellvertreterkriege - Neue Kriege   
16 Militärische Sozialgeschichte   
17 Historische Politische Bildung   
18 Literaturverzeichnis - Krieg   
Abschnitt 2 Konfliktmanagement   
Vorbemerkung   
1 Einleitung   
1.1 Konflikt - Meinungsverschiedenheit   
1.2 Konflikttypen   
1.3 Konfliktlösungen   
2 Grundbegriffe   
2.1 Konfliktsituationen   
2.2 Konfliktklassifikation   
3 Konfliktentstehung   
3.1 Voraussetzungen   
3.2 Ursachen   
3.3 Gegensätzliche Bewertung   
3.4 Konfliktbedingungen   
3.5 Konflikttypen   
3.5.1 Hierarchie   
3.5.2 Stab - Linien - Organisation   
3.5.3 Matrixorganisation   
3.5.4 Arbeitsgruppen   
4 Konfliktverlauf   
4.1 Situationsbedingungen   
4.2 Wettbewerbshaltung   
4.3 Spezielle Bedingungen   
5 Konfliktvermeidung   
5.1 Abhängigkeiten   
5.2 Relative Selbständigkeit   
5.3 Vermeidung bestimmter Konfliktarten   
5.3.1 Vermeidung von Beurteilungskonflikten   
5.3.2 Vermeidung von Bewertungskonflikten   
5.3.3 Vermeidung von Verteilungskonflikten   
5.3.4 Vermeidung von Beziehungskonflikten   
6 Vermeidung von Wettbewerbsverhalten   
6.1 Strukturorientierte Maßnahmen   
6.2 Personenorientierte Maßnahmen   
6.2.1 Sensitivity Training   
6.2.2 Teamentwicklung   
6.2.3 Coaching   
7 Konflikthandhabung   
7.1 Konfliktvermeidung   
7.2 Konfliktunterdrückung   
7.3 Konfliktlösung   
7.3.1 Konfliktanalyse   
7.3.2 Veränderung von Konflikteinstellungen   
7.3.3 Verhaltensbeeinflussung   
7.4 Konfliktüberbrückung   
8 Harvard - Konzept zur Verhandlungsführung   
8.1 Konfliktlösung   
8.2 Konfliktmanagement   
9 Konfliktaspekte - Politische Bildung   
9.1 Erfordernisse   
9.2 Konfliktintensität   
9.3 Konflikttransformation   
10 Resilienz   
10.1 Definition und Merkmale   
10.2.1 Primäre Faktoren   
10.2.2 Sekundäre Faktoren   
10.2.3 Risikofaktoren   
1O.2.4 Schutzfaktoren   
10.3 Prävention   
10.4 Fachliteratur Resilienz   
11 Buchbesprechungen/ Auswahl   
Literaturhinweise/ Auswahl - Konfliktmanagement   
Abschnitt 3 Friedenslernen   
Vorwort   
1 Hinführung   
1.1 Neuorientierung - Interdisziplinarität   
1.2 Fünf Thesen für einen Diskurs   
1.3 Mustertheorie - Frieden   
2 Ökosoziale Erziehung   
2.1 Begründung einer ökosozialen Erziehung   
2.2 Reflexion   
3 Global Citizenship Education   
3.1 Basis   
3.2 Pädagogische Herausforderungen   
3.3 Internationale Entwicklungen   
4 Friedensprojekt Europa   
4.1 Vertrag von Lissabon   
4.2 Erasmus   
4.3 Minderheitenpolitik   
5 Bertha von Suttner   
6 Persönliche Reflexion - Friedensbildung   
6.1 Verankerung im gesellschaftlichen Kontext   
6.2 Friedensbildung als Lernprozess   
6.3 Arbeitsbereiche   
6.4 Herausforderungen an eine Politische Bildung   
7 Diskurs - Friedensrelevante Lernziele   
7.1 Problematik Curriculum Friedenserziehung   
7.2 Lernzielzusammenhänge   
8 Friedensbemühungen - Friedensgutachten   
8.1 Zunahme von Gewaltkonflikten   
8.2 Dilemmata feministischer Außen- und Entwicklungspolitik   
8.3 Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit   
8.4 Stärkung von Rüstungskontrolle   
8.5 Politische Entflechtungen   
8.6 Entschärfung gesellschaftlicher Polarisierung   
8.7 Schlussfolgerungen   
8.8 Literaturverzeichnis Friedenspädagogik   
Dokumentation der Ausbildung   
Zum Autor   

Danksagung    

Zu danken ist für die Impulse und die Begleitung Hans N.

Einführung    

Die Studie soll Aspekte über die Entwicklung von Konfliktregionen/ Kriegszonen im Rahmen Historischer Politischer Bildung aufzeigen. Konfliktmanagement schließt die Studie als Bildungsbereich ab.

Politische Bildung sieht in ihrer pädagogischen Bedeutung einen Beitrag zur Klärung der einzelnen Entwicklungsschritte.

  • Abschnitt 1 skizziert mit
Teil I einen verkürzten historischen Überblick in Österreich. Ausgehend von der Habsburger Herrschaft, wird auf die Entwicklung nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg mit der Wehrpflicht eingegangen.

Teil II behandelt das Schützenwesen in Tirol vom Mittelalter bis heute.

Teil III skizziert Aspekte der Globalgeschichte.

  • Abschnitt 2 skizziert
Konfliktmanagement und

  • Abschnitt 3
Friedenslernen als Schluss der Studie im Bildungsbereich.

Abschnitt 1 Kriege - Konflikte    

Teil I Österreich    

1 Habsburger Herrschaft    

1.1 Herzogtum Österreich    

Bereits der Beginn der Habsburger - Herrschaft im damaligen Herzogtum Österreich ist mit Krieg verknüpft.

  • Der Babenberger Herzog Friedrich der Streitbare war 1246 im Kampf gegen die andrängenden Ungarn gefallen, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, hatte sich hierauf Österreich untertan gemacht, ohne die reichsrechtlichen Vorschriften zu beachten. 1276 wurde er vom deutschen König Rudolf I. von Habsburg aus Österreich gewiesen. Dieser belehnte nun seine Söhne mit dem Herzogtum.
  • 1278 wurde der widerspenstige Ottokar in der Schlacht von Dürnkrut und Jedenspeigen im heutigen Niederösterreich besiegt. Ottokar fiel in der Schlacht. In Franz Grillparzers Drama König Ottokars Glück und Ende ist diese Schlacht zweier Ritterheere beschrieben.
1.2 Machtzuwachs    

Wie alle anderen Dynastien erreichte auch das Haus Habsburg seinen Machtzuwachs im Wesentlichen durch Kriege und dynastische Heiraten.

  • Eine besondere Bedeutung erreichte das österreichische Haus Habsburg durch die Erlangung der römischen Kaiserwürde im Heiligen Römischen Reich im Jahre 1438.
  • Fortan waren die Geschicke der Erblande eng mit denen des Reiches verknüpft. Das im 15. Jahrhundert entstehende Kaiserliche Heer rekrutierte sich stets aus dem gesamten Reich, aber auch aus anderen Territorien Europas.
  • Die Aufgaben waren dem kaiserlichen Anspruch gemäß universal europäisch, aber stets verbunden mit der Verteidigung des österreichischen Territoriums gegenüber dem Osmanischen Reich und später gegenüber Frankreich.
  • 1529 fand die erste Türkenbelagerung Wiens statt. Im Jahr 1556 wurde mit dem Hofkriegsrat die erste selbstständige Militärverwaltungsbehörde des Kaisers in Wien gegründet. Er überdauerte das Heilige Römische Reich und wurde im Kaisertum Österreich 1848 in Kriegsministerium umbenannt.
  • Ein stehendes kaiserliches Heer entwickelte sich erst in der Frühen Neuzeit. Zuvor mussten Feldherren und Offiziere bestellt und Leibeigene zwangsrekrutiert beziehungsweise Söldner angeworben werden. Unter diesen Vorzeichen kämpften die Kaiserlichen 1618 bis 1648 im Dreißigjährigen Krieg. Ihr bekanntester Feldherr war der später im Auftrag des Kaisers ermordete Wallenstein.
  • Nach dem Krieg entstand eine stehende Truppe, die sich bis in das 19. Jahrhundert hinein nicht überwiegend aus Österreich, sondern aus den geistlichen Fürstentümern und den Reichsstädten rekrutierten. Auch die Reichskreise bildeten feste Werbegebiete.
  • 1677 errichtete man das Kaiserliche Zeughaus, welches dem Gießen von Kanonen diente. 1683 konnte die Zweite Wiener Türkenbelagerung nur mit Hilfe aus Polen - Litauen und dem Reich abgewehrt werden. In der Folge reorganisierte Prinz Eugen von Savoyen das Kaiserliche Heer grundlegend und vertrieb die Türken aus Mitteleuropa.
1.3 Doppelmonarchie    

Als das Kaisertum Österreich 1867 zur Doppelmonarchie wurde, weil Ungarn als eigener Staat anerkannt werden musste, blieben Armee und Kriegsmarine gemeinsame Angelegenheiten beider Reichshälften unter der Leitung des k.u.k. Kriegsministeriums in Wien. Dementsprechend wurde nun auch der Name von der Kaiserlich Königlichen (k.k.) Armee in Kaiserliche und Königliche Armee (k.u.k. Armee) geändert.

  • Nicht zu den gemeinsamen Angelegenheiten gehörten die Wehrgesetze (die festlegten, wer wie lang wehrpflichtig war), die österreichische Landwehr und ihr ungarisches Pendant, der Honvéd. Diese wurden vom österreichischen Landwehrminister und dem ungarischen Honvédminister getrennt verwaltet.
  • Das k.u.k. Kriegsministerium war lediglich für Verwaltungsaufgaben des Heeres und der Flotte zuständig, da Kaiser Franz Joseph persönlich den Oberbefehl hatte. Für die k. u. k. Kriegsmarine bestand im Ministerium die Marinesektion.
  • Franz Joseph I. (reg. 1848–1916) fungierte fast sein ganzes Monarchenleben lang persönlich als Oberster Befehlshaber seiner bewaffneten Macht und war im Inland ausschließlich in Uniform zu sehen.
  • Bekannte militärische Einheiten waren die Tiroler Kaiserjäger, die Deutschmeister (Wiens „Hausregiment“), die ungarischen Husaren und die polnischen Ulanen. Bekanntester Militärmarsch wurde der von Johann Strauss 1848 komponierte Radetzkymarsch (später auch Titel eines – zweimal verfilmten – Romans von Joseph Roth über eine Soldatenfamilie in den letzten Jahrzehnten des Monarchie). Prominenter Militärkapellmeister war Joseph Lanner.
  • Eine bekannte Auszeichnung war der Leopoldsorden, der zwischen 1808 und 1918 nur viermal verliehen wurde. Von 1757 bis 1931 insgesamt 1241-mal verliehen wurde der Maria Theresia - Orden für „hervorragende Dienste im Kriege“. Mit vielen weiteren Orden und Ehrenzeichen wurde die bekannt schlechte Besoldung der Offiziere zu kompensieren versucht.
  • Bemerkenswerte Offiziere der letzten Jahre Österreich - Ungarns (Auswahl):
    • Franz Graf Conrad von Hötzendorf, Chef des k.u.k. Generalstabes 1906–1911 und 1912–1917, Anhänger des Präventivkrieges
    • Svetozar Boroević von Bojna, Feldmarschall an der Isonzofront
    • Theodor Körner, Oberst des Generalstabes der Isonzofront, 1945 – 1951 Bürgermeister von Wien, 1951 – 1957 Bundespräsident
  • Militärische Konflikte
    • 1878 konnte Österreich - Ungarn die ihm zur Verwaltung zugesprochenen Länder Bosnien und Herzegowina nur durch militärische Besetzung „befrieden“.
    • Boxeraufstand 1900: Beteiligung am Zweiten Expeditionskorps (nur Kriegsmarine)
    • Erster Weltkrieg 1914 – 1918 auf Seite der Mittelmächte mit dem Deutschen Kaiserreich, dem Osmanischen Reich und Bulgarien gegen die Entente mit Frankreich, Großbritannien, Russland, Italien, den Vereinigten Staaten von Amerika und anderen.
  • Kurz vor Ende des Krieges beendete Ungarn am 31. Oktober 1918 die Realunion mit Österreich und zog seine Truppen von der Isonzofront ab. Damit war die k.u.k. Armee zerbrochen. Ihr Ende wurde von Franz Theodor Csokor, selbst Offizier im Krieg, in seinem Theaterstück 3. November 1918 dargestellt (an diesem Tag trat der Waffenstillstand mit Italien in Kraft).
  • Die Schändlichkeiten des Krieges brachte Karl Kraus im Stück "Die letzten Tage der Menschheit zur Sprache".
2 Erste Republik 1918 - 1938    

  • Ab dem 5. November 1918 stellte die Provisorische Regierung Deutsch - Österreichs die Volkswehr auf. Diese bestand aus ehemaligen Angehörigen der österreichisch - ungarischen Armee und Freiwilligen. Sie wurde am 18. März 1920 gemäß den Bestimmungen des Vertrages von St. Germain aufgelöst und durch das Bundesheer ersetzt.
  • Nach dem Ersten Weltkrieg schuf die Republik Österreich das Bundesheer. 1938 entschied Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, es nicht gegen die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich einzusetzen („kein deutsches Blut vergießen“), obwohl sich die Militärführung darauf vorbereitet hatten, Widerstand zu leisten.
  • Die österreichischen Verbände wurden sofort in die deutsche Wehrmacht eingegliedert.
3 Österreich als Teil des Deutschen Reichs (1938–1945)    

  • Ein eigenes österreichisches Militärwesen bestand im Zweiten Weltkrieg nicht. Hunderttausende Österreicher leisteten gemäß den geltenden deutschen Vorschriften in der deutschen Wehrmacht Wehrdienst. Der österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim äußerte später, die österreichischen Soldaten hätten nur ihre Pflicht getan.
  • Wer wie der oberösterreichische Bauernsohn Franz Jägerstätter, diese Pflicht verweigerte, wurde zum Tod verurteilt.
  • Einzelne deutsche Offiziere österreichischer Herkunft wurden nach Kriegsende im Ausland als Kriegsverbrecher verurteilt. Eine Reflexion der eigenen Rolle im Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten blieb bei den meisten beteiligten Österreichern aus. Viele Gefallene wurden auf Kriegerdenkmälern verewigt und sind, wie dort zu lesen, für die Heimat gestorben.
  • Nicht der Wahrheit entsprechend behauptete die Österreichische Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945, kein wahrer Österreicher habe jemals die NS - Aggression gegen fremde Völker gewollt.
  • Kameradschaftsbünde, in denen der Heldentaten der Wehrmacht gedacht wird, bestehen in Österreich bis heute.
4 Zweite Republik (1945 bis heute)    

Nach Abzug der alliierten Besatzungstruppen 1955 wurde das Österreichische Bundesheer (BH) wieder gegründet. Ihm gehören auch die Luftstreitkräfte an. Das Bundesheer untersteht dem Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV). Oberbefehlshaber ist der Bundespräsident.

Dem BMLV unterstehen auch zwei der drei österreichischen Nachrichtendienste, nämlich das Abwehramt und das Heeres -Nachrichtenamt. Der dritte Nachrichtendienst, die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, untersteht dem Bundesministerium für Inneres (BMI).

4.1 Ungarnkrise 1956    

Der erste wichtige Einsatz des jungen Bundesheeres fand im Herbst 1956 an der Ostgrenze statt, als die Rote Armee den Ungarischen Volksaufstand niederwalzte. Die Bundesregierung hatte einen Schießbefehl für den Fall erlassen, dass sowjetische Soldaten österreichisches Gebiet betreten und sich nicht entwaffnen lassen. Es blieb jedoch jede Konfrontation mit der Roten Armee aus.

Die Grenzschützer des Bundesheeres waren größtenteils erst wenige Wochen zuvor eingerückte Anfänger, denen jedes Kampftraining fehlte. Die psychologische Bedeutung dieses Einsatzes für die ungarischen Flüchtlinge, die österreichisches Gebiet erreichten, und für die dort wohnenden Menschen war allerdings sehr groß.

4.2 Prager Frühling 1968    

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 im Kalten Krieg wurde bis 1977 eine Bunkeranlage errichtet, die im Ernstfall der Bundesregierung Platz bieten sollte. Die „Einsatzzentrale Basisraum“ beinhaltete auch ein Ausweichstudio für den ORF und die Zentrale für das in modernisierter Form noch heute verwendete Luftüberwachungssystem „Goldhaube“.

Während des Kalten Krieges entwickelte Österreich das auch international beachtete Konzept der Raumverteidigung.

Das Bundesheer litt fast ständig unter Geldmangel und daher unzureichender Ausrüstung und Bewaffnung. Österreichs Politiker hatten 1955 zwar von einer Neutralität nach Schweizer Muster gesprochen, dachten aber gar nicht daran, die Verteidigungsausgaben auf die in der Schweiz übliche Höhe zu steigern.

Ohne es je auszusprechen, glaubten die verantwortlichen Politiker wohl, in einem größeren Konflikt würde ihnen sowieso, falls nötig, die NATO zu Hilfe kommen.

4.3 Auslandseinsätze UNO    

Bedeutung erlangten in den letzten Jahrzehnten die Auslandseinsätze des Bundesheeres, meist auf Grund von UN - Mandaten.

Österreichische Soldaten waren oder sind auf Zypern, in den Golanhöhen zwischen Syrien und Israel, in Bosnien - Herzegowina, im Libanon und anderen Konfliktgebieten tätig.

Aspekte einer Wehrpflicht sind für die Politische Bildung von Interesse.

Von Maria Theresia bis heute sind die zeitlichen Aspekte unterschiedlich.

5 Wehrpflicht    

Die Wehrpflicht wurde und wird häufig ideologisch begründet als „Dienst am Vaterland“ oder mit dem „Schutz von Freiheit und Menschenwürde“. Etwas nüchterner betrachtet, lässt sich die Notwendigkeit einer Wehrpflicht daraus ableiten, dass Armeen einen hohen Personalbedarf haben, zugleich aber eine wenig attraktive und umso gefahrvollere Tätigkeit anbieten. Eine Wehrpflicht bedeutet dann aber, dass potenziell unwillige junge Menschen zu diesen Tätigkeiten gezwungen werden müssen.

Die Vereinfachung der Kriegsdienstverweigerung in Deutschland ab den neunziger Jahren und vor allem die Aussetzung der Wehrpflicht und einer Debatte eines Berufsheeres in Österreich bringen für die Streitkräfte die Chance, den Wehrdienst für Männer und Frauen attraktiver zu machen und entschiedener gegen Diskriminierung, Sexismus und Extremismus vorzugehen.

Im Folgenden soll der Blick auf die österreichische Entwicklung gerichtet sein.

5.1 Maria Theresia 1740 - 1780 - Folgen    

In Österreich wurde erstmals, wie die Schulpflicht, von Maria Theresia eingeführt. Alle Wehrpflichtigen wurden in "Konskriptionslisten" eingetragen. Dazu wurden alle Häuser mit Konskriptionsnummern versehen. Es bestand eine lebenslange Dienstpflicht, unterbrochen durch lange Beurlaubungen.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Dienstpflicht auf acht Jahre verkürzt. Es gab eine Menge an Beurlaubungen für den Adel, Klerus, Gebildete und Honorationen. Man konnte sich loskaufen oder einen Stellvertreter zum Heer schicken.

In der Folge führte es dazu, dass die einfachen Soldaten fast nur aus der untersten sozialen Schichten der Bevölkerung stammten.

5.2 Sardinischer Krieg 1859    

Im Krieg gegen Frankreich und das Königreich Sardinien übernahm Kaiser Franz Joseph im Juni 1859 persönlich den Oberbefehl über die österreichische Armee in Italien. Er war vor Ort bei den Truppen (unter anderem in der Gegend um Verona und bei der Niederlage in der Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859), zog sich danach aber aufgrund der schweren militärischen Rückschläge vom direkten Oberbefehl im Feld zurück.

5.3 Schlacht bei Königgrätz 1866 - Folgen    

Für die Niederlage gegen Preußen wurde dieses niedrige Bildungsniveau der Soldaten als eine der Ursachen bezeichnet. 1868 wurde in der Folge eine echte allgemeine Wehrpflicht ohne Ausnahmen eingeführt.

Das führte zu anderen Folgen.

  • Der Staat konnte es nicht leisten, alle Wehrpflichtigen einzuberufen und auszubilden
  • Die Lösung war ein Lossystem, bis die Zahl für eine Kompanie erreicht war.
  • Wer nicht gezogen wurde, musste eine Wehrersatz - Steuer zahlen.
  • Die eingezogenen Rekruten brauchten nichts zu zahlen.
Die Wehrpflicht dauerte zwölf Jahre, davon diente man aktiv drei Jahre. Reserve war man in den restlichen neun Jahren.

"Gebildete" (Maturanten) mussten nur ein Jahr dienen ("Einjährig Freiwillige") und wurden Reserveoffiziere. So brachte man die gesellschaftliche Realität in das Heer. Wenn man sich die Ausrüstung selbst bezahlte, konnte man sich die Waffengattung aussuchen. Besonders kostspielig und angesehen war die bunte Kavallerie.

5.4 Ende der Monarchie 1918    

Mit dem Zerfall der Monarchie übernahm die Sozialdemokratie das Ruder und kam nur für die eine neuerliche Wehrpflicht. Untersagt wurde diese Volkswehr Österreich in den Friedensverhandlungen von St. Germain.

Stattdessen wurde eine Berufsarmee (Bundesheer) vorgeschrieben. Es durfte nur maximal 30 000 Mann umfassen. Aus Geldmangel und einem verlorenen Krieg konnte und wollte niemand einrücken, das Maximum wurde niemals erreicht, zumeist hatte es 20 000 Mann.

5.5 Erste Republik 1918 - 1938    

1934 wurde es zur Niederschlagung des sozialdemokratischen Februar - Aufstandes und des NS - Juliputsches herangezogen.

1936 führte Österreich auf Druck der Westmächte die Wehrpflicht wieder ein. Erreicht werden sollte, dass man sich gegen das erstarkte Hitler - Deutschland wehren konnte. Der Wehrdienst dauerte zunächst ein Jahr und wurde 1938 auf 18 Monate verlängert.

Das Bundesheer wurde einigermaßen ausgerüstet, entworfen wurde Pläne zur Abwehr eines deutschen Einmarsches. Diese wurden im März 1938 auf politischen Druck nicht umgesetzt.

5.6 Zweite Republik 1945 - heute    

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 195 war Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt, ebenso die Bundeshauptstadt Wien. Wieder waren es die Westmächte, die auf eine Wiederbewaffnung drängten.

Nach dem kommunistischen Putschversuch 1950 in Ostösterreich fürchtete man, dass die Sowjetunion das militärische Vakuum für einen Vorstoß in Richtung Westen nutzen könnte.

  • Daher kam es in den drei westlichen Besatzungszonen zu Überlegungen für einen Aufbau einer Bewaffnung. Wehrfähige Männer wurden erfasst, in einem Ernstfall bewaffnet kämpfen zu können. Gedrillt von den USA begann man in Italien oder Nordafrika für einen Kampf in Österreich ausgebildet zu sein.
  • Ab 1952 baute man in der Gendarmerie paramilitärische Einheiten als B - Gendarmerie auf. Bis 1955 waren es 2000 bis 8000 Mann, ausgerüstet von den USA.
  • Die B - Gendarmerie war der Grundstock für den Aufbau des heutigen Bundesheeres. Die Westmächte pochten auf eine bewaffnete Neutralität.
  • In der Bevölkerung gab es eine Skepsis zur Wiederbewaffnung und einer Neutralität. 1955 kam es zum Beschluss eines Wehrgesetzes und einer neunmonatigen Wehrpflicht für ein Bundesheer.
  • Bei den neun Monaten blieb es bis 1970, als Bundeskanzler Bruno Kreisky mit dem Versprechen von sechs Monaten seinen Wahlkampf bestritt. Die SPÖ errang einen Wahlsieg und verkürzte den Wehrdienst auf sechs Monate. Zwei Monate verpflichtende Milizübungen kamen dazu und zwei Wochen Urlaub wurden gestrichen. Die tatsächliche Verkürzung betrug gerade einmal zwei Wochen. Außerdem erhielt der Wehrdienst mit dem Zivildienst eine ebenbürtige Konkurrenz.
  • 2006 wurde die Wehrpflicht auf sechs Monate von der ÖVP - BZÖ - Regierung verkürzt. Die Truppenübungen wurden abgeschafft. Durch Einsparungen wurde das Bundesheer noch geschwächt.
  • 2013 wurde eine Volksbefragung zur Abschaffung der Wehrpflicht durchgeführt, mit 60 Prozent wurden die Bundesheerpläne der SPÖ abgelehnt. Es blieb bei sechs Monaten Wehrdienst.
  • Mit der Ukraine - Krise 2022 setzte die Regierung eine Kommission zur Reform des Wehdienstes ein. Es dauerte drei - einhalb Jahre bis zu einem Bericht, der 2026 entscheidungsreif war.
6 Literatur Österreich    

Allmayer - Beck J. Chr.(1985): Vorträge zur Militärgeschichte 6. Militärgeschichte in Deutschland und Österreich vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Bonn

Bischof G. - Ruggenthaler P. (2022): Österreich und der Kalte Krieg, Graz

Fahringer K. (2023): Ein Truppenoffizier in Wehrmacht und Bundesheer, Salzburg

Fichtenbauer P. - Ortner Chr. (2015): Die Geschichte der österreichischen Armee von Maria Theresia bis zur Gegenwart in Essays und bildlichen Darstellungen, Wien

Gruber R. (2005/ 2006): Seemacht unter rot weiß roter Flagge, Bd. 1 und 2, Salzburg

Pircher G. (2017/ 2021): "Wider den Erbfeind Christlichen Namens". Der Türkenkrieg von 1663/ 64 in Augenzeugenberichten und zeitgenössischen Beschreibungen, Bd. 1 und 2, Salzburg

Purger A. (2026): Als der Wehrdienst zwölf Jahre dauerte, in: Salzburger Nachrichten, 28.7.2026, 3

Urrisk R. (1999): Das Österreichische Bundesheer, Bd. 9, Graz

Teil II Schützenwesen Tirol    

Als Tiroler Schützen bezeichnen sich spezielle traditionelle Schützenvereinigungen in Tirol (Nord- und Osttirol, Südtirol und Welschtirol), sogenannte "Kompanien".

Sie sind vergleichbar den Gebirgsschützen in Bayern.

6 Mittelalter    

Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. In Tirol gab es bereits im 13. Jahrhundert eine Ständevertretung, in der nicht nur Adel und Geistlichkeit, sondern auch Bürger und Bauern vertreten waren. Sie hatten an der Regierung des Landes Anteil. Dazu kam noch eines: es herrschte Waffenfreiheit. Doch wo Recht ist, erwächst auch Pflicht. Mit dem Recht der politischen Mitbestimmung übernahm die Bevölkerung die Pflicht, die Heimat und das Land zu schützen und zu verteidigen.

Im Jahre 1323 legte der Landtag in der ältesten deutschsprachigen ständischen Verfassung die Landesverteidigung so fest, dass im Notfall alle wehrhaften (tauglichen) Männer aufgeboten werden konnten. Herzog Friedrich IV. schuf 1416 eine neue Wehrordnung für Tirol, durch die der Adel seine Vorherrschaft verlor.

Das Hauptgewicht trugen die Bürger und Bauern. Das Wesentlichste aber war, dass die Tiroler nur zur Verteidigung ihres eigenen Landes aufgeboten werden konnten. In einem der wichtigsten Zentren des spätmittelalterlichen Landes, Bozen, ist bereits seit dem späten 15. Jahrhundert eine städtische Schützengilde mit stark korporativem Sozialcharakter bezeugt; sie war zu einer Bruderschaft vereinigt, die regelmäßige Schießübungen und Schützenfeste mit Preisschießen veranstaltete und auch über ein eigenes Archiv verfügte, das schon 1488 mit Jahresabrechnungen der Büchsenmeister einsetzt.

7 Landlibell - Ende des Ersten Weltkriegs    

Entscheidend im verfassungsrechtlichen Sinn wurden dann jene als "Landlibell" bezeichneten Bestimmungen, die Kaiser Maximilian I. gemeinsam mit dem Tiroler Landtag 1511 erließ.

Schon sehr früh gab es Veranstaltungen wehrfähiger Männer zum Zweck der Schießausbildung. Spätestens seit 1400 nannte man die mit der Armbrust bewaffneten Leute „Schützen“. Unter Kaiser Maximilian, der das Schützenwesen sehr förderte, gab es bereits viele Schießplätze, und mit der Verbesserung der Feuergewehre mehrten sich diese Einrichtungen.

In der Zuzugsordnung Kaiser Leopolds I. von 1704 fasste man die Scheiben- und Scharfschützen, die sich 1703 beim "Bayrischen Rummel" so bewährt hatten, zum ersten Mal zu einem 16 Kompanien starken Regiment zusammen. Auch eine eigene Ordnung für „gesamthe Schieß - Stände in Tyrol“ wurde 1738 erlassen.

Der Landesherrschaft war bewusst, wie sehr im Gebirgskrieg die gut zielenden Einzelschützen dem auf Salvenfeuer gedrillten Militär überlegen waren. Immer wieder konnten die Tiroler Schützen ihre Kampfkraft, bedingt durch ihren Mut, ihre Heimatliebe, den guten Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft und ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen, nicht zuletzt im Freiheitskrieg von 1809, als sie die siegesgewohnten Franzosen unter ihrem Marschall Lefebvre schlugen.

Der Friede von Schönbrunn führte zum erneuten Aufstand, der allerdings am 1. November 1809 mit der Niederlage der Tiroler unter Andreas Hofer am Bergisel endete. Hofer wurde später festgenommen, vor ein Kriegsgericht gestellt und am 20. Februar 1810 in Mantua erschossen.

1813 wurde das Tiroler Jägerkorps aufgestellt, aus dem im Jahr 1815 das Kaiserjägerregiment hervorging. Daneben musste das Land Tirol nach dem Landlibell bei Gefahr 20 000 Mann alter Miliz aufbringen, die als Landesschützen oder Schützen bezeichnet wurden. Den Kern bildeten die Standschützen.

In den Kriegen Österreichs gegen Italien 1848 und 1866 wurden auch die Tiroler Landesschützen- und Scharfschützenkompanien aufgeboten. Im Ersten Weltkrieg wurden die drei Landesschützenregimente – entgegen der Selbstverteidigungsmaxime – zusammen mit den Kaiserjägern an die russische Front verlegt, wo sie schwere Verluste erlitten; die im Lande verbliebenen Standschützen wurden erst nach dem Kriegseintritt Italiens ab dem 18. Mai 1915 an der Südfront eingesetzt. Sie hatten einen bedeutenden Anteil daran, den italienischen Angriff in den ersten Kriegswochen aufzuhalten.

8 Ende der Monarchie 1919    

Mit Ende des Ersten Weltkrieges ging mit dem Untergang der Monarchie die Aufgabe der Schützen für die Landesverteidigung in Tirol zu Ende. Die Tiroler Schützen blieben aber als nichtstaatliche Schützenvereinigungen bestehen.

Im von Italien annektierten Südtirol kam es 1922 zum Verbot der Schützenkompanien. Während der nationalsozialistischen Besetzung Südtirols 1943 – 1945 kam es zu einer Reaktivierung des Südtiroler Schützenwesens und zu seiner vollständigen Funktionalisierung für die NS - Politik.

9 Nachkriegszeit 1945    

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden um 1946/ 47 in Innsbruck und Umgebung, dann besonders im Oberinntal, im Wipp- und Stubaital wieder einige Schützenkompanien gebildet. Allerdings wurden auch insbesondere von der amerikanischen Besatzungsmacht viele Gewehre beschlagnahmt, Fahnen und Trachten vernichtet.

Nach der Übernahme der Kontrolle Tirols durch die Franzosen unter General Béthouart kam es am 20. April 1950 zur Gründung des „Bundes der Tiroler Schützenkompanien“, die damaligen Sport- und Scheibenschützen bildeten dagegen den „Tiroler Landesschützenbund“. 1965 war der Bund der Tiroler Schützenkompanien schon auf 204 Kompanien angewachsen.

10 Schützenwesen heute    

Das Traditionsschützenwesen gliedert sich in die Viertel Oberland, Tirol - Mitte, Unterland und Osttirol. Jedes dieser Viertel umfasst mehrere Bataillone (insgesamt 26), denen jeweils etliche Kompanien untergeordnet sind. Der Bund der Tiroler Schützenkompanien zählt 235 Schützenkompanien.

Am 17. September 1995 wurden in Innsbruck die Schützenbünde der historischen Teile Tirols, also Nord- und Osttirols, Süd- sowie Welschtirols ihre Wiedervereinigung in Form einer Dachorganisation, dem Gesamttiroler Schützenbund besiegelt. Am 26. November 2011 wurde der GTSB in den neuen Verband „Tiroler Schützen“ übergeführt, um mit der erneuerten Struktur die Zusammenarbeit weiter zu stärken und künftigen Herausforderungen besser begegnen zu können.

Die Tiroler Schützenkompanien verstehen sich heute hauptsächlich als Vereinigung zur Traditionspflege, der Vermittlung von Werten und der (geistigen) Verteidigung der Tiroler Landesinteressen, wobei dabei eine eher konservative Position eingenommen wird.

In einer geheimen Briefwahl vom 1. Dezember 2025 bis zum 15. Jänner 2026 des Bundes der Tiroler Schützen stimmten knapp 87 Prozent der Stimmberechtigten dagegen, dass Frauen in ihren Reihen künftig mit Gewehr ausrücken dürfen. Die Entscheidung wurde von SPÖ, Grünen und NEOS kritisiert.

Im Juni 2026 kam es zu einer erneuten Kontroverse als die Haller Speckbacher Stadtmusikkapelle durch den Schützenbezirk vom 72. Bezirksschützenfest in Hall in Tirol ausgeschlossen wurde, da sich in ihren Reihen männliche Marketender befinden.

11 Literaturhinweise Schützenwesen    

Laurence Cole L. (2000): „Für Gott, Kaiser und Vaterland“. Nationale Identität der deutschsprachigen Bevölkerung Tirols 1860 – 1914 (Studien zur historischen Sozialwissenschaft 28), Frankfurt/ M., 413 – 501

Markart Cl. - Michael Domanig M. (2026): Marketender wurden Schützen zu bunt: Haller Stadtmusik von Fest ausgeladen, in: Tiroler Tageszeitung, 1. Juni 2026

IT - Hinweis > https://de.wikipedia.org/wiki/Tiroler_Schützen (8.8.2026)

Teil III Globalgeschichte    

Für die Historische Politische Bildung empfiehlt es sich, mit der einführenden Basisliteratur auseinanderzusetzen, beispielhaft als Auswahl BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG - Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte, Militär 29 - 30/ 2026, FICHTENBAUER P. - ORTNER Chr. 2025, HOWARD M., 2025, KROENER B. R. 2011, MILGRAM St. 1982, NOWOSADTKO J. 2002, ROGG M. 2013, QUERENGÄSSER A. 2025, WOLFRUM E. 2003.

12 Aspekte kriegerischer Gewalt    

12.1 Krieger und Soldaten    

Krieg wird in der Geschichte mit "Krieger" und in der Folge in der Moderne mit "Soldat" als Begriff bezeichnet. Kampf wird mit der Herrschaft von Männern verbunden. Erst in der jüngeren Entwicklung gibt es das Beispiel von Frauen (vgl. in der Folge QUERENGÄSSER 2025, 11 - 18).

  • In tribalen Kulturen sind kriegerische Handlungen verbunden mit männlichen Jugendlichen oftmals auch als Initiationsriten zu vollwertigen Männern verbunden (vgl. nordamerikanische Pawnee mit Skalps als Erlaubnis zum Heiraten, malaysische Dayakem im 19. Jahrhundert Köpfe am Dach der Hütte).
  • Bestimmte psychologische Faktoren als Krieger scheinen eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Körperliche Leistungsfähigkeit spielt auch aktuell etwa mit 20 Jahren Risikobereitschaft und noh fehlende Familienbindung (vgl. auch Kindersoldaten im modernen Afrika, osmanische Janitscharen im Türkenkriegen).
  • In westlichen Gesellschaften fand Ende des 19. Jahrhunderts und 20. Jahrhundert eine vormilitärische Jugenderziehung statt (vgl. Jugendwehrvereine, Hitlerjugend/ HJ, Freie Deutsche Jugend/ FDJ in der DDR).
  • Soziale Absicherung spielt eine Rolle, wenn Menschen sich einer Gewaltgemeinschaft anschließen, ohne selbst in einem Kampfeinsatz zu stehen. Finanzielle Sicherheit, Aufstiegschancen und gesamtgesellschaftliche Bedeutung bilden Faktoren (vgl. Spezialausbildungen und Chancen einer Verwertbarkeit in einem Studium).
  • Von Interesse ist auch der Umstand, welche Faktoren eine Unterordnung unter eine Autorität/ "Autoritätshörigkeit" bedeutend sind.(vgl. MILGRAM 1982). Anzuführen sind
    • Gemeinschaftsgefühl,
    • Dienst für das Vaterland,
    • "Comrades in Battle",
    • militärische Motivation/ Gruppen - Identifikation und
    • Leistungsbereitschaft.
  • MILGRAM (1982, 26) verweist auf den Umstand einer Abwertung des Opfers/ Entmenschlichung des Gegners über Bilder (vgl. Verhalten im Holocaust, Massaker von Nanking 1937).
  • Verführbarkeit der Jugend (soziale Motive, Abgrenzung zu anderen sozialen Gemeinschaften) zur Bereitschaft für eine Ausbildung und Vorbereitung für Gewalt.
12.2 Militärische Apparate    

Zu beachten sind die Komplexe historischer Militärorganisationen(vgl. QUERENGÄSSER 2025, 19 - 27) wie

  • Stadtstaaten (Krieger als eigenständige soziale Gruppe)
  • Hochkulturen mit komplexen Armeen verschiedener Waffengattungen (Fußvolk, Streitwagen, verschiedene Waffen/ Dolche, Doppeläxte)
  • Feudalkulturen mit Wehrpflichtordnung (Heerdienst gegen Landbesitz)
  • Spezialisierte Krieger wie Ritter, türkische Spahis und japanische Samurai (Landbesitz mit Herrschaftsrechten)
  • Wehrbauern in Ungarn an der Grenze zum Osmanischen Reich
  • Vorstaatliche Gesellschaften in Europa, Ost- und Vorderasien, Indiens und auch in Teilen Afrikas professionelles Kriegertum und Sklavensoldaten.
  • Verschiedene Formen der Dienstpflicht gab es wie eine
    • Anwerbung von Freiwilligen,
    • Söldnern,
    • gewaltsame Werbung (preußische Werbung berüchtigt im 18. Jahrhundert, "Press Gangs" der Royal Navy, Rekrutierungsmethoden in Lateinamerika - Afrika - Asien).
  • "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. teilte gleichmäßige Aushebungsbezirke ein mit Griff der Heeresverwaltung auf Kirchenbücher, wobei Berlin und Magdeburg aus Gründen der Wirtschaftskapazität ausgenommen waren.
  • In der Napoleonischen Zeit entwickelten sich moderne Wehrpflichtsysteme für die Bildung von Massenarmeen (Kurzzeitsoldaten, Freiwilligenarmeen).
  • Für die betroffenen Bevölkerungsschichten war keineswegs die Wehrpflicht beliebt (Kriegsmüdigkeit, hohe Verluste in den Kriegen).
  • In Tirol von Bayern 1806 geschlagen, bildete die Wehrpflicht einen Faktor für den Aufstand 1809.
  • In New York kam es im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861 - 1865 im Juli 1863 zu Protesten gegen die Wehrpflicht in den Nordstaaten wegen der hohen Verluste bei Gettysburg.
  • Während des Vietnamkrieges kam es in den USA zur zunehmenden Zahl von Kriegsdienstverweigerungen.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts setzte sich die Wehrpflicht durch in Italien 1861, Österreich - Ungarn 1866, Japan 1873, Russland 1874, Schweden 1901, USA 1907 und Belgien 1909.

Militärisch erfolgreiche Staaten ergaben sich zumeist aus ihrer Integrations- und Anpassungsfähigkeit, heterogenen Heeren, unterschiedlichen Waffentechnik und Taktiken.

Militärgeschichte wird zu einer "Geschichte der Gewalt". Interessen und soziale Gruppen werden analysiert. "Gewaltgemeinschaften" werden oftmals "Beutegemeinschaften" als Kriegsmotiv (vgl. SPEITKAMPF 2017).

  • Eine Engführung von Gewaltgemeinschaft auf eine Beutegemeinschaft würde nicht - staatliche Gewaltorganisationen für nationale Unabhängigkeit und/ oder religiöse Dominanz ausschließen. Man denke an die irische IRA, muslimische Organisationen wie Al Qaida oder den IS.
  • Die Ziele lassen sich leicht durch dritte Parteien instrumentalisieren (vgl. HALM 2017; QUERENGÄSSER 2025, 26 - 27).
12.3 Kriege und Schlachten    

Lange Zeit war der Blick nur auf den Kampf beschränkt. Die Folgen wurden als "Kriegsgräuel" bezeichnet. Inzwischen hat sich die Sichtweise auf das weite Feld "Gewalt" erweitert (im Folgenden KEAGAN 1997, 52 - 211; BASIAN 2000, KLEINSCHMIDT 2013; FUNKE - GAHLEN - LUDWIG 2022; QUERENGÄSSER 2025, 27 - 56).

  • Sieht man Krieg als als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und damit als politischen Akt, der mit einem Friedensschluss beendet werden kann, so entzieht sich Gewalt politischen Akten.
  • Die historische Entwicklung von Gewalt sieht im Nationalismus des 19. und 20. Jahrhundert ein gesteigerte kriegerische Gewalt. Moderne Waffen in Verbindung mit Modernisierung, das entstehende Völkerrecht verhindert nicht, ergeben eine Entwicklung, die industrialisierten Massenmord im Holocaust und Völkermord in Ruanda ergaben.
  • Ethnologen, Anthropologen und Psychologen sehen das Gewaltphänomen und die Bereitschaft genetisch und neurologisch begründet (vgl. KEEGAN 1997, 52 - 211 ausführlich). Krieg als kollektiver Akt, auch mit Distanzwaffen, erleichtert Gewalt. Die meisten Kriege der Geschichte zielten nicht auf Vernichtung, vielmehr auf Unterwerfung mit verschiedenen Motivationen (wirtschaftliche Vorteile und Landgewinn mit Machtzuwachs).
  • Kulturelle oder ethnische Differenzen waren nicht selten. Ethnische Minderwertigkeit und Rassismus als Ursachen sind Gründe für bewaffnete Auseinandersetzungen (vgl. Auseinandersetzungen in Europa zwischen den Balkanstaaten).
  • Raiding gegen Handelsrouten in Form von Piraterie und Straßenräuberei als Handelskrieg entwickelt sich aktuell zu Sanktionen zwischen Wirtschaftsblöcken.
  • Dekolonisierungskonflikte zielten auf Unabhängigkeitsbestrebungen (vgl. Kolonialmacht mit Militär vs. Guerillabewegungen).
  • Neben den psychologischen Problemen der einzelnen Kriege bzw. Krieger im Übergang zu friedlichen Gesellschaften gibt es soziale Probleme der demobilisierten Soldaten im Übergang in den Arbeitsmarkt (vgl. FUNKE - GAHLEN - LUDWIG 2022) .
13 Eurasischer Kriegsschauplatz    

Militärische Apparate werden durch die Größe der eigenen Bevölkerung, soziale Struktur, kulturelle Prägung und Geografie der Kampfgebiete beeinflusst. Im eurasischen Raum spielen die Faktoren eine bestimmende Rolle (im Folgenden BÜHRER - STACHELBECK - WALTER 2011; QUENRENGÄSSER 2025, 65 - 79).

Vormoderne

  • Zentralasiatische Steppen - nomadisch lebende Kultur in der Vormoderne
  • sesshafte Kulturen - Europa, Indien und China
Mittelalter

  • Rittertum - Europa
  • Samurai - Japan
  • Mongolenreich - Dschingis Khan - Reitervolk
Spätmittelalter

  • Söldnerkontingente - Europa - Kombination Reiterei, Fußvolk, Artillerie/ Muskete, Kolonnentaktik, Bajonett
  • Einsatz leichter Truppen - "Kleiner Krieg" - taktische Flexibilität
  • Waffentechnik - Taktik - Asien kaum Entwicklung - Fußvolk, Bögen, Stangenwaffen
Neuzeit

  • Hochseetaugliche Segelkriegsschiffe - Europa - Seeherrschaft/ Portugal Indien - Flottenkrieg, Kaperkrieg
  • Imperialkriege - Kolonien - Großbritannien - Teile Indiens - Spanisch Amerika
14 Amerika - Afrika - Australien/ Ozeanien    

Als außereuropäische Räume gibt es aus historischer Sicht weniger Studien (vgl. BÜHRER - STACHELBECK - WALTER 2011).

  • Nach einer überwiegend tribalen Kriegskultur entwickelten sich die Azteken - Konföderation in Mittel- und das Inka - Reich in Südamerika.
  • Das Mali- und später Songhai - Reich/ Niger in Nordwestafrika, Äthiopien in Ostafrika und das Zulureich in Südafrika entstanden.
  • Hawaii entwickelte sich in Ozeanien.
  • Nur die spanischen Eroberer und die Briten verwendeten Pferde.
  • Die Tsetsefliege in Teilen Zentralafrikas verhinderte mit der Naganaseuche eine eigene Pferdekultur.
    • In Nordafrika an den Küstenregionen fand das Pferd eine Verwendung.
    • Die Westafrikanischen Reiche setzten bereits im 14. Jahrhundert berittene Truppen ein.
  • Pferde mussten von den Arabern importiert werden.
  • Urwald und hohe Gebirge in Mittel- und Südamerika behinderten Einsatzmöglichkeiten von Pferden.
  • Die Stämme im Süden der heutigen USA und zur Grenze zum heutige Kanada hatten das Pferd in ihre Lebensweise integriert. Sonst hatte das Pferd eine geringe Bedeutung.
  • Für den größten Teil der Kontinente waren die bewaffneten Konflikte Auseinandersetzungen zwischen Fußkriegern. In Ozeanien spielten Raids über See eine Rolle.
15 Globale Entwicklung - 1800 - Gegenwart    

Kennzeichnend war der Wandel waffentechnischer Entwicklungen in der Artillerie und die Erfindungen wie die Eisenbahn, das Dampfschiff, die Telegrafie und der medizinische Fortschritt( in der Folge PÖHLMANN 2016; QUERENGÄSSER 2025, 83 -111).

15.1 Industrielle Revolution    

  • Die Industrielle Revolution ermöglichte die Produktion in großen Stückzahlen und Massenherstellung für das Militär.
  • Der Bevölkerungsanstieg, eine Bürokratie mit besseren Rekrutierungsmöglichkeiten durch die Wehrpflicht konnten größere Heere aufgestellt und Verluste rascher ausgeglichen werden.
15.2 Eisenbahn    

Die Eisenbahn ermöglichte rasche Verlegungen, Mobilisierung und vor allem bessere Versorgung (vgl. der Bau der Transsibirischen Eisenbahn und das Gefühl in Japan einer Bedrohung).

  • Großbritannien fühlte sich bedroht durch die Finanzierung des Baues der Bagdad - Bahn durch Deutschland.
  • Der glanzvolle Sieg der deutschen Heere über Frankreich 1870 war nicht zuletzt dem beeindruckenden Aufmarsch der Schiene geschuldet. Dadurch beflügelt, stellte die Armeeführung den Ausbau und Anwendung des Eisenbahnwesens in den Mittelpunkt ihrer Planungen. Ohne die gigantischen Transportleistungen der Eisenbahnen – sowohl der Stellungskrieg im Westen mit seinem enormen Material- und Truppen - Verschleiß als auch der Bewegungskrieg im Osten – wäre der Erste Weltkrieg nicht so lange durchzuhalten gewesen, weder von Deutschland und seinen Verbündeten noch von den Gegnern (vgl. BREMMM 2013). Bedeutung erhielten in der Folge die Faktoren Strategie, Operation und Taktik.
15.3 Waffentechnik    

Das Jahrhundert zwischen Napoleonischen Kriegen und dem Ersten Weltkrieg erlebte Entwicklungssprünge in der Waffentechnik wie Zündmittel mit einer Überarbeitung bestehender Musketenbestände, die österreichische Augustin - Muskete 1842, britische Enfield P 1853, Amerikanische Springfield 1855.

  • Die Entwicklung von Spitzkugeln steigerte die Feuerleistung.
  • Mit der falschen Einschätzung der Feuerleistung in den Napoleonischen Kriegen wurde dann die Grabenkriegsführung im Ersten Weltkrieg allgemein.
15.4 Koloniale Konflikte    

  • Koloniale Konflikte ergaben sich aus der Übermacht zur See von Großbritannien. Die europäische Expansion in Afrika und Asien nahm zu (vgl. Berlinkonferenz 1867 Kolonien in Afrika 10 Prozent und am Ende des Jahrhunderts 90 Prozent) .
  • Russland setzte seine Ausdehnung in Zentralasien fort. Ähnlich der amerikanischen Strategie der Eroberung des Westens wurden Forts zur Sicherung errichtet. Letztlich wurde der Bau der Transsibirischen Eisenbahn ermöglicht.
  • Äthiopien konnte seine Unabhängigkeit aufrecht erhalten. 1986 vernichtetet man ein italienisches Expeditionskorps in der Schlacht von Adua (bessere Handfeuerwaffen vom Kolonialkonkurrent Frankreich gekauft).
15.5 Waffensysteme    

  • Nach dem Deutsch - Französischen Krieg wurde die Bewaffnung auf Mehrladegewehre umgestellt.
  • Einer der größten Konflikte mit Beteiligung westlicher Mächte brach in Lateinamerika 1879 im Pazifik - oder Salpeterkrieg zwischen Peru und Bolivien - Chile aus. Die Konfliktparteien verwendeten europäische Hinterladergewehre.
  • Als bedeutender Kolonialkonflikt gilt der Zweite Burenkrieg mit Milizen (Farmern), die den Briten in der "Black Week" durch weitreichende Gewehre mit Schützengräben schwere Niederlagen beibrachten.
Die Kriegführung im Ersten Weltkrieg war gekennzeichnet anfangs durch einen Stellungskrieg und in der Folge durch mobile Kriegsführung.

  • Mit der Verschiebung der Effizienz einzelner Waffensysteme waren zunächst die Verluste auf Artilleriefeuer zurückzuführen, später gingen die Verluste auf Infanteriewaffenfeuer zurück.
  • Wesentlich erhöhte sich die Feuerkraft durch Schnellfeuerwaffen und Maschinengewehre.
  • Wenige nicht - westliche Staaten konnten ihre Unabhängigkeit wie Osmanisches Reich, Persien, Ägypten, Äthiopien, Siam, China und Japan erhalten. Die teure Modernisierungsprozesse - in Verbindung mit einer Verwestlichung - konnte bzw. wollte man nicht mitgehen.
  • Das Bild von den beiden Weltkriegen ist geprägt vom Einsatz von Massenheeren,, moderner Technik (Flugzeuge, Panzer, Schlachtschiffe und Flugzeugträger), Kommunikation, Logistik und dem Fortschritt in der Medizin (Impfungen und Penicillin) (vgl. PÖHLMANN 2016).
  • Die Kolonialmächte nutzten die Ressourcen ihrer Kolonien (vgl. die räumliche Ausdehnung).
15.6 Konflikträume    

  • Der Zweite Weltkrieg entstand aus der Verflechtung zweier Konflikträume. Verwiesen wird, der Krieg habe nicht 1939 durch den Angriff auf Polen, vielmehr den japanischen Angriff 1937 auf China begonnen.
  • Japan befand sich bis zu seiner Kapitulation 1945 permanent im Krieg. Der 2. Sino - japanische Krieg war ein regionaler Konflikt, während der 1939 von NS - Deutschland begonnene Krieg als global ausgetragene regionale Auseinandersetzung charakterisiert werden kann. Mit Pearl Harbour 1941 und der folgenden Kriegserklärung Deutschlands an die USA kommt es zu zwei Konfliktzonen. Japan weigerte sich der Sowjetunion den Krieg zu erklären, weshalb die amerikanische Sicht, der Weltkrieg habe 1941 begonnen, eine gewisse Logik besitzt.
15.7 Mobilität der Waffentechnik    

  • Die "Deutsche Wehrmacht" erreichte nie den Grad einer Motorisierung wie die britische und amerikanische Armee. Die Logistik der Roten Armee war von der Zulieferung amerikanischer Lastkraftwagen abhängig.
  • Die Flugzeugträger mit ihrer Schlagkraft waren von den eingesetzten Flugzeugen und der Reichweite abhängig.
  • Infanterie und Artillerie blieben die wichtigsten Bereiche.
  • Waffentechnisch war das 20. Jahrhundert eine Epoche des Luftkrieges. Beginnend mit dem Einsatz von Ballons - Österreich bombardierte versuchsweise mit Ballons 1849 das rebellische Venedig - ergaben Luftschiffe und später Flugzeuge Möglichkeiten in der Kriegsführung. Luftstreitkräfte entwickelten Konzepte eines Bombenkrieges.
  • Schließlich waren es die Japaner in China ab 1937 und die Deutschen und Italiener in Spanien ab 1936, einen Masseneinsatz mit Bombenflugzeugen.
  • Ziel der Bombenangriffe waren die Zerstörung der deutschen Rüstungsindustrie und die Einschüchterung der Zivilbevölkerung. Die Briten haben die Unmöglichkeit eines Präzensionsbombardements eingesehen und verlegten sich auf nächtliche Flächenbombardierungen. Die Großangriffe auf Hamburg und Berlin führten zu Teilevakuierungen der Städte. Italien mit weniger Bombardierungen stand vor einem Kollaps, die nördlichen Industriezonen Genua, Mailand und Turin forderten einen sofortigen Friedensschluss.
  • Das Vertrauen in die Führung des Nationalsozialismus und die Propaganda ging deutlich zurück. Die Flugabwehr konnte die Bombardierungen nicht verhindern. 1,5 Mill. Tonnen fielen auf deutsche Städte. Vietnam im Zeitraum 1966 bis 1973 wurde von 4,5 Millionen Tonnen bombardiert. Das eigentlich neutrale Laos wurde von zwei Millionen Tonnen getroffen (vgl. THOMPSON 2005).
15.8 Kernwaffen    

Eine neue Dimension erreichte das abschreckende Potential von Kernwaffen. Zwei Mal kommen Atomwaffen im Krieg zum Einsatz. Am Ende des Zweiten Weltkrieges werden Hiroshima (6. August 1945) und Nagasaki (9. August 1945) bombardiert.

  • Das Monopol der Amerikaner trug vermutlich zur Lage bei, die Situation in Mitteleuropa stabil zu halten (keine weitere Eskalation der Berlinkrise 1948).
  • Die Sowjetunion testete 1949 erstmals eigene Atomsprengköpfe.
  • Die Einführung von Interkontinentalraketen 1957 trug zum Gleichgewicht der Kräfte bei.
  • Das U - Boot gewann als strategische Waffe an Bedeutung. Im Kalten Krieg gewannen die U -Boote als Atomaffenträger eine neue Bedeutung.
  • Deutschland setzte U - Boote in beiden Weltkriegen als Handelsstörer ein (vgl. HADLEY 2001). Die Amerikaner führten im Pazifik einen erfolgreichen U - Bootkrieg gegen die Japaner. 1945 erlag praktisch der Handel in Japan (1946 massive Hungersnöte in Japan).
15.9 Unabhängigkeitsbewegungen    

Die beiden Weltkriege brachten die westliche Dominanz in den Kolonialräumen zum Erliegen (im Folgenden TETZLAFF - ENGEL - MEHLER 1995; JANSEN - OSTERHAMMEL 2013; QUERENGÄSSER 2025, 105 - 111).

  • Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das deutsche Kolonialreich zwischen den Siegermächten aufgeteilt.
  • Das britische Empire erreichte seinen Höhepunkt in der territorialen Größe. Eine Reihe von Kolonien - Südafrika, Kanada und Australien - wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts in ihre Unabhängigkeit entlassen. Allerdings beteiligten sie sich mit teilweisen großen militärischen Aufgaben an den Kriegen des Empire (Burenkriege, beide Weltkriege).
  • Indien strebte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg nach Unabhängigkeit: 1947: Trennung Indien und Pakistan - Kaschmirkonflikt.
Kaschmir steht seit der Unabhängigkeit von Indien und Pakistan im Jahr 1947 im Mittelpunkt des bilateralen Konflikts zwischen beiden Staaten. Die Unabhängigkeit ging mit der Teilung Britisch - Indiens in das säkulare Indien und das muslimische Pakistan einher. So wie andere Fürstentümer musste Kaschmir entscheiden, ob es Indien oder Pakistan beitreten will. Die Entscheidung gestaltete sich besonders schwierig, da der Herrscher hinduistischen Glaubens, die Bevölkerung dagegen mehrheitlich muslimisch war.

Kaschmir wollte zunächst ein unabhängiger Staat werden und lavierte deshalb zwischen Indien und Pakistan. Erst als pakistanische Freischärler vollendete Tatsachen zugunsten Pakistans schaffen wollten, akzeptierte der Maharadscha den Beitritt zur Indischen Union. Das war die Gegenleistung, die Neu - Delhi für die Entsendung indischer Streitkräfte verlangte. Der Krieg endete am 1. Januar 1949 mit einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand, der zur De - facto - Teilung Kaschmirs zwischen Indien und Pakistan führte. Die Waffenstillstandlinie von 1949 entspricht der heutigen „Line of Control“, der De - facto - Grenze zwischen beiden Ländern.

Bis heute beanspruchen sowohl Indien als auch Pakistan das gesamte Gebiet Kaschmirs für sich. Aus historischen Gründen sahen beide Staaten Kaschmir lange Zeit nicht nur als essentiellen Bestandteil des eigenen Territoriums, sondern vor allem der eigenen Identität an. Pakistan beansprucht Kaschmir aufgrund dessen mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Pakistan versteht sich seit seiner Gründung 1947 als Staat für die Muslime Südasiens. Mit der Unabhängigkeit Bangladeschs von Pakistan (1971) hat dieses Selbstbild zwar Risse bekommen, doch der Anspruch wird bis heute aufrechterhalten.

Indien ist hingegen laut Verfassung ein säkularer Staat. Dieser Aspekt wurde jahrzehntelang von der indischen Regierung als wichtiges Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem Rivalen im Nordwesten verstanden, sodass aus indischer Sicht die Zugehörigkeit Kaschmirs zu Indien den säkularen und pluralistischen Charakter des indischen Staates verdeutlichte. Der Kaschmirkonflikt war somit lange Zeit viel mehr als ein reiner Territorialkonflikt zwischen zwei Atommächten, sondern für beide Staaten identitätsstiftend.

Unter der BJP - geführten Regierung von Premierminister Modi verliert der Säkularismus zunehmend an Bedeutung. Stattdessen hat sich ein hindu - nationalistischer Mehrheitsdiskurs etabliert, der mit der Marginalisierung und Verfolgung der muslimischen Minderheit einhergeht. Die hindu - nationalistische Ideologie („Hindutva“) beruht auf der Gleichsetzung der indischen Identität mit dem Hinduismus. Sie wird von einer Vielzahl hindu - nationalistischer Organisationen aus dem Umfeld der BJP propagiert, u.a. von der Kaderorganisation Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS). Diese Organisationen waren in den vergangenen Jahren für die Stimmungsmache gegen Muslime verantwortlich.

Die hindu - nationalistische Ideologie gibt zudem vor, Indien solle ein „starker Staat“ sein, der eine entschlossenere Außenpolitik als in der Vergangenheit betreibt. Indien solle insbesondere gegenüber den Rivalen Pakistan und China selbstbewusster auftreten. Das führt dazu, dass sich die Regierung Modi in Bezug auf den Status Kaschmirs noch weniger verhandlungsbereit zeigt als die Vorgängerregierungen.

IT - Hinweis

https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54616/kaschmir/#node-content-title-1 (30.8.2026)

  • Frankreich und die Niederlande verloren die südasiatischen Besitzungen.
15.10 Instabilitäten in Afrika    

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt es zur Instabilität vieler Staaten aus dem Dekolonisationsprozess in Afrika.

  • 1971 Uganda Schreckenssystem Idi Amin - Angriffe auf Tansania 1971, 1972, 1978 - 1979
  • Zentralafrikanische Republik 1979
  • Sudan 1881, 1956, 2025
Die Republik Sudan ist ein Staat in Nordost - Afrika mit Zugang zum Roten Meer. Er grenzt im Norden an Ägypten, im Osten an Eritrea, im Südosten an Äthiopien, im Süden an den Südsudan, im Südwesten an die Zentralafrikanische Republik, im Westen an den Tschad und im Nordwesten an Libyen.

Mit einer Fläche von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern ist das Land etwa fünfmal so groß wie Deutschland und drittgrößter Flächenstaat des afrikanischen Kontinents. Aufgrund regionaler Separatistenbewegungen und regelmäßiger Militärputsche ist der Sudan heute als zusammengehöriges souveränes Staatsgebilde allerdings nicht mehr existent.

Der Mahdi - Aufstand war eine von 1881 bis 1899 währende Rebellion gegen die ägyptische Herrschaft in den Sudan - Provinzen. Er gilt als der erste – zumindest zeitweise – erfolgreiche Aufstand einer afrikanischen Bevölkerungsgruppe gegen den Kolonialismus und führte am Ende des 19. Jahrhunderts zur Bildung des „Kalifats von Omdurman“. Angeführt wurde er von Muhammad Ahmad, der sich zum Mahdi (Messias) erklärt hatte. Die Mahdisten eroberten bis 1885 weite Teile des Landes, erlitten ab 1889 aber wiederholt Niederlagen und wurden 1898 durch eine anglo - ägyptische Streitmacht besiegt.

Die Republik Sudan erlangte am 1. Januar 1956 ihre Unabhängigkeit von der bisherigen Kolonialmacht Vereinigtes Königreich (Anglo - Ägyptischer Sudan). Im Jahr 1989 kam Umar al-Baschir durch einen Militärputsch an die Macht und regierte das Land fortan als Präsident mit repressiven Mitteln. Durch seine autoritäre Regierung kam es regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte. Im Jahr 2019 wurde al-Baschir nach dreißigjähriger Amtszeit nach einem weiteren Militärputsch verhaftet und abgesetzt. Militärführung und zivile Opposition einigten sich im selben Jahr auf eine Übergangsregierung, die das Land innerhalb von fünf Jahren demokratisieren sollte.

Stattdessen brach nach mehreren Militärputschen ein Bürgerkrieg im Sudan aus, in dessen Verlauf der Sudan kollabierte und die Hauptstadt Khartum weitgehend zerstört und entvölkert wurde. Zuvor hatte dort über ein Fünftel der etwa 45 Millionen Einwohnern Sudans gelebt.

Seit dem Referendum von 2011 ist der Südsudan vom Sudan unabhängig. Bis zur Unabhängigkeit des Südsudan war der Sudan der größte afrikanische Flächenstaat.

Seit Mitte April 2023 kämpfen im Sudan rivalisierende Fraktionen des herrschenden Militärs des Landes gegeneinander; die Sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter De - facto - Staatschef Abdel Fattah Burhan und die Rapid Support Forces (RSF) unter seinem bisherigen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo. Es handelt sich dabei um den dritten größeren innerstaatlichen Konflikt im Sudan nach den beiden Sezessionskriegen.

Die Kämpfe fanden in den ersten zwei Jahren insbesondere in Sudans Hauptstadt Khartum statt. In der Folge wurde Khartum weitgehend zerstört und entvölkert. Im März 2025 gewannen die SAF die vollständige Kontrolle über Khartum zurück.

Befördert durch den Krieg entwickelte sich die schlimmste Hungersnot im Sudan seit mindestens 2004. Bis August 2025 wurden etwa 150.000 Zivilisten getötet und rund zwölf Millionen Sudanesen durch Krieg und Hunger zur Flucht genötigt. Insgesamt ist der Krieg die derzeit schwerste humanitäre Katastrophe der Welt (Stand Ende 2025).

IT - Hinweis

https://de.wikipedia.org/wiki/Sudan (30.8.2026)

  • Burkina Faso 2015 und 2022
  • Guinea 2021
  • Ägypten 2013
15.11 Stellvertreterkriege - Neue Kriege    

Viele der Kriege vermischten sich mit internen Konflikten. Kommunistische Gruppierungen versuchten die Macht zu übernehmen.

  • Mitunter waren es Stellvertreterkriege des Kalten Krieges wie besonders der Vietnamkrieg (Frankreich 1946 - 1954, USA).
  • Großbritannien gelang es 1960 in den malaysischen Besitzungen einen kommunistischen Aufstand zu unterbinden (1957 Unabhängigkeit).
  • Eine Mischung aus den Faktoren des Zusammenbruchs des Ostblocks und dem Ende des Kalten Krieges kam es zu postkolonialen Konflikten im Somalischen Bürgerkrieg (vgl. TETZLAFF - ENGEL - MEHLER 1995; QUERENGÄSSER 2025, 107 - 108).
  • Die Anschläge vom 11. September 2001 und anschließenden US - Besetzungen Afghanistans und des Iraks werden als Antiterror - Kriege in der Militärgeschichte als "Neue Kriege" bezeichnet (vgl. MÜNKLER 2002).
  • Neue Fragestellungen ergeben sich aus der Besetzung der Krim 2014, dem Ukraine - Krieg 2022, dem Nahost - Konflikt und den Spannungen zwischen China und den USA um Taiwan.
16 Militärische Sozialgeschichte    

Nicht nur in Deutschland wurde die klassische Militärgeschichte, ausgerichtet auf militärische Operationen, nach dem Zweiten Weltkrieg kritisiert.

  • Durch den Paradigmenwechsel in den Geschichtswissenschaften, beschäftigt man sich mit sozialen Strukturen, die militärischen Organisationen zugrunde liegen (vgl. britische "War - and - Society" Schule von Michael HOWARD, Geoffrey BEST und Brian BOND; französische Historiker Andre Corvisier).
  • In Deutschland entwickelte die Frühneuzeitforschung Ansätze einer sozialgeschichtlichen Sichtweise. Zu erwähnen ist auch das Interesse der Politischen Bildung in der Folge und im breiten Themenspektrum die Historische Politische Bildung.
  • Damit ergeben sich Studien in Verbindung mit der Zeitgeschichte - Politischen Bildung etwa zur Wehrmacht im NS - Staat und Bundeswehr/ Deutschland und Bundesheer/ Österreich.
  • Militärausbildung und Lebensalltag im Krieg/ Frieden ("Alltagsgeschichte") werden untersucht.
  • Rekrutierungsmaßnahmen, das Milizsystem, die gesellschaftliche Position und das Rollenverständnis des Militärs erhalten Bedeutung (vgl. die Schriften der Militärakademie/ Österreich)
17 Historische Politische Bildung    

Historisch - politische Bildung verbindet die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen und Strukturen mit politischer Bildung, um reflektiertes Geschichtsbewusstsein, Urteilsfähigkeit und demokratische Handlungsfähigkeit zu fördern > https://www.bpb.de/lernen/historisch-politische-bildung/ (27.8.2026).

  • Sie zielt darauf ab, Lernende in die Lage zu versetzen, historische Entwicklungen zu verstehen, gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und politische Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.
  • Dabei werden Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft, um demokratische Werte, Freiheit und Selbstbestimmung zu vermitteln.
  • Die Umsetzung erfolgt sowohl formell in Schulen als auch informell in außerschulischen Lernorten wie Museen, Gedenkstätten oder digitalen Plattformen.
  • Die Inhalte reichen von NS - Geschichte und Erinnerungskultur über gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen bis hin zu aktuellen politischen Fragestellungen.
  • Historisch - politische Bildung vermittelt nicht nur Faktenwissen, sondern auch die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und historische Deutungen kritisch zu hinterfragen.
  • Historisch - politische Bildung trägt dazu bei, dass Lernende Handlungsfähigkeit in der Gesellschaft entwickeln, demokratische Prozesse verstehen und aktiv mitgestalten können.
  • Sie fördert Respekt, Toleranz und die Fähigkeit zur Mitwirkung, was insbesondere angesichts von Desinformation und rechtsextremen Narrativen in digitalen Medien von hoher Bedeutung ist.
  • Praxisbeispiele bilden beispielhaft
    • Virtuelle Museumsbesuche und digitale Lernplattformen wie offene-geschichte.de ermöglichen interaktive Auseinandersetzung mit Geschichte
    • Gedenkstättenprojekte und Initiativen wie Friedensdienste verbinden historische Bildung mit gesellschaftlichem Engagement
  • Historisch - politische Bildung ist somit ein integrativer Ansatz, der historische Kenntnisse, politische Bildung und demokratische Werte miteinander verbindet und Lernende befähigt, informierte, reflektierte und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger zu werden.
18 Literaturverzeichnis - Krieg    

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Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (2021): Militärgeschichte von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart, Braunschweig

IT - Hinweis

https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Österreichische_Militärgeschichte (28.7.2026)

Abschnitt 2 Konfliktmanagement    

Vorbemerkung    

Es gibt zentrale Begrifflichkeiten, die den Diskurs prägen. Die vorliegende Fachliteratur erleichtert eine fachspezifische Kommunikation.

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit klassischen Konfliktsituationen im deutschsprachigen Raum.

  • Für die Bildungs- und Berufsberatung wird ein Grundwissen eines Konfliktmanagements angesehen.
  • Eine Kritik am gegenwärtigen Zustand lässt sich im Grundwissen der Berufspädagogik anführen (vgl. ARNOLD - GONON - MÜLLER 2016, 12).
  • Die Anlehnung der Schule mit Pädagogischer Psychologie ist vorhanden.
  • Erschwert wird die Anschlussfähigkeit mit der Selbstbezüglichkeit und nur ansatzweisen Offenheit gegenüber neuen Themen.
  • Aus Autorensicht kommt den Bereichen der Historischen Politischen Bildung und Interkulturellen Kompetenz eine vermehrte Bedeutung zu. Kontexte bestehen zu den Kultur- und Religionswissenschaften.
1 Einleitung    

Konflikte lösen zu können, ist heute eine der wichtigsten Führungskompetenzen. Insbesondere dort, wo enge Teamarbeit und gegenseitige Abhängigkeit den Arbeitsalltag prägen, steht der Umgang mit Konflikten meist schnell an der Tagesordnung.

  • Eine offene Kritik am Verhalten als Vorgesetzter, eine Beschwerde zu einem bestimmten Vorgehen der Geschäftsleitung oder sogar eine üble Nachrede über Kollegen, schon ist der Konflikt da.
  • Andere Mitarbeiter entscheiden sich wiederum in Konfliktsituationen dazu, ihren Frust herunterzuschlucken, ebenfalls schwierig.
  • Konfrontationen verändern das Wollen. So kommt es häufig dazu, dass Mitarbeiter lediglich ihre Interessen durchsetzen möchten und die Gegenseite komplett ignorieren.
  • Konflikte verändern auch das Gefühlsleben. In Konfliktsituationen pendeln Betroffene ständig zwischen Ablehnung und Verständnis, bis sich ein meist negatives Gefühl festsetzt, aus dem sie sich nur schwer lösen können.
  • Durch diese beiden Veränderungen ist unsere menschliche Wahrnehmung getrübt. Die Sicht auf die Dinge wird im Konfliktfall immer schmaler und einseitiger.
  • Auch das Denken sowie die Entscheidungsmöglichkeiten sind verzerrt.
  • Es fällt mitunter schwer, mit Konflikten richtig umzugehen. Daher sollte, bevor man die Konfliktsituation löst und ein klärendes Gespräch führt, immer etwas Zeit vergehen, damit die Probleme mit einem kühlen Kopf betrachtet werden können.
1.1 Konflikt - Meinungsverschiedenheit    

Konflikte sind nicht gleich Meinungsverschiedenheiten. Vielmehr unterscheiden sie sich.

  • In Konflikten geht es um emotionale Entladung, Sieg und Niederlage.
  • In Meinungsverschiedenheiten versucht man, mit Argumenten einen Sachverhalt aufzulösen oder ein Ziel zu verhandeln.
Das Ziel eines guten Konfliktmanagements ist es, Konflikte in Meinungsverschiedenheiten zu transformieren, sodass Emotionen an Bedeutung verlieren, auf sachlicher Ebene verhandelt wird und die Meinungsverschiedenheiten sich lösen lassen.

Um einen Konflikt lösen zu können, muss man sich erst fragen, wie entstehen Konflikte. Denn Konflikt ist nicht gleich Konflikt, es gibt verschiedene Konflikttypen.

1.2 Konflikttypen    

  • Beziehungskonflikte - Manchmal trifft man auf Menschen, die man einfach nicht leiden kann. Sie sind nicht sympathisch, auch wenn man diese Abneigung nicht immer begründen können. Ist diese Grundhaltung erstmal da, kann es schnell passieren, dass Konflikte entstehen.
  • Kommunikationskonflikte - Bei der Kommunikation kann es immer zu einem Konflikt zwischen Sender und Empfänger kommen. Das Gesagte wird anders aufgenommen als gemeint und negativ interpretiert. Durch nonverbale Kommunikation (Mimik und Gestik) können Missverständnisse einerseits aufgeklärt aber auch verstärkt werden. Gerade in Zeiten von virtuellem Arbeiten können Kommunikationskonflikte schnell entstehen, da die Kommunikation verzerrt wird.
  • Rollenkonflikte - Jeder Mensch nimmt unterschiedliche Rollen im Alltag ein, je nachdem in welchem Umfeld er sich gerade befindet. An diese Rollen sind unterschiedliche Erwartungen geknüpft, die aber nicht unbedingt mit den eigenen Erwartungen übereinstimmen müssen. Aus diesem Grund kann es zu einem Rollenkonflikt kommen.
  • Machtkonflikte - Besonders in der Arbeitswelt, wo es Hierarchien gibt, können Machtkonflikte entstehen – zum Beispiel, wenn zwei Abteilungen zusammengelegt werden und beide Abteilungsleiter zu keiner Einigung kommen, was die Führung angeht.
Die Ursache, warum ein Mitarbeiter Widerstand leistet, der zu einem Konflikt führt, liegt meist in der persönlichen Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation oder auch eine Veränderung. Wenn sich liebgewonnene Gewohnheiten plötzlich ändern, sind Konflikte meist vorprogrammiert. Damit einhergehen kann auch die Angst vor dem Unbekannten. Die Ursachen für Konflikte sind vielfältig und nicht immer vorauszusehen.

1.3 Konfliktlösungen    

Wenn man einen Konflikt lösen soll, ergeben sich Schritte zur Konfliktlösung.

  • Konfliktgespräche mit Mitarbeitern vereinbaren - Man spricht den Konfliktpartner an und bittet um ein Vier - Augen - Gespräch. Man legt einen Termin fest, an dem man in Ruhe über das Problem sich unterhalten kann.
  • Konfliktgespräch vorbereiten - Wenn man das Konfliktgespräch vorbereitet, geht es um die folgenden Fragen.
  • Worum geht es in diesem Konflikt? Wo liegen die Ursachen?
  • Wer ist bis jetzt an diesem Konflikt beteiligt?
  • Wie ist dieser bisher verlaufen?
  • Welchen Anteil haben Sie an der Aufrechterhaltung oder gar Verstärkung des Konflikts?
  • Was wollen Sie ansprechen und welche Ziele verfolgen Sie mit dem Gespräch?
  • Wahrnehmung mitteilen - Konflikte sollen konstruktiv gelöst werden und die persönliche Ebene vermieden werden. Am besten ist es, wenn man beim Lösen von Konflikten in „Ich - Botschaften“ sprechen kann und dem Gegenüber die eigene Wahrnehmung mitteilen.
Situation überprüfen - Wenn man Konfliktgespräche führt, sollten immer wieder die eigenen Interpretationen überprüft werden.

Gefühle mitteilen - Dem Konfliktpartner deutlich machen, wie man sich fühlt.

Absichten aufzeigen - Erklärt werden sollte zum Ende des Gesprächs die Absicht.

Lösungsvorschläge unterbreiten - Man mache deutlich, was sich durch die Klärung ändern soll und nenne konkrete Vorschläge.

2 Grundbegriffe    

2.1 Konfliktsituationen    

Die Vielzahl der Konfliktsituationen bzw. Spannungssituationen in Organisationen, Institutionen, Betrieben, Unternehmen und Funktionsbereichen wird im Folgenden zusammengefasst in die Begrifflichkeit "Konflikt" (sozialer Konflikt).

Beispielhaft wird dies in der Formenvielfalt aufgezeigt (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 5 - 10):

Kontrahenten - Kinder einer Schule bis Regierungen

Streitfragen - Betriebsprobleme bis internationale Themen

Verläufe - sachliches Problemlösen bis Machtkampf mit Aggression

Teile der Begriffsbestimmung

Spannungssituation - Stress, Angst, Feindseligkeit, Personalisierung/ Bedrohung

Gegenseitige Abhängigkeiten - Handlungsplanung, Zielerreichung

Verwirklichung - Widerstände, Koalitionen, Kompromisse/ Schiedsrichter - Gewaltphänomene

2.2 Konfliktklassifikation    

Die Komplexität der Konflikte ergibt die Vielzahl von Klassifikationen nach ausgewählten Aspekten (vgl. RÜTTINGER -SAUER 2016, 19 - 20, 21 -26).

Unterscheidung nach ausgewählten Aspekten

Art der Parteien - Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen

Art der Positionen - Gleichgestellte, Vorgesetzte, Untergebene

Art der Streitfragen - Wettbewerb, Autonomie, gegensätzliche Handlungsziele

Ursachen - mangelhafte Information, unterschiedliche Ziele

Unterscheidung nach Handlungsaspekten

Bewertungskonflikte - Uneinigkeit über die Ziele

Beurteilungskonflikte - Uneinigkeit über die Wege

Verteilungskonflikte - Uneinigkeit über die Mittel

Beziehungskonflikte - Uneinigkeit über die soziale Beziehung

3 Konfliktentstehung    

Im Folgenden wird auf die Aspekte der Organisation und der Persönlichkeit eingegangen. Zu unterscheiden sind die allgemeinen Voraussetzungen der Konfliktentstehung und die speziellen auslösenden Faktoren (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 57 - 90).

3.1 Voraussetzungen    

Die Voraussetzung für das Auftreten von Konflikten ist die wechselseitige Abhängigkeit von Parteien. Die Störung der Handlungsdurchführung und Zielerreichung führt zu Konfliktsituationen (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 57 - 60).

Weiters führt eine relative Selbstständigkeit der Kontrahenten zu einem Streit.

Eine Unselbständigkeit ist bei vorgegebenen Computer - Programmen vorzufinden.

3.2 Ursachen    

Bei gegensätzlicher Beurteilung bzw. unterschiedlichen Informationen streben beide Parteien das gleiche Ziel an.

Unterschiedliche Erfahrungen/ Erleben - Verhalten zum anstehenden Problembereich

Unterschiedliche Informationen/ Sender - Empfänger - Nachricht - Wirkung zum anstehenden Problembereich

3.3 Gegensätzliche Bewertung    

Der Bewertungskonflikt entsteht, wenn die Parteien unvereinbare Handlungspläne durchsetzen wollen.

Sie messen gegensätzliche Ziele an.

Sie messen den Ergebnissen/ Lösungen oder Konsequenzen einen unterschiedlichen Wert zu (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 22, 74 - 75).

Gegensätzliche Ziele Formale Ziele - soziale Rollenkonflikte zwischen formalen Einheiten (Personen, Abteilungen)

Informelle Gruppenziele - Konflikte zwischen Vertretern der formalen Ziele und Gruppen

Persönliche Ziele - Konflikte zwischen Einzelpersonen

3.4 Konfliktbedingungen    

Die bisher angeführten Bedingungen erklären die große Anzahl von Konflikten. Es gibt aber noch andere Bedingungen, die besonders im Einzelfall von Bedeutung sind.

Als konfliktfördernde Bedingungen können benannt werden die Reaktion auf Abhängigkeit, auf Frustration und Gruppengröße als Persönlichkeitsmerkmale.

  • Verhalten auf Abhängigkeit - Familienerfahrungen, Vorgesetzte - Autoritätskonflikte
  • Verhalten auf Frustration - Hindernisse, Enttäuschungen und Emotionen
  • Verhalten auf Gruppengröße - Komplexität, Standards, Formalisierung - Gruppengrößen - Normierungen
3.5 Konflikttypen    

Bisher wurden Einzelursachen und bestimmte Konfliktgruppen analysiert. In der Realität von Institutionen, Betrieben und Unternehmen ergeben sich Konflikte aus vielfältigen Gründen, die sich gegenseitig verstärken. Dies hängt zum Teil damit zusammen, dass Personen und Gruppen mitbestimmter Funktion gleichzeitig bestimmte Ziele, Aspekte, Werte und Normen besitzen. Diese stehen im Gegensatz zu Personen und Gruppen, die andere Funktionen haben. Viele Konfliktursachen sind verbunden mit bestimmten Positionen und Funktionen (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 99 - 112).

3.5.1 Hierarchie    

Betriebe, Institutionen und Unternehmen sind durch Arbeitsteilung und Führungsebenen gekennzeichnet. Koordination durch ein Netzwerk bezieht die Tätigkeiten aufeinander und werden auf gemeinsame Ziele gelenkt (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 99 - 102).

  • Ursachen für Konflikte
  • Unterschiede in der Information/ Informationsquellen
  • Unterschiede in Zielen, Werten und Normen/ Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung
  • Unterschiede in der Loyalität/ Organisationsorientierung
3.5.2 Stab - Linien - Organisation    

Diese Form geht auf militärische Organisationsformen zurück.

  • Prinzipien der Organisationsform
  • Anwendung des Verrichtungsprinzips - Beschaffung - Fertigung - Absatz - Finanzierung - Verwaltung
  • Anwendung im Einliniensystem - ein Weg von unten nach oberster Leitung
Bei Konflikten zwischen Linie und Stab geht es meist um Kompetenzen. Die fachliche Überlegenheit/ Spezialwissen des Stabs führt zu einer Gegenreaktion/ Handlungspläne der Linie.

3.5.3 Matrixorganisation    

Der Begriff bezieht sich auf eine hybride Organisationsform, die auf systematische Weise eine Linienstruktur mit einer Projektgruppenstruktur verbindet (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 107 - 109).

Traditionelle funktionale Ausrichtungen verbinden sich mit projekt- oder produktionsorientierter Ausrichtung.

Matrixorganisation

Betriebsleitung - Funktion

Gruppe A - Fertigung - Produktionsentwicklung - Verkauf

Gruppe B - Fertigung - Produktionsentwicklung - Verkauf

Gruppe C - Fertigung - Produktionsentwicklung - Verkauf

Die Matrixorganisation erhöht die Flexibilität, Innovationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Organisation gegenüber der traditionellen Linienorganisation. Erhöhtes Konfliktpotential ist ein Risikofaktor bei diesem Vorteil. Die Abgrenzungen zwischen Projektgruppenarbeit und Linienverantwortung stellen eine Belastung für die Mitarbeiter dar.

In der Praxis wird der Bereich bei Unternehmensbereichen angewandt, wo man erfolgsversprechend arbeiten kann. Der Rest des Unternehmens arbeitet oftmals im traditionellen Linien- und Stabsbereich (vgl. STAEHLE 1999; RÜTTINGEN - SAUER 2016, 109).

Nachteile der Matrixorganisation

Hoher Bedarf an Führungskräften

Hoher Kommunikationsbedarf

Intransparenz der Entscheidungsprozesse

Hoher Zeitbedarf bei Entscheidungen

3.5.4 Arbeitsgruppen    

Konflikte zwischen Gleichgestellten können in der Gruppenarbeit bzw. Arbeitsgruppen stattfinden. Die Bestrebungen um eine Humanisierung der Arbeitswelt der siebziger Jahre spielen aktuell immer noch eine geringe Rolle.

Die positiven Auswirkungen von Arbeitsgruppen sollten daher vermehrt beachtet werden (vgl. ULICH 1998; RÜTTINGER -SAUER 2016, 110 - 112).

Flexibilität durch dezentrale Entscheidungsstrukturen

Zunahme der Arbeitszufriedenheit

Steigerung der Motivation

Verbesserung der Produktivität

Verringerung der Fehlzeiten

Formen der Arbeitsgruppen

Gruppenarbeit im Raumverband/ räumliche Zuordnung - lose Gruppenverbindung

Teilautonome Gruppenarbeit - indirekt produktive Tätigkeit

Qualifizierte Gruppenarbeit - homogenes Qualifikationsniveau/ Job Rotation

4 Konfliktverlauf    

4.1 Situationsbedingungen    

Hauptursache ist die Wirksamkeit der Situationen eines Wettbewerbs und Kooperationen auf das Erleben und Verhalten in speziellen Gruppen (vgl. SHERIF 1970; RÜTTINGER - SAUER 2016, 26 - 28, 117 - 122).

Das Verhältnis zwischen den Zielen mehrerer Parteien ist für ihre Beziehung von großer Bedeutung. Wettbewerb provoziert, eine kooperative Situation führt zu positiven Beziehungen.

In unseren besprochenen Organisationen gibt es überall einen pyramidenförmigen Aufbau. Ein Aufstieg führt zur Verengung der Pyramide, zumeist im Wettbewerb/ Konkurrenz.

4.2 Wettbewerbshaltung    

Strukturelle Aspekte sind nicht die einzigen Bedingungen in der Beeinflussung von Konflikten. Auch verschiedene Menschen reagieren auf die gleiche Situation verschieden (vgl. ausführlich RÜTTINGER - SAUER 2016, 121 - 130).

Es zeigt sich, dass sich in der Realität von Situationen die Wettbewerbshaltung von Beteiligten mitbestimmend für die das weitere Verhalten ist.

4.3 Spezielle Bedingungen    

Alle Wettbewerbe sind gleich. Ihre Verschiedenheit zeigt sich in den vielen Merkmalen. Die Unterschiede erzeugen die Wettbewerbshaltungen.

  • In der westlichen Gesellschaft gibt es bei vielen Personen die Kompetition (Konkurrenz) als dominante Haltung in der zwischenmenschlichen Beziehung und sie selbst in Situationen kompetitiv motiviert sind. Durch Kooperation könnte dies vorteilhaft gelöst werden (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 131, 132 - 135).
  • Ein zweiter Aspekt weist auf die Verwendung von Drohungen. Fehlende Barrieren beeinflussen die Kooperation stark (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 132) .
  • Erfahrungen aus früheren Konflikten beeinflussen ebenso das Verhalten.
  • Die soziale Umgebung der Kontrahenten beeinflusst ebenso die Austragung von Konflikten.
  • In Institutionen mit kooperativem Verhalten wird Kooperation nicht als Schwäche und Feigheit ausgelegt.
  • Ritualisierte Konfliktbeilegung zeigt sich bei Lohnverhandlungen von Gewerkschaft und Arbeitgeber.
5 Konfliktvermeidung    

Ein konfliktfreier Zustand ist nicht möglich auch nicht wünschenswert. Die Nachteile sind klar, Erstarrung der Organisation, mangelhafte Kreativität und Anpassungsfähigkeit, die Zufriedenheit leidet darunter (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 141).

Verhinderung von Konflikten und Konflikthäufigkeit

  • Konfliktsteuerung
  • Verbesserung der Arbeitssituation
  • Minderung von Konfliktbedingungen bzw. Ursachen
5.1 Abhängigkeiten    

Die einfachste Vorgangsweise wäre das Aufheben der Notwendigkeit der Koordination. Damit wären sie nicht mehr aufeinander angewiesen. Eine Berücksichtigung auf die Handlungspläne der Anderen gäbe es nicht (vgl. im Folgenden RÜTTINGER - SAUER 2016, 142 - 143).

Eine zeitliche Abstimmung der Arbeitspläne wird aufgehoben oder gemindert.

Eindeutige Zuordnung kann koordiniertes Handeln ersetzen und verhindert mehrere Auftraggeber.

Durch eine geeignete Arbeitsablauforganisation und der Mittelzuweisung sind die Betriebsangehörigen nicht mehr aufeinander angewiesen.

Natürlich lassen sich solche Maßnahmen nicht immer anwenden, weil koordinierte Abhängigkeiten ein Merkmal einer Organisation geworden sind.

Wechselseitige Abhängigkeit erscheint mitunter als überholte hierarchische Struktur denn als sachliche Notwendigkeit (vgl. im Öffentlichen Dienst der Dienstweg, Ansammlung von Rechten in bestimmten Funktionen vs. Sachkompetenz).

5.2 Relative Selbständigkeit    

Eine weitere Methode bei Auftreten von Konflikten ist eine weitgehende Aufhebung der Selbständigkeit der Mitarbeiter.

  • Zentralisierung der Entscheidungsgewalt - Einführung einer zentralen Planungsstelle
  • Teilhabe an Entscheidungsprozessen - Mitbestimmung
  • Ausweitung des Lean Managements/ stabile Prozessordnung
  • steigende Tendenz zum Spezialistentum
  • Anstieg des Bildungsniveaus - Fort- und Weiterbildung
  • größere Gewichtung von Gruppenarbeit
  • Entscheidung Arbeitsmethode
  • Regelung interner Aufgabenverteilung
  • Entscheidung über Aufnahme neuer Mitarbeiter
  • Festlegung der Führungsposition
5.3 Vermeidung bestimmter Konfliktarten    

Konsequenzen bei Konflikten unterschiedlicher Informiertheit übersehen zwei wichtige Konsequenzen (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 148 - 149).

  • Entwicklung einer Dynamik mit mangelhafter Meinungsänderung
  • Mangelhafte Kommunikation und Information bildet Unsicherheit, Gerüchte und Spannungen
5.3.1 Vermeidung von Beurteilungskonflikten    

  • Förderung des Informationsangebots
  • Förderung der Informationsaufnahme und Verarbeitung
  • Abbau der Barrieren
  • Verbesserung des Kommunikationsklimas - Kommunikationsstil
Der Kommunikation kommt eine zentrale Rolle zu. Es werden Wünsche, Wertvorstellungen und Ziele bekannt. Offene und vollständige Information hilft Vorstellungen unverzerrt wahrzunehmen.

Vermieden werden damit Verteilungskonflikte personell und sachbezogen strukturell.

5.3.2 Vermeidung von Bewertungskonflikten    

Die Schwierigkeit, dass verschiedene Organisationsteile gegensätzliche Ziele verfolgen, kann auch formale Organisationsplanung nicht völlig beheben (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 163 - 166).

  • Aufgaben und Ziele können im Detail vorerst nicht genau festgelegt werden.
Wenn alle Mitarbeiter in allen Aufgaben und Zielen gesteuert werden, verliert der Betrieb die fachliche Kompetenz und Eigeninitiative.

  • Die Zielsetzung eines Betriebes ist das Ergebnis von Verhandlungen, in die Gegensätze, Interessen und Fähigkeiten der Angehörigen eingehen.
  • Ein reibungsloses Rollensystem lässt sich eigentlich nicht entwerfen.
  • Strukturierung von Rollen - Bedeutung
  • Belohnungssystem für betriebskonformes Verhalten
  • Ziele und Aufgaben müssen aufeinander abgestimmt werden/ sein.
5.3.3 Vermeidung von Verteilungskonflikten    

  • Klare institutionalisierte Regeln zur Versachlichung/ Beschwerdewesen
  • Festlegung von Kriterien für Positionen/ Anforderungsprofile
  • Einsatz von Integratoren / Problemlösung - Fachkenntnis
5.3.4 Vermeidung von Beziehungskonflikten    

  • Klima von Vertrauen, Offenheit und Fairness
  • Sachliche Konflikte als Problem
  • Anerkennung von expliziten Kompetenzen
  • Regeln setzen Grenzen, die bei Überschreitung verletzend gesehen werden
6 Vermeidung von Wettbewerbsverhalten    

Zur Vermeidung können grundsätzlich die zwei Wege eines strukturorientierten/ Organisation und eines personenorientierten/ Schulung Ansatzes eingeschlagen werden (vgl. RÜTTINGER - SAUER 2016, 185 - 200).

6.1 Strukturorientierte Maßnahmen    

Die wirksamste Vorgangsweise ist als Vorgangsweise die Organisation (Arbeitsteilung).

  • Räumliche und zeitliche Distanz - Kommunikation und Information
  • Betonung der Gesamtleistung - Hilfeleistungen
  • Häufige Rotation der verschiedenen Gruppen - Förderung des gegenseitigen Verständnisses
  • Klare Kompetenzabgrenzung
  • Einsatz eines geschulten Moderators
  • Schaffung einer optimalen Gruppengröße (max. 12 Mitglieder - Partizipationsmöglichkeiten)
6.2 Personenorientierte Maßnahmen    

Vorranging geht es um das Erreichen kooperativer Einstellungen. Unterscheidungen lassen sich zwischen drei Lehrzielen treffen (vgl. STAEHLE 1999).

  • Vermittlung von Sachwissen - Methoden der Mitarbeiterführung
  • Verbesserung der Fähigkeiten - Motivation
  • Veränderung der Einstellung - Toleranz - Empathie
6.2.1 Sensitivity Training    

Soziale Kompetenz durch lebensnahe und effektive Methoden

  • Zusammenarbeit in kleinen Gruppen
  • Zeitdauer eine bis drei Wochen
  • Teilnehmer kennen sich nicht - Gruppengröße zehn bis 15 Personen
  • kein Kontakt zu Familie und Arbeitskollegen
  • Gruppensitzungen - Plenarsitzungen - Interviews - gruppendynamische Übungen
6.2.2 Teamentwicklung    

Ausarbeiten von Gruppenzielen

  • Entwickeln gegenseitiger Unterstützung und offener Kommunikation
  • Klärung der Rollen und Aufgaben
  • Struktur der Problemlösung und Entscheidungsfindung
6.2.3 Coaching    

Das neue Konzept einer Trainingsform bezeichnet eine Unterstützung eines Entwicklungsprozesses, in dem weitere Kompetenzen und Fähigkeiten erworben werden (vgl. HAMANN - HUBER 1998).

Anforderungen an den Mitarbeiter stehen im Vordergrund wie

  • Erreichen der Aufgabenreife
  • Verbesserung der Arbeitsleistung
  • Begrenztheit des Prozesses
  • Freiwilligkeit der Teilnahme
7 Konflikthandhabung    

In diesem Kapitel geht es um die Möglichkeiten zu behandeln und zu steuern.

Von zwei Annahmen wird im Folgenden ausgegangen (vgl. SCHMIDT - TANNENBAUM 1973, 701 - 718; RÜTTINGER - SAUER 2016, 205 - 241).

Im Konfliktfall kann man von einem Vorteil ausgehen, wenn es um eine Verbesserung der Situation und Kreativität bzw. Innovation der Mitarbeiter geht. Von Nachteil ist der Zustand einer Verschlechterung der Zusammenarbeit und zersetzende Umstände.

Da es keinen Königsweg für eine Konfliktbehandlung gibt, wird es vorteilhaft sein,

Konflikte zu vermeiden,

Konflikte zu unterdrücken,

Konflikte zu lösen,

Konflikte zu überbrücken.

7.1 Konfliktvermeidung    

Vorgehensweisen zur Vermeidung von Konflikten unter Mitarbeitern.

  • Bewerber mit einer Meinung und ihrem eigenen Erleben und Verhalten aufnehmen
  • Auswahl von Bewerbern ohne eigene Pläne
  • Betonung von Loyalität und Zusammenarbeit und Verhinderung von aufkommenden Meinungsverschiedenheiten
  • Kontrolle von Kontakten zur Verhinderung von Kritikgesprächen zwischen Mitarbeitern
  • Vermeidung von konfliktträchtigen Themen und Aufschub von Entscheidungen
  • Allgemein ist festzuhalten, dass eine Gruppe mit fundamentalen Gegensätzen nicht arbeitsfähig ist und auch keinen Bestand für einen Betrieb darstellt.
7.2 Konfliktunterdrückung    

Ein Unterbinden einer Austragung von Differenzen bzw. die Auseinandersetzung im Keim ersticken wird als zwingend angesehen.

  • Das Bestehen von Konflikten wird als Führungsschwäche and als Einmischung in eigene Kompetenz angesehen.
  • Der Einsatz von Autorität beruht auf einem Bild von Mitarbeitern, die arbeitsscheu und verantwortungslos sind.
  • Die Einstellung erzeugt letztlich ein Sinken von Loyalität und eine Zunahme von Resistenz. Positive Ergebnisse und Innovationen bleiben aus.
7.3 Konfliktlösung    

Die ideale Vorgangsweise im Umgang mit einem Konflikt besteht in einer Lösung, die die Kontrahenten möglichst zufrieden stellt.

Konkret bedeutet dies Lösungen zur Aufhebung der Beurteilungs-, Bewertungs-, Verteilungs- und Beziehungsgegensätze führt.

Dies bedeutet einen Lösungsprozess mit der Akzeptanz des Inhalts auszuhandeln.

  • Problemstellungen
  • Konfliktanalyse
  • Veränderung der Konflikteinstellungen
  • Verhaltensbeeinflussung
7.3.1 Konfliktanalyse    

  • Analyse der eigenen Konfliktsicht
  • Überprüfung der Sichtweise der Kontrahenten
  • Feststellung der Übereinstimmungen und Unterschiede
  • Geschärft werden soll der Blick für mögliche Erwartungen und/ oder der Kontrahenten und der Berechtigungen.
    • Einwenden lässt sich der Aufwand und die mögliche nicht praktikable Umsetzung.
    • Realistisch sind die wichtigen Aspekte beteiligter Personen, die Handlungspläne, die Ziele, die Gründe und die möglichen Lösungen.
7.3.2 Veränderung von Konflikteinstellungen    

Die Einstellung zu den Vergleichen behandelt eine Eigenschaft, die in der Persönlichkeitsstruktur geankert ist. Sie kann nur beeinflusst durch gezielte Maßnahmen zur Verhaltens- und Einstellungsänderung werden. Es bieten sich Schulungen durch ausgebildete Trainer in Teamarbeit an.

7.3.3 Verhaltensbeeinflussung    

Wenn der Interessensausgleich möglich ist, dann wird die Problemlösung der ideale Vorgang.

Die Kontrahenten neigen gewöhnlich nicht zur systematischen Beilegung der Streitfrage.

Mitunter liegt die Beurteilung der Streitfrage von einem Vorgesetzten ab.

Es bedarf jedenfalls eines günstiges Klimas/ Sachlichkeit- Offenheit - Objektivität - Kommunikationshilfen

In Verhandlungen werden häufig Interessen übersehen, die menschliche Grundbedürfnisse betreffen: physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsmotive, soziales Motive, Ich - Motive und Selbstverwirklichung (vgl. MASLOW 1954).

7.4 Konfliktüberbrückung    

Häufig misslingt der Versuch einer Harmonisierung, die gegensätzlichen Handlungspläne und den Konflikt zu lösen. Dies gilt vor allem bei Verteilungskonflikten. Es kann aber auch der Fall eintreten, dass sich die Kontrahenten auf eine Sachlage verständigen, die der Vorgesetzte aus einem übergeordneten Interesse ablehnt.

  • Damit ist der Vorgesetzte in der Pflicht, sich an der Findung einer Lösung zu beteiligen. Konkret heißt dies, die Gegensätze zu "überbrücken". Er muss die Rolle des Schiedsrichters einnehmen. Ein Kompromiss steht zur Diskussion, damit auch Ablehnung oder/ und Widerstand.
  • Es werden die gleichen Anforderungen gestellt wie bei einer Konfliktlösung (Sachlichkeit, Akzeptanz der Beteiligten, Faktenkenntnis, Kommunikationsfähigkeit - objektive transparente Entscheidungskriterien).
  • Von Bedeutung sind die gemeinsamen Ziele und die gegenseitige Abhängigkeit. Kooperatives Verhalten, gemeinsame Interessen und kooperative Möglichkeiten sind/ bleiben entscheidende Voraussetzungen (vgl. SHERIF 1970).
8 Harvard - Konzept zur Verhandlungsführung    

Das sogenannte Harvard - Konzept wurde vor über 20 Jahren von den beiden Professoren Roger Fisher und William Ury an der Harvard Universität im Rahmen des „Harvard Negotiation Projects“ entwickelt. Die Idee des damaligen Projekts war es, die Methoden des Verhandelns und Vermittelns zu untersuchen und wirkungsvolle Techniken für die Verhandlungsführung zu generieren (vgl. FISHER - URY PATTON 2018).

Das vorrangige Ziel sollte es dabei sein, eine friedliche Einigung in Konfliktsituationen herbeizuführen, mit der alle Beteiligten gut leben können – im Klartext, die bekannte Win - Win - Situation für alle Seiten zu schaffen.

In der Verhandlung nach dem Harvard - Konzept muss man im Grunde genommen nur dafür sorgen, dass die folgenden Bedingungen erfüllt werden. Dann steht Konfliktlösungen nichts im Wege.

8.1 Konfliktlösung    

Man trennt die Person und Sache klar voneinander ab. Es sollte das Problem nicht mit persönlichen Aspekten vermischt und dadurch falsche Schlussfolgerungen gezogen werden. Man versucht einen vorurteilsfreien und wertschätzenden Umgang miteinander. Im Vordergrund stehen nicht Positionen, sondern nur Interessen.

Man denke daran, dass es bei der Suche nach einer Konfliktlösung nicht darum geht, einen Gewinner und einen Verlierer zu definieren. Vielmehr sollte man, versuchen die Interessen von beiden Seiten in Einklang zu bringen.

Versuche man nicht, nach der einzig wahren Lösung zu suchen. Das beeinträchtigt die Kreativität und damit auch die Entwicklung von Alternativen. Suche man mit dem Gesprächspartner zum Beispiel nach Gemeinsamkeiten in den Interessen oder mache man ein Brainstorming, um zusammen alternative Entscheidungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Lege man objektive Kriterien fest, um das Verhandlungsergebnis messen zu können. Nur so könne man die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten neutral und sinnvoll bewerten, um dann eine Entscheidung zu treffen, mit der alle zufrieden sind.

Ein Alleingang oder Rachefeldzug lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Versucht werden soll es lieber mit der „Win - Win -Situation“, um Konfliktlösungen leichter und zufriedenstellend herbeizuführen.

8.2 Konfliktmanagement    

Damit es gar nicht erst zu Konfliktsituationen kommt und man einen Streit lösen muss, kann man vorbeugen.

Positive Formulierungen tragen zu einer positiven Stimmung bei. Man kennt den Spruch vom halb vollen und vom halb leeren Glas. Halb volle Gläser sind nun einmal besser als halb leere Gläser. Deshalb führen positive Formulierungen unbewusst zu positiven Gefühlen.

Konfliktkompetenz und Konfliktmanagement sind wie ein Muskel und kann man trainieren.

Einen Konflikt zu lösen, gehört zu den zentralen Führungskompetenzen, weil ungelöste Konflikte Leistung, Motivation und Zusammenarbeit beeinträchtigen und eine professionelle Konfliktlösung Stabilität und Produktivität im Team sichert.

Konflikte lösen häufig Ursachen wie unklare Rollen, Kommunikationsprobleme, persönliche Antipathien, Machtfragen oder Veränderungen aus, die Unsicherheit erzeugen und Widerstände im Arbeitsalltag verstärken.

Führungskräfte sollten eine Konfliktsituation lösen, sobald Leistungsabfall, Spannungen oder Rückzug sichtbar werden, um Eskalationen zu verhindern und frühzeitig konstruktive Lösungen zu ermöglichen.

Konflikte am Arbeitsplatz lösen Sie durch frühzeitige Klärung, strukturierte Konfliktgespräche mit Mitarbeitern und sachliche Kommunikation. Ziel ist es, Emotionen zu reduzieren, Interessen offenzulegen und gemeinsam tragfähige Konfliktlösungen zu entwickeln.

Konflikte im Team lassen sich am besten lösen, indem Führungskräfte moderierend eingreifen, unterschiedliche Sichtweisen transparent machen und klare Vereinbarungen treffen, die Zusammenarbeit und Vertrauen nachhaltig stärken.

Konflikte in der Kommunikation löst man, indem Missverständnisse geklärt werden, Interpretationen überprüft und bewusst präzise sowie wertschätzend formuliert werden. Verzerrungen in der Wahrnehmung sind zu vermeiden.

Konflikte lösen sich gewaltfrei durch Ich - Botschaften, aktives Zuhören und Respekt. Diese Form der Konfliktlösung vermeidet Eskalation und schafft eine konstruktive Gesprächsbasis auf Augenhöhe.

Konflikte mit der Harvard - Methode löst man, indem man Person und Sache trennt, Interessen statt Positionen betrachtet und auf objektiver Basis eine Win - Win - Lösung für alle Beteiligten entwickelt.

Gefühle beeinflussen maßgeblich, da sie Wahrnehmung und Denken verzerren. Erst das bewusste Ansprechen von Emotionen schafft Klarheit und öffnet den Weg für sachliche Lösungen.

Langfristig kann man Konflikte lösen und vermeiden durch klare Kommunikation, positive Formulierungen und regelmäßigen Austausch, der Vertrauen stärkt und potenzielle Konfliktursachen frühzeitig entschärft.

IT - Hinweis https://www.managementcircle.de/blog/konflikte-loesen.html (25.3.2026)

9 Konfliktaspekte - Politische Bildung    

9.1 Erfordernisse    

Konflikte erfordern

  • kurzfristige und primär politische Maßnahmen,
  • einschließlich wirtschaftlichen und militärischen Drucks,
auf hochrangiger internationaler und/ oder nationaler Ebene zur Verhinderung der weiteren Eskalation oder Ausbreitung eines gewaltsamen Konfliktes.

9.2 Konfliktintensität    

Die Konfliktintensität ergibt sich aus Ausmaß und Zusammenspiel der in einem geographischen Gebiet in einem bestimmten Zeitraum angewandten Konfliktmaßnahmen.

Nach dem CONIAS - Ansatz (CONIAS [Conflict Information and Analysis System] als ein Ansatz zur Bestimmung der Intensität eines Konflikts ist die konfliktbezogene Kommunikation zwischen den Akteuren wesentlich) lassen sich fünf Intensitätsstufen unterscheiden

  • Disput,
  • gewaltlose Krise,
  • gewaltsame Krise,
  • begrenzter Krieg und
  • Krieg.
Die gewaltsame Krise, der begrenzte Krieg und der Krieg bilden zusammen die Kategorie der Gewaltkonflikte, im Unterschied zu den gewaltfreien Konflikten (Disput und gewaltlose Krise). Die breite Skalierung der Konfliktintensität ist notwendig, weil gewaltsame Konflikte sehr oft aus nicht gewaltsamen Konflikten entstehen. Ebenso gilt, dass gewaltsame Konflikte in der Regel nicht durch einen plötzlichen Frieden beendet werden.

Gerade nach Waffenstillständen und Friedensschlüssen weisen sie ein hohes Rückfallrisiko auf. Deshalb ist es ratsam, Konflikte auch dann weiter zu verfolgen, wenn sie nicht mehr gewaltsam ausgetragen werden. So lässt sich verhindern, dass Konflikte wieder aufflammen nur weil sie vorschnell als "gelöst" eingestuft wurden.

Andererseits würde eine Beschränkung der Analyse allein auf gewaltsame Konflikte den Blick auf jene Konflikte verstellen, die durch rechtzeitiges politisches Handeln friedlich bearbeitet werden können.

9.3 Konflikttransformation    

Die Konflikttransformation gilt als Sammelbezeichnung für ganzheitliche und konstruktive Verfahren der Konfliktbearbeitung. Der Anspruch besteht darin, über die Sachebene des Konflikts hinaus die Haltungen und Interessen der beteiligten Parteien so zu verändern (transformieren), dass eine möglichst gewaltfreie Konfliktbearbeitung und für alle Beteiligte akzeptable Lösungen möglich werden.

Konflikttransformation setzt deshalb zugleich auf den Abbau der strukturellen und kulturellen Ursachen des Konflikts und auf die Schaffung eines gesellschaftlichen Umfelds, das eine konstruktive Streitkultur begünstigt.

IT - Hinweis - Quelle

https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/504292/konfliktintensitaet/ (14.4.2026)

10 Resilienz    

Die Bundeszentrale für politische Bildung thematisiert Resilienz sowohl als individuelle psychische Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten und auch als Stärkung der Demokratie/ Mitbestimmung.

  • Psychische Resilienz - Förderung des "seelischen Immunsystems" durch Selbstwirksamkeit, Optimismus und soziale Bindungen
  • Demokratie - Resilienz - Untersuchung, wie Demokratien trotz Krisen (Pandemien, Kriege) ihre Handlungsfähigkeit behalten
  • Handlungsstrategien - Erarbeitung von Methoden, Krisen zu verstehen und zu bewältigen
Seit den neunziger Jahren hat sich ein Paradigmenwechsel in der Psychologie, Pädagogik und den Gesundheitswissenschaften vollzogen. Das Salutogenese - Konzept versucht seitdem Risikofaktoren und Schutzfaktoren zu identifizieren, die den Erhalt seelischer und körperlicher Gesundheit maßgeblich beeinflussen.

Die Weltgesundheitsorganisation/ WHO unterstützt in ihrer Strategie mit entsprechenden Programmen und Konzepten zur Förderung der Gesundheit körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden mit "life skills" (vgl. FRÖHLICH - GILDHOFF/ RÖNNAU - BÖSE 2024, 7) .

Für eine Präventionsforschung ergeben sich neue Dimensionen einer Förderung einer Lebensbewältigung in der Entwicklungspsychologie, Heil- und Sonderpädagogik sowie Sozialpädagogik.

10.1 Definition und Merkmale    

Der Begriff Resilienz leitet sich aus dem Englischen "Resilience" Spannkraft, Widerstandsfähigkeit und Elastizität ab. Gemeint ist die Fähigkeit eines erfolgreichen Umgangs mit Belastungen und Stressfolgen (vgl. WUSTMANN SEILER 2020, 18).

ARNOLD - SCHILBACH - RIGOTTI (2023) unterteilt Resilienz in drei Perspektiven:

  • Resilienz als Kapazität - personale und soziale Faktoren
  • Resilienz als Outcome - Anpassungsleistung
  • Resilienz als dynamischer Prozess - zeitliche Dynamik mit Einflussfaktoren
10.2 Risikofaktoren Zwei Merkmalsgruppen werden unterschieden, die biologische und psychologische Merkmale umfassen (vgl. FRÖHLICH - GILDHOFF/ RÖNNAU - BÖSE 2024, 23 - 24).

10.2.1 Primäre Faktoren    

prä- und postnatale Faktoren

neuropsychologische Faktoren

genetische Faktoren

chronische Erkrankungen

Temperamentsmerkmale

kognitive Fähigkeiten

10.2.2 Sekundäre Faktoren    

Bildungsorganisation - Selbstregulation - Anspannung und Entspannung

10.2.3 Risikofaktoren    

niedriger sozioökonomischer Status

aversives Wohnumfeld

familiäre Disharmonie

elterliche Trennung und Scheidung

Alkohol- und Drogenmissbrauch

Erkrankung von Elternteilen

Kriminalität der Eltern

Obdachlosigkeit

niedriges Bildungsniveau der Eltern

allleinerziehender Elternteil

Erziehungsdefizite

junge Elternschaft

häufige Umzüge - Schulwechsel

Migrationshintergrund - soziale Isolation - Flucht - Terror - Naturkatastrophen

Verlust - Behinderung von Geschwister

Ablehnung durch Gleichaltrige - Mobbing

außerfamiliäre Unterbringung

1O.2.4 Schutzfaktoren    

Personale Ressourcen

positive Tempramentseigenschaften

intellektuelle Fähigkeiten

erstgeborenes Kind

Resilienzfaktoren

Selbstwahrnehmung

Selbstwirksamkeit

Selbststeuerung

Soziale Kompetenz

Umgang mit Stress

Problemlösefähigkeit

10.3 Prävention    

Anforderungen an Präventionsprogramme bestehen aus den Analysen der Entwicklungen und einer seriösen Durchführung von wirksamen Maßnahmen/ "Programmen" (vgl. HURRELMANN 2014).

Erkenntnisse über Schutz- und Risikofaktoren

systemische Perspektive - multiperspektiver Ansatz

Entwicklung von Fähigkeiten und Verhalten

Ausbildung der Trainer/innen

Unterstützung in der Umsetzung

anhaltende Dauer

niedrigschwelliger Zugang

10.4 Fachliteratur Resilienz    

Arnold M. - Schilbach M. - Rigotti T. (2023): Paradogmen der psychologischen Resilienzforschung. Eine kleine Inventur und ein Ausblick, Psychologische Rundschau 74 (3), 154 - 165

Faltermaier T. ( 2017): Gesundheitspsychologie, Stuttgart

Fröhlich - Gilhoff Kl./ Rönnau - Böse M. (2024): Resilienz, utb 3290, München

Griebel W.- Niesel R.(2011): Übergänge verstehen und begleiten. Transitionen in für Bildungslaufbahn von Kindern. Beiträge zur Bildungsqualität, Mühlheim an der Ruhr

Honkanen - Schuberth P.(2003): Starke Kinder brauchen starke Eltern. Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes, Berlin

Hurrelmann K. (2014): Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung, Berlin

Wustmann - Seiler C. (2020): Resilienz. Widerstandsfähigkeit von Kindern in Tageseinrichtungen fördern. Beiträge zur Bildungsqualität, Mühlheim an der Ruhr

Zander M. (Hrsg.) (2011): Handbuch Resilienzförderung, Wiesbaden

11 Buchbesprechungen/ Auswahl    

Konflikte gibt es tagtäglich im beruflichen und privaten Umfeld. Sie kosten die Beteiligten Energie, Zeit, Nerven und letztendlich Geld.

Konflikte entstehen meist durch unterschiedliche Erwartungshaltungen, Wünsche und Wertehaltungen aber auch durch Missverständnisse, die durch eine unterschiedliche Wahrnehmung entstehen. Dazu mischen sich dann oft noch die Emotionen der Beteiligten.

Konflikte können oft gelöst werden, bevor sie eskalieren. Die Bereitschaft zum Dialog und die Fähigkeit Konflikte auszutragen ist eine essenzielle Basis für eine erfolgreiche Konfliktbearbeitung und -lösung.

Friedrich Glasl (2023): Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führung, Beratung und Mediation, Gebundene Ausgabe, Bern

In Zeiten großer Veränderung müssen Unternehmen mit Spannungen, Reibungen und Gegensätzen umgehen können. Führungskräfte brauchen deshalb fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten der Konfliktbewältigung. Dieses bewährte Handbuch entwirft ein wissenschaftlich abgestütztes, umfassendes Modell zur Diagnose und Behandlung von Konflikten, das sich auch in der Praxis vielfach bewährt hat.

Peter Knapp (Hrsg.) (2023): Konfliktlösungs - Tools: Klärende und deeskalierende Methoden für die Mediations- und Konfliktmanagement - Praxis (Edition Training aktuell) Taschenbuch, Bonn

Die Autoren dieser Sammlung sind als erprobte Mediatoren gewohnt, im Konfliktfall zu vermitteln. Hierfür setzen sie gezielt unterstützende Tools ein, die sich aus unterschiedlichen Fachgebieten entwickelt haben. Eine ganze Reihe an besonders bewährten Instrumenten zur Konfliktlösung sind in dieser Praxishilfe zusammengestellt, die speziell für die Anforderungen beruflicher Konfliktbearbeitung ausgelegt ist.

Die Leser des Werks lernen die Vielfalt dieser Ansätze kennen, sie erwerben die Kompetenz, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und erhalten Zugriff auf zahlreiche empfehlenswerte Techniken und Methoden professioneller Konfliktbearbeitung.

Nina L. Dulabaum (2009): Mediation: Das ABC: Die Kunst, in Konflikten erfolgreich zu vermitteln, Gebundene Ausgabe, Weinheim - Basel

Mediation ist die Kunst, Konflikte in einer konstruktiven Art und Weise zu vermitteln. Nina L. Dulabaum präsentiert die Grundlagen der Mediation übersichtlich in ABC - Form, leicht verständlich, zum sofortigen Transfer in den Alltag geeignet. Viele neue Fallbeispiele erleichtern die Umsetzung. Arbeitsblätter und Übungen locken zum eigenen Erproben und regen zum Nachdenken an.

Das Buch stellt die Elemente einer Mediation in klar strukturierter Weise, einer anschaulichen Sprache und mit zahlreichen erläuternden Grafiken dar. Hilfreich sind auch die vielen Beispiele, die Anregungen zu Übungen nach wichtigen Aussagen sowie Zusammenfassungen.

Marshall B. - Rosenberg (2013): Das können wir klären. Wie man Konflikte friedlich und wirksam klären kann, Paderborn

Seit mehr als 40 Jahren vermittelt Marshall Rosenberg in Konfliktsituationen zwischen Eltern und Kindern, Ehemännern und Ehefrauen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie zwischen kriegführenden Gruppen überall auf der Welt. Dabei hat er erlebt, dass es möglich ist, Konflikte friedlich zu lösen - zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Es geht ihm nicht um Kompromisse - es geht um eine achtsame und respektvolle Qualität der Beziehung zwischen den Parteien mit einem Konflikt.

Eine aufrichtige Zusammenarbeit wird dann möglich, wenn die Beteiligten darauf vertrauen, dass respektvoll über ihre eigenen Bedürfnisse und Werte gesprochen wird. Die gewaltfreie Kommunikation ist ein Prozess, der es ermöglicht, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden.

Rüttinger Br. - Sauer J. (2016): Konflikt und Konfliktlösen. Kritische Situationen erkennen und bewältigen, Wiesbaden

Konfliktmanagement ist eine unangenehme Aufgabe. Umso wichtiger ist es, sich die Hintergründe und Ursachen von Konflikten klar zu machen, um Spannungssituationen effektiv zu bewältigen. Die Autoren untersuchen die Entstehung von Konflikten im Betrieb bzw. Unternehmen und Institution und zeigen Wege zur Vermeidung von Konflikten und zum produktiven Umgang mit ihnen.

Der Autor des Buchprojekts bezieht sich in seiner Darstellung von Konflikten und dem Konfliktmanagement u.a. auf dieses Basiswerk und ergänzte die Überlegungen mit den Themenbereichen Harvard - Konzept, Resilienz und Politische Bildung.

Freitag S. - Richter J. ( Hrsg.) (2015): Mediation – das Praxisbuch, Weinheim

Dieses Praxisbuch beschreibt die grundlegenden Abläufe des Mediationsverfahrens: von den ersten Vorgesprächen bis zum Transfer einer Vereinbarung in den Alltag der Konfliktbeteiligten. Für jede Mediationsphase werden entsprechende Kommunikationsmethoden und die jeweiligen theoretischen Hintergründe erläutert.

Der Schwerpunkt liegt auf Mediation in Organisationen, im Gemeinwesen, in Familien und mit Kindern. Ein Kapitel über das juristische Know - how und eines über "Wege in die Praxis" für angehende Mediator_innen beschließen den Leitfaden. In seiner Ausrichtung folgt das Buch den Ansätzen der "Hamburger Schule", einem interdisziplinären Zusammenschluss von Mediatorinnen und Mediatoren, die seit 20 Jahren zusammenarbeiten und gemeinsam ausbilden.

Sie stehen in der Tradition der gewaltfreien Bewegung und sind von der Kommunikationstheorie von Friedemann Schulz von Thun und Alexander Redlich geprägt.

Heinz Jiranek - Adreas Edmüller (2017): Konfliktmanagement: Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen (Haufe Fachbuch) Taschenbuch, Freiburg

Wo Menschen zusammenarbeiten, wird es immer wieder Konflikte geben. Doch wann und wie kommt es zu Konflikten im Beruf und wie können sie gelöst werden?

Dieses Buch beschreibt ihre Entstehung und zeigt, welche Phasen sie durchlaufen. Beispiele aus der Praxis erleichtern es Ihnen, Ihre eigene Situation zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Autoren stellen Lösungswege vor und erklären, wie Sie zu jedem Zeitpunkt eingreifen und vermitteln können. Und sie zeigen, wie man sich am besten verhaltet, wenn man selbst Teil eines Konflikts ist.

Helmolt Rademacher (2021): Konfliktkultur in der Schule entwickeln. Wie Demokratiebildung gelingt, Stuttgart

Die gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Corona - Pandemie, die Klimakrise und die Bedrohung der Demokratie finden ihren Niederschlag auch in der Schule. Da sie eine wichtige Sozialisationsinstanz ist, muss sie konstruktiv auf diese ständigen Veränderungen reagieren. Und sie sollte durch ein demokratisches Miteinander aufzeigen, dass es gute Möglichkeiten gibt, damit umzugehen.

In diesem Buch werden die Herausforderungen umfassend beschrieben, die Grundlagen für Gegenstrategien benannt und in einem Methodenteil Ansätze der realen Umsetzung aufgezeigt.

Tara Thapa (2021): Konfliktmanagement in den öffentlichen Schulen, Verlag unser Wissen (ohne Ortsangabe)

Die Konflikte können in den Schulen aufgrund der Diskriminierungen in einer Familie, rassisch und sexuell, ungleiche Verteilung von Macht und Ressourcen entstehen. In ähnlicher Weise ist die Schule ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft, in der sich verschiedene Religionen, Kulturen, Traditionen, Trends, politische Werte und wirtschaftliche Werte gemeinsam entwickeln und die verschiedenen Gesellschaften repräsentieren. Diese Studie konzentriert sich auf das Management von Konflikten in Schulen.

Der Zweck dieser Studie ist es, die Faktoren zu untersuchen, die Schülerkonflikte auf Schulebene verursachen und beeinflussen. Die Stichprobe bestand aus Klassenlehrern, Schülern und deren Eltern sowie Schulleitern von acht weiterführenden Schulen der Subgemeinde Birgunj. Face - to - Face - Interviews, direkte Beobachtung, unstrukturierte/ strukturierte Fragebögen, Dokumentenanalyse und Feldnotizen wurden eingesetzt, um die notwendigen Informationen zu sammeln. Zur Analyse der Daten wurden prozentuale Diagramme verwendet, und die Ergebnisse wurden anhand von Zitaten der Befragten diskutiert.

Literaturhinweise/ Auswahl - Konfliktmanagement    

Arnold R. - Gonon Ph. - Müller H.J (2016): Einführung in die Berufspädagogik. Einführungstexte Erziehungswissenschaft, utb 8280, Opladen & Toronto

Ballreich R. - Glasl Fr. (2025): Praxishandbuch Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen. Grundlagen, Strategien und Methoden für Führung, Beratung und Mediation, Göttingen

Beck R. - Schwarz G. (2000): Konfliktmanagement, Augsburg

Berkel K. (2024): Konflikttraining - Konflikte verstehen, analysieren, bewältigen. Aus der Reihe Arbeitshefte Führungspsychologie, Hamburg

Bihl G. (1973): Von der Mitbestimmung zur Selbstbestimmung: das Skandinavische Modell der selbststeuernden Gruppen, München

Comell G. (1985):Training als Beitrag zur Organisationsentwicklung, München

Dimitrova V. - Lüdmann M. (2014): Sozial - emotionale Kompetenzentwicklung. Leitlinien der emotionalen Welt, Wiesbaden

Evangelischer Fachverband für Arbeit und soziale Integration/ EFAS: Handout Grundlagen Konfliktbearbeitung / Konfliktmanagement > https://www.efas-web.de/files/teges/Teges_Handout_Konflikt_FINAL_SCREEN.pdf (7.4.2026)

Findeis N.- Schnarrenberger S. (2025): Konfliktmanagement in Projekten. Miteinander statt gegeneinander. Kommunikation und Verantwortung für starke Teams, Bonn

Fisher R. - Ury W. - Patton B. - (Autoren) - Neubauer J. (Übersetzer) (2018): Das Harvard - Konzept: Die unschlagbare Methode für beste Verhandlungsergebnisse - Erweitert und neu übersetzt - Gebundene Ausgabe, München

Freitag S. - Richter J. ( Hrsg.) (2015): Mediation – das Praxisbuch, Weinheim

Glasl Fr. (2014): Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, Bern - Stuttgart - Wien

Glasl Fr. (2024): Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führung, Beratung und Mediation, Gebundene Ausgabe, Bern

Grochla R. (1976): Unternehmensorganisation, Reinbek

Gugel G. (2002): Konflikte und Konfliktbearbeitung, in: Lernende Schule, 5 (2002) 17, 9 - 14

Hamann A. - Huber J. J. (1998): Coaching, Leonberg

Hörhan J. (2024): Masterarbeit: Konflikte in Beziehungen - Master of Arts: Politische Bildung, Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Psychologie, Mai 2024 > https://epub.jku.at/download/pdf/9938632.pdf (6.4.2026)

Jennewein A. (2021): Wege aus dem Konflikt: Geschichten, Impulse und Übungen für erfolgreiches Konfliktmanagement, Heidelberg

Jiranek H. - Edmüller A. (2017/2021): Konfliktmanagement: Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen (Haufe Fachbuch), Freiburg

Keller M. (2008): Konfliktklärung als didaktische Herausforderung. Subjektive Handlungskonzepte zur Bewältigung von Gewaltsituationen, Wiesbaden

Kilb R. (2012): Konfliktmanagement und Gewaltprävention. Grundlagen, Handlungsfelder und Konzeptionen, Wiesbaden

Krüger W. (1979): Konfliktsteuerung als Führungsaufgabe, München

Knapp P. (Hrsg.) (2012): Konfliktlösungs - Tools, Bonn

Lachmair S. (2017): Konfliktmanagement in Organisationen, Austrian Management Review Vol 7/ 2017, 1 - 9 > https://www.tuwien.at/fileadmin/ACE/ACE_Allgemein/Austrian_Management_Review/Volume_7/Konfliktmanagement-in-Organisationen_Lachmair.pdf (9..4.2026)

Lanz H. (2017): Konfliktlösung für Führungskräfte. Konflikte im Team erkennen und nachhaltig lösen, Wiesbaden

Lin A. - Schröter K. (2025): Konflikte verstehen und bearbeiten. Fächerübergreifende Grundlagen für Studium und Praxis, utb 6522, Opladen & Toronto

Marshall B. - Rosenberg (2013): Das können wir klären. Wie man Konflikte friedlich und wirksam klären kann, Paderborn

Maslow A.H. (1954): Motivation and Personality, New York

Rademacher H. (2021): Konfliktkultur in der Schule entwickeln. Wie Demokratiebildung gelingt, Stuttgart

Regnet E. (1992): Konflikte in Organisationen, Göttingen

Rosenstiel L. v. (1996): Motivation im Betrieb, Leonberg

Röhrig P. - Scheinecker M. (Hrsg.) (2022): Lösungsfokussiertes Konflikt - Management in Organisationen (Edition Training aktuell): Methoden und Praxisbeispiele für Konfliktlösung zwischen Einzelnen, in Teams und Organisationseinheiten, Bonn

Rüttinger Br. - Sauer J. (2016): Konflikt und Konfliktlösen. Kritische Situationen erkennen und bewältigen, Wiesbaden

Schröder A.- Merkle A. (2014): Leitfaden Konfliktbewältigung und Gewaltprävention, Schwalbach/ T.

Schmidt W. H. - Tannenbaum R. (1973): Das Managen von Meinungsverschiedenheiten, in: Folkertsma F. (Hrsg.): Handbuch für Manager, Berlin: Neue Wirtschaftsbriefe 1973, 701 - 718

Schwarz G. (2019): Konfliktmanagement - Konflikte erkennen, analysieren, lösen, Wiesbaden

Sherif M. (1970): Group and co - operation, London

Staehle W.H. (1999): Management, München

Ulich E. (1998): Arbeitspsychologie, Stuttgart

Vilmar F. (Hrsg.) (1973): Menschenwürde im Betrieb, Reinbek

Zapf D. (1999): Mobbing in Organisationen - Überblick zum Stand der Forschung, in: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 43/ 1999, 1 - 25

Abschnitt 3 Friedenslernen    

Vorwort    

Der vorliegende Beitrag als Schlussarbeit des Fernlernganges 2019/2020 "Nachhaltige Entwicklung" des Comenius -Instituts Münster der Evangelischen Arbeitsstelle Fernstudium - mit Ergänzungen - setzt sich mit dem Bildungsansatz Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) auseinander.

Es handelt sich um ein Lern- und Handlungsfeld, das 1992 in der Folge der Rio - Konferenz entstand. Die UN -Mitgliedsstaaten bekannten sich zum Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung in ihren Bildungssystemen. in der Folge wurde 2005-2014 die "Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung " ausgerufen.

Der Beitrag bezieht sich auf den Teilbereich Friedenslernen bzw. Friedenserziehung und Friedensforschung.

Dem Autor liegt dieser Schwerpunkt im Kontext einer Politischen Bildung und Demokratieerziehung durch seine Aktivitäten in der universitären Lehrer(innen)Bildung und Politischen Erwachsenenbildung besonders (vgl. HUFER 2016).

Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt erfordert ein Umdenken, etwa in der politischen Verantwortung, benötigt werden globale politische Vereinbarungen über eine gerechtere Nutzung der Lebensgrundlagen und notwendige Möglichkeiten von Lebenschancen. Veränderungen beginnen schon im Kleinen, im Alltag und einem Umdenken (vgl. MEISCH 2014; KÖRTNER 2019, 185-209).

Damit erhalten die Bildungsbereiche pädagogische Aufgabenstellungen für ein Erlernen eines Umdenken, ebenso ihre Ausbildungsbereiche und Fortbildungs- und Weiterbildungsinstitutionen.

Die folgenden Lernformen ergeben sich:

problembasiertes Lernen,

Lernen in Fachdisziplinen,

interdisziplinäres Lernen,

kritisches Lernen und

system - basiertes Lernen.

1 Hinführung    

Friedenslernen in seiner pädagogischen Einschätzung geht von gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen aus, in denen Heranwachsende und Erwachsene aufwachsen und leben.

Stephan GILL war in seiner Analyse von GRIMSCI noch von der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre, dem Zusammenbruch der liberalen Demokratie, dem Aufstieg des Faschismus und dem sowjet - kommunistischen System beeinflusst. Aktuell ist der neoliberale Kapitalismus mächtig und vorherrschend. Von Interesse ist das Fehlen bzw. eine mangelhafte Organisationskraft alternativer Programme von linksgerichteten politischen Strömungen (vgl. GILL 2011, 265).

Gill beschreibt die weltpolitische Lage in ihrer derzeitigen Art und Weise beispielhaft mit der Ausbeutung von Menschen und der Natur, massiven globalen Problemen wie ein rapides Bevölkerungswachstum, die Zerstörung der Biosphäre, dem Klimawandel, hochentwickelten Produktions- und Zerstörungskräften, der Militarisierung des Weltalls, der Blockadepolitik in den Klimaverhandlungen, der Konzerndominanz, der Welternährungskrise und der Privatisierung öffentlicher Güter/Wasser, Boden, natürliche Ressourcen (vgl. GILL 2011, 267).

Wesentlich erscheint bei dieser Analyse die Dominanz ökonomischen Denkens auf das soziopolitische Leben zu sein.

Gefordert ist der Kontext zu Ursprüngen ethisch - moralischer und friedenspädagogischer Lehr- und Lernerfordernisse.

Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen sind die

die Absolvierung des Lehrganges Ökumene/ Kardinal König - Akademie Wien (2006),

Absolvierung der Universitätslehrgänge Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt (2008) und Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg (2012),

inhaltliche Auseinandersetzung mit den Fachbereichen Ethik, Friedensforschung, Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz, die daraus folgenden IT - Autorenbeiträge, ökosoziale Erziehung (vgl. WAGERER 1992) und Musterforschung (vgl. LEITNER 2016) sowie

Auseinandersetzung mit der Fachliteratur.

.

1.1 Neuorientierung - Interdisziplinarität    

Als Beitrag zum Diskurs bedarf es einer Analyse der ambivalenten Beziehungen der Friedensforschung zur politischen Macht.

Die folgenden Daten in den zitierten Berichten beschäftigen sich mit den Krisenregionen und sprechen eine deutliche Sprache (vgl. den Bericht 2015 des Global Peace Index und im Civility Report 2015; bundesdeutsches Gutachten; WINTERSTEINER - WOLF 2016, 17-19).

1 Zu erwähnen ist das Jahr 2014 als besonders konfliktreiches. Zu diesem Eindruck tragen die geographische Nähe des Konflikts in der Ukraine und die Grausamkeiten des IS im Irak und in Syrien und das Anwachsen des Terrorismus bei.

2 Das Anwachsen von Friedensbemühungen zeigt sich in den Begrifflichkeiten wie "Peacebuilding" und "Humanitarian Intervention".

3 Dahinter steht das Paradigma Sicherheitslogik. Gesetzt wird realistisch auf militärische Mittel, also in der Logik in Verbindung mit Gewalt.

4 Friedensforschung, Friedenslernen im Kontext mit Politischer Bildung entstanden lange nach 1945, verortet relativ spät im Kontext mit der Gründung der Institute von Zeitgeschichte, Politikwissenschaft und dem wissenschaftlichen Beitrag zur Gesellschaftsveränderung.

5 Friedensforschung beinhaltet eine Auseinandersetzung mit relevanten Theorieangeboten, besonders mit dem Postkolonialismus, Sozialtheorien und dem Feminismus.

Die Formen der Kriege haben sich stark gewandelt. Ein Nicht - Frieden, theoretisch schwer zu erfassen, scheint sich etabliert zu haben (vgl. MÜNKLER 2015).

1.2 Fünf Thesen für einen Diskurs    

Im Folgenden werden fünf Thesen modifiziert als Fundamentum eines gesellschaftspolitischen Diskurses vorgestellt (vgl. WINTERSTEINER - WOLF 2016, 24-33).

These 1: Friedensaktivitäten sind nicht geeignet als ein Anhängels eines liberalen Friedens.

Ein liberaler Frieden ist das dominierende Konzept von Frieden in der westlichen Welt.

Er besteht in der Annahme, dass die demokratischen Strukturen gefördert und einer Marktökonomie die Basis einer friedlichen Gesellschaftsordnung bieten.

Er tritt in mehreren Varianten auf und geht bis zur "Humanitären Intervention" im Interesse demokratischer Friedenssicherung.

Damit fließen Elemente einer realistischen Sicherheitspolitik und menschenrechtlicher Einflussnahme zusammen. Das bedeutet eine Abkehr vom westfälischen Paradigma, indem eine Hauptbedrohung des Friedens von einem starken gegnerischen Staat angenommen wird.

Heute rückt die Bedrohung von schwachen und gescheiterten Staaten in den Vordergrund.

Staatlichkeit wird von bestimmten Voraussetzungen gesehen (vgl. das zivilisatorische Hexagon von SENGHAAS 1995 - Gewaltmonopol - Rechtsstaatlichkeit - Demokratische Partizipation - Konstruktive Konfliktkultur - Soziale Gerechtigkeit -Interdependenzen und Affektkontrolle) gesehen.

Überlagert wird der Friedensbegriff von sicherheits- und entwicklungspolitischen Diskursen, die praktischen Folgerungen werden kritisiert wie die Negativbeispiele Irak, Afghanistan und Ukraine (vgl. BOHNACKER 2011, 46-77).

These 2: Friedensaktivität muss im Kontext postkolonialer Kritik stehen.

Die Forschung und ihre Aktivitäten tragen die Markierung ihrer Herkunft mit.

Eurozentrisches Denken, als Alternative versteht sich die Kritische Friedensforschung, inzwischen gibt es eine postkoloniale Kritik (vgl. EXO 2015, 281-304). Friedensforschung benötigt auch die Kenntnis von interkultureller Gerechtigkeit (vgl. SEN 2010).

In der Folge geht es um globales und transmodernes Denken (vgl. MORIN 2015).

Wesentlich ist die Überwindung der Dichotomie zwischen Kultur und Ökonomie durch die Aufgabe des Dogmas vom Primat des Ökonomischen. Dies bedeutet - auch für eine Politische Bildung - ökonomische, politische und kulturelle Prozesse zu beachten (vgl. WINTERSTEINER - WOLF 2016, 28).

These 3: Friedensaktivitäten benötigen einen interdisziplinären Ansatz

Diese Perspektive ergibt sich aus dem globalen Aspekt (vgl. den IT - Autorenbeitrag Globales Lernen).

Die Einbeziehung nicht -wissenschaftlicher Wissensformen, etwa der Kontext von Kunst, Wissenschaft und Spiritualität mit "indigenem" Wissen (vgl. EXO 2015).

Notwendig ist damit die Abkehr von der säkularen eurozentrierten Tradition und der klassischen Trennung von Kultur- und Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften und Ökonomie. Demnach ist ein Paradigmenwechsel überfällig.

Verbindlich bleiben soziale, historische und raumzeitliche Bedingungen (vgl. GRAF 2014, 231-238). Hier erscheint die zunehmende Bedeutung der Kulturwissenschaften wesentlich zu werden.

These 4: Das Zeitalter der Globalisierung braucht komplexes globales Denken

Frieden muss/ kann nur weltinnenpolitisch realisiert werden.

Ein großer Globalentwurf wird kaum möglich sein, viele kleine Schritte sind dagegen realistisch.

Global Gouvernance ist kritisch zu begegnen, die impliziten Machtansprüche sind offenzulegen (vgl. BRAND- BRUNNENGRÄBER -SCHRADER - STOCK - WAHL 2000).

Ein Konzept der "global citizenship" kann helfen, bestehenden Globalkonzepten kritisch zu begegnen (vgl. damit die zunehmende Bedeutung von "global citizenship education"/ UNESCO; für Österreich WINTERSTEINER - WOLF 2016, 318-332).

Die Dialektik zwischen Lokalem, Nationalem und Globalem kann nur mit dem didaktischen Dreischritt Individuum -Gesellschaft - Einheit der Menschheit in den einzelnen Bildungsbereichen angesprochen werden.

These 5: Friedensmacht Europa

Die angeführten Schritte eignen sich auch für eine Bearbeitung im Kontext europäischer Fragen, die lokal - regional - global gedacht werden sollen/ müssen.

Das Projekt Friedensmacht Europa, nach 1945 konzipiert und realisiert, soll von der Friedensforschung auf den Widerspruch eines friedenspolitischen Anspruchs und der Realität von gesamteuropäischen und nationalstaatlicher Realität analysiert werden.

Es geht letztlich um eine nachhaltige Friedenspolitik in den geopolitischen Bedingungen.

Die Krise Europas besteht in den Konfliktlösungen an den Grenzen der Union, in der Notwendigkeit einer verstärkten Integration, im geringen Anspruch auf eine gemeinsame Außenpolitik im Kontext einer US - Außenpolitik und Verzicht von Interventionen der Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien.

Zur Diskussion steht die Friedensmacht, ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis 2012.

Aufgaben ergeben sich in der Destabilisierung des Nahen Ostens und dem Ukraine - Konflikt, den damit verbundenen Fluchtbewegungen, einem Aufleben des Terrorismus und Uneinigkeit in der Union.

Eine selbstkritische Haltung zur Kolonialpolitik und Verteidigung demokratischer Werte ist geboten.

Die folgenden friedenspädagogischen Ansätze bilden die Ansätze des Autors für einen Fächerverbund von Politischer Bildung und Ethik im Lernfeld einer Schul- und Erwachsenenpädagogik (vgl. die verschiedenen Formen wie tertiäre und quartäre Erwachsenenpädagogik[hier besonders Politische Bildung in Erwachsenenbildung]).

1.3 Mustertheorie - Frieden    

Gestaltungsethik und Musterforschung sind Formulierungen einer wissenschaftlich - systemtheoretischen Bewegung, die auf das Lebenswerk des österreichisch - englisch - amerikanischen Architekten Christopher Alexander aufbaut und sich wesentlich synthetisch - integrativ versteht (vgl. LEITNER 2016).

Gestaltungsethik und Musterforschung sind in Domänen anwendbar, in denen Menschen im weitesten Sinne kreativ tätig sind, als Gestalter ethische Haltungen einnehmen können, alternative Gestaltungsmöglichkeiten vorfinden oder entwickeln – die sich theoriegemäß in Gestaltungsmustern darstellen und in Mustersprachen zusammenfassen lassen – und die zu Gestaltungsergebnissen führen, Werte verwirklichen und mit Verantwortung verbunden sind.

Aus der Perspektive der Musterforschung erscheint Friede nicht als ein Zustand, schon gar nicht als die Abwesenheit von Konflikten und Krieg, sondern als eine zivilisatorische Architektur, eine aus vielen Elemente gebaute Struktur, die Stabilität und Resilienz haben kann, jedoch auch fragil und einsturzgefährdet sein kann.

Daraus kann man den Schluss ziehen, dass es einer laufenden Aufbau- und Erhaltungsarbeit bedarf, um Frieden zu schaffen und zu abzusichern, die von einem Spektrum von Rollen - Bildern und Berufsgruppen zu leisten sind, die man u.a. als Friedens - Arbeiter (peace worker), Friedens - Architekten (peace architects), Friedens - Erbauer (peace builder), Konflikt - Mediatoren (conflict mediators) beschreiben lassen.

Angesichts der Bedeutung des Friedens für die Menschen, die Menschheit, ist es aus Sicht der Musterforschung und Gestaltungsethik nur schwer verständlich, warum die menschlichen Gesellschaften – historisch gesehen und gegenwärtig – nicht mehr Energie aufwenden, um Frieden als Phänomen zu verstehen und als Menschheitsprojekt zu realisieren.

Es wäre beispielsweise zu erwarten und zu fordern, dass jede Volluniversität über eine Institution der Friedens- und Konfliktforschung verfügen bzw. einen solchen aufbauen solle.

Muster des Friedens

Sub - Domänen - Skizze zu „Muster des Friedens”
Sub - Domäne Mustersprachen (Beispiele für ca. 300) Gestaltungsmuster (Beispiele für ca. 5000)
Muster des inneren FriedensMuster der Selbsterkenntnis
Muster der Selbstarbeit
Muster der Meditation
"Niemand ist perfekt"
"Das Lernen lernen"
"Die Atemtechnik"
Muster des friedlichen HandelnsMuster der friedlichen Kommunikation
Muster der Notfallhilfe
Muster des Teilens
"Das Angebot" (statt Antimuster: "Der Befehl")
"Erste Hilfe Leistung"
"Die karitative Spende"
Muster des Friedens mit der NaturMuster des Naturgenusses
Muster einer Ökologischen Wirtschaft
Muster des Artenschutzes
"Das Bergerlebnis"
"Erneuerbare Energie"
"Das Naturschutzgebiet"
Muster des Friedens in BeziehungenMuster der Zusammenarbeit"Das Versprechen"
"Treue und Offenheit in Partnerschaft"
"Das Vertrauen"
"Die Augenhöhe"
Muster des Friedens in FamilienMuster der Selbstbestimmung in Familien
.-.
"Die freie Partnerwahl"
"Die freie Berufswahl"
"Die freie Religionswahl"
Muster des Friedens in GruppenMuster der Gesprächskultur
Muster der Musik
Muster des Sports
"Jeder wird gehört"
"Das gemeinsame Musizieren"
"Magische Momente in Gemeinsamkeit"
Muster des Friedens in GemeinschaftenMuster der Organisation
.-.
.-.
"Mitgestaltung durch Mitglieder"
"Freiwilligkeit der Mitgliedschaft”
"Eine kollegiale Atmosphäre"
Muster des Friedens in GesellschaftenMuster der Existenzsicherung
Muster der Gerechtigkeit
"Die allgemeine Krankenversicherung"
"Chancengleichheit im Bildungssystem"
"Das Soziale Netz"
"Das Recht auf Integration"
"Bedingungsloses Grundeinkommen"
"Ethik des Tätigseins für die Allgemeinheit"
Muster des Friedens zwischen StaatenMuster der Diplomatie
Muster der wirtschaftlichen Zusammenarbeit
"Das Im - Gespräch - Bleiben"
"Der Freie Warenverkehr"
Muster des Friedens zwischen ReligionenMuster der religiösen Toleranz
.-.
Muster einer gemeinsamen Ethik
.-.
"Die gemischt - religiöse Ehe"
"Die gemischt - religiöse Veranstaltung"
"Du sollst nicht töten"
"Alle Menschen sind Geschwister"
Muster des Friedens im Story - TellingMuster des Märchens
Muster des Friedenslieds
Muster des Antikriegsfilms
"Das gute Herz obsiegt"
"Ein starkes Wir - Gefühl"
"Die Sinnlosigkeit des Kriegs"
Muster von Theorien des FriedensMuster der Konflikttransformation
Muster der Synergie
"Die Rolle des Mediators"
"Gemeinsam sind wir stark"
"Leben ist Vielfalt"
... (offene Liste) ...

Friede ergibt sich logisch und zwangsläufig als Rückgrad der zivilisatorischen Entwicklung der Menschheit im größeren Rahmen der Evolution des Lebens bzw. der Natur.

2 Ökosoziale Erziehung    

Der Schutz von Natur und Lebensraum ergibt das Ziel der Berechtigung ökosozialer Erziehung als Fachbereich und pädagogischen Auftrag (vgl. WAGERER 1992, 83-99).

Interdisziplinär ergeben sich verschiedene Dimensionen als Bildungsauftrag, die das allgemeine Verständnis vertiefen sollen.

2.1 Begründung einer ökosozialen Erziehung    

Tendenzen ergeben sich aus der Geistesgeschichte und anthropozentrischen Tendenzen.

Unter dem Blickwinkel von Philosophie, Naturwissenschaften, Friedensforschung und Anthropologie erweist sich die Umweltkrise als eine Wertkrise. Anzustreben sei Humanität als allgemeiner Wert (vgl. BUBOLZ 1985, 38).

Geistesgeschichte

1 Im griechischen Denken am Beginn der jonischen Naturphilosophie tritt an die Stelle des Mythos der Logos, anstelle des Gefühls die Ratio und an die Stelle der Götterwelt die Gesetzmäßigkeiten der Ursachen. Zudem wird bei Cicero gesehen, dass alle Einrichtungen der Götter und Menschen zum Nutzen der Menschen ersonnen und ausgeführt werden (vgl. BUBOLZ 1985, 39).

2 Anthropozentrisches Denken erkennt man besonders deutlich im Marxismus. Hier ist der Mensch nicht das Kind der Natur, sondern sein Wesen ist das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse. Es geht um die Beherrschung der Natur durch den Menschen.

3 Neben Goethe ist Schopenhauer als Vertreter einer biozentrischen Denkweise zu nennen. Albert Schweitzers Ethik, zum Leben die gleiche Ehrfucht entgegenzubringen wie dem eigenen, ergibt eine ins Grenzenlose erweiterte Ehrfucht vor dem Leben.

4 Gesellschaftspolitische Perspektiven weisen auf den Diskussionsgegenstand der Umweltfragen hin.

5 Die Umweltproblematik der siebziger Jahre hat sich zu Umweltfragen mit politischer Relevanz entwickelt. Bürgerinitiativen, Dritte - Weltgruppen, Friedensbewegungen und Religionsgemeinschaften beschäftigen sich mit Umweltfragen.

6 Als Warnung vor Umweltkatastrophen machte 1963 Rachel Carson mit ihrem Buch "Der stumme Frühling" sich zum Feind der Industrie (vgl. CARSON 1963/2013).

7 Im europäisch - amerikanischen Kulturkreis mit seinem Pluralismus und kurzzeitigen Wahlzyklen herrscht Kurzlebigkeit und Hektik. Ölfelder - Brände, ökologische Desaster, lebensbedrohliche Ereignisse vs. verdrängte Ängste durch die Routine des Vergnügens, des passiven Konsums von Bildern in den täglichen Massenmedien sind Phänomene des ständigen Auswechselns von routinierten Aktivitäten in Beruf, Arbeitswelt und Alltag.

Wachstumsgesellschaft

Die Wachstumsdoktrin als Leitgedanke der Wachstumsgesellschaft durchdringt nicht allein wirtschaftspolitische, vielmehr auch gesellschaftspolitisches Denken. "Small ist beautiful" leistet einen Beitrag, in neuen (alten) Dimensionen zu denken.

1 Die Subjektivität im Weltbild Heranwachsender und Erwachsener weist auf eine Reflexion der Bildungsaufgaben hin.

2 Relativistische Strömungen haben das Vertrauen in ethische Werte, insbesondere bei Heranwachsenden, genommen. Zunehmend besteht die Gefahr eines Nihilismus. Ethik als Basis eines ausgeglichenen Lebens und einer Auseinandersetzung mit entstandenen Wertvorstellungen erhält eine vermehrte Bedeutung (vgl. den IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Ethik).

3 Im Sinne der bisherigen Ausführungen sollte die ökosoziale Erziehung nicht als "Katastrophenpädagogik" verstanden werden. So wie man nicht Gesundheitserziehung ausschließlich unter dem Aspekt von Krankheit sehen kann, darf nicht der Eindruck entstehen, dass man sich um die Natur und den Lebensraum nur dann kümmert, wenn diese zerstört werden oder worden sind. Die Beschäftigung mit der intakten Natur und der damit verbundenen Faszination und Freude könnte mehr in den Vordergrund treten und zu einem ausgeglichenen Leben beitragen. Fördern, ermuntern und helfen sind zutiefst pädagogische Intentionen.

4 Der Beitrag der Erziehungswissenschaft als Bezugswissenschaft im Kontext mit Ethik sollte vermehrt beachtet werden.

5 Anthropologische Erklärungsmuster der Ökopädagogik helfen, die Lehrpraxis besser zu gestalten.

6 Methoden der Selbstfindung und Lebensgestaltung in einer friedvolleren Welt sollten aufgezeigt werden. Mit dem Begriff "Mündigkeit" wird Entschlussfähigkeit zu wirkungsvollem Handeln impliziert (vgl. die Intention "Mündigkeit" im Fachbereich Politische Bildung; im Fachbereich Ethik Kants Aufklärungsphilosophie, aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit sich zu befreien).

7 Fehleinsichten und Fehlhandlungen sollten selbstkritisch als umweltproblematische Tatbestände reflektiert werden können. Handlungsalternativen und Problemlösungsstrategien können im Kontext eines aktuellen Wissensstandes aufgezeigt und/oder entwickelt werden (vgl. die Aufgaben eines Projektunterrichts bzw. eines Fächerverbundes).

8 Prinzipien und Leitbilder sollten als Hilfestellungen für konkretes menschliches Verhalten zum Ausdruck kommen.

9 Kants "Kategorischer Imperativ" kann hier so ausgelegt werden, dass man so handeln soll, dass die Evolution und ihre Reichtümer erhalten bleiben sollen und sich entfalten können. Der moralische Imperativ muss so offen und allgemein sein, dass sich spezifische Konsequenzen und Richtlinien für ein Handeln ergeben können.

2.2 Reflexion    

Die Zielsetzungen lassen sich als Wertkrise, politisches Programm und gesellschaftliche Strömung rechtfertigen. Die ökologische Problematik wird vielerorts behandelt. Lösungskonzepte sind höchst unterschiedlich zu bewerten. Die pädagogische Herausforderung bleibt bestehen. Die einzelnen Bildungsbereiche sind gefordert.

Das Bild vieler resignativer Heranwachsender und Erwachsener verrät ihre Zukunftsangst und Zukunftsunlust, die mit der Umweltbedrohung - man denke an den Klimawandel - korreliert (vgl. WAGERER 1992, 99). Es mangelt an Selbstkontrolle, Fähigkeit zu Aufschub, Frustrationstoleranz und Selbstdisziplin, obgleich Interesse für Ökologie und Umweltschutz im Unterricht bekundet wird.

Eine Beschäftigung mit der Faszination einer intakten Natur und einem attraktiven Lebensraum wirkt ohne Zweifel negativen Einflüssen entgegen.

Förderlich sind im Kontext einer zeitgemäßen Gesundheitsbildung die Aspekte der psychischen, mentalen und physischen Gesundheitserziehung. Damit erweist sich ökosoziale Erziehung von Lernenden her als Beitrag zur persönlichen Psychohygiene i.w.S.

Von der Erziehungswissenschaft und Ethik sind ökopädagogische Zielsetzungen gerechtfertigt, weil sie als erzieherische Intention präventiv als Vermittlerfunktion von Mensch zu Natur und kurativ als Ideenbörse mit Handlungs- und Problemlösungsstrategien wirksam werden.

Ökosoziale Intentionen richten sich und erfordern Engagement, Wissen, Haltungen, soziale und individuelle Verantwortlichkeit. Sie sind ein Beitrag zu gesellschaftlichem Ausgleich, Lösungskompetenz, Wertebezug, Ambiguitätstoleranz und letztlich Mitmenschlichkeit.

3 Global Citizenship Education    

Für die Politische Bildung und Interkulturalität von besonderem Interesse ist der Bildungsansatz, der die Zugehörigkeit und Verantwortung zur/ für eine menschliche Gemeinschaft in einer Weltgesellschaft betrifft (vgl. GROBBAUER 2016, 318-332).

3.1 Basis    

Basis bilden eine weltoffene Grundhaltung, Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, weiter kultureller Kulturaustausch und Bildung sozialer Netzwerke.

Zu bedenken sind Entwicklungen, die eine europäische Einheit in Frage stellen und das europäische Friedensobjekt.

3.2 Pädagogische Herausforderungen    

Die pädagogische Herausforderung (Friedenspädagogik) global orientierter Bildungsansätze stellt sich (vgl. die entsprechenden IT - Autorenbeiträge; UNESCO 2014) im Konzept Globales Lernen, in der Politischen Bildung, in der ethischen Werthaltung, im Lernfeld Europa/ Friedensprojekt Europa, in der Analyse internationaler Konflikte bzw. Konfliktlösungen und transnationale Wanderungsbewegungen mit Folgerungen.

3.3 Internationale Entwicklungen    

Internationale Entwicklungen finden Unterstützung durch die UNESCO (2014), mit der "Global Education First Initiative" von UN - Generalsekretär Ban Ki - Moon (2012) wurde der Bildungsansatz global verbreitet.

Bekämpfung von Armut und Hunger,

Verringerung von Ungleichheit,

Geschlechtergleichstellung,

Maßnahmen gegen den Klimawandel und

Maßnahmen zu hochwertiger Bildung.

4 Friedensprojekt Europa    

Das Projekt der Europäischen Union (EU) hat zu friedlichen Beziehungen und Aussöhnung nach zwei Weltkriegen beigetragen.

Ausgehend von wirtschaftlicher Zusammenarbeit entwickelten sich politische Integrationsprozesse und die EU versteht sich als Wertegemeinschaft für Demokratie, Menschenrechte und Frieden.

Auf globaler Ebene bedarf es einer ständigen Reformbereitschaft, Frieden vorzubereiten (Prävention) und aktiv umzusetzen in engerer Kooperation mit der OSZE und UN0 (Handlungsbereitschaft).

4.1 Vertrag von Lissabon    

Artikel 3 des Vertrages von Lissabon (2009) benennt das Ziel der EU, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.

Die EU hat wenig Gestaltungskraft in der Prävention von Gewaltkonflikten in der Nachbarschaft bewiesen (vgl. den Bosnienkrieg, Kosovo und die Ukraine).

Mit der OEZS (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) hat sie in der Balkanregion in der Folge zur Friedenskonsolidierung, Nachsorge und zum Wiederaufbau beigetragen. Der Friedensnobelpreis verschaffte internationale Anerkennung.

In der Folge schuf die EU Instrumente zur Prävention, Diplomatie und Mediation in ihren Institutionen.

Offen bisher ist der Umgang mit Migranten und Flüchtlingen. Widersprüchlich sind die Bereitstellung großzügiger Finanzmittel zur Aufrüstung.

4.2 Erasmus    

Aus der Sicht Politischer Bildung sind die höheren Mittel für Austauschprogramme (ERASMUS) und Projekte erfreulich und sollten vermehrt in Anspruch genommen werden.

ERASMUS umfasst die bisherigen Programme in den einzelnen Bildungsbereichen.

1 Von Vorteil sind die Einbeziehung auch der neuen EU - Mitglieder. Mitunter fehlen gemeinsame Sprachkenntnisse, die Kommunikationsprobleme ergeben.

2 Die Einrichtung von Schwerpunkt - Programmen erleichtert ein Projektziel.

3 Vernetzungen fördern die Kontakte und den gegenseitigen Informationsstand.

4 Basis bildet eine politische, interkulturelle und ethische Kompetenz (vgl. die Bedeutung der Fächer/ Fächerverbund Politische Bildung, Interkulturalität und Ethik).

5 Gefordert ist die Schul- und Erwachsenenpädagogik.

4.3 Minderheitenpolitik    

  • Eine beispielhafte Vorgangsweise (europäische Lösung mit Vorbildwirkung) im Umgang mit der slowenischen Minderheit in Österreich ergab sich 2019 mit der Ernennung einer österreichischen Staatbürgerin/ Politikerin slowenischer Minderheit (Angelika Mlinar) in Slowenien als Ministerin der Slowenischen Regierung (vgl. https://orf.at/stories/3148245 [30.12.2019]).
  • Die Doppelstaatsbürgerschaft war kein Problem. Aus der öffentlichen Reaktion ergab sich die Schlussfolgerung, dass politisch unkonventionelle politische Vorgangsweisen bei entsprechendem Willen in der EU durchaus möglich sind.
  • Da in Europa in allen Staaten Minderheiten leben, wäre eine solche politisch vertrauensbildende Maßnahme durchaus nachahmenswert bzw. vorteilhaft.
5 Bertha von Suttner    

Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner geb. Gräfin Kinsky von Wohinitz und Tettau war eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin. Sie wurde 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet (vgl. HAMANN 2002).

1 Für die Historische Politische Bildung ist ihr publizierter Roman "Die Waffen nieder" (1889) von Interesse mit dem Schwerpunkt auf eine friedliche Gesellschaft, der großes Aufsehen erregte.

2 Sie beschrieb die Schrecken von Krieg aus der Sicht einer Ehefrau und machte sie zu einer bedeutenden Vertreterin der Friedensbewegung. Sie traf damit den Nerv der Gesellschaft.

3 Das Buch wurde ihr größter literarischer Erfolg und erschien in 37 Auflagen und 12 Sprachen.

4 Inhaltlich beteiligte sich Bertha von Suttner am damaligen pazifistischen Diskurs.

5 Frieden wurde als naturrechtlich verbürgter Normalzustand definiert, dem der Krieg als eine Folge menschlichen Irrwahns gegenüberstehe.

6 Das Recht auf Frieden werde in der Folge demnach völkerrechtlich einforderbar.

7 Sie bezieht sich auf eine dynamische Geschichtsauffassung der in das Soziale gewendete darwinschen Evolutionstheorie und geht von einer langsamen Höherentwicklung der Menschheit im Sinne der Selektion aus (Fortschrittsglaube).

8 In ihrem internationalen Engagement vertritt sie den Friedensgedanken bei Friedenskongressen in Europa und 1904 in der bereits entwickelten US - Friedensbewegung erfolgreich.

Der Höhepunkt des Engagements erfolgte mit der Verleihung des Friedensnobelpreises 1905 als erste Frau.

Das offizielle Österreich hält ihr Andenken mit dem Bild auf der 1000 Schilling - Banknote und der österreichischen 2 - Euro - Münze hoch.

6 Persönliche Reflexion - Friedensbildung    

Ziel eines Friedenslernen kann nur Friedensbildung sein. Die folgenden Ausführungen sind abschließend als persönliche Reflexion der Thematik zu verstehen, es geht um Grundsätze und Arbeitsbereiche.

Für den Autor sind der Ausgangspunkt die Bildungsbereiche und die wissenschaftlichen Teilbereiche der Politischen Bildung, Interkulturellen Kompetenz und Lehrerbildung sowie Erwachsenenpädagogik von wesentlicher Bedeutung.

6.1 Verankerung im gesellschaftlichen Kontext    

Friedensbildung bedeutet das gemeinsame Nachdenken über und das Lernen von Fähigkeiten, die ein Zusammenleben von Menschen und ihrer Umwelt in Frieden und Gewaltfreiheit fördern. Damit folgt man einer Logik, die zu einer "Kultur des Friedens" führt.

Friedenspädagogik sucht pädagogische Antworten aus Gewaltbereitschaft und Friedlosigkeit in und zwischen den Gesellschaften und Staaten.

Es geht um Vorstellungen, wie man friedlich leben kann und Identitäten von Personen, Gruppen und Gemeinschaften als Friedenstifter fördert.

Die angesprochenen Bildungsbereiche betreffen Kinder, Heranwachsende und Erwachsene.

In der Präambel der UNESCO (Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur der UNO) von 1945 findet sich der Bezug zur Friedensbildung > https://www.unesco.de/mediathek/dokumente/verfassung-der-organisation-fuer-bildung-wissenschaft-und-kultur [12.1.2020]).

Der nationale Rahmen für Friedensbildung in Österreich ist das Bekenntnis zu den Menschenrechten (Charta der UNO), zur Europäischen Union, dem Europarat, mit der Kodifizierung in der Bundesverfassung.

In den schulischen Lehrplänen, dem Curriculum der universitären Lehramtsausbildung für Didaktik der Politische Bildung sind die Grundsätze im Kontext einer Demokratieerziehung und Menschenrechtsbildung festgelegt.

Konkret gilt der "Beutelsbacher Konsens" mit dem Kontroversitätsgebot, Überwältigungsverbot und Aktualitätsgebot in der Schul- und Erwachsenenpädagogik.

6.2 Friedensbildung als Lernprozess    

Friedensbildung setzt einen ständigen und bewusste Prozess voraus, der als Lernprozess gestaltet werden kann. Ein friedliches Zusammenleben ist erlernbar, gefordert sind alle Institutionen, die einen pädagogischen Auftrag in der Gesellschaft zu erfüllen haben.

Die drei Faktoren Friedenskompetenz, Friedensfähigkeit und Friedenshandeln begründen Friedensbildung.

Friedenskompetenz - Aneignung von Sachwissen zur Entstehung, Entwicklung und den Konsequenzen von Konflikten, zur Gewalt und den Gefahren

Friedensfähigkeit - Erlernen der soziale Fähigkeiten, nicht-verletzende Kommunikation, Teamfähigkeit, Fähigkeit zum Perspektivenwechsel

Friedenshandeln - Handlungen für mehr Gerechtigkeit, Einhaltung der Menschenwürde und Menschenrechte, Stärkung der Demokratie und Mitbestimmung/Mitverantwortung, Einrichtung gerechter Strukturen

6.3 Arbeitsbereiche    

Friedensbildung lebt von der Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Akteuren wie

Lehrerbildung,

Universität,

Landesverteidigungsakademie,

Jugendverbände und

Erwachsenenbildung.

Vorschläge zur Umsetzung: Seminartätigkeit - 4 Elemente:

Wissen, Methodenkompetenz - eigene Friedensfähigkeit/ Übungen - Entwicklung einer Vision von Frieden - Gerechtigkeit

1 Projektarbeit - Fallanalyse - Gruppenarbeit - Archivarbeit - (Aspekt-) Erkundungen

2 Wanderungsbewegungen

3 Wertewandel

4 Kolonialismus - Dekolonisation

5 Rassismuskritik

6 Friedenskonzepte

7 Gleichberechtigung

8 Erkunden von Erinnerungsorten

9 Zeitzeugengespräche

10 Museumsarbeit

11 Medienarbeit - Mitarbeit in Friedensdekaden

6.4 Herausforderungen an eine Politische Bildung    

Nicht nur weltpolitische Konflikte bedrohen den Frieden.

Neue technologische Entwicklungen

Neue technologische Entwicklungen in neuen Waffensystemen, Formen der Kriegsführung und damit entstehenden Rüstungswettläufen ergeben Phänomene einer Friedensbedrohung (vgl. MÜNKLER 2014).

Zu beachten sind die zunehmende Automatisierung und Autonomisierung unbenannter Waffensysteme, die Digitalisierung der Kriegsführung und neue taktische Nuklearwaffen. Damit entstehen zentrale Herausforderungen und eine ethische Reflexion.

Es sind die folgenden Aspekte anzuführen.

1 Die aktuellen technologischen Entwicklungen bedürfen einer völkerrechtlichen Ächtung und damit einer Aufwertung internationaler Organisationen und Vereinbarungen.

2 Die Dialogfähigkeit gehört damit als Basiskompetenz gepflegt und ausgebaut.

3 Es bedarf einer Stärkung der Defensive im digitalen Bereich durch einen Aufbau resilienter IT - Infrastrukturen (vgl. das Schlagwort "Rüsten ohne Aufzurüsten").

4 Politische Bildung kommt damit eine zunehmende Bedeutung in der Schul- und Erwachsenenpädagogik sowie Wehrpädagogik - tertiärer und quartärer Bildungsbereich - zu.

Weltweite Friedenstiftung

Weltweite Friedensstiftung ergibt sich im Bestreben einer Gleichberechtigung, verstanden als Beitrag zur fachlichen und sozialen Kompetenz von Frauen und Männern.

1 Der "Weltfrauentag" sollte als solcher verstanden werden.

2 Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Problembereiche Politik, auch die Wirtschaft mit einem geteilten Arbeitsmarkt und einer Ungleichgewichtung, die zunehmende Gewalt an Frauen und offene und subtile Diskriminierung.

3 Das Beispiel der "Kopftuchdebatte" weist auf den notwendigen Diskurs in einer trans- bzw. interkulturellen Gesellschaft, Nachbardiszipline der Politischen Bildung sind gefordert (vgl. den IT - Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org < Index Weltfrauentag, Pkt. 2) .

4 Friedenslernen ist mehr als nur ein Projekt, es ist ein weites Bemühen um Gerechtigkeit geworden.

7 Diskurs - Friedensrelevante Lernziele    

Frieden ist ein Zustand, der durch gesellschaftliches Handeln herzustellen und zu erhalten ist. In einem Erziehungsprozess ist die Fähigkeit zum Handeln ggf. erreichbar.

Die Friedensforschung hat analytische Ansätze wie beispielsweise "strukturelle Gewalt", "organisierte Friedlosigkeit", "Vorurteilsdynamik" und "Aggressivität" entwickelt.

7.1 Problematik Curriculum Friedenserziehung    

Ein Curriculum Friedenserziehung sollte nicht als Lernzielkatalog als Stoffkatalog, vielmehr als Lernzielzusammenhang strukturiert werden (vgl. NICKLAS - OSTERMANN 1972, 228).

1 Anknüpfung an konkrete Bedürfnisse und Interessen der Lernenden > didaktischer Aspekt

2 Ableitung aus Erkenntnisinteressen einer kritischen Theorie der Friedensforschung > wissenschaftlicher Aspekt

3 Angabe des Ortes der Gleichberechtigung > emanzipatorischer Aspekt

Das Dilemma des Curriculums einer Friedenserziehung ist neben der Anregung zu Lernprozessen, aber auch die Benennung von Lernzielen.

Die folgenden Lernzielzusammenhänge sind kein Ergebnis einer in Lehre erfolgten Erprobung, vielmehr deuten sie die Richtung einer Entwicklung von Lernzielen an, die im Kontext kritischer Friedensforschung stehen.

7.2 Lernzielzusammenhänge    

1 Gesellschaft

Möglichkeiten einer Demokratisierung und Gleichberechtigung, Ablauf gesellschaftlicher Prozesse, eigenes Denken und Handeln/ Sozialisation, eigenes und solidarisches Handeln, Konformitätsdruck und Positionsrolle

2 Interessen

Fähigkeit des Erkennens und Artikulierens eigener Interessen, partikulare und allgemeine Interessen/ Friedensdimension, Organisation und Durchsetzung

3 Gleichberechtigung

Fähigkeit einer Abstimmung der Beziehung von eigener und gesellschaftlicher Gleichberechtigung, Erlernen der Erreichung des Ziels mit humanen Mitteln, Fähigkeit des Erkennens von Folgen einer gesellschaftlichen Entfremdung

4 Strukturelle Gewalt

Erkennen der Begünstigung bzw. Benachteiligung von gesellschaftlichen Gruppierungen, Chancen und Nachteile der Positionen, Ideologien und systemische Abläufe, Gewaltstrukturen von hoheitlicher, struktureller und direkter personaler Gewalt mit Folgen, Fähigkeit eines Vergleichs der Möglichkeit einer Selbstverwirklichung und vorgegeben Entwicklungen

5 Konflikte

Lernen des Erkennens der Ursachen gesellschaftlicher Konflikte, Interessenspositionen mit Konfliktpotential/ Rechtfertigung - Verschleierung, Analyse von Lösungsmöglichkeiten

6 Aggression

Erkenntnis der Produktion von Aggression, Artikulationsformen mit gesellschaftlicher Prämierung bzw. Sanktionen, Minderheiten und Randgruppen sowie gesellschaftliche Stabilität

7 Vorurteile

Erkennen eigener Vorurteile und kritische Reflexion, gesellschaftliche Ursachen, Vorurteile als Deformierung der Realität und Wahrnehmung - "selffulfilling prophecy"

8 Internationales System - Krieg

Abbau von ethnozentrischen und nationalistischen Loyalitäten und Entwicklung problembezogener, Erkenntnis historischer Zusammenhänge, Veränderbarkeit und Gestaltbarkeit, Widersprüche im internationalen System/ asymetrische Verteilung ökonomischer, ökologischer und sozialer Lebenschancen, Analyse systembedingter Konfliktpotentiale und offener Konflikte, Einsatz von Mitteln in Kriegen und folgenreiche Konsequenzen für Menschen

Quelle: modifiziert nach NICKLAS - OSTERMANN 1973, 230-233

8 Friedensbemühungen - Friedensgutachten    

2023 veröffentlichten vier deutsche wissenschaftliche Institutionen BICC, HSFK, IFSH und INEF "Friedensgutachten" , die im Folgenden verkürzt in ihren Kernaussagen zusammengefasst werden (vgl. FRIEDENSGUTACHTEN 2023, 5-11).

Im Ukraine - Konflikt zeigen sich immer stärker globale Verwerfungen. Der Krieg beeinflusst die Funktionsfähigkeit internationaler Organisationen und notwendigen Kooperation in Politikfeldern wie der Handelspolitik und dem Klimaschutz. Innerstaatlich kommt es zu Polarisierungen und Verschwörungstheorien mit negativen Folgen für die Demokratie. Viele Bemühungen um Frieden bringen keinen Frieden.

Kriege und Konflikte haben nicht nur Europa, auch viele Weltregionen bestimmt. Der Ukraine - Konflikt ist ein regionaler Konflikt, die Folgen sind weltweit zu spüren (vgl. Kerninflation, mit Preiserhöhungen für Energie und Lebensmitteln; Fluchtbewegungen; Konflikte im Indopazifik). Andauernde Konflikte gibt es mit hoher Gewaltbereitschaft in Afrika.

Dies Ausgangslage lässt noch lange keinen Frieden erkennen. Die empirische Forschung zeigt an, dass nur 20 Prozent aller zwischenstaatlichen Kriege mit einer militärischen Niederlage enden, weitere 30 Prozent haben kein klares Ergebnis (vgl. Ressourcenverbrauch).

8.1 Zunahme von Gewaltkonflikten    

Die Konfliktherde dürfen nicht vergessen werden wie die Bürgerkriege im Mittleren Osten, im Sahel und am Horn von Afrika. Die Kriege und Konflikte in Äthiopien, Somalia und dem Jemen verzeichnen eine Erhöhung der Zahl der Todesopfer um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Alte und neue Konflikte sowie die rasche Aufrüstung rücken die Aussicht auf Frieden auch 2023 in weite Ferne. Das Beispiel Sudan zeigt, wie schnell ein Konflikt gewaltsam eskalieren kann. Kaum ein Konflikt findet ohne nichtstaatliche bewaffnete Gruppen statt (vgl. lokale Milizen, Privatarmeen).

8.2 Dilemmata feministischer Außen- und Entwicklungspolitik    

Feministische Außenpolitik nimmt die politischen Konsequenzen für unterschiedliche Gruppen, nicht nur für Frauen und andere strukturell marginalisierte Teile der Gesellschaft, in den Blick.

Ziel sind gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe sowie gleicher Zugang zu Ressourcen.

Die vergangenen Jahre zeigen die gesellschaftliche Ausgrenzungen und das Fehlen politischer Antworten - man denke an den Iran mit Demonstrationen/ Tod Mahsa Amini 2022 mit Demonstrationen von vielen Frauen und Männern - aus Rücksicht auf Öltransporte und Nuklearverhandlungen. Ebenso denke man an das Schul-, Bildungs- und Arbeitsverbot für Frauen in Afghanistan und das Dilemma für eine humanitäre Hilfe und Nothilfe.

8.3 Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit    

2021 und 2022 beeinflussen drei Krisen die Weltlage, "3Cs" Climate, Covid und Conflict bezeichnen den Klimawandel, Covid-19 - Pandemie und Ukrainekonflikt.

Extremwetterereignisse, Dürren mit Knappheit von Lebensmitteln Überschwemmungen

Pandemie mit Folgen im Gesundheitssystem, Alltag und Bildungs- und Arbeitssystem

Ukrainekonflikt mit Sorgen für die Bevölkerung, Fluchtbewegungen, weltweite Lebensmittelversorgung, Aufrüstung und Friedenssicherung

8.4 Stärkung von Rüstungskontrolle    

Es wird eine Umstellung der Rüstungskontrollpolitik notwendig sein. Schwierig werden Abrüstungsschritte und Rüstungsbegrenzungen werden. Diplomatische Kommunikationsstrukturen sind aufrecht zu erhalten.

Ziel muss sein, die Krisenstabilität zu erhöhen. Das Risiko von Fehlwahrnehmungen zu verkleinern und militärische Eskalation zu verhindern. Konzepte der Transparenz und Überprüfbarkeit von Truppenbewegungen sowie Maßnahmen von Vertrauensbildung sollten für die Zeit nach dem Ukrainekonflikt wieder angeknüpft werden. Eröffnet werden sollte auch die Möglichkeit, Staaten in Rüstungskontrollgespräche einzubeziehen, die bisher nicht beteiligt waren.

8.5 Politische Entflechtungen    

Angesprochen sind wirtschaftliche Verflechtungen im Handel, mit Abhängigkeiten Europas (vgl. Winter 2022 Gasversorgung).

Politische Entflechtungen sind daher überlegt und zurückhaltend in Abstimmung mit EU - Partnern vorgenommen werden (vgl. aktuell China).

8.6 Entschärfung gesellschaftlicher Polarisierung    

Gesellschaftlicher Frieden und Konfliktaustragung sind in Demokratien voraussetzungsvoll. Die Folgen aktueller Krisen erhöhen das Risiko politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung. Gewaltfreie Proteste sind Bestandteil einer Demokratie (vgl. öffentliche Diffamierung ist keine Antwort auf Proteste).

Gestärkt gehört die Resilienz demokratischer Gesellschaften mit Beratungs- und Bildungsprogrammen. Neue Beteiligungsformen können eine Ergänzung von politischen Entscheidungsprozessen sein. Politische Antworten benötigen die Reflexion auf soziale Kosten und eine gesellschaftliche Betroffenheit.

8.7 Schlussfolgerungen    

Die Welt ist aktuell weit vom Frieden entfernt. Der Ukrainekonflikt blockiert Kooperationen im Rahmen internationaler Vereinbarungen und fördert neue Lagerbildungen.

Eine auf Frieden gerichtete internationale Politik hat sich an Normen und Werten zu orientieren und an dem, was möglich ist. Die Dilemmata entstehen und sollen transparent kommuniziert werden, damit Politik glaubwürdig bleibt.

8.8 Literaturverzeichnis Friedenspädagogik    

Angeführt sind jene Titel, die für den Beitrag verwendet und/oder direkt zitiert werden.

Aichholzer J. - Friesl Chr. - Hajdinjak S. - Kritzinger S. (Hrsg.) (2109): Quo Vadis Österreich?, Wertewandel zwischen 1990 und 2018, Wien

Anders G: (2003): Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen, München

Baberowski J.(2018): Räume der Gewalt. Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 1570, Bonn

Bohnacker Th. (2011): Forschung für oder Forschung über den Frieden? Zum Selbstverständnis der Friedens- und Konfliktforschung, in: Schlotter P. - Wisotzki S. (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung, Baden - Baden, 46-77

Brand U. - Brunnengräber A. - Schrader L. - Stock Chr. - Wahl P. (Hrsg.) (2000): Global Gouvernance. Alternative zur neoliberalen Globalisierung, Münster

Bubolz G. (1985): Umwelterziehung im Pädagogikunterricht, Frankfurt/ M.

Carson R. (1963/2013): Der stumme Frühling, München

Dichatschek G. (2017a): Didaktik der Politischen Bildung. Theorie, Praxis und Handlungsfelder der Fachdidaktik der Politischen Bildung, Saarbrücken

Dichatschek G.(2017b): Interkulturalität. Ein Beitrag zur Theorie, Bildung und Handlungsfeldern im Kontext von Interkultureller Öffnung und Politischer Bildung, Saarbrücken

Dichatschek G.(2017c): Erwachsenen - Weiterbildung. Ein Beitrag zu Theorie und Praxis von Fort- bzw. Weiterbildung, Saarbrücken

Dichatschek G. (2019a): Lehre an der Hochschule. Ein Beitrag zu Dimensionen der Lehre, Lehrer (innen) bildung, Fort- bzw. Weiterbildung Lehrender und Hochschuldidaktik, Saarbrücken

Dichatschek G. (2019b): Medienarbeit. Aspekte zur Weiterbildung im Kontext der Politischen Bildung/ Medienpädagogik -Medienbildung, Saarbrücken

Dietrich W. (2019): Gerechtigkeit und Frieden. Eine biblische Grundlegung, Friede, in: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens, Ein Friedenstheologisches Lesebuch, Leipzig, 43- 52

Dosch K. - U. (2014): Friedensbildung als pädagogisches Konzept, Bund für Soziale Verteidigung: Hintergrund- und Diskussionspapier Nr. 37/ September 2014

Exo M. (2015): Indigene Methoden als Stachel für die Friedens-und Konfliktforschung. Über Rechenschaftspflicht und das Erlernen dekolonisierender Praxis, in: Bös M. - Schmitt L. - Zimmer K. (Hrsg.): Konflikte vermitteln? Lehren und Lernen in der Friedens- und Konfliktforschung, Wiesbaden, 281-304

Friedensgutachten 2013: Bonn International Centre for Conflict Studies - Leibnitz - Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung - Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg - Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg - Essen, Bielefeld

Frieters - Reermann N./ Lang - Wojtasik Gr. (Hrsg.) (2015): Friedenspädagogik und Gewaltfreiheit. Denkanstöße für eine differenzsensible Kommunikations- und Konfliktkultur, Opladen-Berlin-Toronto??

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Zeitschrift für Pädagogik 2/ 1973 "Thema Friedenserziehung", Weinheim

Dokumentation der Ausbildung    
































Zum Autor    

APS - Lehramt (VS - HS - PL 1970, 1975, 1976), zertifizierter Schülerberater (1975) und Schulentwicklungsberater (1999), Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol (1993-2002)

Absolvent Höhere Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft Ursprung - Klessheim/ Reifeprüfung, Maturantenlehrgang der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck/ Reifeprüfung - Studium Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat (1985), 1. Lehrgang Ökumene - Kardinal König Akademie/ Wien/ Zertifizierung (2006); 10. Universitätslehrgang Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc (2008), Weiterbildungsakademie Österreich/ Wien/ Diplome (2010), 6. Universitätslehrgang Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012), 4. Interner Lehrgang Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/ Zertifizierung (2016) - Fernstudium Grundkurs Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2018), Fernstudium Nachhaltige Entwicklung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2020), Onlinekurs Grundkurs - Aufbaukurs/ Theologie für Ehrenamtliche - Kolleg für Gemeindedienst/ Bodelschwingh - Studienstiftung Marburg/ Zertifizierung (2025)

Lehrbeauftragter Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien/ Berufspädagogik - Vorberufliche Bildung VO - SE (1990-2011), Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung - SE Didaktik der Politischen Bildung (2026-2017)

Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche Österreich (2000-2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks Tirol (2004 - 2009, 2017 - 2019)

Kursleiter der VHSn Salzburg Zell/ See, Saalfelden und Stadt Salzburg/ "Freude an Bildung" - Politische Bildung (2012 - 2018)

MAIL dichatschek (AT) kitz.net

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 8. September 2026