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Lernpaket kulturell-religiöses Grundwissen
Reihe Fachwissen 28 |  |
Lernpaket religiös - kulturelles Grundwissen |  |
Günther Dichatschek
 | | Inhaltsverzeichnis dieser Seite | |
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Einleitung |  |
Lernende einer Fernlehre halten nach längerer Zeit in einer Fortbildungsphase wieder Studienunterlagen in der Hand halten. Nach Jahren einer Beendigung einer Erstausbildung liegen Materialien/ Lernunterlagen auf dem Tisch, die in verschiedenster Weise bearbeitet werden können.
Von Vorteil ist ein Grundwissen und ein Bildungsmanagement, das in einer Phase einer Fortbildung eingesetzt werden kann.
"Fortbildung" betrifft Lernprozesse, die eine Erhaltung des aktuellen Wissens/ "Zusatzwissen" betrifft. "Weiterbildung" betrifft dagegen Lernprozesse, die eine Höherqualifizierung mit "Weiterführungswissen" anstrebt. Von der Europäischen Union wird allerdings die Bildungsmaßnahme "Weiterbildung" bevorzugt.
Die Studie gliedert sich in Teil I religiöses Grundwissen in einer Fernlehre und Teil II kulturelles Grundwissen - Kulturbildung im Kontext einer Erwachsenenbildung in Politischer Bildung.
Teil I - Religiöses Grundwissen - Fernlehre |  |
1 Vorbemerkung |  |
Lernende eines Fernlehre halten nach längerer Zeit in einer Fort- bzw. Weiterbildungsphase wieder Studienunterlagen in der Hand halten. Nach Jahren einer Beendigung einer Erstausbildung liegen Materialien/ Lernunterlagen auf dem Tisch, die in verschiedenster Weise bearbeitet werden sollen.
Von Vorteil ist in solides Grundwissen und ein Bildungsmanagement, das in einer Phase einer Fort- bzw. Weiterbildung eingesetzt werden kann.
"Fortbildung" betrifft Lernprozesse, die eine Erhaltung des aktuellen Wissens/ "Zusatzwissen" betreffen. "Weiterbildung" betrifft Lernprozesse, die eine Höherqualifizierung mit akademischer Bildung/ "Weiterführungswissen" betreffen.
Von der Europäischen Union wird als Bildungsmaßnahme "Weiterbildung" bevorzugt.
2 Hinweise zur Fernlehre |  |
Die folgenden Hinweise sollen die Bearbeitung der Texte, des Zugangs zum Internet und der Verständlichkeit einschlägiger Methoden erleichtern.
2.1 Schwerpunktsetzung |  |
Zur Schwerpunktsetzung und einem Textverständnis gehört es, Notizpapier für Stichworte und einen Textmarker bzw. zum Unterstreichen wesentlicher Textteile einen Buntstift zu verwenden. Fragestellungen und wichtige Erkenntnisse können so festgehalten werden.
In Randspalten können kurze Zusammenfassungen für einen Überblick geschrieben werden.
Mögliche Aufgabenstellungen helfen, Inhalte besser zu erfassen und einen eigenen Erfahrungsschatz aufzubauen.
Hilfreich mitunter ist ein Perspektivenwechsel, womit man sich in eine andere Person hineindenkt. Dies erweitert einen Bildungshorizont und ermöglicht einen Lernprozess im Sinne eines Fernstudiums.
Der Zugang zum Internet oder einem Internetanschluss ermöglicht Recherche und Bearbeitung von Stichworten in Suchmaschinen.
Nicht zu übersehen ist das Auffinden von Fachliteratur zur Ergänzung der Fernstudienunterlagen.
Öffentliche Bibliotheken, Fachbibliotheken und Universitätsbibliotheken sind Anlaufstellen für Zusatzliteratur.
2.2 Lernplanung |  |
Die folgenden Ratschläge bzw. Erfahrungen für ein Lernmanagement in einer Fernlehre sind allgemein gehalten und bedürfen jedenfalls einer individuellen Lernorganisation.
Erreichbare Ziele heben die Lernmotivation.
Dazu bedarf es eines kontinuierlichen Lernprozesses mit der Möglichkeit, Unklarheiten und Fragestellungen in einer Lernbegleitung beantwortet zu bekommen.
Ein Lernplan erleichtert die Bearbeitung und strafft die Erreichung der Lernziele. Lernen soll Freude machen und letztlich ein Gefühl des Erreichens eines Zieles verschaffen.
Eine Fernlehre muss machbar und Anregungen für eine spezifisch - thematische Auseinandersetzung ergeben. Sinnvoll ist die Nutzung auch als Zusatz bzw. Fortsetzung eines Grundwissens.
2.3 Autorenausgangspunkte für eine Fernlehre |  |
Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen waren die Absolvierung der Weiterbildungsakademie Österreich und der Fernstudien Grundkurs Erwachsenenbildung und Nachhaltige Entwicklung.
Die ergänzende Fachliteratur ist ein Bestandteil der Thematik. Die Studie ist eine persönliche Auseinandersetzung aus der angeführten Motivation.
Im Folgenden wird auf ein Fernstudium zu den Fachbereichen Erwachsenenbildung/ Erwachsenenpädagogik, Nachhaltige Entwicklung/ Politischen Bildung, Bildungsmanagement und Lehren/ Gruppenleitung/Training aus der Erfahrung des Autors mit Zertifizierung hingewiesen. Erfahrungen mit einer Fernlehre ohne Zertifizierung ergaben sich mit Online - Kurs Mooc und kurzen Online - Seminaren.
Vorgestellt wird das Studienmaterial, die Leistungsbeurteilung für den Erhalt eines Zertifikats und weiterführende Literaturhinweise.
Hier gelten die Bedingungen von Netzwerkarbeit: IT - Kenntnis, Teilnehmerorientierung, zeitliche Ressourcen, familiäre Unterstützung, geregelte Prüfungsbedingungen bzw. Blended Learning und ggf. finanzielle Absicherung.
Im deutschsprachigen Raum gibt es ein unterschiedliches Angebot mit und ohne Zertifizierung (vgl. zur Orientierung > https://www.karriere.at/blog/fernstudium-tipps.html [23.8.2019] und https://www.edukatico.org/de [23.8.2019]).
Für den Einsatz digitaler Werkzeuge in Lernprozessen der Erwachsenenpädagogik ist eine fachspezifische Didaktik erforderlich (vgl. ASCHEMANN - WURM - ROTHLER - EBNER - FREI - PAAR - SÜSSMAYER 2017; PAAR - ASCHEMANN 2017 > https://erwachsenenbildung.at/aktuell/nachrichten_details.php?nid=11940 [23.8.2019]).
3 Bodelschwingh - Studienstiftung |  |
Der Auftrag der Studienstiftung ist es, das Evangelium in aller Welt und in der Kirche mit ihren Gemeinden zu verbreiten und Menschen damit in der Beziehung zu Gott zu fördern.
Darum ist das Anliegen, dass Haupt- und Ehrenamtliche in ihren Gemeinden theologisch durchdacht und biblisch begründet die verschiedenen Angebote gestalten können.
So soll ein Beitrag zur theologischen Ausbildung im Vertrauen auf Gott und sein Wort geleistet werden. Dabei steht man auch im Nachdenken über Gott in Beziehung zu Gott.
Darum begleitet man auch Theologiestudierende, die sich auf einen Dienst in einer Landeskirche oder der Schule vorbereiten, während ihres Studiums an der Universität und bildet "Ehrenamtliche"/ Freiwillige in Gemeinden und Kirchen aus.
3.1 Kolleg für Gemeindedienst |  |
Das "Kolleg für Gemeindedienst" ist ein wertvoller Beitrag in einer Diaspora für eine Glaubensgrundlage in der evangelischen Erwachsenenbildung. Online - Angebote in einer digitalisierten Umwelt erhalten eine zunehmende Bedeutung in Verbindung mit einer Bildungsberatung.
Die Möglichkeit einer Zertifizierung im Rahmen einer konfessionellen Erwachsenenbildung steigert in einer Wissensgesellschaft ein Hintergrundwissen.
Die Kurse des "Kollegs für Gemeindedienst" vermitteln einen umfassenden Einblick in die zentralen Aspekte der klassischen Theologie. Sie sind speziell darauf ausgerichtet, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kirchen und Gemeinden mit fundiertem Wissen und praxisnahen Ansätzen zu unterstützen.
Neben einer soliden theoretischen Grundlage bieten die Kurse praxisorientierte Anwendungen und weiterführende Ressourcen, die ein tiefergehendes Studium erleichtern. Dank der großzügigen Spenden des Freundeskreises ist der Zugriff auf den gesamten Katalog der Online - Kurse kostenlos.
IT - Hinweis
https://www.bodelschwingh-studienstiftung.de (27.7.2025)
3.2 Programmübersicht |  |
Seit 1997 macht die Bodelschwingh - Studienstiftung Bildungsangebote für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um eine wertvolle Ausbildung für ehrenamtliches Engagement der Gemeinde zu erlangen. Dieses Online - Programm ist eine Fortsetzung dieser Tradition.
Die Kurse sind jeweils auf einen der folgenden sechs Bereiche ausgerichtet.
- Altes Testament,
- Neues Testament,
- wie ich die Bibel verstehe,
- was die Bibel lehrt,
- Kirchengeschichte und
- Praktische Theologie.
Ziel ist
- ein grundlegendes Verständnis für jede dieser Disziplinen zu erlangen,
- jeweils mit einem Schwerpunkt auf der Anwendung in der ehrenamtlichen Arbeit in der Gemeinde.
3.3 Zertifikatsprogramm Grundkurs |  |
Dies ist ein klassisches und einsteigerfreundliches Zertifikatsprogramm. Das Zertifikat besteht aus 10 Online - Kursen (davon 9 Pflichtkurse und 1 Wahlkurs) und 3 Einführungsarbeiten.
Online - Kurse:
1. Altes Testament I (Karsten Vehrs)
2. Schriftverständnis I (Thomas Jeromin)
3. Wie legt man die Bibel aus? (Harm Bernick)
Einführungsarbeit A: Wie schreibe ich eine Andacht?
4. Grundzüge biblischer Rede von Gott (Erhard Berneburg)
5. Schriftverständnis II (Thomas Jeromin)
6. Die Hochzeit zu Kana (Harm Bernick)
Einführungsarbeit B: Exegese zu einem neutestamentlichen Text
7. Wahlkurs
8. Die evangelikale Bewegung I (Jörg Breitschwerdt)
9. Einführung in Gottesdienste (Wolfgang Becker)
10. Evangelisation (Ulrich Parzany)
Einführungsarbeit C: Positionspapier zum Apostolischen Glaubensbekenntnis
3.4 Zertifikatsprogramm Aufbaukurs |  |
Dies ist ein Zertifikat für Fortgeschrittene. Das Zertifikat besteht aus 10 Online - Kursen (davon 3 Pflichtkurse und 7 Wahlkurse) und 3 Zwischenarbeiten. Zu beachten ist, dass Kurse, die für das Grundkurs - Zertifikat angerechnet wurden, nicht auch als Wahlkurs für das Aufbau - Zertifikat angerechnet werden können.
Online - Kurse:
1: Wahlkurs
2: Wahlkurs
3: Der Prophet Micha (Manfred Dreytza)
Zwischenarbeiten A: Exegese zu einem alttestamentlichen Text
4: Wahlkurs
5: Wahlkurs
6: Martin Luther (Peter Zimmerling)
Zwischenarbeiten B: Biographie einer Person oder Abriss einer Bewegung aus der Kirchengeschichte
Kurs 7: Wahlkurs
8: Wahlkurs
9: Wahlkurs
10: Zum Glauben einladen: evangelistisch predigen (Matthias Clausen)
Zwischenarbeiten C: Eine Predigt schreiben
http://www.netzwerkgegengewalt.org/wiki.cgi?Arbeiten__Aufbaukurs (28.7.2025)
3.5 Absolvierte Autoren - Kurse |  |
1 Das Schriftverständnis von Rudolf Bultmann |  |
Im Zentrum dieses Kurses steht Rudolf Bultmanns theologische Denkweise, insbesondere sein Konzept der „Entmythologisierung“ und seine existentiale Interpretation der Bibel. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Glaube und kritisches Denken miteinander verbunden werden können, ohne die biblische Botschaft zu entleeren oder ihre intellektuelle Anschlussfähigkeit zu verlieren. Anhand zentraler Texte Bultmanns – insbesondere seines berühmten Aufsatzes „Neues Testament und Mythologie“ – werden seine theologischen Grundannahmen entfaltet: die Ablehnung eines überholten Weltbildes, die existenzielle Auslegung biblischer Texte, die Rückbindung des Glaubens an das persönliche Selbstverständnis und die Forderung nach einer Verkündigung, die den Menschen im Hier und Jetzt anspricht. Dabei wird deutlich: Für Bultmann ist Theologie nicht Rückzug in religiöse Behauptungen, sondern der Versuch, im Licht moderner Weltdeutung glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Gleichzeitig setzt sich der Kurs kritisch mit den Grenzen und Spannungen von Bultmanns Ansatz auseinander. In Auseinandersetzung mit theologischen Gegenspielern wie Karl Barth, sowie im Abgleich mit biblischen Grundmotiven wie Gottes geschichtlichem Handeln, dem Offenbarungsverständnis und dem Verhältnis von Mensch und Gott, wird Bultmanns Position auf ihre Tragfähigkeit geprüft. Der Kurs fragt, inwiefern Bultmanns modernes Schriftverständnis wirklich die Bibel ernst nimmt – oder ob es sie letztlich dem Maßstab des Menschen unterwirft. Durch die Reflexion über Mythos, Wahrheit und Glaube sollen die Teilnehmenden zu einer reflektierten theologischen Haltung ermutigt werden, die sich der Spannung zwischen biblischer Treue und intellektueller Redlichkeit bewusst stellt. Ziel ist eine Rede von Gott, die zugleich verständlich, verantwortbar und geistlich tragfähig bleibt.
2 Martin Luther: Theologie und Praxis |  |
Dieser Kurs vermittelt einen systematischen Überblick über zentrale Aspekte von Luthers Denken und deren Bedeutung für kirchliches Handeln heute. Ausgehend von Luthers normativem Anspruch für die evangelische Kirche werden theologische Grundbegriffe wie Rechtfertigung, Schriftprinzip und das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung erschlossen. Besonderes Augenmerk liegt auf Luthers existenziell geprägtem Verständnis von Theologie als Lebens- und Glaubenspraxis, wie es sich in seinen Konzepten von oratio, meditatio, tentatio und in der spirituellen Deutung von Taufe und Abendmahl zeigt. Die Einheiten verdeutlichen, wie Luthers Theologie auf individuelle Glaubensgewissheit zielt, ohne den Gemeindebezug aus dem Blick zu verlieren, und fragen nach der Tragfähigkeit dieser Perspektiven in einer zunehmend säkularen Gesellschaft.
Die Lehrveranstaltung kombiniert theologiegeschichtliche Analyse mit praktisch-theologischer Reflexion und schärft das Bewusstsein für Luthers bleibenden Einfluss auf protestantische Spiritualität und kirchliche Praxis. Dabei werden auch aktuelle Herausforderungen thematisiert – etwa die Relevanz der reformatorischen „Soli“, die Weitergabe des Glaubens in pluralen Kontexten oder die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Glaubensräume. Der Kurs richtet sich an Studierende der Theologie, Religionspädagogik und verwandter Fächer, die sich mit Luthers Denken nicht nur historisch, sondern auch im Blick auf Gegenwart und Zukunft des Protestantismus auseinandersetzen möchten.
3 Die Evangelikale Bewegung III: 20. Jahrhundert |  |
Dieser Kurs widmet sich den theologischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts, die maßgeblich zur Herausbildung der evangelikalen Bewegung in Deutschland beigetragen haben. Im Zentrum steht das Entmythologisierungsprogramm Rudolf Bultmanns, dessen Einfluss auf die kirchliche Theologie, die akademische Ausbildung sowie das kirchliche Leben kaum zu überschätzen ist. Anhand zentraler Texte, theologischer Streitfragen und historischer Kontexte wird aufgezeigt, wie sich konservative und pietistische Kreise zunehmend gegen eine als „modern“ empfundene Theologie formierten – mit Folgen, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Die Veranstaltung verfolgt einen historisch - systematischen Zugang: Sie analysiert sowohl Bultmanns intellektuelle Motive und seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als auch die vielfältigen kirchlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Reaktionen auf seine Theologie. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entstehung evangelikaler Parallelstrukturen – von alternativen Ausbildungsstätten bis hin zu kirchenpolitischen Initiativen wie dem Gemeindetag unter dem Wort oder der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Ziel des Kurses ist es, Studierende für die theologiegeschichtliche Tiefenschärfe dieser Konflikte zu sensibilisieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit der Frage zu führen, wie Glauben, Theologie und gesellschaftliche Wirklichkeit in Spannung zueinanderstehen – und produktiv miteinander ins Gespräch gebracht werden können.
Dieser Kurs ist der dritte von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
4 Die Evangelikale Bewegung I: Das protestantische Schriftprinzip |  |
Dieser Kurs bietet eine fundierte Einführung in die historischen und theologischen Wurzeln der evangelikalen Bewegung. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung zwischen Martin Luther und Erasmus, deren gegensätzliche Auffassungen über die Autorität, Klarheit und Interpretation der Heiligen Schrift das protestantische Schriftprinzip „Sola Scriptura“ maßgeblich prägten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der reformatorischen Lehre Luthers zur Klarheit der Bibel. Der Kurs erläutert, wie Luther die Heilige Schrift als für jeden Gläubigen verständlich und verbindlich betrachtet, wobei die innere Erleuchtung durch den Heiligen Geist entscheidend für das Verständnis bleibt. Damit wird die Unterscheidung zwischen äußerer und innerer Klarheit der Schrift vertieft und die Rolle der Gnade Gottes im Erkennen biblischer Wahrheiten herausgestellt.
Darüber hinaus widmet sich der Kurs der Entwicklung der lutherischen Orthodoxie und des Pietismus, insbesondere der Lehre von der Verbalinspiration der Bibel. Es wird erläutert, wie die Heilige Schrift als durch den Heiligen Geist inspiriertes und fehlerloses Wort Gottes angesehen wurde, welches die Grundlage für Glauben und Leben bildet. Abschließend werden die theologischen Herausforderungen der Aufklärung sowie die Differenzierung von Glauben und Theologie behandelt. Der Kurs analysiert die kritischen Perspektiven Gotthold Ephraim Lessings und Semmlers, die eine Trennung von heiliger Schrift, Wort Gottes und wissenschaftlicher Theologie einführten.
Dieser Kurs ist der erste von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
5 Die Evangelikale Bewegung II: Das 19. Jahrhundert |  |
Dieser Kurs bietet eine umfassende und tiefgehende Auseinandersetzung mit den theologischen Konflikten und Entwicklungen des 19. Jahrhunderts, die die Grundlage der heutigen evangelikalen Bewegung maßgeblich geprägt haben. Im Fokus stehen die intensiven Debatten um das Leben Jesu, ausgelöst durch David Friedrich Strauß, sowie der kontroverse Apostolikumstreit, der das Spannungsfeld zwischen konservativer und moderner Theologie exemplarisch widerspiegelt. Anhand zentraler Persönlichkeiten wie Strauß, Adolf von Harnack, Sixt Karl Kapff und weiteren wird dargestellt, wie die Aufklärung und der Rationalismus die traditionelle Glaubenslehre herausforderten und zu einer Neuorientierung führten.
Der Kurs verfolgt zudem die Entwicklung theologischer Schulen, besonders an der Universität Tübingen, und beleuchtet, wie sich konservative und liberale Positionen gegenüberstanden und gegenseitig beeinflussten. Die Rolle von Organisationen wie der Basler Christentumsgesellschaft und die Entstehung theologischer Erweckungsbewegungen werden ebenso behandelt wie die theologische Diskussion um Wunder, historische Wahrheit und die Autorität der Bibel. Teilnehmer erhalten Einblick in die historischen Hintergründe, die intellektuellen Kontroversen und die kirchlichen Reaktionen jener Zeit, die bis heute das Verständnis und die Praxis evangelikaler Theologie prägen.
Dieser Kurs ist der zweite von drei Kursen, die sich mit der Geschichte der evangelischen Bewegung in Deutschland beschäftigen.
6 Schriftverständnis III |  |
Dieser Kurs ist der dritte in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen. Der Referent befasst sich damit, wie unsere Bemühungen um die Auslegung der Heiligen Schrift scheitern können. Der Referent erinnert uns daran, dass Sünde in der Bibel als Verfehlung des Ziels definiert wird (so wie ein Bogenschütze sein Ziel verfehlen kann), und Sünde kann auch uns davon abhalten, bei unserer Auslegung der Schrift das Ziel zu treffen.
Der Referent führt zunächst 2. Korinther 10,3-5 auf und stellt die Aufforderung, „jeden Gedanken gefangen“ zu nehmen und Christus zu übergeben. Dieser Abschnitt zeigt uns deutlich, dass geistliche Realitäten die Ausübung unserer Vernunft beeinflussen können und dies auch tun. Der Referent bietet auch eine Auslegung der Geschichte des reichen jungen Herrschers aus Markus 10,17-22, in der der Mann, der ihn korrigierte, die Schrift auslegte, aber tragischerweise beschloss, nicht zu gehorchen. Der Referent geht auch auf Johannes 5,1-18 ein, wo wir die bemerkenswerte Frage Jesu an den blind geborenen Mann lesen: „Willst du gesund werden?“ (Johannesevangelium 5,6). Wir müssen über unsere eigenen Wünsche in den Fragen nachdenken, die wir beim Studium der Heiligen Schrift stellen. Der Referent geht auch auf Markus 16,16 ein und erklärt mehrere gängige Fehlinterpretationen dieses Textes in Bezug auf die Taufe.
Der Kurs schließt mit einem Überblick darüber, wie unsere Auslegung der Heiligen Schrift unsere ethischen Schlussfolgerungen beeinflussen sollte.
7 Schriftverständnis IV Vom gelingenden Verstehen der Bibel |  |
Dieser Kurs ist der vierte in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen.
In diesem Kurs wird die vielschichtige Beziehung zwischen dem Einzelnen und der Bibel untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Autorität der Bibel als Wort Gottes, ihrem transformativen Potenzial und ihrer Relevanz für das heutige Leben liegt. Der Referent stellt sich mit wichtigen Bibelstellen auseinander und reflektiert darüber, wie der Heilige Geist zum Verständnis beiträgt, während sie gleichzeitig die Risiken einer Fehlinterpretation erkennen. Der Kurs untersucht zentrale Erzählungen, darunter die geistliche Reise des äthiopischen Kämmerers (Apg. 8) und die missionarischen Lehren des Paulus (Apg. 17) und betont die Rolle der Heiligen Schrift bei der Förderung des Glaubens und der Nachfolge.
Der Kurs analysiert die Reaktionen auf die biblische Verkündigung, die von Akzeptanz und Lebenswandel bis hin zu Widerstand reichen, und heben die polarisierende Kraft der Bibel hervor. Besonderes Augenmerk wird auf die vorbildliche Praxis der Beröer bei der Prüfung der Heiligen Schrift gelegt, die einen reflektierten und verantwortungsbewussten Ansatz für den Glauben veranschaulicht, der das Studium des Textes mit der persönlichen Anwendung verbindet.
8 Schriftverständnis II |  |
Dieser Kurs ist der zweite in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen.
Die Bibel präsentiert sich dem Leser als ein vom Heiligen Geist inspiriertes Buch, und wer diesen Anspruch ernst nimmt, muss bereit sein, das Buch als ein vom Heiligen Geist inspiriertes Buch zu lesen und auszulegen. Der Referent erläutert die folgenden Passagen: Johannesevangelium 3 (die Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus), 15 (das Abschiedsreden Jesu), Apostelgeschichte 2 (die Ausgießung des Heiligen Geistes), Epheserbrief 1 (die Wirkung des dreieinigen Gottes an den Gläubigen) und 1. Korintherbrief 1-2 (das Wort vom Kreuz und die geistliche Schriftauslegung). Dieser Kurs schließt mit einer kurzen Reflexion über Martin Luthers Verständnis der Bibelauslegung ab.
9 Hebräisches Denken |  |
Was ist Hebräisches Denken? Kann eine bestimmte Art des Denkens analysiert und als hebräisches Denken klassifiziert werden? Bringt uns das Studium dieser spezifischen Art des Denkens bei unseren Versuchen, die Geschichten und Lehren der Bibel zu verstehen, weiter? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Roland Hees, der seit 35 Jahren als Sprachlehrer beim GRZ - Krelingen tätig ist, in diesem Kurs.
Hees beginnt diesen Kurs mit einem Überblick über das hebräische Verständnis von Gottes eigenem Namen. Gott offenbarte sich den Hebräern als der Schöpfer, der lebendig und bei seiner Schöpfung gegenwärtig ist, sich aber der Kontrolle seiner Schöpfung entzieht. Er vergleicht das griechische Verständnis des Mythos mit dem biblischen Konzept des Wissens und stellt fest, dass der biblische Begriff des Wissens nicht streng zwischen objektivem und subjektivem Wissen unterscheidet, sondern die Beziehung des Wissenden zu dem Gewussten betont. Der Referent erörtert auch die Unterschiede zwischen der Geschichte in der klassischen und der semitischen Welt des Altertums.
10 Schriftverständnis I: Die Bibel richtig verstehen |  |
Dieser Kurs ist der erste in einer vierteiligen Reihe über die Frage, was die Bibel selbst darüber sagt, wie wir die Bibel lesen sollen. Spätestens seit der Reformation steht die Frage, wie die Bibel auszulegen ist, im Mittelpunkt der theologischen Diskussion.
In diesem Kurs legt der Referent die Themen Autorität und Inspiration der Bibel dar und betont, dass die Bibel maßgebend ist. Das bedeutet, dass die Bibel auf unser tägliches Leben angewendet werden sollte, dass die Bibel etwas über unsere praktisches leben sagt. Jesus selbst betrachtete das Alte Testament als die maßgebliche Quelle.
Der Referent erklärt, dass wir die Heilige Schrift nicht ohne den Heiligen Geist interpretieren können. Der Kurs schließt mit einer Reflexion über die Lehre von der Inspiration der Bibel anhand von 2 Petrus 1,16-21.
11 Zum Glauben einladen: Evangelisch Predigen |  |
Der erfahrene Evangelist Matthias Clausen geht in dieser lebendigen Lektion auf die Grundlagen der Vorbereitung und Durchführung einer evangelistischen Predigt ein.
Nach einer Einführung in die Definition von Evangelisation und einer Klärung gängiger Missverständnisse des Begriffs gibt Clausen einen knappen Überblick über deren Geschichte. Die Geschichte der Evangelisierung lässt sich von den Anfängen des Christentums bis in die Gegenwart zurückverfolgen. Clausen liefert dann eine Rechtfertigung für den weiteren Gebrauch der Evangelisierung, auch wenn sich ihre Formen weiter verändern können.
Clausen gibt dann hilfreiche Einblicke in die Mechanik des Predigens, indem er die vier Redeformen evangelistischer Predigten erörtert (assertorische Rede, apologetische Rede, zeugnishafte Rede und narrative Rede). Er gibt auch praktische Ratschläge, wie man evangelistische Botschaften gestaltet, die zum jeweiligen Kontext passen. Clausen erörtert auch eingehend das Verhältnis von Evangelium und Gesetz in der evangelistischen Verkündigung. Abschließend gibt er praktische Ratschläge für eine Predigt, die die Vorstellungskraft der Zuhörer anregt.
12 Evangelisation |  |
Der Kurs beginnt mit einer Klärung der Begriffe Mission und Evangelisation an Hand biblischer Texte. Mission und Evangelisation sollen theologisch unterschieden, dürfen aber im Leben der Gemeinden nicht getrennt werden. Die Haupt- und Nebenwirkung der Evangelisation zu unterscheiden, hilft die Zielsetzung und Argumentation in der Evangelisation zu klären. Die Frage, wer der Adressat der Evangelisation ist, wird einerseits grundsätzlich von der biblischen Offenbarung her beantwortet, anderseits ist die aufmerksame Wahrnehmung der konkreten Gesprächspartner wichtige Voraussetzung für die persönliche Vermittlung des Evangeliums.
Es gibt evangelistisch begabte Mitglieder in jeder Gemeinde. Sie müssen entdeckt werden und ihre Gaben müssen eingesetzt und gefördert werden. Evangelisation trifft nicht nur auf offene Türen bei den Menschen, sondern auch auf Ablehnung. Motivation und Anfechtung, Auftrag, Verheißung und Widerstand erzeugen ein spannungsreiches Leben für Gemeinden und Evangelisten.
Weil die Verkündigung nach evangelischem Verständnis nicht nur den hauptberuflichen Mitarbeitern der Gemeinden zusteht, bietet der Kurs auch eine kurze homiletische Unterweisung für Gemeindeglieder mit entsprechender Begabung an. Ulrich Parzany berichtet auch über seine Berufung zur Evangelisation.
13 1. Johannes - Brief |  |
Der erste Johannesbrief gehört zu den kürzesten Büchern der Bibel, und doch enthält er einige der tiefgründigsten und inspirierendsten Lehren der gesamten christlichen Tradition. Im ersten Teil dieses Kurses erörtert Dorothea Bernick die Autorenschaft und den historischen Hintergrund dieses Briefes. Sie stimmt mit konservativen Bibelforschern darin überein, dass dieses Buch vom Apostel Johannes geschrieben wurde und um das Ende des ersten Jahrhunderts datiert.
Im zweiten Teil dieser Vorlesungsreihe arbeitet die Referentin textnah und legt die vier Hauptbotschaften des Buches aus: (I) Wandelt im Licht, (II) wandelt in der Liebe, (III) wandelt in der reinen Lehre und (IV) wandelt in der Gotteskindschaft. Die Referentin spricht auch das schwierige Thema des Umgangs mit falscher Lehre im Kontext einer Gemeinde an.
Dieser Kurs ist ideal für alle, die sich darauf vorbereiten, über den 1. Johannesbrief zu lehren oder zu predigen, und die eine klare Einführung in dieses Buch suchen.
14 Jesus und die Religionen |  |
Jesus ist einzigartig. Seine Nachfolger wissen das erfahrungsgemäß. Jesus hat dies in seiner berühmten Aussage bestätigt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh. 14,6). Jedoch ist die moderne Welt von religiösem Pluralismus tief geprägt. Wie kommen wir zurecht mit dem Glauben an Jesus als der einzige Erlöser dieser Welt?
Rolf Hille, Rektor am Albrecht - Bengel - Haus in Tübingen von 1995 bis 2009, stellt die Hauptfrage des Kurses folgendermaßen dar: „Wie soll ich mich als Christ gegenüber Menschen mit einer nicht christlichen Religion verhalten?“
Im Gegensatz zu dem, was wir oft hören, sind die verschiedenen Religionen der Welt nicht alle gleich. Im ersten Teil des Kurses konzentriert sich Hille auf die Person Jesu Christi und was es bedeutet, dass Gott in ihm sich offenbart. Im zweiten Teil des Kurses untersucht Hille die Frage, wie verhalten sich die Weltreligionen zur Person Jesus Christi? Wie Hille zeigt, bedeutet Erlösung in den Weltreligionen etwas wesentlich anderes, als was Jesus anbietet. Der Kurs schließt mit einer Reflexion über Toleranz und wie Jesus seinen Nachfolgern Toleranz vorlebt.
15 Die deutsche Reformation |  |
Die protestantische Reformation ist das wohl bedeutendste Ereignis der Kirchengeschichte der letzten fünfhundert Jahre. In diesem Kurs werden wir die Ereignisse und theologischen Entdeckungen erforschen, die die Reformation auslösten, wobei wir dem Leben und den Schriften Martin Luthers besondere Aufmerksamkeit widmen.
Die groben Züge von Luthers Leben sind den meisten Christen bekannt: dass er die Bibel ins Deutsche übersetzte, während er sich auf der Wartburg versteckte, und dass er als Mönch eine Nonne heiratete. Aber was ist es, das die gesamte Theologie Luthers beseelt, und wie hat die Umsetzung dieser Ideen einen solchen Wandel in der Kirche und in der Gesellschaft insgesamt bewirkt? Durch eine genaue Untersuchung von Luthers bahnbrechenden Schriften und der Chronologie von Luthers Leben werden wir ein vollständiges Bild vom Charakter der frühen Reformation gewinnen.
Dieser Kurs soll den Teilnehmenden ein klares Verständnis für einige der einzigartigen Elemente der lutherischen Tradition vermitteln. Durch das Verständnis der frühen Reformation werden die Teilnehmer die Fähigkeit entwickeln, zwischen der lutherischen Tradition und anderen historischen christlichen Kirchen (z. B. der anglikanischen Kirche, den östlichen orthodoxen Kirchen oder der römisch-katholischen Kirche) zu unterscheiden. Dieser Kurs wird auch eine Grundlage für weitere Studien innerhalb der lutherischen theologischen Tradition bieten.
16 Wie legt man die Bibel aus? |  |
Selbst eine Bibelarbeit zu halten ― vielleicht fordert dieser Gedanke heraus, vielleicht hat man darin auch schon einige Erfahrungen gesammelt und will die Kenntnisse vertiefen. In diesem Kurs wird Harm Bernick Ihnen vorstellen, wie man Schritt für Schritt vom Bibeltext zur Bibelarbeit gelangen.
Dabei macht er Mut: Auslegen ist nicht schwer. Man muss die Auslegung nicht machen. Sie müssen den Text nicht aufladen oder erst relevant machen. Gottes Wort ist wirksam. Gott ist derjenige, der die Menschen anspricht. Und im Text steht schon alles drin, was man sagen muss.
Zugleich betont Harm Bernick auch die Bedeutung von Informationen über den historischen Hintergrund. Dies steht in keiner Weise im Widerspruch dazu, dass es sich beim Bibeltext um Gottes Wort handelt, denn Gott spricht in eine bestimmte geschichtliche Situation hinein. Und so ist es zum Verstehen des Textes durchaus hilfreich, etwas über diese Situation zu wissen.
In diesem Kurs werden konkrete Schritte für die Auslegung, das Vorbereiten und das Halten der Bibelarbeit vorgestellt. Ziel des Kurses ist es, einen zur eigenständigen Erarbeitung von Texten für das persönliche Bibelstudium, sowie zur Vorbereitung von Bibelarbeiten in der Gemeinde auszurüsten.
17 Grundzüge biblischer Rede von Gott |  |
Wer ist Gott? Wie handelt er? Und was können wir von ihm wissen? In diesem Kurs führt Dr. Erhard Berneburg Sie ein in die Gotteslehre. Dieser Bereich beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, damit, was wir allgemein über Gott bzw. insbesondere über Gott den Vater sagen können.
Nach einer Einleitung thematisiert der Referent, wie wir Gott überhaupt erkennen können. Dabei betont er die Selbstmitteilung Gottes durch seine Offenbarung als Ausgangspunkt dessen, was wir über Gott wissen können.
Hier finden wir den Gottesnamen JHWH und die Kennzeichnung Gottes als den Gott, der sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten geführt hat. Er ist also maßgeblich der Gott, der rettet.
Wie verhält sich nun Gott der Schöpfer zu Jesus dem Messias? Dabei fällt auf, wie das Wort Herr, das im Alten Testament für den Gottesnamen verwendet wird, im Neuen Testament für Jesus verwendet wird. Wir lernen Gott als Vater kennen. Und wir sehen, welch große Kontinuität aus den Verheißungen des Alten Testamentes zu Jesus besteht.
Es werden im Weiteren Gottes Eigenschaften genauer betrachtet. Seine Heiligkeit und ebenso seine Allmacht, Allgegenwart, Ewigkeit und Herrlichkeit. Er ist der verzehrende Gott, der die Sünde straft und der schenkende Gott, der gnädig und barmherzig ist. In einem Durchgang durch die Kirchengeschichte werden schließlich wichtige theologische Klärungen und Positionen erläutert und weitere Fragekreise benannt.
18 Was heißt "wahrhaftig auferstanden" ? |  |
„Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (LÜ 2017). Die Auferstehung von Jesus Christus ist das bedeutendste Ereignis. Wenn sie nicht wahr wäre, so wäre unser Glaube vergeblich. Doch was heißt es nun, dass Jesus wahrhaftig auferstanden ist?
In diesem Kurs führt Pfr. Johannes Reinhardt Sie in einige Überlegungen zur Auferstehung von Jesus ein. Dabei thematisiert er zunächst, warum wir an die Auferstehung glauben. Worauf beruht unser Glaube und wie bekommen wir Gewissheit?
Die Auferstehung ist dabei zentrales Ereignis der Gottesoffenbarung. Sie bildet die Grundlage für das ganze neue Testament. Der Referent führt weiter aus, was hier offenbart wird: Jesus ist der HERR. Ja, er ist Gott selbst. Und er ist für unsere Sünden gestorben. Sein Tod ist für uns, zu unserem Heil. Dann thematisiert der Referent die Realität der Auferstehung. Was heißt es nun, dass Jesus auferstanden ist? Was kennzeichnet dieses Ereignis? Dabei betont er auch die Leiblichkeit der Auferstehung. Der Körper wurde wieder auferweckt und umgestaltet.
Schließlich lädt Johannes Reinhardt Sie ein, mit ihm zu bedenken, welche Bedeutung die Auferstehung hat. Wie hat sich die Welt verändert, nachdem Jesus die Macht des Todes gebrochen hat?
19 Einführung in das Alte Testament III |  |
Dieser Kurs gibt Ihnen eine Einführung in die Geschichte Israels von Samuel bis Salomo. Behandelt wird also der Beginn des Königtums in Israel, vom Ende der Richterzeit über Saul und David bis hin zu Salomo. Dies ist zugleich die Zeit, in der Israel unter einem König vereint ist, bevor sich das Reich dann kurz nach Salomo unter Jerobeam in Nord- und Südreich teilt. Dieser Zeitraum umfasst etwa die Jahre von 1050 – 926 v. Chr.
Pfr. Andreas Spingler geht dabei zunächst auf das Scheitern von Eli und seinen Söhnen ein. Die Söhne Elis missbrauchen das Priesteramt um sich selbst zu bereichern. Ihr Vater Eli tut nichts dagegen. Schließlich kommt es zur ersten großen Katastrophe in der Geschichte Israels und die Bundeslade wird im Kampf mit den Philistern an diese verloren.
Die entscheidende Person im Übergang zur Königszeit ist Samuel. Das Volk bittet um einen König und Gott gibt dieser Bitte schließlich nach und beauftragt Samuel, Saul zum König zu salben. Doch Saul wird dem HERRN ungehorsam, sodass dieser ihn verwirft. Der HERR erwählt sich David, einen Mann nach seinem Herzen.
Nach David wird sein Sohn Salomo König. Dieser ist bekannt für seine Weisheit und seinen Reichtum. Unter ihm wird auch der Tempel erbaut. Doch zugleich ist Salomo auch der König, der tief gefallen ist und sich zum Götzendienst verführen lassen hat.
20 Einführung in das Alte Testament II |  |
Dieser Kurs behandelt die Zeit der Landnahme und die Richterzeit. Es geht hier also um die Zeit zwischen der Ankunft des Volkes Israel im verheißenen Land und dem ersten König. Zeitlich davor liegen die Geschichten von Abraham, Isaak und Jakob, von den 12 Söhnen Jakos, darunter Joseph, die nach Ägypten ziehen und dort 400 Jahre leben. Während dieser Zeit werden sie schließlich versklavt. Doch Gott befreit das Volk aus Ägypten. Dazu beruft er Mose und führt nach den 10 Plagen das Volk aus Ägypten und durchs Schilfmeer. Das Volk wandert 40 Jahre durch die Wüste. Schließlich steht der Einzug ins verheißene Land bevor und Mose übergibt die Leitung an Josua. Hier beginnt der Abschnitt, der in diesem Kurs behandelt wird.
Die Richterzeit ist die vorstaatliche Zeit Israels im Land Kanaan. Das Volk hat die große Aufgabe, das Zusammenleben unter Gottes Bund einzuüben. Israel hat zu dieser Zeit keinen König, sondern die Zeit ist geprägt, durch verschiedene Richter. Das Buch Richter beschreibt, wie das Volk immer wieder von Gott abfällt, schließlich umkehrt und Gott einen Richter beruft, um das Volk Israel aus der Unterdrückung zu befreien. Dies werden sie in dem Kurs ebenfalls genauer betrachten und dazu ein wiederkehrendes Schema kennenlernen. Zudem werden die verschiedenen Richter vorgestellt und beschrieben, gegen wen diese kämpften.
21 Einführung in das Alte Testament I |  |
In diesem Kurs beleuchtet Karsten Vehrs verschieden Aspekte als Hinführung für die Beschäftigung mit dem Alten Testament. Anhand der Namen Bibel, Wort Gottes und Heilige Schrift erläutert Karsten Vehrs in Teil I, wie das Altes Testament in manchen Dingen ein Buch wie jedes andere ist.
In Teil II geht er auf die Verschiedenartigkeit und Einheit ein. Es wird die große ― und manchmal verwirrende ― Vielfalt von Texten und Inhalten vorgestellt, aber auch sieben Grundgedanken, die sich wie ein roter Faden durchs Altes Testament ziehen. Für die einzelnen Bücher des Alten Testamentes und deren Reihenfolge bekommen Sie in Teil III Lernhilfen an die Hand. In Teil IV wirft der Kurs einen Blick auf die Überlieferung des Textes des Alten Testaments. Einerseits fällt auf, dass die meisten Handschriften, die uns vorliegen, recht jung sind. Es liegt also ein recht großer Abstand zwischen der Abfassung der Bücher und diesen Handschriften. Wie ein sensationeller Handschriftenfund die Zuverlässigkeit der Überlieferung gezeigt hat, wird hier berichtet.
Schließlich erhalten sei im letzten Teil sowohl einen groben Überblick über die Geografie, als auch über die wichtigsten Etappen der Geschichte Israels. So können Sie Ereignisse besser einordnen und später weitere Details mit den erlernten Eckpunkten der Geschichte Israels verknüpfen.
22 Einführung in Gottesdienste |  |
Gottesdienste gelten als das zentrale Element von Kirche und christlicher Gemeinschaft. Hier versammelt sich die Gemeinde. Wir hören gemeinsam auf Gottes Wort und beten ihn an.
Sicherlich haben Sie schon viele Gottesdienste mitgefeiert, vielleicht auch ganz unterschiedliche. Doch wie genau ist ein Gottesdienst aufgebaut? Was sind die zentralen Elemente und was bedeuten die einzelnen liturgischen Stücke?
Dr. Wolfgang Becker erklärt dies am "Normalprogramm" des lutherischen Gottesdienstes, also einem klassischen liturgischen Gottesdienst. Denn an diesem Aufbau orientieren sich auch modernere Gottesdienstformate und andere Formen. Auch falls Sie gewöhnlich Gottesdienste mit weniger liturgischen Stücken feiern, werden Sie deren Aufbau hier wiederentdecken. Und wenn Sie den klassischen Aufbau verstehen, werden Sie sich auch in freieren Formen zurechtfinden.
Dr. Wolfgang Becker nimmt Sie damit zunächst mit auf einen gedanklichen Rundgang durch ein Kirchengebäude. An den einzelnen baulichen Elementen erklärt er, was es hier inhaltlich für den Gottesdienst zu entdecken gibt. Anschließend wird der Aufbau des Gottesdienstes mit dessen Elementen erläutert. Der Gottesdienst besteht aus vier großen Teilen: 1. Eröffnung und Anrufung; 2. Verkündigung und Bekenntnis; 3. Abendmahl; 4. Sendung und Segen. Diese Teile haben jeweils wieder einzelne Elemente.
In diesem Kurs lernen Sie mehr über den Gottesdienst, seinen Aufbau und die Bedeutung der einzelnen Elemente.
23 Argumente für die Existenz Gottes |  |
„Warum sollte ich glauben, dass es einen Gott gibt?“ Vielleicht ist man im Gespräch mit jemandem, der nicht an Gott glaubt, schonmal auf diese oder ähnliche Fragen zu sprechen gekommen. Was kann man hier antworten? Wie können wir als Christen im Gespräch mithilfe rationaler Argumente plausibel machen, warum es sinnvoll ist, zu glauben, dass es einen Gott gibt? In diesem Kurs stellt Thomas Jeromin einige rationale Argumente für die Existenz Gottes vor. Oft werden diese auch Gottesbeweise genannt. Doch wir sprechen hier von Argumenten, denn Glaube bleibt ein Geschenk. Man kann ihn nicht durch Beweise herbeizwingen. Aber was wir können ist, Menschen die nach Gott suchen und fragen auch in ihrem intellektuellen Suchen beizustehen und zu helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Doch bevor der Kurs auf die einzelnen Argumente eingeht ist zunächst grundsätzlicher nach der Erkennbarkeit Gottes in der Natur zu fragen: Ist es überhaupt berechtigt und angemessen, aus der Natur Argumente für Gottes Existenz abzuleiten? So zeigt Thomas Jeromin auf, was in der Bibel über die Erkennbarkeit Gottes in seiner Schöpfung gesagt wird. Ebenso zeigt er aber auch die Grenzen natürlicher Gotteserkenntnis auf. Er verweist darauf, dass die Notwendigkeit der Umkehr zu Jesus Christus nicht nur in der Natur erkannt werden kann.
24 Die Hochzeit zu Kana |  |
Jesus macht Wasser zu Wein. Für viele ist das die erste Assoziation zur Perikope von der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1‒11). Ein beeindruckendes Wunder. Pfr. Harm Bernick lädt ein, tiefer in diesen Text einzutauchen. Es wird genauer betrachtet, wie die Ereignisse aufeinanderfolgen und wie viel Wasser eigentlich zu Wein wurde.
Doch es geht in diesem Text um viel mehr als um das naturwissenschaftliche Wunder. Dies passiert real. Und zugleich wird damit etwas ausgesagt. Der Evangelist Johannes beschreibt dies als ein Zeichen, an dem Jesus deutlich wird.
Zugleich erklärt Harm Bernick an diesem Text wichtiges zur Auslegung biblischer Texte und leitet an, auch selbst Bibeltexte auszulegen.
4 Patmos Studie 2025 |  |
Wien (epdÖ) – 47 Prozent der Österreicher/ innen sowie 57 Prozent der Christ/ innen im Land besitzen eine Bibel. Dieses Ergebnis brachte eine in Zusammenarbeit mit „Gallup“ von der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft und dem Weltbund der Bibelgesellschaften (UBS) weltweit durchgeführte „Patmos - Studie“ über die Einstellung zur Bibel.
Bei der repräsentativen Umfrage definierten sich 64 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher als christlich. Nur 18 Prozent der Christen (und 15 Prozent aller Befragten) benützen die Bibel mindestens einmal im Monat, 64 Prozent der Christen (72 Prozent aller Befragten) nie. 75 Prozent der über 55-jährigen Christen benützen seltener als einmal im Jahr oder überhaupt nie die Bibel – nur 11 Prozent dieser Altersgruppe lesen mindestens einmal im Monat im Alten oder Neuen Testament. Auch bei den 35 bis 54-Jährigen dominieren mit 61 Prozent die „Nicht - Bibelleser“. Dagegen lesen 36 Prozent der 18 bis 34-Jährigen mindestens einmal im Monat in der Bibel und weitere 11 Prozent mindestens einmal im Jahr.
14 Prozent der Befragten geben an, dass die Bibel für sie persönlich relevant ist. 25 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass die Bibel Bedeutung für das Leben von heute hat. Nur 11 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Bibel mehr Einfluss in Österreich hat, 50 Prozent lehnen das ab. 37 Prozent der Befragten finden es schwierig, der Bibel zu vertrauen, weil sie mit der wissenschaftlich geprägten Weltsicht nicht vereinbar sei. 13 Prozent meinen, die Welt wäre besser ohne die Bibel, 46 Prozent widersprechen dieser Aussage.
„Bei der künftigen Ausrichtung und Planung konkreter Projekte in Österreich werden die Ergebnisse dieser Befragung mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Hier sind vor allem diejenigen, die gerne mehr über die Bibel erfahren möchten, in den Blick zu nehmen“, betont Jutta Henner, Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft. „Auch gilt es, Angebote für Kinder und Jugendliche auszubauen“, so die Theologin.
In Österreich wurde die Befragung mittels Internet - basierter Fragebögen bei 1000 Personen im Alter von über 18 Jahren durchgeführt. Die Österreichische Bibelgesellschaft war nationaler Projektpartner.
IT - Hinweis
https://evang.at/juengere-lesen-mehr-in-der-bibel-als-aeltere/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=epd-Newsletter+Ausgabe+33-34 (20.8.2025)
Teil II - Kulturelles Grundwissen - Kulturbildung |  |
Vorbemerkung |  |
Die Bedeutung kultureller Bildung für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und Erwachsener ist inzwischen sowohl von politischer, gesellschaftlicher als auch pädagogischer Seite anerkannt. Kulturelle Bildung schafft neue Lernkulturen und beeinflusst nachhaltig unser Leben innerhalb und außerhalb der Schulen.
In einer pluralen Gesellschaft erhalten die Bildungsbereiche Politische Bildung und Interkulturelle Kompetenz zunehmende Bedeutung. Die Studie, die aus persönlichem Autoreninteresse sich mit den Bereichen in Kultureller Bildung auseinandersetzt, befasst sich der pädagogischen Herausforderung im Kontext Politischer Bildung. Basis der Überlegungen sind Beiträge der "Bundeszentrale für politische Bildung".
Man beachte das Fehlen Kultureller Bildung in der Konzeption Politischer Bildung in der Fachliteratur, siehe etwa AUTORENGRUPPE FACHDIDAKTIK - Konzepte der politischen Bildung Eine Streitschrift (2011), Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 1141, Bonn, 95 -109; SANDER W. (Hrsg.) (2007): Handbuch politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Bd. 4576, Bonn, 315 - 484.
1 Einleitung |  |
Die Chancen, die kulturelle Bildung für gelingende Integration und Inklusion bietet, sind nicht nur in Schulen bekannt. Auch außerschulische Lernorte bedienen sich ihrer Werkzeuge, um alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen und zur kreativen Tätigkeit zu ermuntern. Immer stärker im Fokus steht auch die Verbindung von kultureller mit Politischer Bildung.
Die Ansätze der kulturellen Bildung bieten eine Plattform, um gesellschaftspolitische Inhalte und demokratische Praxis mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam zu erarbeiten und dank der kreativen Bearbeitungsform sinnlich begreifbar zu machen.
Die Studie versteht sich widmet sich dem Thema kulturelle Bildung in seinen vielfältigen Facetten und verknüpft dabei theoretische Überlegungen mit praktischen Beispielen. Der Reflexion von Grundsatzfragen der kulturellen Bildung wird genauso Raum gegeben wie aktuellen Diskussionen und der Auseinandersetzung mit einzelnen Feldern der kulturellen Bildung. Praxisbeispiele aus den unterschiedlichsten Kontexten zeigen, wie kulturelle Bildungsprojekte aussehen können und bieten Anregungen zur Nachahmung.
2 Kulturelle Bildung und Bildungsszene |  |
Im Zuge der Bildungsdiskussionen, die durch die PISA - Studien ausgelöst wurden, rückte die Schule als Lernort ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während die naturwissenschaftlich - technischen Schulfächer gefördert wurden, spielte der musisch - künstlerische Lernbereich nur eine untergeordnete Rolle.
Zu Unrecht, wie viele gesellschaftliche Akteure beklagen. Dennoch hat sich längst eine kulturelle Bildungsszene etabliert. Sie bietet neuartige Formen des Lehrens und Lernens, die das klassische Unterrichtsmodell überwinden.
So sind zahlreiche Kooperationen zwischen verschiedenen Schulformen wie zum Beispiel der Ganztagsschule und Trägern der kulturellen Bildung entstanden – und ein notwendiges Qualitätsmanagement, das den Prozess der erfolgreichen Bildungsarbeit begleitet. In der Erwachsenenbildung gelten die gleichen Kriterien eines Bildungsmanagements.
3 Entwicklung kultureller Kompetenzen |  |
3.1 Erfahrungen - kulturelle Teilhabe |  |
Neben der kulturellen Teilhabe ist auch die Entwicklung kultureller Kompetenzen in und durch die Künste hervorzuheben. In Bildern, Geschichten, Liedern und Tänzen finden sich kulturelle Sinnhorizonte, die für das Selbsterleben und Verstehen von Menschen zentral sind. Es geht hier nicht um Bastelangebote, die ein schon vorab bekanntes Modell einer Laterne zu St. Martin Schritt um Schritt nachvollziehen lassen, sondern es geht um die Begegnung von sehr jungen Kindern mit den unterschiedlichsten Formen der Künste. Theater, Bildende Kunst, Musik und Tanz stellen ganz eigene Ausdrucksformen dar, die Kinder kennenlernen sollten, um das jeweilige Erfahrungspotenzial ausloten und auf dessen weitere Möglichkeiten hin entfalten zu können.
Kinder haben viele Fähigkeiten und ein großes Interesse, unterschiedlichste Materialien genau zu erkunden, Umgangsformen zu entwickeln und die im Handeln entstehenden Fähigkeiten einzusetzen. Kulturelle Kompetenzen stellen zentrale "Kategorien" der Sinnerzeugung dar. Kulturellen Sinn gilt es zu erschließen, was bedeutet, dass Sinn "entschlüsselt" und auch reproduziert werden will, sodass die kulturellen Symbole und Produktionsformen kennengelernt und verstanden werden können – etwa indem man gemeinsam Bilderbücher mit interessanten Abbildungen betrachtet, ein Lied singt oder Musik hört.
3.2 Kulturelle Produktion |  |
Aber es geht auch darum, sich selbst aktiv an der Produktion kulturellen Sinns zu beteiligen, um in diesem Medium kommunizieren zu können, indem beispielsweise miteinander getanzt wird. Kulturelle Bildung meint nicht nur die Reproduktion eines Liedes durch Wiedergabe von Text und Melodie, sie zielt darüber hinaus auf einen inneren Prozess, in dem das Kind die kulturelle Form auf eigene Erfahrungen bezieht. Nur wenn hier eine Erfahrungsebene mit angesprochen ist, wenn etwa das Schlaflied auf getragene Weise mit fallender Melodie produziert wird, wenn also die Erfahrung des Ruhig- und Müdewerdens ernst genommen wird, dann kann es auch ein Schlaflied sein. Körper und Sinne, Emotionen, Denken und Erinnerung bilden sich im Mitsingen. Die Aufnahme und Beantwortung von Eindrücken ist dabei individuell verschieden und kulturspezifisch.
Ein Beispiel: Die Kinder in der Krippe haben ein Lied über den Wind gelernt, nachdem sie beim Spaziergang auf einem Hügel den rauen Herbstwind gespürt hatten. Sie tanzten dann in der Krippe zu dem Lied ("Wind, Wind blase"), wiederholten den Refrain viele Male und wirbelten die am Tag zuvor gesammelten Blätter im Zimmer auf. So inszenierten sie den Wind in einem gemeinsamen Tanz und spürten ihn wieder am eigenen Leib. Heute sitzen zwei Mädchen, beide zweieinhalb Jahre alt, nebeneinander in ihren Schaukeln. Immer höher wollen sie hinaus, versuchen sich in einen gemeinsamen Schwung zu bringen und singen dazu immer wieder zwei Zeilen aus dem Lied über den Wind: "...und bläst du mir durchs Haar, ja das ist wunderbar, ja das ist wunderbar!" Sie bewegen sich im Rhythmus, steigern sich gegenseitig und strecken beim Schwung nach vorne ihre Köpfe lustvoll nach hinten, um den Wind in ihren Haaren spüren zu können.
3.3 Kulturelle Formen |  |
Erfahrungen, Erinnerungen, körperliche Empfindungen und Gefühle werden verarbeitet und in eine kulturelle Form gebracht, die ihnen wiederum neue lustvolle Erfahrungen ermöglicht. Auch schon zuvor hatten sie beim Schaukeln den Wind gespürt, aber nun haben sie einen Ausdruck, eine eigene Gestaltungsform gefunden, die ihnen diese Erfahrung selbst zugänglich macht und noch einmal steigert.
Kinder sollten die Gelegenheit haben, vielfältige kulturelle Kompetenzen zu entwickeln, denn Kinder sind Träger unserer, aber auch Schöpfer eigener Kulturen, wie Loris Malaguzzi, der langjährige Leiter der kommunalen Kindertageseinrichtungen in Reggio Emilia (Italien) sagte. Diese Kompetenzen müssen als kulturbildend entdeckt und entwickelt werden.
In der frühen Kindheit ist kulturelle Bildung eine zentrale Form des Lernens, des Spielens und Gestaltens. Gestaltungs- und Ausdrucksformen werden entwickelt in den unterschiedlichen Künsten, mit verschiedenen Materialien. Formsprachen und Techniken werden kennengelernt und für Prozesse der Persönlichkeitsbildung fruchtbar gemacht.
Kinder brauchen dabei Erwachsene, die ihnen feinfühlig Resonanz geben und so antworten, dass in Interaktionen kleine Dialoge oder Geschichten entstehen, in denen Kinder sich selbstwirksam erfahren können. Von frühester Kindheit an sind Kinder Akteure in Geschichten, die ihnen erzählt werden, zum Beispiel: Jetzt machen wir einen Spaziergang, jetzt kommt der Nikolaus oder die Oma zu Besuch. Kindern werden – im günstigen Fall – Geschichten erzählt, in denen sie vorkommen, bis sie selbst Wörter einfügen können und nach und nach selbst zu Erzählern werden. Eine Geschichte wird durch ein Ereignis in Gang gesetzt und entwickelt dann eine eigene Dramaturgie: Es brennt, die Feuerwehr muss kommen, löschen und Menschen retten! In allen Spielhandlungen erzählen Kinder Geschichten, noch bevor sie sprechen können.
Beim Geschichten - Erzählen sind alle geistigen Fähigkeiten aktiv: Wünsche, Ängste, Gefühle, bisher erworbene Kenntnisse, Erlebnisse und Erfahrungen, kreative, fantastische und logische Fähigkeiten, Bewusstes und Unbewusstes verbinden sich miteinander. Durch das Geschichten Erfinden kann von gefestigten Denkstrukturen und vorgefassten Meinungen abgewichen werden, das Denken kann sich offener, flexibler und erfinderischer entfalten. Durch solche fantastischen Geschichten wird Realität aktiv bewältigt. Die Geschichten greifen Elemente aus der Wirklichkeit auf und verändern sie zum Besseren. Fantasien übersteigen und kontrastieren die tatsächliche Wirklichkeit und machen sie dadurch erfahrbar.
Ein Kind zeichnet im Alter von fünf Jahren immer wieder ähnliche Geschichten von Piraten oder Rittern, die irgendwo einen Schatz besitzen, der gut versteckt, vergraben oder in tiefen Kerkern verschlossen ist. Diesen kostbaren Schatz gilt es zu verteidigen mit allen Mitteln gegenüber den "Bösen". Grundmuster aus Märchen und Sagen werden hier weiter gesponnen. Leo selbst fühlt sich wichtig und mit einer geheimen Mission betraut, wenn er sich in Rollenspielen gegen vermeintliche Angreifer wehrt. Hoffentlich wissen die anderen von seiner Geschichte, sonst würden seine Handlungen nicht sinnvoll erscheinen. Aber: Sind das nicht nur Fantasien? Können wir darauf verzichten?
Kinder beschäftigen sich in einer existenziellen Weise mit der Frage, wer sie selbst sind und sein können in den Ausdrucksformen, die ihnen dafür zur Verfügung stehen. Kultur stellt Formensprachen, Bilder, Dramaturgien und Melodien zur Verfügung, um hier nach Antworten zu suchen. Die äußere Welt wird in kulturellen Gestalten als Deutung der inneren Welt entworfen. So erst werden wir uns selbst zugänglich, können uns anderen mitteilen und im Medium symbolischer Artikulationsformen verständigen. Kulturelle Bildung ist immer auch Arbeit am Selbst- und am Weltbild.
IT - Hinweis
https://www.bpb.de/lernen/kulturelle-bildung/59960/kulturelle-bildung-und-schule/ (17.12.2004)= 3 =
Was ist das Besondere am Arbeitsfeld Bildende Kunst und Kunstvermittlung im Gesamtzusammenhang der kulturellen Bildung? Und wo gibt es Berührungspunkte zur Erwachsenenbildung im Kontext Politischer Bildung? Diesen Fragen wird auf vielfältige Weise nachgegangen.
Die Auseinandersetzung mit dem Sichtbaren und mit Ästhetik steht im Zentrum von Kunstvermittlung und ästhetischer Bildung. Bilder, Installationen und Skulpturen eignen sich sehr gut als Anlass für Gespräche und Diskussionen, sie können Inhalte und auch Widersprüche veranschaulichen, Fragen aufwerfen und Emotionen wecken.
Die Frage, wie man mit Kunst im Ausstellungs- oder Unterrichtsraum umgeht, kann jedoch sehr unterschiedlich beantwortet werden. Zahlreiche Künstler setzen sich inhaltlich intensiv mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, und auch die Organisation und Gestaltung von Ausstellungen ist eine politische Angelegenheit, in der sich Fragen nach der Einbeziehung und Beteiligung der Zielgruppen stellen.
In der praktischen Arbeit steht zudem das Selber - Machen im Vordergrund. Die Teilnehmenden gestalten etwas, präsentieren es anschließend und sprechen darüber. Dabei können verschiedenste Medien und Formate, von der Gartenskulptur bis zur Gestaltung eines digitalen, virtuellen Selbstporträts, zum Einsatz kommen, wie die vorgestellten Methoden und Praxisbeispiele zeigen.
4.1 Kunstvermittlung im Museum |  |
Die museale Kunstvermittlung erhält nach einer Konsolidierungsphase, die ebenfalls an reformpädagogische Ideen anknüpfte, seit Ende der 1990er-Jahre unter dem Stichwort "Künstlerische Kunstvermittlung" neue Impulse. Künstlerinnen und Künstler, welche als Vermittlerinnen und Vermittler in Ausstellungsinstitutionen tätig werden, nutzen häufig dekonstruktive, performative und bildgebende Verfahren aus der Gegenwartskunst sowie konstruktivistische Lernzugänge, um Museen und Ausstellungen gemeinsam mit den Teilnehmenden (die zunehmend aus sehr unterschiedlichen Gesellschafts- und Altersgruppen stammen, wobei Kinder und Jugendliche weiterhin die Mehrheit bilden) zu hinterfragen sowie auf eigenständige Weise anzueignen und umzudeuten.
Sie widersprechen damit einer Tradition der Museumspädagogik, die auf Verführung und "Niedrigschwelligkeit" setzt, um das "Publikum von morgen" heranzubilden. Das Interesse, Vermittlung demgegenüber als die Institutionen hinterfragende und letztlich auch transformierende Praxis zu entwerfen, hat ernste Hintergründe. Es liegen Forschungen darüber vor, dass die Geschichte von Ausstellungsinstitutionen mit dem Kolonialismus und der Ausbildung und Erhaltung national - identitär verfasster Disziplinargesellschaften nordwestlicher Prägung verwoben ist. Sie deswegen zu schließen, würde jedoch bedeuten, eine Chance zu verspielen: Gerade aufgrund ihrer Verstricktheit können sie auch Akteure und Orte für Veränderung sein. Eine kritische, auch künstlerisch informierte Vermittlungsarbeit kann wesentlich dazu beitragen, die gegenwärtig häufig beschworene Vision des Museums als "Kontaktzone" zu verwirklichen.
Spätestens an dieser Stelle scheinen mögliche Schnittstellen von Kunstvermittlung und Politischer Bildung auf. Mit Blick auf die durch Globalisierungsprozesse geprägte Migrationsgesellschaft wird dabei eine Diskussion über den Kanon, der vermittelt wird, unausweichlich. Es stellt sich die Frage, ob der überlieferte westeuropäisch – nordamerikanisch geprägte Bilderkanon der Vielschichtigkeit visueller Kultur in der Gegenwart entspricht, oder ob eine andere Form eines Bild - Repertoires, das sich permanent in Veränderung befindet, das mit allen Beteiligten stets zu reflektieren wäre und das sich möglicherweise eher über Themen als über einzelne Werke erschliessen ließe, überfällig wäre. Diese Frage betrifft die schulische wie die außerschulische Kunstvermittlung mit gleicher Dringlichkeit.
4.2 Bildungsauftrag und Besucherorientierung |  |
Ob Museen, Theater oder Literaturhäuser, sie alle stehen heute vor demselben Problem, die Besucher langfristig zu binden – und dabei den kulturellen Bildungsauftrag nicht aus den Augen zu verlieren. Nur durch eine konsequente Vorgehensweise kann dies gelingen.
Bundesrepublik Deutschland und Österreich verstehen sich als "Kulturstaat". Deshalb fördert die öffentliche Hand Kunst und Kultur im Bund, in den einzelnen Bundesländern und in den Kommunen. Öffentliche Theater werden subventioniert, nur rund 16 Prozent erwirtschaften sie aus eigener Kraft. In anderen Ländern, etwa den angelsächsischen, insbesondere in den USA, ist die Situation dagegen völlig anders – hier hält sich der Staat extrem zurück und überlässt dem sogenannten Kulturmarkt die Bereitstellung entsprechender Güter und Dienstleistungen.
Warum aber fördert der Staat Kunst und Kultur in diesem Umfang und überlässt dies nicht dem Markt? Schon der "Klassiker" des Wirtschaftsliberalismus, Adam Smith, stellte in seinem erstmals 1776 veröffentlichten Werk über den Wohlstand der Nationen wörtlich fest, dass neben der "unsichtbaren Hand" des Marktes, die die Wirtschaft regelt, eine wichtige "Aufgabe des Staates darin besteht, solche öffentlichen Anlagen und Einrichtungen aufzubauen und zu unterhalten, die, obwohl sie für ein großes Gemeinwesen höchst nützlich sind, ihrer ganzen Natur nach niemals einen Ertrag abwerfen, der hoch genug für eine oder mehrere Privatpersonen sein könnte, um die anfallenden Kosten zu decken, weshalb man von ihnen nicht erwarten kann, dass sie diese Aufgabe übernehmen."
Diese "öffentlichen Anlagen und Einrichtungen" stiften also – aus Sicht des Staates bzw. der Gesellschaft – einen hohen gewünschten öffentlichen Nutzen und werden genau aus diesem Grund mit öffentlichen Mitteln gefördert, da sie ansonsten nicht ausreichend hergestellt bzw. nachgefragt werden. Man nennt sie deshalb auch "meritorische Güter". In Deutschland und Österreich zählen etwa hier dazu u.a. die Sozialversicherung, die gesetzliche Alters- und Gesundheitsvorsorge, die Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand, der öffentlich - rechtliche Rundfunk, Bildung – und eben auch Kunst und Kultur. Was ein meritorisches Gut ist, steht indes nicht allgemein fest, sondern ist Ergebnis eines öffentlichen, politischen Diskurses, der von Land zu Land, von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich geführt wird, wie etwa die schon seit Jahrzehnten anhaltenden Diskussionen über eine allgemeine, flächendeckende Gesundheitsfürsorge in den USA zeigen.
Während beispielsweise Frankreich sein Selbstbild in der "Nation" bzw. der "République", England im "Empire" oder "Commonwealth" findet, waren und sind in Deutschland und Österreich Kunst und Kultur zentrale Elemente des eigenen gesellschaftlichen und vor allem politischen Selbstverständnisses. Die so gänzlich unterschiedliche Entwicklung in Deutschland im Vergleich zu England und Frankreich resultiert aus den das 17. und 18. Jahrhundert bestimmenden Fragen erstens der nationalen Einheit und zweitens der politischen Rolle des Bürgertums.
IT - Hinweis
https://www.bpb.de/lernen/kulturelle-bildung/60324/kunst-in-der-kulturellen-bildung/ (17.12.2004)
5.1 Kulturelle Vielfalt |  |
Kulturelle Entwicklung lässt sich nicht über Innovation beschreiben, vielmehr über Ausdifferenzierungsprozesse als Teilbereiche von Kultur (Subsysteme). Beispiele dafür sind die Wirtschaft, das Recht, die Kunst und Religion. Unterschiedliche Entwicklungen bilden sich heraus, Lebensbereiche und Lebensformen (vgl. JAEGER - RÜSEN 2011, 21-33).
- Räumliche Trennungen und Rollenübernahmen ergeben Möglichkeiten sich in einer Kultur Sonderformen der Lebensweisen bzw. Lebensformen zu schaffen und zu erhalten. Ebenso entstehen in den Kulturbereichen zugeordnete Wissensbereiche.
- Zur Stärkung kommt es zu systemintegrierenden Leistungen, etwa einem normativen Konsens und Verhaltensnormierungen. Für die Religion gelten eigene Kommunikationsformen, Religiosität als "Religion in der Kultur" und eigene Binnenregelungen als Unterscheidung zu anderen Teilbereichen.
- In gewisser Hinsicht ist Religion ein kultureller Teilbereich, der die Differenzierungsfolgen ständig zurück zu nehmen versucht.
- Man denke an religiösen Vorgaben etwa für die Wirtschaft, das Recht und später die Wissenschaften.
- Daraus erklärt sich die Dynamik europäischer Entwicklung, in denen eine Kompetenz der Religion mit den in der Geschichtlichkeit zunehmenden Kompetenzen anderer Professionen in Konflikt tritt.
- Wenn Grenzen wie in der Renaissance und Aufklärung erreicht sind, ergeben sich Orientierungskonflikte. Das religiöse Sinnsystem ist dann ein Sinnsystem unter anderen oder anderen in seiner Reichweite eingeschränkt werden(vgl. Säkularisierung).
- Mit einer Zunahme kultureller Komplexität ist ein Anwachsen der Freiheit in der Wahl von Orientierungen möglich, bis hin zu einem Wechsel der Religion oder ohne religiöses Bekenntnis. Dies scheint ein strukturelles Problem monotheistischer Religionen zu sein. Besonders der Anspruch der alleinigen Wahrheit und der Folgerungen muss auf einer Metaebene bedient werden.
- Diese gerät in die Hände von Spezialisten, die Anwendungsregeln und Anspruchsbereiche für die einzelnen Metaebenen vorgeben (vgl. LUHMANN 1977, 89-90, 106). In modernen Staaten gibt es in der Folge etwa theologische Bildungsinstitutionen, Seelsorge und caritativ - diakonische Einrichtungen (vgl. in diesem Kontext Österreich).
- Damit kommt es zur Professionalisierung von Religionen. Systeminterne Ansprüche werden erzeugt (vgl. die Verbindung von Staat und Religion). Eigene Deutungsmuster entwerfen eigene Semantiken (vgl. die Bemühungen in der Ökumene mit dem Projekt "Ökumenische Schöpfungszeit").
5.2 Passung von Religionen |  |
In der Verschiedenheit kultureller Subsysteme, positiver Religionen zu den umgebenden Teilsystemen, entsteht das Problem einer "Passung"(Anpassung). Wie genau passt eine Religion in ihre Kultur (vgl. GLADIGOW 1999, 13-31).
Die großen Religionen und ihre Vorstellungen und Leitideen orientieren sich an einer früh - agrarischen Stufe kultureller Entwicklung mit dem entsprechenden begrenzten technologischen Repertoire.
Agrarische Praxis, einfache handwerkliche Techniken und ein beschränktes Rechts- und Wirtschaftssystem sind ein Orientierungsmuster für religiöse Operationen (vgl. CANCIK - GLADIGOW - KOHL 1993, 289-298).
Einer eigenen Entwicklungslogik folgen die großen professionell geführten Religionen mit naturwissenschaftlichen Paradigmen, etwa in den New - Age -Entwürfen, auch im Einsatz neuer kommunikativer Medien,
- historisch der Erfolg der Reformation mit dem Buchdruck und
- aktuell Bibel - TV im deutschsprachigen Raum.
5.3 Verlust der Einheit |  |
Nach der herrschenden Meinung soll der Verlust einer Einheit von gesellschaftlichem und religiösem Bewusstsein eine Folge des Säkularisierungsprozesses in der Neuzeit sein (vgl. JAEGER - RÜSEN 2011, 25).
Eine Einheit bestehe nur noch bei besonderen religiösen Gruppierungen, wobei die Prämisse sei, ein Mensch könne nur eine Religion haben.
Die Folge sei, Religion decke alle gesellschaftlichen Wandlungsprozesse ab.
Nach BERGER (1980) kommt es zu einem freien Wechsel der Orientierungssysteme, wie er in komplexen Kulturen vermutlich immer praktiziert worden ist.
Eine Pluralisierung der sozialen Lebenswelten ist zum Problem der Privatisierung von Religion geworden.
Goethes Selbsteinschätzung kann als Beispiel gelten. Als Dichter und Künstler sei er Polytheist, als Naturforscher Pantheist und als sittlicher Mensch sinngemäß Christ.
Literaturverzeichnis |  |
Angeführt sind jene Titel, die für den Beitrag verwendet und/ oder direkt zitiert werden.'
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Zum Autor |  |
APS - Lehramt (VS - HS - PL 1970, 1975, 1976), zertifizierter Schülerberater (1975) und Schulentwicklungsberater (1999), Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol (1993-2002)
Absolvent Höhere Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft Ursprung - Klessheim/ Reifeprüfung, Maturantenlehrgang der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck/ Reifeprüfung - Studium Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat (1985), 1. Lehrgang Ökumene - Kardinal König Akademie/ Wien/ Zertifizierung (2006); 10. Universitätslehrgang Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc (2008), Weiterbildungsakademie Österreich/ Wien/ Diplome (2010), 6. Universitätslehrgang Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012), 4. Interner Lehrgang Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/ Zertifizierung (2016) - Fernstudium Grundkurs Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2018), Fernstudium Nachhaltige Entwicklung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2020), Onlinekurs Grundkurs - Aufbaukurs/ Theologie für Ehrenamtliche - Kolleg für Gemeindedienst/ Bodelschwingh - Studienstiftung Marburg/ Zertifizierung (2025)
Lehrbeauftragter Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien/ Berufspädagogik - Vorberufliche Bildung VO - SE (1990-2011), Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung - SE Didaktik der Politischen Bildung (2026-2017)
Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche Österreich (2000-2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks Tirol (2004 - 2009, 2017 - 2019), Mitglied des Evangelischen Bildungswerks Salzburg -Tirol (1924 - heute)
Kursleiter der VHSn Salzburg Zell/ See, Saalfelden und Stadt Salzburg/ "Freude an Bildung" - Politische Bildung (2012 - 2019)
MAIL dichatschek (AT) kitz.net
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