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20 Jahre Netzwerk gegen Gewalt - Netzwerk zur Bildung
20 Jahre Netzwerk gegen Gewalt - Netzwerk zur Bildung |  |
Jubiläum eines Netzwerks 2004 - 2024 |  |
Günther Dichatschek - Helmut Leitner
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Einleitung |  |
Wer rückblickend Netzwerkarbeit in einer Jubiläumspublikation bearbeitet und damit eine Reflexion von zwei Jahrzehnten sich vornimmt, kann nur persönliche Höhepunkte einer Ausbildungsbiographie und Berufslaufbahn dokumentieren.
Intrinsische Motivation und eine Zufallswahl von Themenbearbeitungen am Beginn sind genauso festzuhalten wie einen beispielhaften Einblick in die Themenfülle zu geben, der Kreis von Kolleginnen und Kollegen, Interessierten und Begleitenden ist ebenso zu würdigen. Ohne diese Entwicklung in den Jahren wäre aus einer Idee ein Netzwerk nie entstanden.
Die Gliederung des Buchprojekts ergibt sich aus der Perspektive 2024. Eine Übersicht über die Netzwerkaktivitäten leitet über in ausgewählte Themenfelder. Am Anfang steht im Kontext mit der Netzwerkbezeichnung Gewaltprävention und Bildung. Verkürzt skizziert werden Autoren - Schwerpunkte wie die Lernkultur - Vorberufliche Bildung, Politische Bildung, Interkulturelle Kompetenz, Erwachsenenbildung - Weiterbildung und Universität/ Hochschule - Zukunftsfragen. Beispielhafte Autorenpublikationen schließen die Jubiläumspublikation "20 Jahre Netzwerk gegen Gewalt - Netzwerk zur Bildung".
Günther Dichatschek
Helmut Leitner
Teil I Einführung |  |
1 Übersicht über Aktivitäten |  |
Die Website diente dem Ziel, ein soziales Netzwerk gegen Gewalt aufzubauen. Der Start war im Oktober 2002. Inzwischen hat sich das Netzwerk 2004 thematisch stark zu Bildung erweitert.
Vernetzungen ergänzen die Bemühungen um pädagogische Herausforderungen.
Bildungsbereiche in ihrer aktuellen Bedeutung und Vielfalt bestimmen das Wiki - Projekt mit einer Themenvielfalt.
Im Folgenden wird auf Vernetzungen hingewiesen.
1.1 Europäische Perspektive |  |
"E - Plattform für Erwachsenenbildung in Europa"/ EPALE > vgl. https://ec.europa.eu/epale/de/resource-centre/content/netzwerk-gegen-gewalt
EPALE > https://epale.ec.europa.eu/de/node/152088
1.2 Nationaler Rahmen |  |
"Weiterbildungsakademie Österreich" > http://www.wba.or.at > Absolventen > https://login.wba.or.at/absolvent_innen?user=13140
Entsprechend einem Lehrauftrag kommt eine Vernetzung mit der Institution zustande.
Entsprechend von Veranstaltungen an der Volkshochschule Tirol kommt eine Vernetzung zustande (vgl. https://www.vhs-tirol.at/).
1.3 Beispielhafte Einstiegspunkte / Auswahl |  |
1.4 Buchprojekte/ Auswahl |  |
Helmut Leitner
Reihe "Mustertheorie" " 2007 - 2015
Mustertheorie. Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christopher Alexander, Reihe Musterforschung 001, 2016, Erstveröffentlichung 2007 bei Nausner & Nausner Verlag Graz, ISBN 978-3-9504247-0-6
Mit Mustern arbeiten. Eine Einführung, in: Helfrich S./ Bollier D./ Heinrich - Böll - Stiftung (Hrsg.) (2015): Die Welt der Commons - Muster gemeinsam Handeln, Bielefeld, 26-35
Günther Dichatschek
Einzelbücher 1991 - 2024
Lehrplankommentar Berufskunde und Praktische Berufsorientierung/ Mitautor, in: Lehrplan - Service - Kommentar Polytechnischer Lehrgang, Bundesverlag Wien 1991, 81-100, ISBN 3-215-07543-1
"Politische Bildung in Schloss Hofen - Rückblick, Rundblick und Ausblick eines Teilnehmers", in: Klepp C. - Rippitsch D. (Hrsg.) (2008): 25 Jahre Universitätslehrgang Politische Bildung, facultas wuv Wien 2008, 133-136, ISBN 978-3-7089-0267-8
Berufsorientierung - Theorie, Praxis und Handlungsfelder. Aspekte des Überganges von der Schule in die Arbeitswelt, Akademiker Verlag Saarbrücken 2021, ISBN 978-620-0-678260-5
Mitarbeiterführung von Ehrenamtlichen - Ehrenamtlichkeit/ Freiwilligkeit in der Arbeit des Evangelischen Bildungswerks, Akademiker Verlag Saarbrücken, 2015 ISBN 978-3-639-84190-9
Geschichte und Theorieansätze der politischen Bildung in Österreich - Besondere Berücksichtigung vorberuflicher Bildung im Kontext mit Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2017 ISBN 978-3-330-51613-7
Didaktik der Politischen Bildung - Theorie, Praxis und Handlungsfelder der Fachdidaktik der Politischen Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2017, ISBN 978-3-330-52093-6
Lernkulturen der Erwachsenen- bzw. Weiterbildung - Ein Beitrag zu Theorie, Praxis und handlungsspezifischen Herausforderungen im Kontext mit Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2018, ISBN 978-620-2-21140-6
Theorie und Praxis Evangelischer Erwachsenenbildung - Evangelische Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung und Religionslehrerausbildung in Österreich - Politische Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2018, ISBN 978-620-2-21946-4
Lehre an der Hochschule - Ein Beitrag zu Dimensionen der Lehre, Lehrer(innen)bildung, Fort- bzw. Weiterbildung Lehrender und Hochschuldidaktik, Akademiker Verlag Saarbrücken 2019, ISBN 978-620-2-22418-5
Medienarbeit - Aspekte zur Weiterbildung im Kontext der Politischen Bildung/ Medienpädagogik-Medienbildung?, Akademiker Verlag Saarbrücken 2019, ISBN 978-620-2-22524-
Lehrerbildung - Theorie und Praxis der Professionalisierung der Ausbildung Lehrender, Schulleitender und des Schulqualitätsmanagement, Akademiker Verlag Saarbrücken 2020, ISBN 978-620-0-67139-4
Regionale Bildung - Aspekte einer Erwachsenenpädagogik eines europäischen Kulturraumes im Kontext Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2021, ISBN 978-363-9-64201-8
Vorberufliche Bildung von Migranten in der Erwachsenenbildung - Didaktik und Methodik bei der Berufswahl, Berufsvorbereitung und Berufsberatung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2021, ISBN 978-3-639-88408-1
Religion und Kirche - Ein Beitrag zur kulturell-religiösen Kompetenz im Kontext Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2021 ISBN 978-3-330-50501-8
Interkulturelle Kompetenz - Theorie, Praxis und Handlungsfelder im Kontext Interkultureller Öffnung und Politischer Bildung, Akademiker Verlag 2021, ISBN 978-3-330-50946-7
Europa als Lernfeld - Ein Beitrag zur schulischen und außerschulischen Politischen Bildung und Menschenrechtsbildung im Rahmen der Aus- bzw. Fortbildung Lehrender, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-3-330-51909-1
Lehrgang Politische Bildung - Theorie, Praxis und Handlungsfelder Politischer Bildung in der Erwachsenenpädagogik. Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-3-639-38784-1
Gender lernen und lehren - Theorie und Praxis im Kontext Politischer Bildung in Schul- und Erwachsenenpädagogik, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-620-2-20118-6
Psychologische Aspekte in Unterricht -Lehre - Theorie, Praxis und Handlungsfeldern der Pädagogischen Psychologie und Pädagogischen Sozialpsychologie unter Einbeziehung der Psychologie der Lehrenden, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-620-2-21183-3
Lehramt - Aspekte der Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften im Lehramtsstudium, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-3-639-46043-8
Erwachsenenpädagogik in der Weltgesellschaft - Aspekte nachhaltiger Erwachsenenpädagogik in pluralen Gesellschaften im Kontext Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-639-46726-0
Nachhaltigkeit - Aspekte eines Diskurses in Europa im Kontext Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2022, ISBN 978-3-46980-6
Friedenslernen - Theorie, Praxis und Perspektiven, Akademiker Verlag Saarbrücken 2023, ISBN 978-3-639-48978-5
Freiwilligenmanagement - Herausforderungen an eine Erwachsenenpädagogik, Akademiker Verlag Saarbrücken 2023, ISBN 978-3-639-49155-5
Erwachsenenbildung in der Volkshochschule. Theorie, Praxis und Weiterbildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2023, ISBN 978-3-639-49203-3
Fernstudium und Fernlehre - Theorie, Praxis und Handlungsfelder im Kontext Politischer Bildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2023, ISBN 978-3-639-49660-4
Medienarbeit - Öffentlichkeitsarbeit. Ein Beitrag zur Medienbildung, Akademiker Verlag Saarbrücken 2024, ISBN 978-3-639-62507-3
2 Wiki Web |  |
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Beiträge und Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind willkommen. Das schließt das Beschreiben von Ereignissen und Personen, das Referieren über Studien und Bücher, die Planung und die Nachlese von Projekten oder Aktionen ausdrücklich mit ein (aber nichts aus).
- Das ursprüngliche Ziel - den Zusammenhang von Fernsehen und Gewalt bewusst zu machen und Wege zu finden, übertriebene Gewaltdarstellungen und Gewaltverherrlichungen abzubauen - ist zu einem Teilprojekt in dem oben beschriebenen größeren Zusammenhang geworden (Juli 2003).
- Bildung wurde - zunächst im Kontext von Gewalt - im Laufe der Zeit ein zentrales Thema.
- Wissenschaftlichkeit und Aktualität sind notwendig.
- Persönliches Interesse steht im Mittelpunkt.
- Kritik ist erwünscht und muss begründbar sein.
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Teil II Themenschwerpunkte/ Auswahl |  |
3 Gewaltprävention in der Erziehung 2004 - 2024 |  |
3.1 Einführung |  |
Seit dem Jahre 2002 - mit dem Mord im Gymnasium Erfurt - ist im deutschem Sprachraum die Öffentlichkeit, zunächst in der Schule, in der Folge durch Prozesse in Österreich, mit der Thematik von Gewalt in der Erziehung sensibilisiert worden. Bisheriger Höhepunkt dieser thematischen Auseinandersetzung waren im Jahre 2006 die Ereignisse an der Rütli -Hauptschule Berlin - Neukölln und ein Mord an einem Kleinkind, die ganz offensichtlich auf Gewaltphänomene rund um die Erziehung schließen lassen.
In der Folge treten Gewaltphänomene auf, die weit über Bildungsinstitutionen hinaus gehen und gesellschaftliche, politische, ökonomische, ökologische und kulturelle Defizite aufzeigen. Diese betreffen den Themenbereich der Politischen Bildung.
Pädagogisch aktualisiert wurde 2011 die Diskussion um Sanktionen bei schulischen Konfliktfällen in Österreich.
"1998 widmete Der Spiegel ein Heft dem Thema Warum immer mehr Kinder kriminell werden - Die Kleinem Monster (Nr. 51, 16.4.1998). Focus 10/1998 trug den Titel Schule brutal - Erpressung, Prügel, Terror - An deutschen Schulen ist die Hölle los. Die Zeit erklärte am 17.9.1998 Jugendgewalt wird zur größten Herausforderung für Polizei, Justiz - und Politik".
Im Folgenden geht es auch um die Frage der Faszination von Gewalt. Pädagoginnen und Pädagogen betrifft die alltägliche Form von Gewalt, nicht Phänomene wie Sadismus oder Masochismus. Dies zu verstehen, zu behandeln und und zu ahnden ist Aufgabe von Psychiatern und Juristen. Konkret geht es also um Macht und Gewalt - etwa das staatliche Machtmonopol, den Missbrauch von Macht, der Lust an Gewalt (Sport), der Faszination des Extremismus, Gewalt im Krieg und die Gewalt über die Natur. Dies sind zutiefst Fragen einer zeitgemäßen Erziehung.
Neben den erziehungswissenschaftlichen Aspekten sind auch die Bemühungen um eine kulturell - religiöse Erziehung zu beachten. So engagierte sich die Evangelische Superintendentur Kärnten A.B. mit einem Projekt - anlässlich der Gemeindevertretungswahlen 2005 - zur Prävention von Gewalt. Am 25. November 2006 fand ein Studientag im Kardinal -König - Bildungshaus/ Wien zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt" statt.
Der Autor versuchte in einer Reihe von Beiträgen zur Menschenrechts- und Politischen Bildung/ Erziehung sowie zur "Dekade zur Verhinderung von Gewalt/2001-2010" (Ökumenischer Rat der Kirchen/ Genf) verschiedenste Aspekte zu beleuchten.
Mit dieser Studie soll auf die Dimension von Erziehung hingewiesen werden.
3.2 Begriff Gewalt |  |
Wegen der Vieldeutigkeit des Begriffes bedarf es einer Definierung der verwendeten Begriffe.
In der Wissenschaft wird neuerdings Gewalt als Überbegriff verwendet und in Teilbegriffe unterteilt: beispielsweise physische, psychische, verbale, sexuelle, rassistische, soziale und frauenfeindliche Gewalt.
Unterteilt wird in personale Gewalt, strukturelle Gewalt, expressive Gewalt und instrumentale Gewalt. Gewaltmischungen sind selbstverständlich.
Hinzuweisen ist auch auf den Begriff Mobbing, wobei man darunter zu verstehen hat, wenn jemand wiederholt und über längere Zeit negativen Handlungen durch eine oder mehrere Personen ausgesetzt ist.
Kinder erfahren Gewalt in der Familie (Ohrfeigen, Schlagen; Einsperren). Unverarbeitete Erfahrungen der Eltern, Konflikte in der Familie/ im Berufsleben, rigide Erziehungsziele und Bedingungen in der Sozial-, Umwelt- und Gesellschaftsschicht gelten als Bedingungen. Gewalt in der Familie wird als eine Schlüsselrolle für die Verbreitung aggressiven Verhaltens und als Wirkung struktureller Gewalt in der Gesellschaft angesehen.
- Sexueller Missbrauch von Kindern in der Familie und Verwandtschaft wird offener und damit transparenter berichtet. Verstärkte Anstrengungen zur Prävention mit unterschiedlicher Ausrichtung der Präventionsarbeit sind erkennbar.
- Gewalt im und durch Sport in Verbindung mit Konkurrenz- und Leistungsdenken be- und verhindert mitunter Fairness, gegenseitige Hilfestellung und soziales Lernens.
- Das Freizeitleben Jugendlicher in Verbindung mit Desintegrationserscheinungen in Großstädten, sozialen Problemen in den Familien und der Arbeitslosigkeit erklärt die Verbreitung von Jugendgewalt.
- Religiös - kulturelle Entwurzelung tut das ihrige.
- Im Bereich der jugendlichen Ausländer/ innen ist die mangelhafte Mitbestimmung und das Fehlen von vollständigen Bürgerrechten - damit die Identifikation mit dem Staat - zu bedenken. Das Verteilen von Bildungs- und in der Folge von Berufs- und Lebenschancen durch ein vertikal geteiltes Schulsystem gilt in der Fachliteratur und in einschlägigen Untersuchungen als wichtige Ursache für Zusammenrottungen und - im EU - Raum - für gewalttätige Proteste, wobei eine politische Polarisierung zusätzlich eine Rolle spielen kann. Zu bedenken sind ausreichende Maßnahmen in der Bildungsberatung.
Gewalt in der Schule ist pädagogisch deswegen so negativ zu bewerten, weil dies mitten in Bildungszentren - unter den Augen der Lehrerschaft mit der Verantwortung für soziales Lernen/ Erziehung und politischer Bildung/ Menschenrechtserziehung - geschieht. Die Literatur darüber ist so zahlreich, dass hier nicht im Detail darauf eingegangen werden muss. Beklagt wird körperliche Gewalt, verbale Gewalt (auch gegen Lehrer/ innen), Vandalismus, sexistische Gewalt und allgemeine Gewaltphänomene - hin bis zu Mobbing in allen Variationen.
- Alle Schulformen und Altersstufen bis zum Kindergarten sind betroffen.
- Schule spiegelt die Gesellschaft wider, verschiedenste Sozialschichte und Ethnien stoßen aufeinander.
- Zudem spielen Schulbauweisen, Lehrerverhalten, Leistungs- und Sozialdruck, Entmutigung, Erniedrigung, schlechte Ausbildungs- und Berufschancen, Demotivation, anonymes Schulklima, mangelhaftes Lehrer - Schüler - Verhältnis, mangelhafte bis fehlende zeitgemäße Schulentwicklungsprozesse und Ungerechtigkeiten eine wesentliche Rolle.
- Viele Präventionsproramme bieten Schulen und Lehrenden Ansatzpunkte zur Förderung von sozialen Kompetenzen (vgl. Verhaltenstrainings für Lernende und Lehrende, themenzentrierte Lehrerfortbildung, Einzelmaßnahmen wie Erarbeitung von Regeln und demokratischen Lerngelegenheiten).
- Prävention umfasst mehr als nur der Einsatz solcher Programme. Es geht vorrangig um Aspekte des Schulklimas und die Qualität der Wirksamkeit von pädagogischen Maßnahmen. Gemeint sind der Leitungsstil, die Öffnung nach außen, Werte und Einstellungen der Lehrenden, die Qualität sozialer Beziehungen der Lernenden und Lehrenden. Schulklimatische Ansätze finden allerdings wenig Beachtung. Es geht also um die Förderung sozialer Kompetenzen.
- Gewalt über die Natur ist ein Phänomen, das sich in Umwelterziehung als pädagogischen Auftrag ergibt. Unbestreitbar sind Entdeckungen, Erfindungen und verschiedenste Produktionsformen für die Menschheit hilfreich geworden. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass sie zu atomaren, biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen, zu sozioökonomischen Verzerrungen in der Weltbevölkerung und zu ökologischen Verwüstungen geführt haben, die ein Überleben der Menschheit in Frage stellt. "Die Erfahrung des Ungenügens angesichts einer übermächtigen Natur hat Menschen immer wieder zur Gewaltfaszination im Umgang mit ihr verleitet. Und es scheint nicht zuletzt diese Faszination zu sein, die eine entschlossene Abkehr von dem Paradigma der Beherrschung und Ausbeutung der Natur verhindert" (MÜLLER - FAHRENHOLZ 2006, 84).
3.4 Medienerziehung |  |
Moderne Medien gehören zu den Vermittlern von Gewaltdarstellungen. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungstendenzen, familiäre Umstrukturierungen mit lockerer Beziehungsstruktur, peer - group - Verhalten, mediale Präsenz an Arbeitsstätten und Medien im Alltag mit Werbung, TV- und Zeitungsgewohnheiten sowie der Internetgebrauch lassen Massenmedien an Einfluss gewinnen. Über den Stand der Forschung und Gewaltdarstellungen im TV und ihre Häufigkeit gibt es empirisch abgesicherte Studien. PISA 2000 erhebt die TV-Gewohnheiten? der Heranwachsenden. 18,2 Prozent der 15jährigen sehen mehr als 5 Stunden täglich, Buben sehen Action - Filme kommerzieller Sender häufig und länger.
Komplexe Einflussvariablen lassen die Problematik von Gewalt und Medien - hier besonders das TV - nicht immer übersichtlich erscheinen. Als gesichert gilt die gegenseitige Wirkung des Medienkonsums und der Personen- und Umweltvariablen - ungünstiges Milieu, Konsum von aggressiven Filmen durch Eltern, mangelhafte Vorbildfunktion, Neugier, Reizsuche, mangelnde Bildung, Männlichkeitsstereotype, Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft, Vergeltungsethik, negative Sicht der Weltlage, raue Peergroup, Konkurrenzklima in der Schule und autoritärer Erziehungsstil der Eltern.
Zu beachten sind in der Alltagsdiskussion jene Publikationen, die von kommerziellen Interessen geleitet sind.
Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Interkulturelle Kompetenz, Migration in Österreich).
4.1 Einleitung |  |
Die Perspektive einer Bildung als Lebensbegleitung und Innovation betrifft den Einzelnen in seiner Biographie und die Gesellschaft in ihrer Gestaltungsfähigkeit und Veränderung.
Ausgehend von dieser These bedarf es einleitend zunächst einer Unterscheidung von Pluralismus und Pluralität sowie in der Folge einer Darstellung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
- Pluralität meint eine Vielfalt von Phänomenen,
- Pluralismus bestimmte Fassungen wie politischer-, Werte-, weltanschaulicher- und kulturell - religiöser Pluralismus als Vielfalt einer Zeiterscheinung.
- Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bedeutet ein Lern- und Handlungsfeld, zu dem sich die UN - Mitgliedsstaaten 1992 in der Rio - Konferenz in ihren Bildungssystemen bekannten. 2005 bis 2014 wurde die Weltdekade der BNE ausgerufen.
- Der Wandel zu einer nachhaltigen Welt erfordert ein Umdenken auf unterschiedlichen Ebenen.
- Benötigt werden globale politische Vereinbarungen über eine gerechtere Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen und eine Ermöglichung von Lebenschancen.
- Veränderungen beginnen schon im Kleinen im Alltag des Einzelnen. Bildungsorte können mit einem Umdenken beginnen.
- Themen sind vielfältig, etwa Armut - Migration - Ökologie - Ökonomie - Klimaschutz - Energiewende - Gerechtigkeit -Frieden.
- Formate einer Lehre können Service - Veranstaltungen, virtuelle Lehrwerkstätten und Dokumentationen von Fallbespielen und Projekten sein.
- Als Lernformen bieten sich discovery learning, colloborative learning, problem - based learning, disciplinary learning, interdisciplinary learning, stakeholder social learning und systems thinking - based learning an.
Der Beitrag beschäftigt sich mit
- dem Element von Bildung in einer pluralen Gesellschaft im Sinne einer BNE und
- versteht sich auch als Teilbeitrag zur Politischen Bildung und Erwachsenenpädagogik.
- Behandelt werden Merkmale des politischen Pluralismus, die Liberalität in der pluralen Gesellschaft, Krisen und als Teilgebiet der Politischen Bildung die Friedenspädagogik sowie eine Reflexion nachhaltiger Bildung nach der Coronakrise.
4.2 Merkmale des politischen Pluralismus |  |
Es ist sinnvoll, den Kontext zur Politischen Bildung mit ihrer Bezugswissenschaft Politikwissenschaft zum Pluralismusbegriff. Schon vor Jahrzehnten ist seine Position heute noch aktuell, wenn er zu Totalentwürfen und einer Idealgesellschaft Stellung nimmt und eine Prüfung auf Realisierbarkeit, Kosten und Nutzen verlangt.
Aktuell sind ebenso die Intentionen der Politischen Bildung für die Erwachsenenbildung.
Das Pluralismusbild von Österreich ist heute ein anderes, hat andere Problembereiche. Dies zeigt sich im Bildungsbereich an der Forderung von ethischer Erziehung ("Werteerziehung"), an der Zurückhaltung einer Umsetzung im Bereich Politischer Bildung in den einzelnen Bildungsbereichen. Zu würdigen sind die Impulse einer Politischen Bildung in den Volkshochschulen, der Autor ist mit Themenbereichen in der Volkshochschule Salzburg vertreten gewesen.
Von Interesse sind die vier Kerntheoreme mit ihren Folgerungen für eine politische Bildungsbegrifflichkeit.
- Legitime Vielfalt - sinnvoll sind verschiedene Antworten ohne ein politisches Monopol, Pluralismus als Merkmal einer freiheitlichen Demokratie, nicht wertfrei, verfassungsrechtlich und international heute abgesichert, mit grundlegenden Gemeinsamkeiten entfaltet und inhaltlich mit gemeinsamen Überzeugungen auszustatten von der Gesellschaft mit ihren legitimierten politischen Akteuren.
- Regulative Idee des Gemeinwohls - als Begriff zu verstehen als Selbstbeschränkung mit Grenzen, wo man auf Kosten des Zusammenhalts der Gesamtgesellschaft stößt, also der Notwendigkeit die Gesellschaft funktionsfähig zu erhalten, zu ordnen und Entscheidungen zu ermöglichen; die Verantwortung des Staates wird erweitert mit Eingriffen als Sozial- und Kulturstaat in die Sozialvorsorge, Gesundheit, Bildung und Wirtschaft zur Sicherstellung von Grundbedürfnissen. Der Staat verfolgt damit das Prinzip der Chancengleichheit, ethisch im bedeutenden Prinzip der Gerechtigkeit.
- Konsens und Konflikt - der Druck der Probleme zeigt sich beispielhaft in den ökologischen(Umwelt), sozialen(Arbeitslosigkeit), interkulturellen(Ausländerfeindlichkeit) und ökonomischen(Grundversorgung) Bereichen; zentral geht es um die Anerkennung des Rechtsstaates und den humanen Umgang mit Streit und Konflikt im demokratischen Diskurs, für den Bildungsbereich als erwachsenenpädagogischen Auftrag Demokratieerziehung und Ethik zu unterstützen.
- Konkurrenztheorie der Demokratie - es bedarf einer Vielfalt konkurrierender Lebensauffassungen und politischer Optionen mit der Begründung eines "allgemeinen Willens", politische Akteure berufen sich auf den Mehrheitswillen der Bevölkerung; negativ und ruinös ist für den politischen Pluralismus, wenn der Staat als Spielball privater und gruppenbezogener Interessen erscheint und möglicherweise durch self fulfilling prophecy zur Misere beiträgt, die man überwinden will und Pluralismus einschränkt.
4.3 Liberalität in der pluralen Gesellschaft |  |
Mit dem Ende der Monarchie 1918 in Österreich kam es zur staatsrechtlichen (Gründung der Ersten Republik 1918-1938) und verfassungsrechtlichen Diskussion (Bundesverfassung 1920 und Novelle 1929) und zur Bezeichnung staatlicher Erscheinungsformen und rechtssetzender Ordnungsfunktionen mit einer Gewaltenteilung Gesetzgebung - Verwaltung - Gerichtsbarkeit.
Mit den Erscheinungsformen einer Untergrabung rechtssetzender Ordnungsfunktionen (Auflösung des Parlaments, Brand des Justizpalastes, Bewaffnung von Parteigarden) wurde dem "Anschluss 1938" und einer Übernahme des Nationalsozialismus Vorschub geleistet.
Die Pluralismustheorie nach 1945 mit der Absage eines Totalitarismus, dem
- Wiederaufbau staatlicher Strukturen, des Parlamentarismus, der Wirtschaft, dem Bildungswesen, Verkehrswesen, Sozialsystem und der Wiedererlangung staatlicher Unabhängigkeit 1955 mit dem Staatsvertrag, Neutralitätserklärung und dem Beitritt zur UNO und dem Europarat,
- zur Bewährungsprobe des politischen Pluralismus in den sechziger Jahren kam es zur Ablösung der Großen Koalition mit einer Alleinregierung,
- großräumiger Pluralismuskritik mit Reformbestrebungenm in den siebziger Jahren und
- in der Folge den Vorwürfen einer Normenschwäche, erkennbarer Verluste des Gemeinsinns und Erscheinungen einer Ohnmacht des Staates in den achtziger und neunziger Jahren.
Für die pädagogischen Aufgaben ergab sich in der "realistischen Wende" um 1970 nicht nur ein Paradigmenwechsel, vielmehr eine Herausforderung in der Erweiterung der Aufgabenfelder, beispielhaft für das Vorwissen in der Erwachsenenbildung die Lehrplanreformen - Schulorganisation - Universitätsorganisation und Reform und Etablierung der Erwachsenenbildung im tertiären und hauptsächlich quartären Bildungsbereich.
Eine offenere Gesellschaft durch zunehmende Wanderungswellen, notwendige Integrationsbemühungen und permanente Internationalisierung bzw. Globalisierung weist auf Schwächen des Pluralismus und gesamtgesellschaftlicher Normen hin. Es bedarf einer Wiedergewinnung politischer und pädagogischer Autorität.
- Die vermissten Normen weisen auf Defizite kollektiver Werte hin. Es geht um eine Ausbeutung des Sozialstaates, Phänomene einer Entsolidarisierung, des Egozentrismus und die Frage des Gemeinsinns.
- Gemeinsinn meint ein persönliches und zivilgesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein mit Mitverantwortung.
- Gemeinschaftsbildung bedarf einer Legitimation, Repräsentation, Institutionalisierung, Konfliktregulierung und Konsensbildung. Benötigt wird eine kollektive Identität mit einem zeitgemäßen Weltbild. Die angesprochene Krise kann nur durch externe Kräfte angegangen werden.
- Sicherheit kommt durch die verfassungsgemäßen Grundrechte und Grundwerte. Eine Schwäche des Staates ist auch eine Schwäche des Pluralismus. So ist auch die Sehnsucht nach einem starken Staat zu verstehen. Partikulare Interessen werden zunächst als Verwirrung angesehen.
Die pädagogische Aufgabe stellt sich im Bildungssystem demnach in der Erwachsenenpädagogik.
Es versteht sich,
- dass es der Optimierung der Fachdidaktik und einer professionelle Ausbildung mit Angeboten der Fort- und Weiterbildung bedarf.
- Bildungspluralismus hat die Grundlage in der Funktion eines politischen Pluralismus.
4. 4 Krisen des Pluralismus |  |
Wenn der demokratische Verfassungsstaat gering geschätzt wird, soll ein Staat für seine Stärke notwendige Sehnsüchte, Gefühle eines Engagements und Leidenschaften stabilisieren können.
Nur an historischen Höhepunkten lehrt die Geschichte ein vorbildliches Bekenntnis zu einem demokratischen Gemeinwesen, man denke beispielhaft an die Gründung der USA 1776 und den Zusammenbrauch des Staatssozialismus 1990 mit der deutsch -deutschen Einigung als Beginn historischer Entwicklungen.
Es wird Denkmustern nachgegangen, die sich hinter verlorenen Feindbildern verbergen.
- Es könnte sein, dass die Vorzüge der Marktwirtschaft über die Planwirtschaft und des Pluralismus über den Monismus letztlich nur ein Pyrrhussieg sind.
- Die Definition des Eigenen durch die Abgrenzung von Anderen auf allen Ebenen - auch ökonomisch, ethisch, pädagogisch, interkulturell und interreligiös - kann den Pluralismus als Problem ausweisen. Die Brisanz der eigenen Identität und Andersheit kann zum Feindesverlust und die Sorge um globale Gleichgewichtstörungen führen (vgl. in der Interkulturalität den "Other" als Gegenpol der eigenen Identität bzw. gesellschaftliche Konkurrenz).
- Jenseits den Freund - Feind - Denkens stehen wir vor der Aufgabe in Politik und Bildung in einem sich bildenden Europa positive Bestimmungen zu geben, die in einem Pluralismus die eigene Identität nicht mehr zu bestimmen erlaubt, dass wir nicht der Andere bzw. die Anderen sind. Damit wäre es nicht mehr nötig, den Pluralismus durch abgrenzende Stärke zu schwächen.
4. 5 Friedenspädagogik in der Politischen Bildung |  |
Rechtsfriede und soziale Gerechtigkeit sind nicht identisch, soziale Ungerechtigkeit ist nicht durch Rechtsstaatlichkeit abgeschafft. Menschenrechte werden nicht durch Bürgerrechte gewahrt, man denke nur an den Ausschluss von Migranten.
Zwei historische Problemfelder verdeutlichen die Begründung eines neuen Ansatzes in den siebziger Jahren in Erziehung und Unterricht zur Friedensfähigkeit.
- In den USA verbürgt die "Constitution" in den "Bill of Rights" auch den Schwarzen unveräußerbare Rechten als Menschen von Gott geschaffen. Real blieben ihnen aber konkrete Rechte versagt. In der Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King kam es erst 1964 im "Civil Rights Act" zur Beendigung der Rassendiskriminierung. Es bedurfte einer gewaltfreien Widerstands- und Protestbewegung. In den Südstaaten mussten die Behörden erst gezwungen werden.
- Im deutschsprachigen Raum (D, AT) entstand in den siebziger Jahren die "kritische Friedensforschung" mit einer kritischen Friedenserziehung. Dieter SENGHAAS (1971) und Christoph WULF (1973) dokumentierten Themen und Handlungsmöglichkeiten. Ein erweiterter Gewaltbegriff folgte von Johan GALTUNG (1975) mit der sog. "strukturellen oder indirekten Gewalt". Damit sollte die Gewaltstruktur in allen Gesellschaftssystemen analysiert werden(vgl. den IT -Autorenbeitrag
http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Gewalt und Religion).
Die Erziehung zur Friedensfähigkeit hatte den gesellschaftlichen Rahmen der Friedlosigkeit zu berücksichtigen (vgl. den Paradigmenwechsel von der Pädagogik zur Erziehungswissenschaft und in der Folge zur Pädagogischen Soziologie). Es drohte drohte eine gesellschaftskritische Analyse an den Lernenden vorbeizugehen. In Österreich wurde mit der Etablierung der Friedensforschung an der Universität Klagenfurt ein Schritt zur universitären Lehre und Forschung gesetzt.
Friedenserziehung darf nicht nur kognitiv und affektiv verstanden werden, es bedarf bei den Adressaten einer Entwicklung von Handlungsdispositionen. Damit waren etwa Projekte gemeint und möglich.
Der Fachdidaktik war es bewusst, dass Unterricht bzw. Lehre nicht mit Politik identisch ist. Es bedurfte einer Vielfalt von Denkstrukturen.
Friedenspädagogische Strömungen sprengten die Möglichkeiten von Pädagogik, man denke an die "neuen sozialen Bewegungen" wie die Kernkraftbewegung, Umweltbewegung und feministische Bewegung. Die Friedensbewegung suchte gezielt die Erwachsenen.
- Es gab Widerstände, insbesondere die politische Apathie.
- Die Erwachsenen waren hauptsächlich durch die Studentenbewegungen repräsentiert.
Mitte der siebziger Jahre beginnt mit KOHLBERG (1974) zur Entwicklung des moralischen Urteils eine Korrektur. Insgesamt wird in der Folge auch die Thematik "politische Sozialisation" ein Bezug zur Bildung und ethischen Erziehung. Damit bekommen die Wahrnehmungs- und Urteilsstrukturen ihre Bedeutung. Erwachsene und Erziehungs- und Bildungsziele sind als Teilnehmende zu behandeln. Lernschritte und Bildungsprozesse bestimmen den unterrichtlichen Diskurs. Von Interesse für die Erwachsenenpädagogik ist jene Generation, die kaum oder gar nicht in der Schule politisches Lernen erlebt.
Mit der unterschiedlichen Handhabung eines "politischen Lernens" und einer fehlenden Lehrerbildung als eigene Fachdisziplin "Politische Bildung" fehlte auch der Friedenspädagogik die Basis.
In Österreich etablierten sich langsam Themenbereiche in der Erwachsenenpädagogik als "Politische Erwachsenenbildung". Universitär werden in der Folge Universitätslehrgänge angeboten(ohne die Thematik "Didaktik").
4.6 Reflexion - Nachhaltige Bildung nach der Coronakrise |  |
Für die Zeit nach der Coronakrise (Stand 2020) ergibt sich auf Grund der Analyse bestehender gesellschaftlicher Ungleichheiten der verstärkte Umgang mit der Vielfalt und den Folgerungen einer notwendigen Inklusion als Prozess, gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen zu fördern, zu unterstützen und alle Formen von Diskriminierung zu verhindern.
Ziel kann nur
- der Abbau von Exklusion im sozioökonomischen Bereich, schichtenspezifischen Benachteiligungen, Ausgrenzungen und
- eine Erweiterung von Bildungsmöglichkeiten sein.
Bildungspolitik ist auch Sozialpolitik.
- Es zeigt sich ein starker Anwendungsbereich in den Auswirkungen und der Unterrichtswirklichkeit.
- Die Themen sind Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache, Interkulturalität, Vielfalt, Individualisierung und Digitalisierung.
Den Kern einer Inklusionspädagogik bilden Lernende in ihrer Persönlichkeit, Lerngeschichte, alterspezifischen Entwicklungen, Geschlechtsrollen, Aufwachsensbedingungen und Sozialisation mit Umgangsformen, Zukunfts- und Wertvorstellungen sowie Kultur verstärkt zu beachten. In der EU gibt es Beispiele dafür
Österreich befindet sich im Anfangsstadium, die Chance bietet sich aktuell in Aktivtäten wie in einer Bildungsentwicklung, Demokratiebildung, rechtebasierten Bildung, gewaltfreien Kommunikation, ethischer Bildung, kooperativen und erfahrungsgestützten Lernformen.
Wesentlich sind die Prinzipien "Leistungs- und Sozialprinzip" mit dem Abbau institutioneller Diskriminierung, Unterstützung von Lernen und Teilhabe an Lernplanung, der Sozialraum, das Gemeinwesen und eine Unterstützung von Vielfalt durch die Bildungsgemeinschaft in der Erwachsenenpädagogik.
5 Lernkultur - Vorberufliche Bildung 1990 - 2011 |  |
Die gegenwärtige Entwicklung im Schulbereich ist einerseits durch autonome Spielräume und andererseits durch Stimmen von Lehrenden gekennzeichnet, die die gesetzlichen Vorgaben beklagen. Gestaltungsautonomie wird offensichtlich zögernd angenommen. Schulentwicklung wird nur dann Erfolg haben, wenn sie mit einer didaktischen Erneuerung verbunden ist. Sie bedarf der Auswirkung auf den bzw. im Unterricht.
Es geht also um die Frage der Beziehung zwischen schulischer Organisationsentwicklung (OE) und neuer Lernkultur.
Eine Auseinandersetzung mit schulischer (und gesamtgesellschaftlicher) Realität und zukünftigen Bildungskonzepten ergibt sich zwangsläufig. Es geht aber auch um die Umsetzung konkreter Erkenntnisse aus den Erziehungswissenschaften und bildungspolitischer Notwendigkeiten. Die Theorie bedarf der Praxisreflexion.
Es bedarf bei einer Veränderung von Schule auch der Auseinandersetzung mit wichtigen Aspekten schulischen Lebens. Man denke nur etwa an die Leistungsbeurteilung, an verschiedenste Formen von Gewaltphänomenen, der Öffnung des Unterrichts mit neuen Unterrichtsformen, einer Demokratisierung der Schule mit der Weiterentwicklung von Demokratie als Wesensmerkmal einer Lernkultur, einer Praxis der Schülerzentriertheit mit Lernenden als individuelle Persönlichkeiten und an verschiedenste Teambildungen in Lehrerkollegien und Elternvereinigungen. Schulentwicklung betrifft alle an Schule Beteiligten - von den Lernenden über die Lehrerbildung bis zu den Eltern und in die Ministerien.
Wenn Einstellungen sich im Tun verändern, bekommt Schulentwicklung in Verbindung mit Politischer Bildung/ Erziehung mit seinen Aspekten wie etwa der interkulturellen Bildung, Inklusion/ Gleichberechtigung, Jugendkultur und sozialem Lernen wesentliche Bedeutung (vgl. dazu die IT - Autorenbeiträge http://www.netzwerkgegengewalt.org > Index: Interkulturelle Kompetenz, Migration in Österreich und Schule).
Schulische "Berufsorientierung" - verbunden mit Bildungsinformation - als Teil vorberuflicher Bildung/ Erziehung wird vor dem Hintergrund einer theoretischen, spezialisierten und mobiler gewordenen Arbeits- und Berufswelt heute allgemein als eine wichtige Aufgabe der Schule anerkannt (vgl. dazu das damalige Gutachten der Bundesanstalt für Arbeit von DIBBERN - KAISER - KELL 1974, 7).
In Österreich ist die Vorbereitung auf die Schul-, Studien- und Berufswahl - neben dem Arbeitsmarktservice (AMS) - auch der Schule zugewiesen (vgl. § 15, 1 der 7. Schulorganisations - Novelle 1982). Eine Hinführung zum Beruf wird unbestritten als Aufgabe der allgemein bildenden Pflichtschule (APS) gesehen, die insbesondere durch Berufsorientierung (Unterricht), Bildungsinformation (Schülerberatung/ Unterricht), Realbegegnungen (Schulveranstaltung/ Erkundungen, Exkursionen, Expertengespräche und berufspraktische Tage) und das Unterrichtsprinzip "Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt mit Schwerpunkten in der 3. und 4. Klasse" wahrzunehmen ist. Berufsbezogene Lehr- und Lerninhalte zeigen an, dass das Selbstverständnis der APS einen notwendigen Wandel durchlaufen hat.
Die Frage einer umfassenden Orientierung über die Arbeits- und Berufswelt - schulisch "Berufsorientierung" - in Verbindung mit dem Aufzeigen von Bildungsmöglichkeiten - schulisch "Bildungsinformation" - als Hilfestellung zur Entscheidungsfindung gewinnt auch an bildungspolitischer Aktualität. Im Zusammenhang damit war ab 1980 eine Abklärung berufspädagogischer und bildungspolitischer Forderungen notwendig, damit zeitgemäße und effiziente Lehrpläne den Lehr- und Bildungsauftrag der Sekundarstufe I mit seinen großen Schülerströmen bewältigen können.
Unzufrieden muss man derzeit über den Stellenwert der verbindlichen Übung "Berufsorientierung" (7. und 8. Schulstufe) sein, die wenig als eigenes Fach, mehr als integrativer Bestandteil anderer Fächer und teilweise als projektorientierter Unterricht praktiziert wird und somit keineswegs den ihr gebührenden Stellenwert im Fächerkanon besitzt.
Im Hinblick auf die Forderung nach einer optimalen Vorbereitung Heranwachsender in der APS liegen Defizite auch im etablierten Schulsystem in der frühen Wahl und mangelnden Korrekturmöglichkeit vor. "Das System verlangt auf der neunten bzw. zehnten Stufe eine Entscheidung zwischen mehr als 350 Ausbildungsgängen, die konzeptionell auf eine Lebensberufsausbildung angelegt sind. Diese Entscheidung erfolgt punktuell und ist auf der Fiktion aufgebaut, dass man zu diesem Zeitpunkt die berufsbezogenen Dispositionen der Jugendlichen sowohl nach der 'Höhe' als auch nach der fachlichen Richtung prognostizieren kann.....Die Wahl erfolgt im wesentlichen für drei- bis fünfjährige Ausbildungsgänge, zwischen denen im Prinzip kein Wechsel vorgesehen ist. D.h. das System ist so aufgebaut, dass die Revision von getroffenen Entscheidungen - insbesondere wenn eine solche mehrfach erfolgt - definitionsgemäß eine Ausnahme darstellt. Häufig - wenn nicht sogar überwiegend - ist eine solche mit Misserfolgserlebnissen und Stigmatisierungen verbunden ("drop out", "instabile Karriere"). Es werden also nicht nur überhöhte Anforderungen an die Entscheidung gestellt, es wird auch - bei einem geringen Angebot an Entscheidungshilfen - eine sehr hohe Treffsicherheit der Entscheidung vorausgesetzt, was in dem weitgehenden Fehlen von Vorkehrungen zur Korrektur von Fehlentscheidungen zum Ausdruck kommt. Die Struktur des Systems bestraft im Sekundarbereich gerade jenes Verhalten, welches von zeitgenössischen Modellen der Berufsfindung als angemessen und vorteilhaft gesehen wird, nämlich die Organisation der Berufsfindung in Form eines sequentiellen Suchprozesses, in dessen Verlauf eine Erprobung und Entwicklung der Neigungen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen möglich ist und in dem auch die Zuordnung zu den Niveaustufen in flexiblerer Form erfolgen kann" (LASSNIGG u.a. 1989, 18-19, vgl. auch 25-31).
Aus heutiger Sicht wird man ergänzen müssen, dass über rund 250 Lehrberufe und rund 650 schulische Ausbildungsgänge derzeit zur Verfügung stehen. Damit setzt der Gesetzgeber eine Übersicht und Kenntnis von Ausbildungssystemen und künftigen Lebenschancen bei einer anstehenden Schul- bzw. Berufswahl bei Eltern, Schülern, Lehrern und Beratern voraus.
IT - Hinweis Buchhandel
https://www.amazon.com/Vorberufliche-Bildung-Österreich-Handlungsfeldern-Berufspädagogik/dp/3639790235 (2.11.2024)
Pressehinweis Salzburger Nachrichten, 2.11.2024, 30, BRIEFE AN DIE SN "Berufspädagogik und Studium"
Ergänzend zum Beitrag "Es gibt zu viele Studierende, die noch nebenbei arbeiten" (SN vom 29.Oktober, 19), sollte beachtet werden, welchen Stellenwert berufspädagogische Themenbereiche im Bildungsprozess haben.
Schulisch bedarf es einer vorberuflichen Bildung an den Schnittstellen zum Übergang in den weiteren Bildungsgang, universitär sollte Berufspädagogik den Wert von vorberuflicher und beruflicher Bildung mehr beachten. Man kann nur die aktuellen Überlegungen begrüßen. Wer sich jahrzehntelang mit beruflichen Fragen beschäftigt hat, mahnt auch Grundsätzliche im Bildungsprozess an.
Günther Dichatschek
6.1 Aufgabenstellung |  |
Politische Bildung hat die Aufgabe, die Menschen zu befähigen, dass sie ihren gesellschaftlichen Standort und ihre Interessen erkennen und und über ihre politischen Probleme urteilen und in der Folge handeln zu können.
Dazu ist es erforderlich, die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozesse und Strukturen zu durchschauen, den Zusammenhang zwischen Interessen und Politik und die Ursachen und Funktion von Ideologien aufzudecken.
Wie in allen sozialwissenschaftlich ausgerichteten Fachbereichen ergeben sich interdisziplinäre Themenbereiche, die unterschiedlich definiert werden.
Sie lassen sich zusammenfassen zu
- Gestaltungen bzw. Themenbereichen sozialer Beziehungen,
- demokratischer Ordnung und politischer Willensbildung,
- nationaler und internationaler Politik,
- Friedenssicherung,
- Rechtsordnung,
- Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik,
- Medien,
- Arbeit und Beruf bzw. Vorberuflicher Bildung ("Berufsorientierung") und
- Vergleich politischer Systeme.
6.2 Ziel |  |
Ziel einer Politischen Bildung ist ein kritisches Bewusstsein, selbständiges Urteil und politisches Engagement.
Voraussetzung für demokratisches Engagement ist das Bewusstmachen der Zusammenhänge zwischen individuellem Schicksal, gesellschaftlichen Prozessen und Strukturen. Politisches Bewusstsein bildet sich im Erkennen der eigenen Interessen und im Erfahren der gesellschaftlichen Konflikte und der Herrschaftsverhältnisse.
Der politisch bewusste und aufgeklärte Mensch soll nicht erleidendes Objekt der Politik sein, sondern als Subjekt in die Politik eingreifen. Wesentliche Aspekte theoretischer und praktischer Ansätze einer Politischen Bildung bedürfen zum besseren Verständnis einer Einführung in die Geschichte der Politischer Bildung an Schulen und anderen Bildungsinstitutionen, einer Darlegung gesellschaftlicher Funktionen und Grundintentionen, der Fachdidaktik und eines Ausblicks mit einer Reflexion.
Der Beitrag der Vorberuflichen Bildung im Rahmen einer Politischer Bildung zeigt beispielhaft einen Themenbereich auf. Fragen der Inklusion in der Politischen Bildung sind vermehrt zu stellen. Fragestellungen der Didaktik ergeben sich konsequenterweise.
7 Interkulturelle Kompetenz 2012 - 2024 |  |
7.1 Gesellschaftliche Bedeutung |  |
Interkulturelle Kompetenz ist zunehmend von Bedeutung in einer Gesellschaft geworden, die von Pluralität, Wandel, Widersprüchen, Unterschiedlichkeiten und Universalität in Ethnien, Bildung und Erziehung, Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion und Recht gekennzeichnet ist.
Ein Zusammenleben in der Gesellschaft ist als Anspruch zu betrachten. Problembereiche wie politische Dimensionen, Wirtschaft, Kultur - Religion, das soziale Umfeld, geschichtliche Entwicklung und gesellschaftliche Veränderungen sind in bestimmten Gesellschaftsbereichen deutlich sichtbar und nicht isoliert vom gesellschaftlichen Kontext und der Entwicklung, also situationsbedingt, sind zu betrachten.
Interkulturalität hat große Chancen, geht es doch um Bereicherung, neue Entwicklungen und Entdeckung von Gemeinsamkeiten. Zu einem Schlüsselbegriff in der Organisationsentwicklung ist Interkulturelle Öffnung geworden. Menschen öffnen interkulturell Organisationen, Unternehmen, Betriebe und Institutionen.
7.2 Interkulturalität |  |
Die Intention geht in seinem grundlegenden Verständnis von Interkulturalität aus. Der Diskurs zwischen den Menschengruppen findet in Theorien, Handlungsfeldern und Systemen statt, die wandelbar und widersprüchlich sein können. Konkret zeigt sich dies in der Grundannahme, dass Strukturen und Institutionen die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln (sollen).
Diese Diversity - Dimension wie etwa ethnische Zugehörigkeit, Alter, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Religion bzw. Weltanschauung berühren individuelle, organisatorische und strukturelle Ebenen. Konkret zeigt sich Interkulturalität in den unterschiedlichen Handlungsfeldern, etwa in sprachlicher Bildung bzw. Unbildung, erfolgreichen bzw. misslungenen schulischen bzw. universitären Abschlüssen, Inklusion bzw. Exklusion im Sozialbereich und wirtschaftlichem Erfolg bzw. Misserfolg. Interkulturelle Öffnung berührt die strategische Dimension. In den Mittelpunkt werden Beteiligung und Selbstbefähigung gestellt.
Daraus folgt, dass Interkulturelle Kompetenz selbst kein eigenes Handlungsfeld oder Handlungssystem bildet, vielmehr ganz bestimmte Elemente/ Aspekte unter bestimmten theoretischen Erkenntnissen darstellt. Interkulturelle Kompetenz beschränkt sich nicht nur auf bestimmte Anerkennungen und Werte, vielmehr ist sie auch bezogen auf die Interität - auf eine Verbindung von Kulturellem und Strukturellem in Form einer kulturell - sozialen Verteilung und wirtschaftlichen Interessen.
7.3 Problembereiche |  |
Problembereiche sind die Identität(en), Geschlechter/ Mann - Frau, Generationen, Kulturen - Religion - Kulturindustrien, Migration, Bildungsinstitutionen, interkulturelles Management, interkulturelle Kompetenz, internationale Begegnungen, interkulturelle Bildung und rechtlich-politische Interventionen/ Mediation - Diskriminierung - Veränderungsperspektiven
Bezugswissenschaften der zu behandelnden Thematik sind der eigenständige Wissenschaftsbereich Interkulturelle Kompetenz/ "Intercultural Competence"/ICC im wissenschaftlichen Kontext mit Interkultureller Pädagogik/ Erziehung, Interkultureller Öffnung, Kulturwissenschaften, Gender Studies, Interkultureller Erwachsenenpädagogik, Kultur- und Sozialanthropologie, Migrationswissenschaft bzw. Migrationssoziologie, Bildungssoziologie, Religionspädagogik, Interkultureller Theologie, Interkultureller Psychologie und Politischer Bildung.
7.4 Grundlagen |  |
Die theoretischen Grundlagen und jeweiligen interdisziplinären Aspekte sowie die notwendige interdisziplinäre Sicht bedeuten die Grundlage einer notwendigen Kompetenz für das Wissen, die Empathie und Handlungsbereitschaft, die Entwicklung eigener Fragestellungen und einen eigenen Überblick über die Ansätze des Fachbereichs
Ziel ist eine Förderung einer zeitgemäßen gesellschaftlichen Integration unter pädagogischen Aspekten mit der Bearbeitung von theoretischen Ansätzen und fachdidaktischen Konsequenzen. Diese umfasst die Hilfestellung bei der Einmündung in die schulische und außerschulische Gesellschaft, Besserstellung sozial Benachteiligter, Förderung der Bewusstseinsbildung und Haltungen und Begleitung von Zuwanderern mit ihren Familien und praktischer Hilfestellung.
Das Prinzip Fördern steht im Vordergrund. Dies bedeutet neben der gesellschaftlichen Einschätzung verschiedener Situationen, der Bewusstmachung verschiedener Einflüsse, dem Erkennen und der Akzeptanz einer Verantwortung die Notwendigkeit einer Erstellung eines Rahmenkonzepts für eine Gesellschaft mit Pluralität des Milieus (Kultur) und der Verschiedenheit (Pluralität). Zu gestalten ist dies in Bildungsinstitutionen, im Berufsalltag, im Kultur- und religiösen Leben, in Politik und Wirtschaft und in einem demokratischen Leben mit Normen, Werten und Grundlagen einer Demokratie.
Zu den pädagogischen Grundprozessen im interkulturellen Kontext gehören jene der Sozialisation, Inkulturation, des Lernens, der Bildung/ Erziehung und des Lehrens/ der Didaktik. Mitunter wird auch die Beratung dazugezählt. Alle pädagogischen Bemühungen beginnen beim Abholen am persönlichen Wissens- und Handlungsstand der jeweiligen Zielgruppe.
8.1 Grundlagen |  |
Basis des Erkenntnisstandes ist die Literatur der Erziehungswissenschaft, Organisationsentwicklung ("Organisation und Pädagogik"), Politischen Bildung, Vorberuflichen Bildung, Altersbildung und Evangelischen Erwachsenenbildung/ EEB sowie interdisziplinärer Ansätze, exemplarisch vom Autor in Vorberuflicher- und Politischer Bildung sowie EEB mit eigenen Arbeiten ausgeführt.
Einrichtungen und Organisation der Erwachsenen- bzw. Weiterbildung/ EB - WB müssen in einer sich ständig ändernden Gesellschaft bestehen können, um Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durchführen zu können. Der Autor bezieht sich auf seine Qualifizierung in der "Weiterbildungsakademie Österreich/ wba" und im Comenius - Institut/ Fernstudium Erwachsenenbildung/ EKD, in Verbindung mit Bildungsmaßnahmen der Personalentwicklung der Universität Wien in "Change Management", "Führung und Management" und "Didaktischen Kompetenzen" und die Absolvierung des 4. Internen Lehrgangs für Hochschuldidaktik der Universität Salzburg/ Zertifizierung.
Ebenso konnte der jahrelange Tätigkeits- bzw. Erfahrungsbereich im Bildungsmanagement als Mitglied der Bildungskommission der Generalsynode der Evangelischen Kirche A. und H.B. (2000-2011) und stv. Leiter des "Evangelischen Bildungswerks in Tirol" (2004-2009, 2017-2019) bzw. als Bildungsbeirat (2011-2017) und als Lehrbeauftragter der Universitäten Wien und Salzburg, Lehrerbildner/ PI Tirol und Kursleiter an Salzburger Volkshochschulen eingebracht werden.
Elemente erwachsenenpädagogischer Lehre werden auch im universitären Bereich von Lehrenden verwendet. Die Diskussion - insbesondere unter der Prämisse eines "lebensbegleitenden Lernens" - wird hochschuldidaktisch unterschiedlich geführt.
Differenziert wird das Segment Weiterbildung und des Widerstandes gegen Bildung gesehen. Unterschiedlich wird die Thematik von Parallelstrukturen in der Didaktik von Schule, Hochschule und EB/ WB behandelt.
8.2 Herausforderung |  |
EB/ WB stellt Theorie und Praxis vor besondere und andere Herausforderungen.
1 Die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden/ Studierenden ist eine Beziehung zwischen Mündige. Es gibt keine Erziehung, die Adressaten/ innen sind Teilnehmer/innen.
2 Zudem gibt es den Unterschied zur schulischen Bildung in der Teilnehmerorientierung im Lehren und Lernen, Erwerb von Wissen ohne Belehrung und der Programmplanung, um das Bildungssystem und die Landeskultur.
3 Es geht um Bildung, Qualifikationen und Erwerb von Kompetenzen. Zu bedenken ist neben einer nationalen auch die internationale (EU-) Perspektive der EB.
4 Die Organisation von EB/ WB ist pluralistisch, es geht um ein Bestehen auf dem Bildungsmarkt. Den gesetzlichen Rahmen regelt der Staat.
Konfessionsgebundene EB/ WB hat eine andere Aufgabenstellung:
1 Theologie erfordert Verkündigung/ Mission,
2 Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft fordert Mündigkeit und
3 Organisationsentwicklung fordert Konkurrenz.
In dem interdisziplinären Fachbereich des Bildungsmanagements von Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft (EB) und Betriebswirtschaft/ Organisationsentwicklung bzw. Theologie bei konfessioneller EB geht es um
1 Herausforderungen der jeweiligen Situation (Situationsanalyse),
2 die Darstellung veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen (Gesellschaftsanalyse),
3 den sich ändernden Wirtschaftsrahmen (Wirtschaftsanalyse) und
4 um Ziele und Zielkonflikte im angesprochenen Verhältnis der Fachbereiche (Lernzielanalyse).
8.3 Erfordernisse |  |
Gefordert ist demnach
1 eine theoretische Abklärung der klassischen und modernen Theorien der Organisation und der Veränderungen auf ihre Brauchbarkeit hin,
2 die Besonderheit einer Bildungsorganisation im quartären Bereich mit ihren spezifischen Merkmalen und
3 Ergebnisse, die zu pragmatischen Entwicklungsperspektiven führen.
In Lehre - Gruppenführung - Training geht es um Bereiche der EB/ WB in der Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft (Lehren und Trainieren in der Fort- und Weiterbildung) im Rahmen des von der EU geforderten "lebensbegleitenden Lernens" in Form der Allgemeinen, Beruflichen EB und Betrieblichen Weiterbildung. Damit sind komplexe Fragen im quartären Bildungssektor für Lehrende und Lernende gestellt.
Im Studium geht es im tertiären Bildungsbereich um eine Hinführung und in der Folge Spezialisierung wissenschaftlichen Denkens mit einer ausgesuchten Zielgruppe mit gesetzlicher Studienberechtigung nach einem intern - kodifizierten Studienplan, hochschuldidaktischen und fachdidaktischen Grundsätzen. Zentral ist die Förderung des Verständnisses für wissenschaftliche Forschungsarbeit. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Studiengegenstandes (VO, SE, PS und Praktikum). Ziel ist ein akademischer Studienabschluss mit einem Vorrat an Wissensbeständen und einer Stärkung wissenschaftlicher Weiterbildung.
9 Universitäten/ Hochschulen und Zukunftsfragen |  |
Der Blick auf Lehren und und Studieren unter hochschuldidaktischen Aspekten bedarf theoretischer, methodischer und praxeologischer Bezugsrahmen und eröffnet multi-, inter-, trans- und infradisziplinäre Eigenstrukturen. Damit wird auch kein Anspruch auf eine Systematik erhoben. Vielmehr gibt es eine Vielfalt von Zugängen. Pluralität sollte nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Es bedarf einer Struktur zur Erschließung des Themenfeldes mit Aktzentsetzungen.
Die vorliegenden Handbücher wie "Ausbildung und Sozialisation in der Hochschule" (HUBER 1983), das "Neues Handbuch Hochschullehre" (BERENDT 2001), das "Handbuch Hochschuldidaktik" (KORDTS - FREUDINGER - SCHAPER - SCHOLLMANN - SZCYRBA 2021), aktualisiert durch den Bologna - Prozess, ergeben einen wertvollen Diskursrahmen in den verschiedenen Disziplinen.
Es ergeben sich in der Themenvielfalt Schwerpunkte wie die "Didaktik im tertiären Bildungsbereich", die exemplarischen Bezugswissenschaften "Allgemeine Erziehungswissenschaft", "Pädagogische Psychologie", "Soziologie", "Pädagogische Hochschulentwicklung - Beruflicher Bildung", "Erwachsenenbildung - Weiterbildung" und "Mediendidaktik".
In Buchprojekten wird auf der Basis der Absolvierung des "4. Internen Lehrganges Hochschuldidaktik"/ Universität Salzburg (Personalentwicklung) und der Seminare "Kreative Entwicklung hochschuldidaktische Methoden " und "Die/ Der Lehrende als Coach" / Universität Wien (Personalentwicklung) auf die Schwerpunkte als Nachbereitung -
Erweiterung der Lehre an den Universitäten Wien (1990-2011) und Salzburg (2016-2017) und Publikationstätigkeit eingegangen.
9.2 Lernen - Lehren - Beratung |  |
Lernen ist ein zielgerichteter aktiver individueller Prozess mit einem Erreichen der Zielvorgaben. Aktivitäten richten sich auf neues Wissen, neue Einsichten und der Veränderung der Handlungsbereitschaft. Gegliederte/ didaktisierte Lehrangebote unterstützen den Lernprozess. Studierende benötigen Lernfähigkeiten, die während der Studiendauer ausgebaut und zielgerichtet angewendet werden können.
Lernprozesse bestehen aus der Begründung der Lernziele, dem Aufbau von Wissen, Können und Eigenaktivität mit Lernplanung.
Lehrprozesse/ Lehrgrundsätze ermöglichen zielorientiert einen individuellen Lernprozess mit der Auseinandersetzung des Wissens, Unterstützung des Lehrangebots in Methodenvielfalt, Anwendungsgelegenheiten und Anregungen von Erkenntnisprozessen.
Die Trias der psychologischen Bereiche unterscheidet den kognitiven, motivationalen und emotionalen Bereich.
Beratung besteht in der Begleitung und Unterstützung der Lernprozesse und des Studienfortschritts, individuell/ Sprechstunde, gruppenkonform/ Seminar oder zielgerichtet in der Vorlesung.
9. 3 Parlamentskorrespondenz Nr. 999 vom 23.10.2024 |  |
Österreichs Universitäten stellen sich Zukunftsfragen Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Universitätsbericht 2023 bietet Überblick über Entwicklungen im Hochschulraum 2021 - 2023
Wien (PK) – Gegen Ende der Legislaturperiode hat der scheidende Wissenschaftsminister Martin Polaschek entsprechend dem gesetzlichen Auftrag an sein Ressort den alle drei Jahre fälligen Bericht über die Entwicklung der österreichischen Universitäten vorgelegt. Der aktuelle Universitätsbericht des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) für den Zeitraum 2021–2023 (III-1238 d. B.) rückt insbesondere die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiges Handeln in den Mittelpunkt. "In den vergangenen Jahren haben österreichische Universitäten eine beeindruckende Vorreiterrolle bei der Einbindung von Nachhaltigkeit in ihre Bildungs- und Forschungsprogramme übernommen", führt Bundesminister Polaschek im Vorwort zum Universitätsbericht dazu aus.
Der Bericht biete in diesem Sinne "einen pointierten Überblick über die Fortschritte und Handlungsnotwendigkeiten". Eine der wesentlichen Fragen sei, wie der österreichische Universitätssektor künftig seine Innovationsfähigkeit weiter stärken und damit seine Rolle als wichtiger Akteur in einer Gesellschaft, die zunehmend von Bildungstechnologien und Künstlicher Intelligenz geprägt sei, festigen können.
Zu den Herausforderungen der letzten Jahre zählt der Bericht auch die globalen Krisen und ihre Folgen, wie die COVID - 19 - Pandemie. Aus ihr hätten die hochschulischen Einrichtungen eine Reihe von Lehren für die Zukunft gezogen, heißt es dazu. Die Universitäten hätten bewiesen, dass sie ihre Aufgaben auch unter schwierigsten Bedingungen erfüllen können. Sie stellten innerhalb kürzester Zeit auf digitale Lehr- und Lernformen um und leisteten mit ihrer Forschung einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie.
Auf den Krieg in der Ukraine habe der gesamte Hochschulbereich mit Beweisen der Solidarität reagiert. In der Inflationskrise sei zusätzliches Budget zur Bewältigung der Teuerung bereitgestellt worden. Im Umgang mit dem Klimawandel käme den Universitäten eine Schlüsselfunktion zu, stellt der Universitätsbericht fest. Gleiches gelte auch für die Stärkung des Vertrauens in Wissenschaft und Demokratie.
Unter der Überschrift "Herausforderungen und Entwicklungen" befasst sich der Bericht unter anderem mit der Frage der Steuerung des Universitätssektors, die institutionelle Autonomie, gesellschaftliche Anforderungen und Entwicklungsnotwendigkeiten in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen habe. "In einer sich rasch wandelnden Welt müssen Universitäten sowohl unabhängig als auch responsiv sein, um Wissenschaft und Forschung zukunftsorientiert zu gestalten", heißt es dazu. Die Universitäten seien gefordert, ihre Bildungsangebote so steuern, dass sie nicht nur auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren, sondern auch aktiv zur gesellschaftlichen Nachhaltigkeit beitragen.
Der Bericht geht dabei in einem eigenen Kapitel auf die grundlegenden Strategien und Steuerungsinstrumente des BMBWF ein, die den Handlungsraum der öffentlichen Universitäten in Österreich prägen und somit die universitären Rahmenbedingungen definieren. Die Instrumente der Planung sind der Hochschulplan, der Gesamtösterreichische Universitätsentwicklungsplan (GUEP), die Entwicklungsplanungen der Universitäten und die Leistungsvereinbarungen (LV). Zu den wesentlichen Strategien gehören die Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI - Strategie 2030), die Artificial Intelligence Mission Austria 2030 (AIM AT 2030), der Österreichische Aktionsplan für den Europäischen Forschungsraum (ERA - NAP), die Nationale Strategie zur sozialen Dimension und die Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie (HMIS2030). Viele davon seien Dachstrategien, bei denen die konkreten Ziele und Maßnahmen in den spezifischen Einzelstrategien in den jeweiligen Universitäten umgesetzt würden, heißt es dazu im Bericht.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2015 die Agenda 2030 mit 17 Zielen und 169 Unterzielen für eine nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) mit entsprechenden Aktionsfeldern beschlossen. Die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales werden dabei als das Fundament einer friedlichen, gerechten und inklusiven Welt verstanden. Auch die Universitäten sollen auf allen Ebenen grundlegende Nachhaltigkeitsaspekte umsetzen. Der Universitätsbericht geht daher detailliert auf Bestrebungen und Initiativen der österreichischen Universitäten im Berichtszeitraum ein sowie auf Initiativen des BMBWF zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im eigenen Ressort, wie die Teilnahme an der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Agenda 2030. Die Strategien bzw. Steuerungsinstrumente des BMBWF wie der HoP?, der GUEP und die LV greifen nachhaltige Entwicklung in den Universitäten auf. Einige österreichischen Universitäten, wie die Universität für Bodenkultur (BOKU) und die KFU Graz haben bereits Forschungsschwerpunkte entwickelt, die sich mit allen Dimensionen der transformativen Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Der FTI - Pakt 2024–2026 der Bundesregierung und der österreichische Aktionsplan für den Europäischen Forschungsraum (ERA-NAP?) 2022–2025 nennen das explizite Ziel, die digitale, grüne und nachhaltige Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben, ist dem Universitätsbericht zu entnehmen.
Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurden die Universitätsbudgets in allen Leistungsvereinbarungs - Perioden deutlich erhöht. In der LV - Periode 2019–2021 stieg das Universitätsbudget z.B. um 1,3 Mrd. € auf insgesamt 11 Mrd. €. In der LV-Periode? 2019–2021 kam erstmals die Universitätsfinanzierung NEU zum Einsatz. Mit dieser wird ein Großteil des Budgets auf Basis der prüfungsaktiven Studien und des wissenschaftlichen Personals verteilt. Die neue Finanzierung wurde zudem an Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Lehre und an die soziale Dimension gekoppelt. Im Oktober 2020 wurde die Gesamtsumme für die LV - Periode 2022–2024 mit 12,3 Mrd. € festgelegt, was einer Steigerung gegenüber der vorangegangenen LV - Periode um 1,3 Mrd. € entsprach.
Wegen der durch den Krieg in der Ukraine stark gestiegenen Preise, insbesondere für Energie, und den damit verbundenen Lohn- und Gehaltssteigerungen erhöhte die Bundesregierung das Budget für die LV - Periode nochmals auf insgesamt ca. 13,2 Mrd. €. Die Steigerung gegenüber der vorangegangenen LV - Periode war mit 2,2 Mrd. € die bis zu dem Zeitpunkt höchste seit Inkrafttreten des Universitätsgesetzes 2002 und betrug 20 %. Für die LV - Periode 2025–2027 wurde von der Bundesregierung bereits eine weitere deutliche Erhöhung der Mittel für den Universitätsbereich auf rund 16 Mrd. € vorgesehen. Mit diesem Betrag könne "die hohe Qualität und Attraktivität von Lehre und Forschung an den Universitäten gesichert, ein reibungsloser Betrieb trotz hoher Inflation ermöglicht und die Weiterentwicklung der Wissenschafts-, Forschungs- und Hochschullandschaft mit so wichtigen Themen wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung vorangetrieben werden", heißt es dazu im Bericht.
Die Universitäten würden vor der Herausforderung stehen, eine effiziente, mit den vorhandenen Mitteln finanzierbare und geschlechtergerechte Personalstruktur zu verwirklichen, stellt der Universitätsbericht fest. Gleichzeitig müsse diese Personalstruktur generationengerecht sein, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine faire Chance auf attraktive, durchgängige Karrieremöglichkeiten zu bieten. Mit der Novelle des Universitätsgesetzes 2021 sei daher auch eine Neuregelung der befristeten Anstellungsverhältnisse und eine Lösung der Kettenvertrags unternommen worden. In der LV -Periode 2019-2021 seien auf Basis der Unifinanzierung NEU 360 neue Professuren geschaffen worden.
Zum Personalstand der 22 österreichischen Universitäten ist dem Universitätsbericht zu entnehmen, dass mit dem Stichtag 31.12.2022 an den Universitäten rund 64.300 Personen beschäftigt waren. Mit einem Frauenanteil von 50 % sei das Geschlechterverhältnis des Gesamtpersonals exakt ausgeglichen gewesen. Der Personalstand ist laut dem Bericht von Ende 2019 bis Ende 2022 um 3.667 Personen (6 %) angestiegen, wobei der prozentuelle Zuwachs bei den Frauen mit 9,3 % etwa dreimal so hoch war wie bei den Männern (3 %). Beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal habe der Zuwachs 3.180 Personen (7,6 %) betragen, beim allgemeinen Personal 492 Personen (2,5 %). Der Frauenanteil habe sich beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal um knapp zwei Prozentpunkte von 42 % auf 43,9 % erhöht, beim allgemeinen Personal sei er auf 64,2 % gestiegen, ein Zuwachs von 1,3 % gegenüber 2019.
Im Rahmen der Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI - Strategie) konnte laut dem Bericht eine deutliche Steigerung der Forschungsquote erzielt und der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E -Ausgaben) am Bruttoinlandsprodukt erhöht werden. Lagen die F&E-Ausgaben? im Jahr 2008 bei insgesamt 7,5 Mrd. € (Forschungsquote: 2,57 %), waren es 2018 bereits 12,1 Mrd. € (Forschungsquote: 3,14 %). Mit der 2020 beschlossenen FTI - Strategie 2030 soll die Attraktivität Österreichs als Forschungs-, Technologie- und Innovationsstandort abzusichern und kontinuierlich ausgebaut werden. Bis 2030 will man zum internationalen Spitzenfeld aufschließen, den FTI-Standort? Österreich stärken, auf Wirksamkeit und Exzellenz fokussieren und dabei auf Wissen, Talente und Fertigkeiten setzen.
An der österreichischen Forschungslandschaft beteiligen sich 22 öffentliche Universitäten, 21 Fachhochschulen, 14 Pädagogische Hochschulen (PH) und 17 Privatuniversitäten mit insgesamt 1.327 forschungsdurchführenden Einheiten sowie 3.872 forschende Unternehmen. 23,1 % der gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich entfallen auf den Hochschulsektor, 77 % davon auf die öffentlichen Universitäten.
Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, wie etwa das Austrian Institute of Technology Austria (AIT), die ÖAW, die Christian Doppler Labors (CD - Labors), die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) oder das Institute of Science and Technology (ISTA). Künftig solle dazu auch das Institute of Digital Sciences Austria in Linz kommen, das sich der digitalen Transformation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft widmen wird.
Im Wintersemester 2022/23 gab es rund 359.000 ordentliche Studierende im österreichischen Hochschulbereich. Zu beobachten ist dabei eine Verlagerung von den Universitäten hin zu den anderen Hochschultypen, insbesondere den Fachhochschulen. Der Anteil der ordentlichen Studierenden an Universitäten ging seit dem WS 2016/17 von 75,9 % auf 73,4 % zurück, der Anteil der FH stieg von 15,8 % auf 16,4 %. Der Anteil der PH hingegen wuchs von 4,7 % auf 5,8 %, der Anteil der Privathochschulen erhöhte sich von 3,5 % auf 4,5 %.
Den höchsten Frauenanteil gemessen an den ordentlichen und außerordentlichen Studierenden verzeichneten die PH mit 76,1 % sowie die Privathochschulen mit 61,1 %. Mit 54,2 % waren mehr als die Hälfte der Studierenden an Universitäten im Berichtszeitraum weiblich. Die meisten ausländischen Studierenden im Hochschulbereich besuchten im Berichtszeitraum eine Universität (79,1 %). Ausländische Staatsangehörige machten dort 32 % der ordentlichen Studierenden aus (84.146 Personen). Einen sehr hohen Anteil ausländischer Studierender wiesen mit 53 % die Privathochschulen auf (8.419 Personen). An den FH lag der Anteil nicht - österreichischer Staatsangehöriger bei 21 % bzw. 12.200 Personen. Die PH besuchten 1.599 ausländische Staatsangehörige, das waren 8 % der Studierenden.
10.1 Einleitung |  |
In den neunziger Jahren entwickelte der Brite Tim BERNERS - LEE die textbasierte Auszeichnungssprache HTML (Hyper Text Markup Language) und schuf damit die Grundlage für das World Wide Web. Seine WWW - Software machte er weltweit kostenlos und frei zugänglich.
Zu Beginn des Jahrtausends wurde die Hardware mobiler, handlicher und leichter bedienbar. Damals überwog die Freude über die Möglichkeiten einer neuen Technik, unabhängig von Zeit und Ort konnten Informationen und Nachrichten ausgetauscht sowie Wissen geteilt und Geschäfte getätigt werden.
2004 stieg der Autor in das "Netzwerk gegen Gewalt - Netzwerk zu Bildung" ein. 2007 war für Erwachsenenbildner die Absolvierung eines Offline - Kurses "Digitale Werkzeuge" möglich. 2018 und 2020 konnten ein Fernstudium abgeschlossen werden. Die Möglichkeiten und der Nutzen waren erkennbar.
Die Prinzipien Offenheit und Beteiligung waren und sind nicht ungefährdet. Digitale Technik ermöglicht Übergriffe, Überwachung und Kontrolle.
Die Corona - Pandemie hat der Digitalisierung 2020 einen kräftigen Schub gegeben. Homeschooling, Homeoffice, flexible Arbeitsmodelle und Videokonferenzen wurden umgesetzt.
Deutlich wurde die Ausweitung der Möglichkeiten und ihre Notwendigkeit, um Chancengleichheit zu gewährleisten.
Das Interesse der Bildungsreformbemühungen und Politischen Bildung ist jedenfalls gegeben.
In den neunziger Jahren verbreiteten sich Computer, in der Folge auch Internetanschlüsse. Um die Jahrtausendwende kamen die Smartphones und mobile Endgeräte.
Die Entwicklung zeiget eine Veränderung der privaten und öffentlichen Kommunikation. Die Verfügbarkeit und Informationsdarstellung unterliegen seither einem Wandel.
Beeinflusst wird die öffentliche Debatte als Bestandteil der demokratischen Kultur und Gesellschaft.
Die neuen Formen des Informationsaustausches zeigen sich in sozialen Netzwerken, Nachrichtendiensten für Smartphones, Videoplattformen oder Web- und Microblogs als Teil der "Social Webs".
Orts- und zeitüberschneidend wurde nun kommuniziert, möglich wurde publizieren. Die neuen Mediengenres wie Podcasts und Videoblogs werden von Laien, Verlagen, Medienhäusern und freischaffenden Journalisten*innen genützt.
Die Informationsflut kann kaum erfasst oder sortiert werden. Das übernehmen algorithmische Systeme und sollen als "digitale Intermediäre" (Vermittler) dafür sorgen. Sie wählen nach festgelegten Kriterien aus, was angezeigt wird.
Texte kommen online, Filme und Musik werden in Steaming - Plattformen angeboten. Viele TV - und Radiosender bieten in eigenen Livestreams Inhalte an, die sie in linearen Programmen abspielen. Algoritmische Systeme spielen auch hier eine wesentliche Rolle.
10.3 Massenmedien |  |
Der technologische Wandel lässt neue Möglichkeiten und Bedingungen für die gängigen Massenmedien entstehen.
- Verdichtete Produktionsabläufe und wachsender Zeitdruck ergeben sich bei allen Beteiligten.
- Der "Roboterjournalismus" , verstanden als Einsatz von lernenden algorithmischen Systemen, erzeugt kurze Nachrichten und Meldungen und verändert den journalistischen Arbeitsrhythmus.
- Journalismus in klassischen Massenmedien gibt es selbstverständlich. Zielgruppenorientiert richten die entsprechenden Medien ihre Produkte aus. Entsprechend sind ihre Werbeangebote in den Medienformaten, die der Finanzierung dienen.
- Konkurrenz entsteht durch die kostenlosen Informationen in den "Social Web" (vgl. die mitunter ungesicherten Quellen).
10.4 Öffentlichkeit |  |
Die fortschreitende Digitalisierung verändert unseren Umgang mit den Angeboten und den Charakter öffentlicher Debatten.
Klassische Massenmedien filtern in Redaktionen die Informationen und bewirken eine Meinungsbildung in Form von Kommentaren, Interviews und Lesermeinungen. Verpflichtet ist der Journalismus einem "Ehrenkodex" (vgl. Pressefreiheit, Genauigkeit, Unterscheidbarkeit, Einflussnahme, Persönlichkeitsschutz, Intimsphäre, Diskriminierung > https://www.presserat.at [28.7.21]).
im Social Web sortieren algorithmische Systeme die Informationen und entscheiden, was in den "Feeds" (digitalen Nachrichten) erscheint.
Als besondere Problembereiche ergeben sich Desinformationen und Hassreden (gezielte Diffamierung).
10.5 Veränderte Kulturpraktiken |  |
Der Einfluss der neuen Technologie verändert das Leben und den Alltag.
- Nutzende sozialer Netzwerke sind gewohnt, sich darzustellen und zu inszenieren. Vos allem bei jüngeren Personen gehört das zur Alltagskultur.
- Persönliche Stellungnahmen und ein mitunter emotionaler Diskurs werden veröffentlicht.
- Fotos, Kurzfilme von Erfahrungen mit Grüßen an Vertraute und den Freundeskreis werden online gestellt.
- Variationen ergeben sich in der Art der Plattformen. Berufliche Netzwerke betonen Kompetenzen und Professionalität, soziale Netzwerke Befindlichkeiten, internationale Netzwerke stellen Vergleiche, überregionale Programme und Kooperationsmöglichkeiten vor.
- Nachrichtenportale dienen der täglichen Nutzung. Die internationale Tagespresse, TV - Sender und eigene Portale ermöglichen ein ständiges Nachrichtenangebot und sind zur Normalität geworden.
- Eine Publizierung von Ergebnissen und deren Austausch in Bildung und Wissenschaft wird durch die Digitalisierung erleichtert.
Die Veränderungen erfordern Medien- und Digitalkompetenzen ("digital literacy").
Die Europäische Kommission fasst in fünf Feldern die Bedeutung und Notwendigkeit zusammen (vgl. izbp 3/2020, 20-21)
- Informations- und Datenkompetenz - Relevanz der Quellen und Inhalte
- Kommunikation und Zusammenarbeit - Teilhabe an der Gesellschaft und eigene Identität
- Inhalteerstellung online - Integration bestehender Wissensbestände und Urheberrecht bzw. Lizenzen
- Sicherheit - Kenntnisse des Schutzes von Inhalten, persönlicher Daten und der Privatsphäre
- Problemlösung - Identifikation von Bedürfnissen und Problembereichen mit Lösungsbearbeitung
Einigkeit herrscht im Erwerb in der schulischen und außerschulischen Bildung.
Voraussetzung ist eine funktionierende digitale Infrastruktur in den Bildungseinrichtungen. Endgeräte und Netzwerke gehören verwaltet und gepflegt. Die an manchen Schulen und Hochschulen geübte Praxis, mobile Endgeräte von zu Hause mitzubringen (""Bring Your 0wn Device"/BYOD) zur Benützung in Unterricht bzw. Lehre, bedarf des Schutzes der persönlichen Daten der Lernenden bzw. Studierenden und der Klärung der Zulassungsbedingungen (vgl. etwa Lizenzen und Urheberrechte).
Zunehmend von Interesse sind weiteren Möglichkeiten des Lernens, wie die MOOC ("Massive Open Online Course"/ Offener Massen - Online - Kurs) mit Lehrangeboten für alle (offen), zumeist kostenlos im Internet mit Teilnahmebestätigung. Als Grundsatz gilt, Bildung ist Gemeingut.
Fernstudien in zahlreichen Angeboten unterstehen den jeweiligen staatlichen Anerkennungsvorschriften für eine Zertifizierung. Sie bedürfen und benötigen Lehr- bzw. Studienunterlagen, einer Studienbegleitung und Studienberatung, Prüfungsvorschriften, in der Regel sind sie kostenpflichtig mit Teilnahme-bzw. Studiengebühren und einem vorgegeben Studienrahmen bzw. vorgegebenen Zeitbudget (vgl. den Autorenbeitrag http://www.netzwerkgegengewalt.org/wiki.cgi?Fernstudium).
ChatGPT ist die aktuell (2024) populärste Implementierung von künstliche Intelligenz als Gesprächspartner (in der Form LLM / Large Language Model) > https://chatgpt.com/
ChatGPT steht nach üblicher Anmeldung bei der Plattform in einer kostenfreien und werbefreien Version zur Verfügung. Von zunehmender Kommerzialisierung ist jedoch auszugehen.
Die Bedeutung von ChatGPT im Bildungsbereich zeigt sich exeplarisch daran, dass in Österreich die Abschaffung der für die Matura verpflichtenden "Vorwissenschaftlichen Arbeit" diskutiert wird und fast unvermeidlich ist, weil sich SchülerInnen zunehmende ihre Texte von ChatGPT formulieren lassen, und die Lehrer nicht mehr in der Lage sind, den Eigenanteil der SchülerInnen zu erkennen und zu bewerten.
Es ist anzumerken, dass Antworten und Texte von ChatGPT zwar teilweise von herausragender Qualität sein können, und zu enormen Arbeitszeitersparnissen führen können, andererseits aber auch katastrophale Fehler enthalten können, bei denen man nur den Kopf schütteln kann.
Es bedarf einer hohen Kompetenz, um ChatGPT ohne großes Irrtumsrisiko einsetzen zu können. Man braucht viel Sachkenntnis, Erfahrung im Umgang mit ChatGPT, und Disziplin in der Kontrolle der Ergebnisse.
Teil III Exemplarische Autorenpublikationen |  |
10 Mustertheorie - Helmut Leitner |  |
10.1 Buchangaben |  |
Helmut Leitner (2007). Mustertheorie: Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christopher Alexander. Graz: Nausner & Nausner ISBN 3-901402-50-0, nur mehr antiquarisch verfügbar
Helmut Leitner (2016). Mustertheorie: Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christopher Alexander. Zweite erweiterte Auflage. Graz: HLS Software. Gedruckt bei KDP ISBN-13: 978-395042470
https://www.amazon.de/dp/39504247096
https://www.amazon.de/dp/3950424709
Leitner, Helmut (2015). Pattern theory. Introduction and Perspectives on the Tracks of Christopher Alexander. Graz: HLS Software. Printed by KDP
ISBN-13: 978-1505637434, Amazon https://www.amazon.de/dp/1505637430/
Leitner, Helmut (2024). Pattern theory. Introduction and Perspectives on the Tracks of Christopher Alexander. Japanische Übersetzung basierend auf der englischen Übersetzung. Printed by KDP.
ISBN-13: 979-8339124658, Amazon https://www.amazon.de/dp/B0DJBL1LT9/ https://www.amazon.co.jp/dp/B0DJBL1LT9/
Das Buchprojekt Mustertheorie setzte sich zum Ziel, das umfangreiche Werk Alexanders - 16 Bücher, 200+ Fachartikel, 100+ Architekturprojekte - in seiner geistigen Essenz so kompakt wie möglich zusammen zu fassen, bei aller Kürze trotzdem verständlich zu machen und für die persönliche Anwendung aufzubereiten. Entstanden ist ein Taschenbuch mit 160+ Seiten, das man an einem Wochenende lesen kann.
Verlagstexte:
- Das vorliegende Buch Mustertheorie beschäftigt sich mit dem Werk eines großen zeitgenössischen Denkers, des amerikanischen Architekten, Systemtheoretikers und Philosophen Christopher Alexander, emeritierter Professor der renommierten Universität Berkeley, Kalifornien. Von seinen vielen Büchern liegt nur ein frühes Buch (A Pattern Language 1979) in deutscher Übersetzung (Eine Mustersprache) vor. Das umfangreiche vierbändige The Nature of Order wurde erst 2002-2004 veröffentlicht. Dieses Werk ist im deutschen Sprachraum bisher weitgehend unrezipiert.
- Das Werk Alexanders ist bedeutend. Er entwickelt eine allgemeine Theorie von Lebendigkeit, eine Systemtheorie rund um die Begriffe Zentrum, Ganzheit und Transformation, sowie die methodische Umsetzung durch Muster und Mustersprachen. Dahinter steckt ein komplettes gedankliches Universum mit großer Bandbreite: Einerseits schlägt er ein neues wissenschaftliches Paradigma vor, das er dem traditionellen kausal - mechanistischem Paradigma der Naturwissenschaft entgegensetzt, andererseits bildet die Methode eine neue Form der Wissensaufbereitung und Wissenschaftsvermittlung mit starker partizipativer Anwendungsorientierung.
- Es gibt erste fruchtbare Anwendungen in der Softwareentwicklung, der Permakultur, der Regionalentwicklung oder der Dialogtheorie, um nur einige der im Buch referierten Strömungen zu nennen. Die Mustertheorie ermöglicht ein Neudenken und Umdenken in Richtung auf eine Praxis mit mehr Nachhaltigkeit und Partizipation. Es ist ein gedanklicher Werkzeugkasten für Innovation.
- Die 2. Auflage ist um Diagramme zu den fünfzehn Lebenseigenschaften und eine ausführliche Bibliographie ergänzt. Der Text selbst ist, bis auf geringfügige Korrekturen, unverändert.
10.2 Bezüge der "Mustertheorie" zum Netzwerk |  |
Mustertheorie war die Grundlage der Entwicklung des verwendeten Wiki - Systems (Pro Wiki - Software), das die technische Grundlage des Netzwerk gegen Gewalt bildet (analog zur in der Wikipedia im Großmaßstab).
10.3 Österreich - Bezüge von Christopher Alexander / Mustertheorie |  |
- Familiäre Wurzeln des in Österreich geborenen Christopher Alexander, mit gemischt - christlich - jüdischen Eltern, Flucht 1938, Auswanderung nach England, Berufskarriere in den USA
- Übersetzung von "A Pattern Language" unter dem Herausgeber Architekt Hermann Czech und dem Wiener Löcker Verlag
- Einfluss auf maßgeblicher österreichische Architekten in den 1960-er bis 1980-er Jahren
- Korrespondenz mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zu Christopher Alexander
- PURPLSOC Workshop und Konferenzen
- Österreichische Proponenten im Bildungsbereich:
- Univ-Prof. Dr. Peter Baumgartner, Donau Universität Krems
- Dr. Reinhard Bauer, PH Wien
Günther Dichatschek (2024): Grundwissen Agrarpolitik 2 - Aspekte eines europäischen Agrarmanagements im Kontext Politischer Bildung/ Erwachsenenpädagogik, Akademiker Verlag ISBN 978-3-369-62593-6
11.1 Aspekte der Politischen Bildung |  |
Fünf Aspekte die Agrarpolitik unter Gesichtspunkten einer Politischen Bildung werden vorgestellt.
- Der erste Aspekt Agrarpolitik in Österreich umfasst Rahmenbedingungen und Phasen, Akteure und Veränderungen der Politikinhalte seit dem EU - Beitritt. Eine persönliche Reflexion beleuchtet die österreichische Agrarpolitik.
- Der zweite Aspekt in diesem Zusammenhang betrifft die Industrialisierung der Landwirtschaft mit Profitstreben und dem Rationalisierungsdruck landwirtschaftlicher Strukturen, die Boden, Luft und Wasser schädigen. Monokulturen und Pestizideinsatz führen, oft bzw. kaum beachtet, zum Rückgang der Artenvielfalt - insbesondere bei Insekten und Vögeln - und bilden Landschaften in Agrarwüsten. Mitunter fehlt es an Wissen um solche Auswirkungen in einer agrarindustriellen Nutzung. Der Beitrag versucht ökologische Aspekte im Kontext mit Politischer Bildung zu darzustellen. Die Folgen einer Landschaftsverarmung und Industrialisierung erfordern ein Umdenken in der Agrarpolitik im Interesse der Menschen und Umwelt.
- Der dritte Aspekt der Ernährungssicherung ergibt einen wesentlichen Teil einer funktionierenden Agrarpolitik. Es geht um die nationale und internationale Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. Als Problem stellt sich in weiten Teilen der Welt der Hunger dar.
- Der vierte Aspekt betrifft die Entwicklung des ländlichen Raumes.
- Der fünfte Aspekt einer Politischen Bildung als Umsetzung in der Lehre ergibt mit der Dimension des "Globalen Lernens" ein Element der Entwicklung eines europäischen Wirtschaftsraumes.
11.2 Konzept Green New Deal |  |
Das Konzept des "Green New Deals" ist inzwischen ein Begriff. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam einen neuen Weg finden, der aus der ökologischen, ökonomischen und sozialen Krise herausführt. Vor fast einem Jahrhundert meisterten die USA durch einen „New Deal" die damalige Wirtschaftskrise. Heute muss auch die ökologische Herausforderung mitgedacht werden. Dadurch rückt die Kritik an den politischen Zusammenhängen, Machtungleichheiten und Abhängigkeiten in den Fokus.
Beim "Green New Deal" geht es nicht nur um neue Kompromisse, was die heutige Lebensweise betrifft, sondern auch um Spannungsfelder in der Politik, im Produktionsbereich und in den ungleichen internationalen Beziehungen zwischen Nord und Süd.
Die Frage bleibt offen, ob der "European Green Deal" der Europäischen Kommission in diese Richtung geht oder ob er an alte Konzeptionen anknüpft.
IT - Hinweis Buchhandel
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1071369386 (24.10.2024)
IT - Hinweis Netzwerk
http://www.netzwerkgegengewalt.org/wiki.cgi?Agrarpolitik2
Zu den Autoren |  |
Günther Dichatschek
APS - Lehramt (VS - HS - PL 1970, 1975, 1976), zertifizierter Schülerberater (1975) und Schulentwicklungsberater (1999), Mitglied der Lehramtsprüfungskommission für die APS beim Landesschulrat für Tirol (1993-2002)
Absolvent Höhere Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft Ursprung - Klessheim/ Reifeprüfung, Maturantenlehrgang der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck/ Reifeprüfung - Studium Erziehungswissenschaft/ Universität Innsbruck/ Doktorat (1985), 1. Lehrgang Ökumene - Kardinal König Akademie/ Wien/ Zertifizierung (2006); 10. Universitätslehrgang Politische Bildung/ Universität Salzburg - Klagenfurt/ MSc (2008), Weiterbildungsakademie Österreich/ Wien/ Diplome (2010), 6. Universitätslehrgang Interkulturelle Kompetenz/ Universität Salzburg/ Diplom (2012), 4. Interner Lehrgang Hochschuldidaktik/ Universität Salzburg/ Zertifizierung (2016) - Fernstudium Grundkurs Erwachsenenbildung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2018), Fernstudium Nachhaltige Entwicklung/ Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium, Comenius - Institut Münster/ Zertifizierung (2020)
Lehrbeauftragter Institut für Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft/ Universität Wien/ Berufspädagogik - Vorberufliche Bildung VO - SE (1990-2011), Fachbereich Geschichte/ Universität Salzburg/ Lehramt Geschichte - Sozialkunde - Politische Bildung - SE Didaktik der Politischen Bildung (2026-2017)
Mitglied der Bildungskommission der Evangelischen Kirche Österreich (2000-2011), stv. Leiter des Evangelischen Bildungswerks Tirol (2004 - 2009, 2017 - 2019)
Kursleiter der VHSn Salzburg Zell/ See, Saalfelden und Stadt Salzburg/ "Freude an Bildung" - Politische Bildung (2012 - 2019)
MAIL dichatschek (AT) kitz.net
Helmut Leitner
Absolvent der Technischen Universität Graz - Technische Chemie/ Diplomarbeit/ Doktorat (1983)
Autodidakt, Online - Aktivist, Lernender der Informatik und Softwareentwicklung.
Leiter der Softwareentwicklung der Forschungsgesellschaft Joanneum (1983-1988), Mitautor an EDV - Schulbuchprojekten. Pioniertätigkeiten, ab 1979 in der PC - Revolution, ab 2000 Wiki/ Wikipedia/ Online Communities/ Social Media, 2004 - 2015 in der Global Villages Bewegung (Dorfbelebung und Entwicklung des ländlichen Raumes)
Lebenslang informell Lernender von Psychologie / Psychoanalyse / Bewusstseinstheorien, Philosophie / Religion Weltanschauungen. Ab 2003 Mit - Gründer und Mit - Betreiber des "Netzwerks gegen Gewalt- Netzwerk zur Bildung"
Gewerbetreibender ab 1988 selbständiger Softwareentwickler. Ab 1989 als HLS SOFTWARE ca. 200 Software- und IT - Projekte
Ab 2003 Gründer und Betreiber der Plattform WIKISERVICE, ca. 120 Wiki - Projekte. Ab 2018 das Gewerbe weitgehend ruhend gestellt.
Forscher, Autor ab 2000 Online - Communities und Wiki/ Wikipedia, ab 2003 Forschung zur Mustertheorie/ Mustersprachen/ Gestaltungsethik. Ab 2007 Publikationstätigkeit dazu.
Ab 2014 Mit - Gründer der Internationalen PURPLSOC - Konferenzen an der Donau - Universität Krems. Ab 2015 Gründer und Betreiber der Facebook - Gruppen "pattern science community" und "Lebendigkeitswissenschaft". Musterforschung ist auch der aktuelle Arbeitsschwerpunkt.
MAIL leitner (AT) wikiservice.at
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