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Waiblingen-Neustadt

16-jähriger nimmt Lehrerin und Schüler als Geiseln, unblutiger Ausgang.

Zuerst waren die Informationen klar: Eine gescheiterte Existenz, ein gescheiterter Schüler, der von mehreren Schulen geflogen war ... erst Gxmnasium, dann Realschule, zuletzt von der Hauptschule ... "blinde Rache" suggerierten die Medien.

Dann erfuhr man genaueres:

Zerrüttete Familie, der Junge kam in eine Einrichtug des betreuten Wohnens, dann zu Pflegeeltern. Aber auch dort fand er keinen Halt.

Seine Lehrer stellten ihm die besten Zeugnisse aus: Gute Leistungen, soziales Engagement, treibende Kraft der Aktion "Streitschichter" an den Schulen ... der letzte Schulwechsel erfolgte schlicht wegen Umzug an eine andere Realschule.

Was anscheinend wirklich fehlte, war der familiäre Halt, die Anerkennung ... menschliche Wärme.

Zuhause Flucht in Gewalt-Videos und ebensolche Computerspiele.

Und dann die Tat: Überlegt, vorbereitet, geplant. Er entlässt die meisten Geiseln, behält nur die psychisch stabilsten zurück. Bestellt für alle Pizza und ein Handy, lässt sie mit den Eltern telefonieren, unterhält sich mit ihnen ... offene Frage: Was will der Junge?

Er gibt auf, ergibt sich, niemand wurde verletzt, doch was hat er für sich erreicht?

Er ist strafmündig, also wird sich die Staatsanwaltschaft und ein Gericht mit ihm befassen. Es werden staatliche Maßnahmen ergriffen, wer weiß welche und ob sie angemessen sind. Er wird ein Stigma tragen, das seinen Lebensweg bestimmt.

Sind damit die Ursachen ergründet? Ändert sich damit etwas für die Zukunft anderer?

Ich denke, Gewalt in Fernsehen und Computerspielen sind Symptome, keine Ursache. Die Ursache für Gerwalt bei Jugendlichen liegt meiner Meinung nach im Umgang der Erwachsenen mit ihnen, die Reduzierung der Zuneigung auf Geld und Trendartikel, dem Fehlen am menschlicher Wärme und ideeller Anerkennung. Und dem eklatanten Mangel an "Ernstnehmen".


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© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am January 3, 2003